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Full text of "Hans Sachs"

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159STE PÜBLICÄTION 



[inTERARISCHEN TEEEINS IN STÜITGAB 

(TÜBINGEN), 

(36stea Jahrgangs, 1883, 2ste publication), 



HANS SACHS, b. 14. 



I 



Uirter der presse ist: 
Der Krenz'ß**' ^"ii J. v. Franken stein, herausgegeben von F. Khu 
Hausboeli des .loacbini von Wedel anf Blnmberg, iierausgegebi 

von J- freiberrn von Bohlen. 
A. Gryphins trauerspiele. 



£^„lieder werden ecauebt, von Terän de rangen ihres woiinor 

, _ yeraendnag der sütriftenbeautiragten kassier (iiei-rnkansl« 

" D iii>i' in Täbiogen) anzeige zumachen. Unioaten, weloheHonrt» 

„««^liineerwöchflea, könnte die vereinskasse nicht übernehme 



verwaltang' des litterarisoheu Vereins ist seit 1849 
Tübingen. 



29 Merz 1 



ütM 



Statuten des üttei'arisclien vereiTia, 



, Der lltteraHat!he Ten 
ten und BDaschlieBIlBlifli 



llultgart lu beruwBibo ülleri 



!i: dem proleklorate Seil 



i don Ewecli . die Jihrllch von den mUgliedem 

t Brabe trerlbTallDi, sei ea hIlad3[^brlfU icher. 

borailB ans dem buclihiindel veiscItoundeD 

verwenden, nnii BWar solcher, dia dem gai 



in die Tereinrnillfflledei, gaerBn* 
r Majeatai des Kon<Ka von WfirtlGmberg, hnt 






leislenden b' 

ar schon g^rnckUr, aber 

leiten (gewordener werke xa 

■der TomiHiIschen ipracligeblete 



anBBhören und ein BllKemelnetis ioteresse datblelen, otso TorxuKtwelie sebrlflAD 
g:e>oblaIitliFliea oder poetiechee lalialt«. 

I. Der elnti'ltl In den verein erfolgl dervh BniiiBldnn» bei dem pritidenten oder 
einem uidem mirBlIede der vcrn-alhm^. 

S. Jedes mitgiied hat :u «nrmie Jedes jalins einen bellrag vun so mark eh 

entricblen and erhSlI dafBr ein exemplar der im laufe d«s Jahieg von dem vorein 

in werke. Mehrere alralen berediligen inmelireren eiemplareo. BuHle 

j keine publikuion erieheinen, lO gnllcD die einlasen luglelch ISt 

du folgende Jahr. In diesem falle bilden xwei kalendeijahro ein verwallnngsjahr, 

ahxie S«i> mark eiasnhll. wird lebenslüogUebei mltgUed uud erhiUC 

t von da an ohne weitere lahresbciträge I eiemplu der vereinaaehrlflen, sn lange er lehl. 

e beitr&ge müssen präncmeriert werden. SpiLler einzahlende liönnen bei 

I dar vertlieilung der biluher nur soweit btriiehsichtignng erwarten, als der vorrnlh 

xemplnre reiebt. 

. Der Biutcltl aus dam vereine ist dem priildenleu aniuielKcn. Erfolgt die 
I anxeige nicht vor dem 1 Februar de> nenen vernaltnuggjubres, tu kann der austritt erM 
~ n falgenden geiebeben und Ist 4er bellraft tüi das laBfende «och in entrichten. 
Die Kusendnng dec beitrüge wird Je im Januar durch posleiniablang' er- 
[ beten. Erfolgt die ishlong nieht vor dem l Fetiruar, so wird unganarnmon, dasB 
ülDiDK duroh postvorsehn«» Bewünaehl werde. 

8. Bei «nsflndung in paplergeld wird der etwaige überacbnaa dem öhorsonder 
[ für den nachatan Jahrgang galgoscbrlebEn. 

. Aat besondere» verlangen sendel der kassier eine qnittung. 
). Die insendung der publiliailonen erfolgt Im nmkraiae des denlsehen reiche» 
inrch die poat, ond zwar unter einzng des Jabresbeitmgs mllteii postvorachaues, 
. derselbe nicht achtin Torans dem kaaaisr übersendet worden ist. Auiwlrllge 
r werden crsueht, dem Itaaslor den weg zu heieicbaen, auf weldiem 
sie die Publikationen in erhalten wflnsoben. 

II. Dte mllgllBder werden ersucht, üon Veränderungen ihres Wohnorts dem mit 
t der versendnng der schrinen heanftragten kasUer anieigo xu maiiheii- Dnkasten, 

welche aunst aus irriger lersendnag erwüchsen, kannte die vereinskasae nicht Qber- 

li. Die »ohrlften des litlerarisehen verein» werden nicht In den bachhandel ge- 

[ geben. Die lahl der vcranstaltelen abdcficke richtet »ich nach der lalil der lailgllcder. 

. Frühere publlkailonen werden jahrgangwolse nur an neu eintretende mll- 

glledBr gegen vorausbeuBblung von so mark für den Jahrgang abgegeben; dieser 

preis bleibt derselbe, aacb wenn niehl mehr alle ta dem Jahrgang gehörige bünde 

itert werden kSnaen. ^ 

14. Eine einielne pnbllkaaian koatet «0 mark. Die lusendnng erfolgt portofrei, 
nur gegeu direkte frankierte vorauecinsendnng des butrags. 

LB. Die gescbäfte dra lltterariscben vereine» werden von einem Präsidenten und 
m hassler geleitet. Dec kassier legt einmal jährlich üffcntlich rechuung ab. 
IB. Der präsldenl wird vom ausschusae heateilt and abhornfen. Dar prüaidanl 
' bsstellC und enllllssl die beamlen des Vereins. - 

r ersten publlkaxioneo jedes Jahrgangs wird ein recfaenscbuftsbaiicht 
beigegeben. 

" t und »orselilltge über ahmclmuhende schritten lind an den prKsl- 
denten lu richten. 

1». Über die wnhl der ahindruvhenden sohriricn entscheidet nuf den antrag der 
vetwallUDg ein ausscliuss von IS verelnsmilgüedem. 
. Der nnssehai« wird jährlich nen gewählt. 

. Jedes mitglied, das sieh an der wähl belbeiligeii will, hat in dleeem zwecke 
im 1 Januar einen Stimmzettel portoü^l an den pcKsläanten ai 



ßlßLIOTHEK 



DES 



LITTERARISCHEN VEREINS 



IN STUTTGART. 



CLIX. 



TÜBINGEN 

GEDRÜCKT AUF KOSTEN DES LITTEBASISOHEN VEBEIHS 

1882. 



PROTECTOR 

DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART: 

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG. 



VERWALTUNG : 

Präsident: 
Dr A. Y. E ell-e r, ordentlicher professor an der k. oniyersität in Tübingen. 

Kassier: 
Kanzleirath Roller, universitäts-actuar in Tübingen. 

Agent: 
Fues, bachbändler in Tübingen. 

GESELLSCHAFTSAUSSCHÜSS : 

• 

Professor dr Barack, oberbibliothekar der kais. uniyersitäts- und 

landesbibliothek in Straßburg. 
Geheimer hofrath drBartsch, ordentlicher professor der g. Universität 

in Heidelberg. 
K. Cotta freiherr v. Cottendorf in Stuttgart. 
Hofrath dr Hemsen, Vorsteher der k. handbibliothek in Stuttgart. 
Dr Holland, professor an der k. Universität in Tübingen. 
Bibliothekar drKlüpfelin Tübingen. 
Director dr 0. v. Klump p in Stuttgart. 

Dr K. V. M a u r e r, ordentlicher professor an der k. Universität in München. 
Dr Vollmer in Stuttgart. 
Geheimer regierungsrath dr Waitz, ordentlicher professor an der k. 

Universität in Berlin. 

ff 

Dr Wattenbach, ordentlicher professor an der k. Universität in 
Berlin. 

Geheimer hofrath dr Zarncke, ordentlicher professor an der k. Uni- 
versität in Leipzig. 



HANS SACHS 



HERAUSGEGEBEN 



VON 



A. V. KELLEB und E. GOETZE. 



VIERZEHNTER BAND. 



HILDEBEAND 
LIB&ABY. 



GEDRUCKT FÜR DEN LITTERARISCHEN VEREIN IN STUTTGART 

XACH BESCHLÜ8S DES AUSSCHUSSES VOM JULI 1867 

TÜBINGEN 1882. 




J\.l5:5<5'q^. 



DRUCK VON H. LAUPP IN TÜBINGEN. 



[ACK 3, 3, 1] Das drit theil des dritten uimd 

letzten buchs ist gesamelt von kurtzen schimpfspielen man- 
cher\ey art, darinnen die warheyt mit guten schwencken ver- 
deckt unnd eingewickelt ist, allein zu zimlicher frewdt unnd 
recreatz der schwermütigen unnd trawrigen hertzen, wie 
hernach volget. 



H ftpf Sachs. XIV. 



Faßnacht- spiel: Das hoffgsindt Veneris, uimd 

hat 13 person. 

Der ernholdt tridt ein, neiget sich unnd spricht: 

Gott grüß euch, all ir biederleudt, 
5 Als ihr denn hie gesamlet seidt! 

Her-kumbt mit mir ein kleines beer, 

Die wollen euch allen zu ehr 

Ein kurtzes faßnacht-spiel hie machen. 

Wer denn lust hat, mag sein wol lachen; 
10 Doch wirt in diesem faßnacht-spiel 

Geredt zu weng oder zu viel, 

So bitten wir euch all vorahn, 

Ir wölt es in gut hie verstahn 

Und uns zu dem besten auß-legen. 
16 Nun wil ich euch stellen entgegen 

£in in eim langen, groben hart, 

Der selbig heist der drew Eckart, 

* • 

1 Ob dies wirklich das erste fastnachtspiel des Hans Sachs gewesen ist, 
wie nach dem am Schlüsse gedruckten datum anzunehmen, kann besweifelt 
werden, weil der dichter es in der aufzählung seiner werke (sieh Kendrucke 
deutscher Litteraturwerke des XVI und XVII Jahrhunderts, No. 26 und 27, 
8. V) dem fastnachtspiel von der liebe streit nachstellt. Er scheint indessen in 
den ersten spmchgedichtband, in dem beide aufgezeichnet waren, die dichtungen 
nicht nach ihrer entstehungszeit eingetragen zu haben. Die handschrift der 
Münchner hof- und Staatsbibliothek (Ogm. no. 4503 c), welche dies stück auch 
enthält, bietet für die frage nach der datierung nichts, wie sie überhaupt gleich 
den beiden andern unter derselben numer stehenden bänden für die forschung 
ohne werth ist. Es sind durchweg nur abschriften von A. Gedruckt in Hopf, 
Hans Sachs, Auswahl, 2 bändchen, s. 181 bis 190, bei Tittmann, dichtungen 
TOn H. S. m, 8. 3 bis 11 und Neudrucke d. Litt, des XVI und XVII Jahrb., 
No. 26 und 27, s. 13 bis 21. 11 OK weng. A wenig. 16 BC grawen. 



Der kumbt her auß dem Venus-perck, 
Wirt euch sagen groß wunderwerck. 

Der gedrew Eckardt spricht: 

[A 3, 3, Ib] Gott grüß euch alle hie gemein, 
5 In gut kum ich zu euch herein, 
Wann ich hab auch gar wol vernummen, 
Wie mehr gest hernach werden kummen, 
Vor den ich euch hie warnen muß. 
Es wirt sein die ktingin Venus, 
10 Die wirt mehren ir hoflfgesindt 

Mit manchem scharpffen pfeil geschwindt, 
Und wehn sie trifft, der kumbt in noht. 
Hut euch vor ir, das ist mein roht. 

» Der Donheuser spricht: 

15 Herr Donheuser bin ich genandt, 

Mein nam der ist gar weit erkandt, 

Auß Fracckenlandt was ich gebom; 

Aber fraw Venus außerkom 

Hat mich in irem dienst bezwungen, 
20 Ir pfeil hat mir mein hertz durch -drungen. 

Darnach da hat sie micli gefangen 

Und an ir starckes seil gehangen. 

[ A 3, 3, lo. E 3, 3, 2] Fraw Venus spricht : 

Ich bin Venus, der lieb ein hört, 
25 Durch mich wardt manig reich zu-stort; 

Ich han aufif erd*en groß gewalt 

Über reich, arme, jung und alt, 

Wen ich wundt mit dem schiessen mein, 

Der selbig muß mein diener sein, 
so Als denn ietzundt auff-spanne ich; 

Daromb wer fliehen wil, der fliech. 

Der ritter spricht: 

Hör zu, du küngin außerkom. 
Ich bin ein ritter wolgeborn, 
85 ^ach rennen, stechen steht mein sin, 

6 E Dann. AC Wenn. 17 C Franokenland. A Franokelandt. 25 B mainig. 



Vor deim schiessen ich sicher bin. 

Der getrew Eckardt spricht : 

fleuch baldt, fleuch, du strenger ritter, 
Venus macht sonst dein leben bitter. 

5 Fraw Venus spricht: 

Ritter, dich hilfft dein fliehen nicht, 
Mein pfeil ist schon auff dich gericht. 

Der ritter spricht: 

weh, Venus, was zeichst du mich, 
10 Das du mich scheust so hertiglich? 
Mein rennen, stechen hat ein endt, 
Ich gib mich in dein regimendt. 

Der doctor spricht: 

Hör zu, Venus, der lieb ein gart, 
15 Ich bin ein doctor wol-gelart. 
Mein wolust ist, die bucher lesen. 
Vor dir traw ich wol zu genesen. 

Der getrew Eckardt spricht : 

fleuch, wolgelerter doctor, 
20 Das Venus kumb nit auff dein gspor. 

[A 3, 3, Id] Praw Venus spricht: 

Doctor, du magst mir nit entweichen. 
Mein pfeil geht anfif dich schnelligleichen. 

Der doctor spricht: 

25 Ach weh, Venus, der hertzten wunden, 
Der-gleich mein hertz nie hat entpfnnden! 
Nun laß ich liegen alle kunst 
Und gib mich gentzlich in dein gunst. 

Der burger spricht: 
30 Venus, du küngin wunigleich, 

9 zeichst. AK zeuchst. 14 BC der lieb, der] fehlt A. 16 B wolast ist. 
ist] fehlt A. B bttcher. 19 fleaoh. 0] fehlt A. 20 B nit komb. 25. 
B hertsten. 



6 

Wiß, das ich bin ein burger reich, 
Mein sin der steht auff gelt und gut, 
Dein schiessen mir kein schaden thnt. 

Der getrew Eokardt spricht : 

5 Ach fleuch, fleuch, du reicher burger, 
Das dich Venus nit bring in schwer. 

Fraw Venus spricht: 

Burger, durch fliehen bist betrogen. 
Mein pfeil ist schon auff dich gezogen. 

10 Der burger spricht: 

Ach weh, Venus, des meinen hertzen, 
Wie ist es ietzt verwundt mit schmertzen! 
Auff gut und gelt acht ich nun nicht. 
Zu deinem dienst bin ich verpflicht. 

15 Der bawer spricht: 

Hör, Venus, ich gib dir kein lob, 
Wiß, das ich bin ein bawer grob, 
Hewen und dreschen ist mein werck, 
/ Ich wil nit in den Venus-berg. 

20 Der getrew Eckardt spricht : 

'fleuch nur baldt, du armer bawr, 
Venus macht sunst dein leben sawr. 

[A 3, 3, 2a] Venus spricht: 

Bawer, was hilfft dein fliehen dich, 
25 Seidt mein pfeil ist so schnelliglich? 

[K 3, 3, 3] Der bawer spricht: 

Weh mir, Venus, zu dieser stundt, 
Wie hast du mich so hart verwundt! 
Meiü drischel die wil ich aufgeben, 
30 In deiner handt so stedt mein leben. 

Der Itodtzknecht spricht: 

5 CK fleuch, fleooh. A fldooh. 11 BO meinoD. A memem. 
Bawer. A Bawrl 



Hör, fraw Venus, da schönes bildt, 
Wiß,*das ich bin ein lantzknecht wilt. 
Zu stürmen, kriegen han ich last, 
Dein scbiessen ist gehn mir amb-sust. 

5 Der getrew Eokardt spricht : 

Fleuch, fleuch, du stoltz frischer lantzknecht. 
Das du durch Venus nit werst gschmecht. 

Venas spricht: 

Lantzknecht, dich hil£ft dein fliehen klein, 
10 Mein pfeil dringt durch dein hämisch ein. 

Der lantzknecht spricht: , 

Ach weh, mort über alles mordt. 
Wie ist mein sinn so gar zu-stordt. 
Das ich kein lust mehr hab zu kriegen! 
15 Venus, zu dir.wil ich mich schmiegen. 

Der Spieler spricht: 

Hör zu, Venus, der lieb ein roß, 
Wiß, das ich bin ein spieler groß. 
Wurffei und karten ich stets trag, 
20 Nach deinem schissen ich nit frag. 

Der getrew Eckardt spricht: 

Fleuch, fleuch baldt von dannen, du spiler, 
Venus ist deins hertzen durch-zieler. 

[A. 3, 3, 2b] Venus spricht: 

25 Spieler, der flucht magst nit gemessen, 
Dein hertz das wir ich dir durch-schiessen. 

Der Spieler spricht: 

Ach weh mir, du edle Venus, 
Wie weh thut mir dein herter schuß! 
so Mein spielen nun ein ende hat. 
Ich gib mich gantz in dein genadt. 



6 B Flenoh, da stoltier. 19 B Wttrffel. 



8 



Der trinoker spricht: 

Hör zu, du edle Venusin, 
Wiß, das ich ein weintrincker bin, 
Zu essen, trincken hab ich lieb, 
5 Aufif dein schiessen ich gar nit gieb. 

Der getrew Eckardt spricht: 

Fleuch, fleuch, weintrincker, fleuch mit eil. 
Das dich nit rhür fraw Venus pfeil! 

[C 3, 3, 2] Venus spricht: 

10 Trincker, dein fliehen ist ohnnütz, 
Dich erreicht meines pfeiles spitz. 

Der trincker spricht: 

Ach weh mir, Venus, immer meh, 
Dein harter schuß thut mir so weh ! 
15 Nun laß ich sthen den külen wein. 
Dein diener wil ich fürbaß sein. 

Die jungfraw spricht: 

Venus, ich bin ein jungfraw frum. 
Ich acht mich nit der weite dum. 
20 Ich wil behalten meinen krantz, 
Darumb fahr hin mit deinem dantz. 

Der getrew Eckardt spricht: 

Fleuch, fleuch, du zart reine jungfraw. 
Das dich fraw Venus pfeil nit haw! 

25 [A3,3,2o. K 3, 3, 4] Venus spricht: 

Jungfraw, dein flucht die ist zu spadt, 
Mein pfeil ereylet dich gar drat. 

Die junokfraw spricht : 

Ach glück, wie hast du mich verlossen, 
30 Das mich fraw Venus hat geschossen ! 

* 

2 B Venasin. .A Venesin. 7 B fleuch da weintrincker mit. 10 

ynnütz. 14 so] fehlt B. 



9 

Nun bat ein endt mein heil und glück, 
Seit ich komb an fraw Venus strick. 

Das frewlein spriolit: 

Hör zu, Venus, der lieb ein krön, 
5 Wiß, das ich bin ein frewlein schon. 
Behalten so wil ich mein ehr, 
Auff,dein schiessen acht ich nit sehr. 

Der gedrew Eckardt spricht: 

Fleuch, fleuch, du junges frewelein, 
10 Das dich Venus nit bring in pein. 

Fraw Venus spricht: 

Frewlein, dein flucht ist viel zu spadt, 
Mein scharpffer stral schon auff dich gat. 

Das frewlein spricht: 

15 Ach weh mir, Venus, weh und ach, 
Aufif erd mir nie so weh geschach! 
Mein zucht und ehr hast du gefalt. 
Ich gib mich gar in dein gewalt. 

Der getrew Eckardt spricht: 

20 Ach Venus, edle künigein, 

Ich bit dich durch die gute dein 
Und val zu fuß dir auff mein knie. 
Das du niemandt mehr wellest hie 
Schiessen mit deim scharpffen geschoß. 

25 Fraw Venus spricht: 

Eckardt, dein bit ist schwer und groß, 
"A 3, 3, 2d] ledoch wil ich dich darin ehren, 

Niemandt mehr auff dißmal versehren. 

Der Donheuser spricht: 

30 Ach, Venus, wie sey wir so kranck. 
Ach, wie ist uns die weil so lanck. 
Ach, wie han wir so dieffe wunden, 

* 

9 CK frewelein. A frewlein. 24 OK deim. A dem. 30 B mir. 



10 

Ach, wie sein wir so hart gebunden ! 
Laß uns ledig, das bit wir dich. 

Fraw Venas sprioht: 

Herr Danheuser, vernime mich! 
5 Von mir wirt niemandt mehr erlöst; 
Seit ir mir ietzundt seit genöst 
Und euch mein pfeil berüret bot, 
So ist all ewer hoffnung todt, 
Ir wert unter meim regimendt 
10 Beleiben biß an ewer endt. 

Sie spreohen all: 

Ach weh uns, ach und immer weh ! 
Werdt wir denn ledig nimmer meh? 

Der getrew Eokardt spricht: 

15 Ich han euch vor gewamet all, 
Ir solt fliehen fraw Venus stral; 
Ir wolt mein werten nit begnaden. 
Seidt ir pllendt, habt euch den schalen ! 

Fraw Venus spricht: 

80 Secht an, ir herrn und frawen all, 
Wie euch mein hoffgesindt gefal. 
Bitter, doctor, burger und pawer 
Ean ich machen ir leben sawer; 
Lantzknecht, spieler, trincker noch mehr, 

25 Reinen jungfrawen, frawen ehr. 
Der iedes kan ich durch mein pfeil 
Bald bringen an mein langes seil: 
Ich kan in nemen sinn und witz. 
[A 3, 3, 3a] Ir vorig frewdt mach ich uhnnitz, 
[E 3, 3, 5] Die denn ir iedes gantz verlat. 

Und volgt mir nach an dieser stat, 
Als ir denn secht auff dieses mal. 
Darumb hüt euch vor diesem stral. 
Der manig mensch bringet zu sorgen 

35 Tag nnde nacht, abendt und morgen, 

* 

8 A ewr. 9 B meim. A mein. 



11 

Als ich ietz diesen hab gethon, 
Die also trawriglich hie sthon. 
Doch eh das sie verzagen gantz, 
PfeifiP aufP, spilman, mach in ein dantz! 

5 Man dantzt. Darnach spricht Venus wider zu in: 

WolaufiF, wolaufiF, mein hofiFgesin, 
Wolaaff, wolauff mit mir dahin ! - 
Ich \?il euch füren, da ich han 
Vorhin gefürt manigen man, 

10 Auch manch jüngfraw und schöne frawen. 
Da wert ir grosse wunder schawen 
Von einem thurnieren und stechen, 
Manich ritterlich sper zu-brechen 
An meinem hoff fechten und ringen, 

15 Dantzen, hoffieren unde singen, 
Auch manig süsses seiten-spiel, 
Sunst ander kürtzweil ohne ziel, 
Die hie von mir sindt ungenandt, 
Dergleich man findt in keinem landt. 

20 Darumb wolauff mit eil und jach. 
Wer mit uns wil, der kumb hernach! 
Wir wollen in fraw Venus berg. 
So spricht Hans Sachs von Nürenberg. 

Die person inn das spiel: 

[A 3, 3, 3b] 1. Der ernholdt. 

2. Der getrew Eckardt. 

3. Der Danheuser. 

4. Fraw Venns. • 

5. Der ritter. 
30 6. Der doctor. 

7. Der burger. 

8. Der pawer. 

9. Der lantzknecht. 

10. Der Spieler. 
33 11. Der trincker. 

12. Die juDgfraw. 

13. Das frewlein. 

Anno 1517 jar, sambstag vor der herrn foßnacht, 
5 B jn. A jm. 23 AOK Nürnberg. 



12 



[A3, 3, 3c] Faßnacht-spiel mit 4 personen: Von der 

eygenschafft der lieb. 

Der alt gehet ein unnd spricht: 

Ich alter kumb zu euch herein. 
5 Gott grüß alle, die hinnen sein, 
Gott geb euch ein seligen abendt. 
' Ich bit euch, nit in argem habendt, 

Das ich kumb unberufen her 
In meiner grossen angst und schwer, 
10 Die ich an meinem hertzen trag. 
Das ich euch hie in trewen klag. 
Wiewol es ietzt ist an der zeit, 
Das man lebet in fröligkeit. 
So steh ich hie in klages-weiß. 

15 Der ritter spricht: 

So saget mir doch, alter greiß, 
Warumb doch ir bekümmert seidt? 

[K 3, 3, 6] . Der alt spricht : 

Strenger ritter, ich hab groß leidt, 
20 Wölt ir das selb wissen von mir? 

Der ritter spricht: 

* 
1 Vgl. die anmerkung za dem hoffgesindt Veneria s. 3. Denselben stoff 
behandelt das kampfgespräob von der lieb, b. 3, 406, am 1. Mai 1515 and 
der meistergesang im langen Frawenlob (1 meistergesangbuoh, bl. 75), der in der 
Weimarer foliohandsohrift 418 das datum 1516 hat. Ganz ähnlich wie der 
ritter und das fräulein unterhalten sich bei Jörg Wiokram Reinhart und Gab' 
riotto. (Archiv f. Litteraturgesch. VIII, s. 333.) 5 BC grttß. 



13 

' Alter, darzu hab ich begir. 
Facht ahn, sagt mir, das eigentlich. 

Der ^t spricht: 

[A 3, 3, 3d] Strenger ritter, vernemet mich ! 

5 In dieser nacht so ist mir heindt 
Mein son gestorben, der best freundt, 
Ein jüngeling bey zweintzig jarn ; 
Dem war ein kranckheit \?iderfarn. 
Die in von keinem artzt auff erden 

10 Mit nichten kundt gebüset werden, 
Biß im der todt sein leben brach. 

Der ritter spricht: 
Mein alter herr, ist das die sach? 
Es ist leicht der aussatz gewesen. 
15 Darvon hab ich ofFt hören lesen, 
Wie vom aussatz werdt niemandt rein. 

• Der alt spricht: 

Ach strenger, edler ritter, nein! 
Seiner kranckheit ich each bescheidt. 

20 Sich hat begeben kurtzer zeit, 
[C 3, 3, 3] Das im sein hertz wart hart verhawen 
In lieb gehn einer schön jungfrawen. 
Des ich im doch nit wolt verhengen. 
Das er sie nem, thet das verlengen. 

25 Dieweil gab man ir zu der eh 
Ein edelmai^ als ich versteh. 
Das kreucket meinen son so fast, 
Het darnach weder ruh noch rast. 
In solchem sendiglichem leiden 

30 Ist er in dieser nacht verscheiden. 
Darzu hat in die lieb genöt, 
Kein kranckheit er sunst an im höt, 
Das er verlur sein junges leben. 

Der ritter spricht: 

35 Alter herr, ich muß antwort geben. 
Ja, es geschieht gar offt durch duck,* 
Das in die lieb kumbt ein unglück; 

33 CK Damit verlor. 36 b. 3, 409, 3: offt nnd diok. 



14 

Wie ich denn ietzandt hab gehört, 
[A 3, 3, 4a] Die lieb hab ewren son ermört; 
Da ist die lieb unschuldig ahn, 
Es hals groß ungelück g^than. 
5 Lieb ist meins hertzen auff-endthalt; 
So mich gens frewlein wol-gestalt 
In rechter lieb schloß in ir hertz, 
Ich hofft, es brecht mir kleinen schmertz. 
Alter herr, was halt ir darvan? 

10 Der alt spricht: 

Ritter, mir lieget nichts daran. 
Ist euch wol mit der schnöden lieb. 
Ich euch leicht mein erlanbnus gieb. 
Doch sag ich euch, bey meinem aidt, 
15 Das kein lieb ist ohn hertzenleidt. 
Das sag ich summa sunmiarum. 

Der ritter tridt zu der f rawen, neigt sich unnd spricht f reundtli 

Zart schöne fraw, zu euch ich kum 
Und bitte euch durch weiblich güet, 
20 Wann mein hertz, seel und gantz gemüet 
Hat euch erweit für all auff erden, 
Ich mag auch nit mehr frölich werden, 
Biß mir ewr mundt auch lieb vergicht. 

Das frewlein neiget sich und spricht: 

25 Strenger ritter, das thu ich nicht, 
[K 3, 3, 7] Unzimlich ding ir hie begert; 

Wo ich das thet, würt mir beschwert 
Mein gwissen, seel, gemüt und hertz. 

Der ritter spricht: 

30 Ach, fraw, ir treibet ewren schertz. 
Küudt ir mich nit in ehrn lieb han? 
Was schad, noch bsch werdt kem euct darvan ? 

Das frewlein spricht: 

[A 3, 3, 4b] ritter, wo die lieb ein-bricht 

* 

4 G hats (b. 3, 409, 8). A hat. 5 B ist des leibes. 



X6 



In ein hertz, darnach sie durch-ficht, 
Biß das sie überwindet gantz 
Und schlecht leib, ehr und gut in dschantz 
Drurab ist lieb ein verfluchtes kraut. 
5 Vermaladeit sey, wehr das baut! 

Lieb bringet manchs frewlein in schandt. 

Der ritter spricht: 

Zart schöne fraw, es thut mir andt, 
Das ir der edlen liebe fluchet. 
10 Ich glaub, das ir nie habt versuchet 
Der liebe ubersüsse friecht. 

Das frewlein spricht: 

Strenger ritter, ich laugen niecht, 
Mein hertz hat nie kein lieb erkendt. 
15 Ich hab es alzeit ab-gewendt; 

Wann lieb ist nichts, denn bitter leiden, 
Vermischet gar mit kleinen freyden, 
Darumb hab ich ir nit geacht. 

Der ritter lacht und spricht: 

20 Zart fraw, des het ich schier gelacht; 
Ir sprecht, die lieb sey leides vol. 
Das selbig glaub ich nit gar wol, 
Seit thurnieren, tantzen und springen, 
All Seitenspiel, hoffieren, singen 

25 Und was man kürtz weil, mag gepflegen 
Geschieht als von der liebe wegen. 
Weil all frewdt lieb unterthan sein. 
So denck ich in dem hertzen mein. 
Lieb sey die höchste frewdt auff erdt. 



16 

[A 3, 3, 4c] Und hat doch selb kein frewdt darvon, 
Gibt offt za-letzt gar bösen Ion. 
Wart nit herr Achili, dem ritter, 
Der liebe dienst sawer und bitter, 
5 Die er lang Polixene trug? 

Sie schuff, das in ir bruder schlug 
Feischlich zu todt, den künen hclt. 
Also im mancher ausserwelt 
Ein lieb und dient ir lange zeit, 
10 Die im zu-letzt den lohn auch geit. 
Der hat den schadeh zu dem spodt 

Der ritter spricht: 

Zart schöne fraw, ja des walt gott. 

Solt solche lieb nit bringen schmertzen, 
15 Wo sie geht auß eim falschen hertzen, 

Als auch Dalida Samson thet? 

Von falscher lieb wirt nit geredt; 

Ich mein allein, wo zwey geblüt 

Verwandlen sich in ein gemüt 
20 Und sich in trew binden zusammen 

Und gleich brinnen in liebe-flammen, 

Ein solche lieb hat rechten grundt 

Das frewlein spricht: 

Strenger ritter, mir ist wol kundt, 
25 Das sich ofFt zwey hertz unter-winden 
[K 3, 3, 8] Und sich in rechter lieb verbinden, 

Halten doch das ein kurtze zeit, 

Das zwischen in kumbt heimlich neidt, 

Das sie einander werden feindt. 
30 Darvon hab ich gelesen heindt. 

Wie hertzog Jason wardt verbrandt 

Von Medea, also genandt; 

Hetten doch vor viel zeit vertrieben 

In rechtem hoch getrewen lieben, 
85 Die zwischen in wurt gar verkert, 

Das ir untrew sich gehn im mert. 

1 selb, vgl. b. 3, 410, 5. AC solch. 4 A sawr. 5 B Polixene. A 
Polizone. 15 A falschem. ' 16 OK Delila. 22 CR solche. A soUiche. 
32 G Medea (b. 3, 410, 36). A Media. 



17 



Lieb hat offt rechten aiiefang. 
Das wert .ein zeit, und doch nit lang, 
[A 3, 3, 4d] So Wirt sie gifFtig als ein atter. 

Der ritter spricht: 

5 Ich hab gehört von meira herr vatter, 
Die lieb wirt offt durch feintschafftzwungen 
Das kummet durch die falschen zungen, 
Die solche lieb nit leiden milgen 
Und hertzlieb gehn hertzlieb verliegen, 

10 Das sie zu grosser feindtschafft kummen, 
Als ich von Tristrand t hab vernummen; 
Der wurt versagt gehn fraw Isalden, 
Darvon ir lieb wurt bäldt gespalden. 
Wo aber rechte liebe leit, 

15 Ob gleich ein klaffer etwas seit, 
Dem glaubt sie nit, das es war sey,' 
Sie wont im stets in trewen bey 
Und gieng biß in den todt mit im, 
Wie ich von Piramo vernim; 

20 Da Thißwes in erstochen sach. 
Da kam sie trewer liebe nach 
Und zog das schwerdt auß seinem leib, 
Stach das durch sich, das trewe weih. 
Wo lieb ist also starck und gantz, 

25 Die tregt der ehren wol ein krantz; 
Der lieb gib ich den höchsten breiß. 

Das frewlein spricht: 

strenger ritter, merckt mit fleiß: 
Wo gleich zwey hertz bleiben verbunden 

30 In trewer lieb zu allen stunden, 
Ettnnen sies doch verbergen nicht, 
Darvon in groß hortzleidt geschieht. 
In Cento Novella man list, 
Wie Lorentzo geschehen ist, 

95 Der gentzlich lieb het Lissabeten ; 
Ir brüder in erwürgen theten, 
Baldt sie wurden der liebe innen. 



8 B So. 12 B Jsalden. 

glaubt. A glaubet. 
Hans Sachs. XIV. 



A Jesalden. 



13 B Von dem. 16 CK 



18 

Der ritter spricht: 

[A , 3, 3, 5a] Acb frewlein zart, viel kluger sinnen 
Und scharpffer list die liebe leret, 
Darniit sie sich gar lang erneret, 

5 Sie weist verborgen weg und straß. 
Von ritter Cainis ich laß, 
Het lieb fraw Gardoleye zart, 
Die doch versperret was so hart 
In einer burck an einer zinn; 

10 Jedoch lert sie die lieb ein sinn. 
In wachs trückt sie die Schlüssel ab 
Und wurff irabs von dem schloß hienab. 
Darnach machet er Schlüssel fein, 
Gieng darmit zu ir auß und ein. 

15 Vor lieb hilfft weder thür noch thor. 

Das frewlein spricht: 

strenger ritter, mercket for, 

Die lieb gibt so offt kluge lehr, 

Des sich mancher wagt in gefehr, 
20 Dardurch er kummet umb sein leben. 

Des wil ich ein exempel geben: 

Quißgardus der ließ sich hoch 

Durch ein eingang in ein wildt loch 

Zu fraw Gismunda in ir kammer, 
[K 3, 3, 9] Dardurch er kam in grossen Jammer, 

In der hol er gefangen wardt, 

Der fürst ließ in zorniger art 

Sein hertz schneiden auß seinem leib; 

Des auch starb das liebhabendt weih. 
30 Also wen die lieb uberwindt, 
[C 3, 3, 4] Der geht- hienan, als sey er blindt, 

Bedenckt trawriges endes nit, 

Die im solliche liebe git. 

Darumb ist lieb steht leides vol. 

• 

85 Der ritter spricht: 

Zart fraw, ja das geschieht offt wol, 

13 B maoht er die Schlüssel sein. 21 CK Deü. A Das. 2^ 
34 E leydes. AO leider. 



19 

Das lieb durch Unglück wirt verfürt, 
Ergrieffen, wo man die außspürt. 
ledoch die lieb sie leren kan, 
Das sie durch list kumen darvan, 
3, 3, 5b] Als denn gschach Tristrandt mit Isaldt, 
Wurden ergrieffen und mit gwaldt 
Verurteilt beide zu dem todt; 
ledoch halff in gelück auß noht, 
Das sie beide wurden erledigt. 
10 Ob lieb durch unglück wirt beschedigt 
Und einen schaden da entpfieng, 
ledoch macht es die liebe ring: 
Lieb machet sues die pittern gallen. 

Bas frewlein spricht: 
15 Ritter, eins ist mir eingefallen, 

Ob gleich lieb leret solche list, 

Darmit sie sich ztf aller frist 

Vor solchen schaden hüten künnen, 

ledoch sie selten frewdt gewinnen; 
20 Wann Unglücks ist so mancherley, 

Darvon wirt offt ir frewdt entzwey; 

Wann die lieb auff der wage stoht 

All augenblick auß frewdt in noht. 

Drumb bringt lieb forcht, sorg und stets weh. 

25 Der ritter spricht: 

Zart frewlein, der ding ich besteh, 

Das etwan in lieb auch sey leiden. 

So zwey einander müssen meiden 

Etwan viel zeit, biß sie gelück 
30 Mit frewden zam bring in dem stück, 

Da habens so lieblich geberden, 

Darvon sie dann erquicket werden; 

In solcher ubersüssigkeit 

Und uni^ußsprechenlicher freidt 
35 Wirt all ir hertzen-leidt zertrendt. 

Das frewlein spricht: 

* 
* kamen (b. 3, 412, 35). ACE kamen. 13 CK süß die bitter. 18 

den. 20. 22 W^ann. E Dann. A Wenn. 26 B Frewlein. A 
3] E habens (b. 3, 413, 24). AG haben. 

2* 



20 



Strenger ritter, wenn sie denn sendt 
Beide in solchen frewden süssen, 
Noch künnen sie ir lieb uit büssen, 
Sie mainen, habn ir hertz erquicket, 
[A 3, 3, 5o] So ist es nur noch baß verstricket 
Und scheiden sich den also hart 
Und wissen nit ir widerfart, 
Mag offt lang haben nit mehr fug. 
Ritter, ist das nicht leides gnug, 
10 So viel anschleg gehn hintersich? 

Der ritter spricht: 
frewlein zart, vernemet mich: 
So Unglück thut den weg beschliessen 
Und keiner list mügen geniessen , 
15 ledoch so erfreudt sie hoffnung. 

Bas frewlein spricht: 
strenger, edler ritter jung, 
Wie bitter wird denn da ir leiden. 
So hertzlieb von hertzlieb muß scheiden 

20 Etwan viel meil in frembde landt 

Und gentzlich kein hoffnung mehr handt, 
Zu samb zu kummen nimmer meb. 
ritter, da ist hertzlichs weh, 
[K 3, 3, 10] Das ich vergleich dem grimmen todt. 

25 Des kam Lucrecia in noht, 
Da Enriolus von ir schiedt 
Und von ir durch die Stadt auß-riedt; 
Von Stund an verkert sie ir färb, 
Darnach vor grossem leide starb, 

so Als auch sunst ist viel mal geschehen. 
Drumb mag ich von lieb-scheiden jehen, 
Es sey ein schmertz ob allem schmerlz. 

Der ritter spricht: 
frewlein, zwey getrewe hertz 
3. Scheiden sich von einander nit, 
le eines nimbt das ander mit, 



5 B noeh. A nach. 8 nit mehr haben. 26 b. 3, 414, 10: Enrialiifl. 
Vgl. N. ▼. Wyles Translationen I (bibliothek des lltterar. Vereins b. 57). 28 
OK stundan. A stunden. 34 CK getrewe. A getrew. 



21 

Wo es zu wege bringen kan. 

Das frewlein spricht: 

strenger ritter lobesan, 
Es bleibt aber nit angerochen. 
[A 3, 3, 5e] Paris wardt auch darumb erstochen, 
Da er die schön Helena stal. 
Ir sindt gar viel an dieser zal, 
Die verlorn haben leib und gut. 

Der ritter sprioht: 

10 Frewlein, des bin ich wolgemut 

Und bin ie auch an dieser schar, 

Was Unglücks mir halt widerfahr; 

Wann ich hab auch gefüret hin 

Kürtzlich ein edle hertzogin, 
15 Auß Engellandt bring ich sie her; 

Da lest sie adel, gut und ehr 

Und ist mit mir gezogen baldt 

Und wart auff mich dauß in dem waldt. 

Bey ir ich dauß gelassen han 
20 Ein edlen knaben wolgethan. 

Auch von fürstlichem stam geborn. 

Nun wolt ich kaufiFen mir zwen sporn, 

Bin darumb kummen in die Stadt. 

üngfehr es sich gefüget hat, 
25 Das ich bin kummen in dad hauß; 

Nun wil ich wiederumb hienauß 

In waldt, da ich mein liebste findt. 

Das frewlein spricht: 

Strenger ritter, was mehr das sindt! 
30 Ir spracht, ir het nach mir verlangen 

Und seidt vorhin mit lieb behangen; 

Darbey ich wol gemercken kan. 

Das ir mich wolt geeffet han. 

Darumb, ir frawen und jungfrawen, 
35 Thut keinem buler nit vertrawen, 

Sie künnen falsch und freundtlich sein. 

1 E es (b. 3, 414, 30). AG ers. CK wegen. 10 ? des. AOK das. 
29 CK mähr. 30 CK nach. A noch. 34 A Junfrawen. 



22 

Das ist an dem ritter wol schein. 
' Doch sag ich euch bey meinen trcwen: 

Es wirt euch noch von hertzen rewen, 
Habt ir gefüret hin die fraw. 

5 [A 3, 3, 6a] Der ritter lacht unnd spricht: 

Zart schöne fraw, ich hoflf und traw, 
Es sol mich rewen nimmer mehr. 
Bey ir laß ich leib, gut und ehr, 
Ich dien ir steht mein lebent tag 

10 Mit all dem ich kan und vermag. 

i 
Der knab kummet geloffen, tretet ein blutigen stauchen und 

spricht mit auffgeworffen armen: 

strenger ritter, ach und weh 

So sey euch heudt und immermeh! 
15 weh der grossen angst und nobt, 

Ewr edle hertzogin ist todt. 

Wie das geschach, das mercket eben : 

Ein grimmer low nam ir das leben. 

Hat sie zurissn und tragen hin, 
20 Dem ich auch kaum entrunnen bin. 
[K3, 3, 11] Diß schleierlein blieb bei der aych'en, 

Das bring ich euch zu eim warzeichen. 

Der ritter schlecht sein hendt ob^ dem kopff zusamb unnd 

spricht trawrich: 

25 Ach weh, ach weh, ach weh mir armen! 

Wie hart thut mich der todt erbarmen 

Der ausserweltn, so ist verschieden, 

Durch meinr lieb hat den todt erlieden. 

Ach weh mir, ach und immer wehl 
ao Nun wirt ich frölich nimmer meh, 

Seidt mein hertzoginne ist todt. 

Der ritter sincket nider auff die banck. Der alt fecht in ein 

den arm unnd spricht: 

[A 3, 3, 6b] Strenger ritter, nun tröst euch gott! 
35 Last euch solch leidt nit überwinden. 

9 BCE lebentag. 21 CK sohleyerlein. A sohleirlein. 27 ? ausser- 

weltn. ACE ausserweltea. 28 B mein. 29 B mir. A wir. 34 CK 

nun tröst. nun] fehlt A. 



23 

das ich möcht ein labnng iinden, 
Das ich den ritter jung erquicket! 

^ Das frewlein spricht: 

Die noht hat er im selb geschicket. 
5 Nun schawet an, ir strenger ritter, 

Ist euch die süß lieb worden bitter, 

Die ir doch vor mit süssen werten 

Versprochen habt an allen orten? 

Schaudt, wie thut sie euch letzt bekrencken i 

10 Der alt spricht: 

Ach frewlein zart, thut euch bedencken, 

Wann wisset selber ie gar wol. 

Die betrübten man trösten sol. 

Wo sich ein mensch in leidt thut üben, 
15 Sol man in weiter nit betrüben. 

Brecht ir im darfür ein labung! . 

Das frewlein spricht: 

So heist es seinen knaben jung. 
Ich wil mit im ungemüt sein. 

20 Der alt spricht: 

So geh hin, edler junger mein. 

Bring her getranck, laß mich in laben. 

I>er edel knab gehet zum tisch, nimbt ein geschier unnd spricht: 

Thet man mirs nit für übel haben, 
25 So nemb ich hie ein frischen trunck. 

Das man erquickt den ritter junck 

In seiner aller-grösten noht, 

Eh im alhie der grimme todt 

Sein junges leben angewin, 
30 Auif das er nit verzag darin. 

[A dy 3, 6o] Der alt entpf echt. die schalen, reichet sie dem ritter 

unnd spricht: 

Schlacht das hertzleid t auß ewrem sin. 

Strenger ritter, und nemet hin 

* 

4 B besohioket. 12 B ir wisset selber gar. 24 CK mirs. A mir. 

26 OK erquickt. A erquicket. 



24 

Diese labnng, die ist vast gut, 
[G 3, 3, 5] Und nembt an euch ein mannes-mut, 
' Auff das euch nit geschech albie^ 

Wie meinem son geschach auch ye, 
5 Den solche lieb ermorden thet. 
Entpfacbt die labung an der stedt. 

Der ritter richtet sich auff, trineket, äarnach spriohet er: 

weh, weh der grossen noht! 

Nützer wer mir der grimme thot, 

10 Denn das ich hie sol ellendt sein, 

Leben ohn die hertzliebste mein 

Und biß an mein endt sein betrübet. 

Also geschieht manchem, der liebet, 

Der nimbt zu-letzt ein trawrig endt. 

I 
15 [K 3, 3, 12] Das frewlein spricht: 

Ritter, habt ir euch letzt bekendt, 
Was solche strenge liebe thut, 
Die ir mich vor habt angemut? 
Ir frawen und jungfrewelein, 
20 Secht, wie die lieb bringt grosse bein, 
Spardt ewer lieb biß in die eh, 
Denn habt ein lieb, sunst keine meh, 
Die selbig lieb die ist mit ehrn, 
Wie uns die heylig schriflft ist lern. 

85 Ber alt kummet unnd beschleust : 

Ir erbern herrn und zuchting frawen, 

Zu euch sindt wir kummen auff trawen, 
[A 3, 3, 6d] Seidt das man diese faßnacht vil 

Übet kurtzweil und schöne spiel, 
so Also hab wir uns auff gut trawen 

Auch bey euch hiennen lassen schawen 

Und das spiel von der lieb verbracht. 

Darmit aide zu guter nacht! 

Das nit auß freudt ein unmuht wachs, 
35 Nembt von uns vergut, wünscht Hans Sachs. 

* 

5 CK solche. A somohe. 21 CK ewer. A ewr. 23 BCE die ist. 

die] fehlt A. 26 CK sttohtiog. 



25 



Die persoD inn das spiel: 

1. Der ritter. 

2. Das frewlein. 

3. Der alt. 

5 4. Der edel knab. 

Anno 1518 jar, am 8 tag Januarii. 



26 



■ 



[A 3, 3, 7a] Faßnacht -spiel mit 5 personen, die 

rockenstuben genandt. 

Die pawren-magdt gehet ein mit dem rocken, setzt sich unnd 

spricht: 

5 Ein guten abndt, ir biderleut, 
Mein gspiel hat mir gesaget heut, 
Heindt werdt hinnen die rockenstuben, 
Da werden knecht und die roßbuben 
Mit uns mancherley spiel linfahen, 
■ 10 Des Stocks spielen und öl außschlahen; ^^^ . 

Der schultes wirt sein sackpfeiflfn bringen, a^' 
Da wöl wir dantzen und drfein singen 
Und haben einen guten mut, 
Biß das der han heindt krehen thut. 

15 Der pawren-knecht kumbt und spricht: 

Ein guten abndt, Gredt, Mst schon do? 
Dein bip ich in meim hertzen fro, 

1 Später beschäftigte sich der dichter mit einem ähnlichen Stoffe in dem 
dialogischen spräche »die geschwetsig rockenstuben« (b. 4, 386), ohne fireilioh 
auch dort auf das wesen der rockenstuben einsugehen. Etwas mehr geschieht 
dies in dem fastnaehtspiele : das krapfen holen (fastnachtspiel no 15, 272 f). Sehr 
ausführlich in einem meistergesange vom 17 August 1553 im rosentone Hans 
Sachsens (13 meistergesangbuch bl. 309). Hier stimmen viele Büge ^t den 
von Camillus Wendeler beschriebenen Eunkelstubenbildern überein (in Söhnom 
Archiv für Litteraturgesch. VII, s. 332 bis 360). In den drucken ist die ge- 
seh wetzig rockenstuben vom 14 November 1557 datiert; in dem fünften hand- 
schriftlichen spruchbnche (Berlin) hat der spruch das datum 8 November 1646. 
Gedruckt in den dichtungen von Hans Sachs, hrsg. J. Tittmann III, s. 26 bis 
47 und in den sämmtlichen fastnachtspielen von Hans Sachs no 10. 5. 16 

? abndt. ACK abendt. 



27 

Das ich dich hin gefunden hab; 
Ich wil dir schüttn die agen ab. 
Da bist mir die liebst, auff mein aidt, 
Für alle andre pawren-maigdt, 
5 Die in dem gantzen dorffe sein. 

Die magdt stösset in dannen unnd spricht : 

Ach nein, du lieber Küntzel, nein, 

Ich bins nicht, wil dirs aber nennen : 
[A 3, 3, 7b] Thust nicht Heintz Strigels tochter kennen? 
10 Das ist die recht, solst du erwüten; 

Der selbn thu die agen abschüten, / 

Weil du ir alle nacht thust fenstern, 

Wers gleich grim-kaldt, das es thet glenstern i -. 
[K 3, 3, 13j Hast ir auch auff sanct Martins nacht 
15 Ein beutel zu eim kirtag bracht. 

Nun geh nur hin, ich bin sein nimmer, 

Das maul hast mir gemachet immer. 

Ich sey die liebst, du wölst mich nemen. 

Der kneoht spricht: 

20 Mein liebe Gredt, ey thu dich Schemen, 

Das du nun an dem kiertag-tantz -...'• 

Dem Hensel machest einen krantz, 

Und warflfst in stets mit äugen ahn, 

List mich als einen narren stahn; 
25 Vom hertzn entpfiel mir ein kühl blutz, 
' Denn saß ich da gleich auff mein trutz 

Und nam mich umb die Christin an. 

Die magdt spricht: 

Mein Küntzl, mir ligt zwar nichssen dran, 
30 Het ich nur mein dutzet nestl wider; 
Drumb geh nur hin und leg dich nider, 
Du solst mir heindt kein agn abschütten. 

Der knecht spricht: 
So ließ ich dich auch wol erwüten, 

2 TittmuiQ sohüttn. ACK schütten. 17 CK gemaohet. A gemacht. 

23 A warfifls. 25 B kübl blats. A käbl vol bluts. 26 K mein. AC 

meinen. 32 A solts. 



28 

Bist auch nit hübsch, darzu nit reich, 
Da siehst fast einem äffen gleich. 
Schaw, dort kumbt auch dein pewerin. 

Die magdt spricht : 
5 Mein Küntzel, so bin ich, farhin! 

Die pewrin kummet mit dem rocken, setzt sich und spricht: 
[A 3, 3, 7o] Botz leichnam angst, bist schon beim rocken ? 

Wie thut der Küntzel umb dich mocken ! 

Htlt dich vor im, wann er wol kan l 

10 Den mägtn das küemaul hencken an. 

MeinGred, spin flachs and loß dir schlaanen, 

Fül dein spindel, denn wöl wir laanen. 

Und gate milch and semel essen. 

Der raben-höUern nit vergessen; 
15 Wollen aach einen reien han. 

Botz mist, botz dreck, dort kambt mein man ! 

D^r pawr kumbt und spricht: 

Sich, alte, bist beim rocken hinnen? 
Magst da daheimen aach nit spinnen? 
20 Der fttrwitz sticht dich aach noch sehr. 

Die pewrin spricht: 

Botz leichnam, schaw, was ist den mehr? 
Sag, me offt da zam wein dar schleaffst, 
I Das gelt verfrissest and verseaffst, 
25 Kambst heim and speist die grösten brocken. 
Viel besser ist, ich geh zam rocken, 
Darmit ich dir gar nichts vertha. 

Der pawr spricht: 

Schweig, alte, halt dein waschen zu, 
30 Spin für dich and sey gaterding! 

Die pewrin spricht: 
Mein liebe Gredt, heb an and sing 

2 A siohts. 3 OK Bewerin. A Pewrin. 5 OK Mein Eüntsl so bin 
ioh da, fahr hin. 8 ? Ettntzel. AOK Ettntsl. 10 CK Mägdn; A Magien. 
18 B alte. A altt. 23 AGK sohleaffts: verseoffts. 







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29 

. / 

Das ne^y' lieäla, ich künts auch gern, 
Vom hblder-trüschl und morgen-stern. 

Der ziegeiner gehet ein. Die magt zeigt auff ihn und spricht: 
Schaw, liebe fraw, wer kumbt dort rein? 
5 Sol wol der tenffel selber sein? 

Der ziegeiner spricht: 

[A3, 3, 7d] Mein liebe muttr und lieber vatter, 

Offen stundt baußthtir und der gätter, 
Des hat mein weg mich rein getragen. 

10 Wolt iemandt im lassen wahr-sagen, 
[K 3, 3, 14] Der etwas het im hauß verlorn 
Oder ein bulen außerkorn, 
Es weren mägdt oder jung knaben, 
Ob man einr etwas ein het graben, 

15 Oder sol einem sagen war, 
Wie das im solt ergehn djß jar, 
Der Wirt also von mir beschieden. 
Das er der sach halb kumbt zu frieden. 

Die pewrin spricht: 

20 Mein man, ich wil ein pfenning wagen, 
Den ziegeiner mir war lohn sagen. 
Ean er tnir sagen mein planeten? 

Der pawr spricht: 
So thus, was wilt du mich lang freten? 

Der ziegeiner schawdt ir die hant unnd spricht: 
mutter, wie ein böß complex! 
! .- Verwar bist du ein alte hex, 
• Ein milch-diebin und ein unhuldt; 

Du hast vor zweintzig jarn verschuldt, 
30 Das man dich lebendig het graben. 

Die pewrin spricht: 
Du leugst, und solt dus hertzleid haben. 
Sag mir, wie wirts mir gohn diß jar? 

2 ? trüsohl. AC trtisohel. B trütsohel. 4 CK Sohawt. 7 ? muttr. 

AGK matter. 16 CK soll. 24 CK mich lang, lang] fehlt A. 32 BOK 
solt das. A solts tbust. 



30 

Der ziegeiner sohawdt ir die handt und spricht: 

Mein mutter, so sag ich dir war, 

Dein man der wir! dich heint noch schlagen, 

Aach wirst im heimlich gelt abtragen, 
^ 5 Auch hast ein haflfn mit gelt ein-graben, 

[A 3, 3, 8*] Auch thust du viel gemeinschaift haben 

Mit dem pfarrer und dem caplan. 

Die pewrin zuckt ihm die handt unnd spricht: 

Hör auff, ich thu dich wol versthan. / 
10 Mein alter, laß dir auch war-sagen. ' 

[G 3, 3| 6] Der pawr zuckt die faust und spricht: 

Ich wolt dir dfaust an grindt baldt schlagen ! 
Erst hab ich dein frünckeit erfarn, 
Warmit du umbgingst bey dein jarn. 
15 Ziegeiner, kumb, sag mir auch war. 
Was ich gethan hab meine jar. 
Ich hoff, ich wöl noch schultes wern, 
Da ich noch kummen möcht zu ehrn. 

Der ziegeiner schawet ihm die handt unnd spricht : 

20 Du geren trinckst und wirst stüdtfol, 

Du gern kugelst und kansts nit wol, 

Du geren kartest und gwinst selten, 

Du geren borgst und wilt nit gelten. 

Du gern entlehest, zalest nicht, 
25 Du geren haderst vor gericht. 

Du geren hülst vor allen dingen, 

Dir wirt man baldt ein banckart bringen. 

Die pewrin fert auff unnd spricht: 

I 

Ey, das hab dir die trüß in narren! 
30 Weist du mit andern beigen pfarren, 
Bin ich dir denn nit weiBs genug? 

Der pawr sprio^pit: 

Wie thust, mein alte, bist nit klug? 

* 

5 ? hafiii. AGK haffen. 12 BCE dfaust. A fanst. 14 E dein. AC 
den. 22. 23 Tittmann geren. AC gern. 



31 

Da brichst heffen, so brich ich krieg, 
Es wehr denn, der ziegeiner lieg, 

[A 3, 3, 8b] Die pewrin spricht: 

Er hat war! Das dichs unglück schendtj 
5 So hab dirn rocken über dlendt! 

[E 3, 3, 15] Sie sohleoht ihn mit dem rocken und er sie mit 
feusten zur thür hienauß. Die pewrin schreit: 

Ich beut dirs recht, du alter püffel, 
Du unendtlicher schalck und schlüffel! 

Xiauffen beide hienauß. Der pawren-knecht spricht: 

Botz mist, der ziegeiner hat zwar 
Pawren und pewrin gsaget war. 
Sag mir auch war, das Ichs versteh, 
Wie es mir auff der bulschafft geh. 

I^er ziegeiner schawdt im die hendt und spricht: 

Du hast ein bulschafft oder sieben, 
Hahn dich am narren-seil umbtrieben, 
Haltn dich all sieben für ein narren. 

Der knecht spricht: 

20 Ist das war, so wil ich nit harren. 
Sag, welche mich am liebsten hab. 

Der ziegeiner spricht: 

Das ist im stal dein merhen grab, 
Der du gibst alle tag zu essen. 

25 Der pawrenknecht spricht: 

Eanst du mit werten nit außmessen, 
Warmit ich über tag geli umb? 

Der ziegeiner spricht: 

A 3, 3, 8o] Du bist unbscheiden, dol und thumb, 

30 Du geren dantzt und kanst kein schertz, 
Du geren haderst, hast kein hertz, 

26 da] B 68. 



l 



32 

Du die {tantz nacht im dorff amb-schwitmest, 
Du den pewrin milch-grab^n stflrmest, 
Da steigst indt gertn wider and für, 
Da den meiden scheist für die thflr. 
Da geren stilest rösel-wOrst, 
Tringest gern schotten, wenn dich dttrst, ~ 
Du hast am kiertag einer frawen 
Beidt hende mortes abgehawen, 
Das ir stttnpff an der gurtel hingen. 

10 Die pawrnmagdt spricht: 

Knntz, heiß die amschel dir mehr singen. 

Der pawrnknecht sprioht: 

Ich mein, der teaffel redt auß dir. 
15 Du hast ie wargesaget mir, 

Ich wolt dich ungern weiter fragen. 



Magdt spricht: 
Eumb, und tbu mir auch baldt warsagen ! 

liegeiner schawdt ihr die handt und spricht: 

20 0, du gar faul und schlüchtisch bist, 
Das feist du von den suppen frist. 
Hast den meuchler zu allen Zeiten, 
Zwölff stundt du ligst an einer Seiten, 
Thust dennoch ob dem rocken netzen, 

25 Auch thust du hin und wider schwetzen; 
Den sewen kanst am basten kochen, 
Hast wol zwey tausendt flöch erstochen, 
Und hast auch vert ein panckart tragen. 
Und was sol ich dir lang warsagen? 

30 Der bauch der wechst dir wider her. 

Magdt sohreidt: 

, 8d] Wie, weist mir reden an mein ehr? 

Du leugst, du schwartzr, diebischer tropff; 
16] Ich schmeiß dirn rocken ubern kopff! 
35 Se, sc, se, se, heb dich an galgen! 



33 

Odr ich wil dich im dreck umb-walgen. 

Sie schlecht den ziegeiner nauß. Der pawrnknecht spricht: 

Der ziegeiner hat unser maidt 

So war-gesaget, auif mein aidt, 

5 Als wer er tag und nacht bey ir. 

Die magdt spricht: 

Was hat er denn gesaget dir, 

Du uniiats-halß, du molcken-dremel? 

Der knecht spricht: 

10 Du grober betz, und du brodt-hemel, 
Kanst du den keinen schimpff verstahn? 

Die magt spricht: 

Ey, das geh dich der schötler ahn, 
Du fauler, grobr, birgischer knopff! 
15 Schweig, oder ich schlag dir an kopff 
Den rocken, weil ich in kan halten. 

Der knecht spricht: 

Ey n\ii\ muß dein der teuffei walten? 
Schlag her, bist du keck, aller-kötzen, 
* 20 So haw ich in dich mit der blötzen 
Geleich wie in einen kraut-stengel. 

Die magdt spricht: 

Ey du verzagter galgen-schwengel. 
Wo mann am tantz die messer zeucht, 
25 Bist du almal der erst, der fleucht. 
Du darffst kaum einen hasen schrecken. 
Halt, ich wil dir dein maul verstecken, 
Hain, hain, hain, hain, wer dich, du schalck, 
A 3, 3, 9a] Ich wil dir bleuen deinen balck 1 

30 Der pawren-knecht fleucht unnd schreidt: 

Ir biederleut, helfft mir auß noht. 
Eh mich der unflat schlegt zu todt. 

14 Tittmann grobr. AGK grober. 26 A darffts. 
Hans Sachs. XIV. o 



34 

Sie Bohlegt ihn zu der thür hienauß. iN'ach dem klimmet der 

ziegeiner unnd beschleust: 

Ir erbern herrn und züchting frawen, 

Mein warsagen hat mich gerawen, 
5 Weil ich darnmb wirt nauß geschlagen. 

Ich merck wol, wer ietzt war wil sagen, 

Auch nit allein herauß bein pawren, 

Sonder in stetten und in mauren, 

Dem wirt iederman darumb feindt; 
10 Das hab ich wol erfaren heindt 

Wer aber ietzundt schmeicheln kan, 

Der ist gantz wert bey iederman. 

Des muß wir ziegeinr uns verkern, 

Für das warsageu schmeicheln lern, 
15 Wöl wir uns neren in der weit, 

Reich werden, uberkummen gelt i 

Und uns erweren ungemachs, 

Wtlnscht uns mit guter nacht H. Sachs. 

Die person in das spiel: 

20 1. Der pawer. 
2. Die pewrin. 

8. Eüntzl, der pawren-knecht. 
4. Gredt, die pawren-magdt. 
5/ Der ziegeiner. 

25 Anno 1536 jar, am 28 tag December. 



13 CK muß. Tittmann ziegeinr. ACE ziegeiner. 14 CK das. A des. 

15 CK neren. A nem. 24 C Der z. Der] fehlt A. 25 B Anno. AAnnd. 



% 



35 



[A 3, 3, 9b. K 3, 3, 17] Faßiiaclit-spiel mit 5 personen: 

Die laster-artzney. 



Der artzet tri dt ein unnd «prioht : 

Ir herren, seit mir all wilkummen, 
5 Ir habt am stock heut wol vernummen, 

Wie ich öffentlich an hab gschlagen, 

Wen ein heimlich kranckheit thet blagen, 

Der selb zu mir herkummen solt; 

Alda mit meiner kunst ich wolt 
10 Im helfen seiner kranckheit ab 

Ahn>ll belonang, schenck und gab 

Zu bewerung meiner artzney. 

Nun ob einer hie bey uns sey, 

Der mit einer sucht wehr beladen, 
15 Der zeig mir an sein heimling schaden; 

Wo änderst er wil volgen mir, 

Sol werden im geholffen schier. ^ 

[C 3, 3y 7] Der eyfferer kumbt an eim stecken und spricht: 

herr artzt, ich bin kranck von hertzen 
20 Mit einem wehmtltigen schmertzen. 
herr, kündt ir nit helffen mir? 



1 Das fttnfte spruohbaoh Hans Saohsens, in dem dieses stUok bL 95 bis 
100' anfgesolirieben ist, befindet sich in der königlichen bibUothek za Berlin 
und bat die bezeiohnnng Mscr. Germ. Folio 591. Wir geben die dort gefun- 
denen Varianten wie die aller spruchbüoher mit S. Gedruckt unter no 1-7 in 
den sämmtliohen fastnaohtspielen. 6 S öffenlich hab angsohlagen. 7 S thw. 
12 S meinr aneney. 16 S er wil änderst. 

3* 



36 



Der artzet spricht: 

Sag ahn, mein freundt, was gebricht dir? 
Zeyg dein schaden, und laß mich sorgen. 

[A 3, 3, 9c] Der eyfferer spricht: 

5 herr, mein schaden ligt verborgen, 
Ich lassn nit sehn, ich thu mich Schemen. 

Der artzet spricht: 

So kan ich mich dein nit annemen. 
Drumb zeig dein schaden, lieber gsel, 
10 So ich dir änderst helfen sei. 

Der eyfferer spricht: 

Ey, sol ichs depn und muß es sagen? 
Ich thues nicht gern, doch m\ ichs wagen. 
Mein herr, ich hab die eiffer-sucht. 

15 Der artzet spricht: 

0, das ist gar ein arge frucht. 
Sie thut wol weh, ist doch nit tödtlich 
Und ist vor iederman gar spödtlich 
Und ist ein nnrtliger gast, 
20 Dem hertzen lest kein ruh noch rast. 

Der eyfferer spricht: 

Ja freylich, herr, ir habt ie war. 
Ich habs gehabt drey viertel jar, 
' Bin schier darob unsinning worden, 

25 Ist herter den Carthewser-orden, 
Setzt mir ie lenger herter zu. 

Der artzet spricht: 
Sag mir doch, umb wehn eyfferst du ? 

Der eyfferer spricht: 
30 Ich eyffer umb mein eigen frawen. 

* 

13 A tohnes. wil] S maes. 19 S Ist dooh ein. 25 den] S wan. 



37 



Der artzet spricht: 
Sag, warumb thust du ir nit trawen? 

Der eyflbrer spricht: 

Das sie jung, schön und frölich ist 
5 Und leutselig zu aller frist, 

Sie lachet gern und lieblich singt, 

Ein stieg#ab, die ander aufspringt, 
[A 3, 3, 9d] Mit kleidung sie sich schön auff-mutzt. 

Gern hienauß zu dem fenster gutzt, 
10 Geht auch geren spacieren auß 

Und kumbt offt langsam heim zu hauß. 
[K 3, 3, 18] Solchs mir ein grossen argwon macht 

Und hab sie in grossem verdacht, 

Ich schaw ir nach, Vio ich nur kan. 
15 Sicht sie denn einen freundtlich an. 

So möcht mirs hertz im leib zerspringen; 

Hör ich denn einen nachts für-singen 

Oder ein auf der lauten schlagen. 

So möcht ich denn vor leid verzagen, 
20 Denck stets, es gschech ir als zu lieb. 

Ich schleich ir offt nach wie ein dieb 

Und thu offt heimlich mich verstecken, 

Ste offt ein vier stundt in einr ecken 

Im hauß, als ob ich auß sey gangen. 
25 ledoch so kundt ich ir nie fangen, 

So listig geht sie darmit umb. 

Der artzet spricht: 

Meinst, dein fraw sey der ehr nit frumb? 
Hast bulerey von ir gesehen? 

*I80 Der eyfferer spricht: 

Nein, ich muß ie die warheit jehen. 

6 S lacht geren ynd deglioh. 9 S Geren aus ew. 10 SA — ^E gern. 16 
SB möoht. A mooht. 20 ir als] S meim weib. 22 A du. S Thu auch 
oft. 23 8 oft yier stund in ainer. Naoh 31 fügt S hinzu: « AUein spricht man 
es gab die gleiohnus Der pulerey ein gwise zeiohnus. 



38 



Der artzet spricht: 

Hör, freundt, wie du mir zeigest ahn, 
So hat dein fraw noch nichtssen than, 
Das schendtlich und unehrlich sey 

5 Und zu zeichen d6r bulerey. 
Merck, sie ist jung, so bist du alt, 
An allen frewden gar erkalt, 
Vergessen hast deinr jungen tag, . 
Des hast ob deiner frawen klag, 

10 Und ist etwan gar nichts daran, 
Denn auch nur ein blosser argwan. 

Der eyfferer spricht: 
Ja, Viie sol ich denn des abkummen? 

Der artzet spricht: 

[A 3, 3, 10»] Das wil ich dir kurtz ubersummen. 

Was dich dtlnckt an'deim weih unrecht, 
Das wolt ich ir her-zelen schlecht 
Und sie darumb straffen in gilt: 
Mein gmahel, es wer mein gemüt, 

20 Meins hertzen wolgfallen und wil. 
Das du einzogen werst und stil. 
Und wenn sie dir denn volgen thet, 
So wer dir gholffen an der steht. 
Das die eyffersucht dich verließ. 

25 Das ist probieret und gewiß. 



4 SB sey. A ist. 5 S leihen. Myhen. JB 8 Vergessn hast deiner. 
Nach 9 fügt S hinzu: Vnd pist im eyffer gar erdmnoken, Vod lest aus dor- 
heit dich peduDoken, Wie das dw die ynd jenes merckesti Dich selbert in dem 
eyffer sterokest. 11 B auoh. A eaoh. S fehlt dies. 13 denn] fehlt S. 16 
S an deim weib dunckt. 17 S Das solstw. Nach 25 fügt S hinzu: Den hast 
erst ein geruete e Wan eiffersuecht pringt gros herzwe Vnd hilffet doch et 
kainer frist Ein pos weib dawsentlistig ist Salomon spricht es ist ^nit guet 
Wer also emsig eyffren thuet Vmb seine frume trewe frawen Wen pald das 
weib merokt sein mistrawen Thuet es ir we vnd wirt petrüebt In etwan erst 
zw eyffern üebt Man spricht es sey die peste huet Die im ein weibspild 
selbert thuet Drnmb schlag aus dein plosen argwon Nicht pessers ich dir 
ratten kan. 



39 



Der eyfferer spricht: 
Herr artzt, ich danck euch guter lehr. 

Der artzet spricht: 
Verzeuch, du hast zu lernen mehr. 

5 Der geitzig-karg kumbt, neigt sich unnd spricht: 

0, herr doctor, ich kumb zu euch, 

Ich bit euch, habt ob mir kein scheuch. 

Wann ich bin ein brechhaffter man. 

Der artzet spricht: 
10 Mein freundt, zeig mir, was ligt dir ahn? 

Der geitzig-karg spricht: 

Es hat ein kranckheit mich besessen. 

Ich mag nichts guts mehr trinckn und essen, 

Allein schmecket mir nur das arg. 

15 Der artzet spricht: 

Du bist leicht so geitzig und karg. 

Der geitzig-karg spricht: 
Ja, herr, ich hab die geitzig sucht. 

Der artzet spricht: 

20 0, diese kranckheit ist verflucht, 
[K 3, 3, 19] Sie hungert beyde leib und seel. 

Darumb sag an, mein trawter gsel, 

Treibt dich darzu dein armut arg, 
[A 3, 3, 10b] Das du lebst so geitzig und karg ? 

25 Der geitzig-karg spricht: 

nein, ich hab wol grosses gut, 
Doch darauß weder frewdt noch mut, 
Sorg nur, wie ich mehr gelts gewinn; 

* 

2 S trewer. 4 S leren. 5 S fügt hinzu: an einer krüoken. 7 ob] 
S vor. 8 S Wan. E Detin. AO Wenn. 14 A sohmeokt. S Allein iß ich 

vnd drinck das arg. 16 geitsigj S yilsig. 



40 

Ich hab immer sorg, mir zerinn, 

Und wo mir geht ein pfening ab, 

Dünckt mich, ich lieg schon in dem grab. 

Ich sinn, ich denck, ich tracht und dicht, 
5 Ich reiß, ich zanck, ich recht und ficht 

Ohn alle ruh nacht nnde tag, 

Wo ich ein sumb gelts gwinnen mag. 

Baldt ichs denn hab, so ist mir weh, 

Mich dünckt, ich hab nichts mehr denn eh; 
10 Ich schlag ehr, leib und seel in dschantz. 

Ich brauch duck, pratick und fienantz. 

Das ich mehr reichtumb uberkumb. 

Der artzet spricht: 

Ach, was ntltzen dir dein reichtumb, 
15 Wo du sie gleich thust größlich mehren, 

Thust selb so kercklich darvon zeren? 

Salomon spricht: wehr gelt lieb hat, 

Der Wirt des geltes nimmer sat 

Und hat doch selb kein nutz darvan, 
20 Muß eim andern hinter im lahn. 

So thustus nur eim andern sparen. 

Und du must von in allen faren, 

Must dein reichtumb eim andern lassen. 

Der dir sein nit dancket dermassen. 

25 Der geitzig-karg spricht: 

Doctor, mir mit-theil gut ertzney; 
Mich dünckt, die sucht gefehrlich sey. 

Der artzet spricht: 

Was lest du dich den geitz bekrencken? 
30 Ich bit dich, wolst mit fleiß bedencken 
Und ab-lassn dein kleinmütign sin, 

* 

1 S swrin. 6 A vnd ynde. 10 SB in dsohants. A in sohants. 14 S 
Sag. 20 SB eim. A am. 24 S danoiket nie. 26 S dailt mir mit 
ewr gnet arsney. 30 A dich du wolst. du] fehlt S. Nach 30 fügt S 
hinzu: Das so kurz ist das leben dein Vnd auch dein leib so schmal vnd 
klein Der so pald zw setigen ist Was ist den nuez das dw all frist Dich 
selb peinigst mit solcher harter Sorg angst vnd müe ynd groser marter. 31 
S Las ab dein klain müetigen sin. 



41 

So fert die geitzsucht baldt dahin. 

£A 3, 3, lOo] Denn wirt dir schmecken speiß und tranck. 

I 

Der geitzig sprioht: 

Herr artzt, ich sag euch lob und danck 
5 Der ewren heilsamen artzney. ^ 
Mich dünckt, wie mir schon besser sey. 

Der artzet spriolit: 

Verzeuch ein weil, und hie besteh, 
Ich hab mit dir zu reden meh. 
10 Sag an, was ist denn dein beger? 

Der neidig spricht: 

Mein herr, ich kumb auch zu euch her. 
Ich thu ein kranckheit bey mir tragen, 
Die wil mir nur mein hertz abnagen, 
15 Und hab an seel und leib abgnummen. 

Der artzet spricht: . 

Warvon mag dir die kranckheit kummen? 
Schaw, ob es nicht die schwindtsucht sey, 
Die kumbt auß ursach mancherley. 
20 Hast du etwan heimlich anfechtung? 

Der neidig sprioht: 

herr, ja, ich leid viel durch-echtung 
Von meinen freunden und bekanten. 

Der artzet spricht: 

25 Sag, was leidst du von dein verwanten? 
[O 3, 3, 8] Thun sie dich umb das dein betriegen, 
Vörschwatzn und hinterruck verliegen? 

Der neidig spricht: 

[K 3, 3, 20] herr doctor, der aller keins, 

30 Sunder es krencket mich sunst eins. 
Das ist ir glück, wolfart und ehr, 

* 

1 baldt] S gar. 4 lob and] 8 grosen. 6 S paser. 11 S an s[w]ayen 
krUoken. 17 A kranokeit. 



42 

Herrligkeit, gwalt nnd anders mehr, 
Das naget mich an meinem hertzen 
Mit solchem grißgrammen and schmertzen, 
[A 3, 3, lOd] Das ich zu nacht nit schlaffen kan, 
5 Und ficht mich also hefftig an, 
Frölich mag ich ir kein ansehen; 
Thut abr ein nnglück sich aufdrehen, 
Das ir eim etwan nbel geht, 
Ein schandt oder schadt im zu-steht, 
10 So Wirt mein hertz ein wenig gsundt. 
Mein herr, sagt mir den rechten grandt, 
Was für ein schwere kranckheit sey, 
Und helfft mir durch ewr artzeney, 
Ich hab zu euch all mein zuHucht. 

15 Der artzet spricht: 

Mein freundt, es ist die schnödt neidsucht, 

Ist ein kranckheit wider natur, 

Weil dich erfrewdt das arge nur 

Und thust stets ob dem guten trawren 
20 Deiner freundt, gsellen und nachtbauren. 

Das dir doch alles ist ahn schaden. 

Thust mit dem neide dich beladen, 

Verdort das marck in dem gebein. 

Sagt Salomon in Sprüchen sein : 
25 Neidt ist ein feindtselig thorheit, 

Macht dich verechtlich alle zeit. 

Beinigst dich mit untrew, Ungunst 

Ohn noht und nutz lauter umbsunst. 

Neidt ist das schnödst laster auf erden. 

30 Der neidig spricht: 

Herr, ich beger gesnndt zu werden. 
Gebt hilff und raht, ich volg euch gern. 
Das ich der neidtsucht möcht entbern. 

Der artzet spricht: 

* 

9 S oder ain sohad zw stet. 20 S Deinr freant, gesellen. B nachbaur^^' 
23 S Salomon spricht in sprachen sein Neid sey ein ayter dem gepein. ^ 
K vnreohtlioh. 27 untrew] S solcher. 28 und nutz] S on freüd. 



43 

Freundt, wo du werden wilt gesandt, 

So nrnst du in deins hertzen grundt ^ 

Dein neidig gmüt selb aberwinden, 

Dein gedancken zwingen and binden, 
5 Anßscblagen solche böß einfell, 

Zu freindtschafft sein geneiget schnei 
IIa] Und dich mit gantzen hertzen-trewen 

Ob deins nechsten gelück erfrewen, 

Ob seinem nnfal habn mit-leiden, 
.10 Wie Salomon auch thut bescheiden, 

Darmit des neides du vergest, 

Dein eigen hertz nit also frest. 

Das brecht dir ruh, lob, preiß und ehr, 

Kein artzney weiß ich dir sunst mehr. 

15 Der neidig spricht: 

Herr doctor, wenn ich volgen kundt, 
So glaub ich schon, ich wer gesundt. 

Der zornig knmbt, neigt sich unnd spricht: 

herr doctor, ich kum auch her, 
20 Ob mir doch auch zu helffen wer. 

Der artset spricht: 
Was feit dir, mein man? Sag an, lieber. 

Der sornig spricht: 

Ich glaub, ich hab ein heisses fieber; 
25 Das blut das lauft mir zu dem hertzen 

Und schwelt mirs auf mit grossem schmertzen. 
Das mir bidmet mein gantzer leib. 

Der artzet spricht: 

Sag mir, wie offt dichs fieber treib, 
21] Obs dritt- oder viertegig sey. 

Darnach ich braucht mein artzeney. 

Ib überwinden] S vnd vriderwiUen. 4 S Im her^n selb Schwaigen 
0. 7 8 ganies. 8 S deines neohsten glüeok. 9 8 habn. ACE 
8 yns. 18 8 kumpt an einem hecklein hergangen. 25 das] 
30 ? dritt- 8 dridegig ACE drittegig. 31 S pranoht ich. 

eh. 8 arxeney. A artsney. 



44 



Der zornig sprickt: 

kein solich fieber ich han, 
Eumbt mich ein tag wol viermal an, 
Ich hab kein stundt darvor kein rw. 

5 Der artaet spricht: 

Sag mir, was reitzet dich darzn, 
Das es so oft ein tag dich blagt? 

[A 3, 3, IIb] Der zornig spricht: 

Wenn man mir etwas that odr sagt, 
10 Das mir nit gfelt groß 9der kleip, 

So gschwilt mir anff das hertze mein 

Und ist mir gleich, samb sey ich wütig. 

An mir hilflft kein wort, senfft und gütig, 

Ich flach und schmech hienein den hauffen, 
15 Wolt nur geren schlagen und ranffen, 

Eeins menschen ich darinn verschan. 

Also kambt mich die kranckheit an. 

Der artzet spricht: 

Nun mag ich auf mein w^rheit jehen, 
20 Kein solch fieber hab ich mehr gsehen. 
Wie, wenn es wehr die sucht vom zorn? 

Der zornig spricht: 

Dieweil ich thu also rumom. 
So möchts gleich wol die zomsucht sein. 
25 Helfft mir sein ab, o herre mein. 

Der artzet spricht: 

Merck, wenn ein ding dir thut nit gfallen, 
Das hertz anhebt zu gschweln und wallen. 
So thu im anfang überwinden 
30 Den zorn, als deinen feindt zu binden 



* 

2 K sollioh. A— ^C soloh. S Bolohs. 3 S Eumbt mioh ain tag 



oft 

A Eb kumbt miohs. OK mioh. 9 S oder. 13 und] S noch. 15 6 %'^ ' 
S Ynde. 17 S mein. 26 o herre mein] S ich leid gros'pein. 2 ^ 
nit thuet. 



45 

und in gar nit auß-prechen las 
In wort noch wercken. über das 
In also meister und erhalt, 
Biß das er madt werdt und erkalt. 
5 Wenn du in so heutigst und zwingst 
Und also in ein gwonet ^bringst, 
So bleihst denn von im unfexirt, 
Wann wo die zoren-sucht regiert, 
Bringt er seim herrn den grösten schaden, 
10 Wirt mit viel unrats überladen: 

Kranckheit, freißlich, schlag, contrackt. 
Ohn nutz und noht die kranckheit blackt. 
Salomon spricht vom zoren bloß, 
Er rue in eines narren schoß. 
[A 3, 3, 11c] Darumb sey weiß und in vertruck. 

Der zornig spricht: 

Ich merck, das ist ein bewert stuck; 
Ich folg, als starck ich kan und mag, 
Das ich ab-kumb der schweren blag. 

20 Der artzet beschleust: 

So habt ir die artzney von mir 
Für ewer kranckheit alle vier, 
Die ir euch nur habt selb an-than 
Auß thorheit, kleinmuet und argwon. 

25 Wo ir die selb wert lassen fallen, 
So ist baldt euch geholifen allen. 
Last ir aber darvon nicht ab. 
So bleibt ir kranck biß in ewr grab 
Und werdt zu schänden und zu spodt 

30 Vor der weit, und darzu vor gott. 
Nun geht mit mir, ich wil euch geben 
Noch ein recept, das ir mügt leben 
Fürhin frölich in stiller rw, 
Wie biederleuten gehört zw. 

35 Und ob noch einer hinnen wehr. 
Der auch meinr ertzeney beger, 

* 

1 B außprechen. A außsprechen. 6 SB gwonheit. 12 

14 S Der rüet. 18 SB folg. A folge. 21 S die. A drcy 



46 

[K 3, 3, 22] Der zeig sich ahn, eh ich geh auß 
Oder such mich in dem gasthanß, 
Das man nendt zu der gnlden gans, 
Daseiben zehr ich, meister Hans. 
5 Wer mir volgt, entgeht viel nngmachs. 
Ein gute nacht wünscht ans H. Sachs. 

Die person in das spiel: 

1. Der artzet. 

2. Der eyfferer. 
10 3. Der geitzig. 

4. Der neidig. 

5. Der zornig. 

Anno 1544 jar. Am 10 tag Decembris. 

* 
6 8 eaoh. 




[A 3, 3, iid] Faßnaclit- spiel mit 5 personell: Der 



teuffei mit dem k 



Der kauffinan tridt bUsI 



weiberii. 

elb tuiDd spricht: 



O dw feindtse 
i Wie bist so v 

Wie freundtlil 

AU ob da we 

Etwa biß in i 

Uzt bist mir ^ 
) HiQtersJch gel 

Als mein saal 

Wahn mir ist 

Der geldtscha 

Groß untre w 
i Hab stets zu echten, 

Auch Lab ich \iel verlegner war. 

Mein handel stockt ietzt gantz und gar; 



1 HandsglirifUich im B sprachbunlie (Msor. Dreed. H 10') bl. 1S4 — 189' 
m findea. Danuih gsdinckt In den sämmCliohsn fastaachtlpielea du. 10. Vom 
diohtet Ist der etoff Dooh iireimal bearbeitat «ard«D: In seinem [osentoue in 
demaelben j&bre 1549 (II meistergeaangbaeb bl. 8t) nDd In der It^bcnH-ais 
Peter Flaiscbei am 14 Uixi 1564 (14 meisteTgesaDgbucb bl. 61). Der er^ta 
dieser beiden melsteigesftnge wurde scbon im 16 jabrbundert durcb uinielilruck 
Tciibieitet, Tgl. Weller, Hace-SacbS'bibliogrephie nr. 134. Das dort angerührte 
eiemplar ging in Maltzebns besitz über (i. bUcheiaohati I, nr. b2b) und von 
da an dia Dreadner blbliotbek. In neuerer zeit vjeder gedruckt in Udi , llun^ 
Soobs, IT, Nürnberg 1830, s. 75 mit falaobem datum. 4 S (platz für den 

mbrioator) Dw. CE dv. 0] feblt A. ueidiecb] S doraz. 5 S Wie ]>istK 

■a waoel^el vnd fiUecli. 8 8 etwas pis in die sieben jar. 11 SCK All. 14 
BCK mein. A meinen. 17 8 atoeltt. ACK steolit. 




Seit mir mein wahr wart aalTgelicLwen, 

Hab ich verlorn glauben nnd trawen 

Und stecJv ilarzn in grosser schnldt; 

Des reit inich so groß ungeilnldt, 
s Das ich scliier gar verzweiffeit bin, 

Dieweil du, glück, weichst von mir hin. 

Ich glanb, wenn ietzt der teuflel küm, 

Mir gelt geb, das ichs von im nüm 
[C 3, 3, 9] Ein zoitlang und webr darnach sein, 
[A3, 3, 12s] Das ich ablvilm des unglacks mein. 

Der teuffel sc jind Bpriaht: 

Kaufman, icL klag. 

Wilt nacbkui , 

So hilff ich ( 

15 In knrtz wiri m gut, 

Das dn gewii 

Doch das du 

Denn wollest ein. 

Wilt du ilas i.. irs ein 
so Und tiimb den sack mit gelt daranff. 

Darkauffmannimbt don geltBack, Bchlechtimbs dar unnd spricht: 
Ja, doch was ich kauff odr vörkauff, 
Das ich au aller wahr gewinn 1 
So nimb darauff mein handtschrifft hin. 
b:> Geschrieben auch mit meinem biut. 

Der teuffei nimmet die handtachrifFt und spricht: 
Nun zeuch du nur hin, es ist gut. 
Ist keinr mehr hie in diesem hauffen, 
[K 3, 3, 23] Der sich wolt geben mir zu kauffen? 
30 Ich liab jioch grosses gut und gelt, 
Darmit ich verblendt alle weit, 
Dieweil nach reichtum sie aU streben, 
Ir viel in meinem netz bekleben. 
Doch weil ich hie findt keinen mehr, 

2 S glaubn. 14 S aremuet. CK deior armot. A armut. 16 8 kUan. 
BK bürti. B maohtig reich. S2 CK odr. 8A oder. ZS hie] S dk. 31 



49 

Mit wissen ich Ton danoen kehr. 

luffel gehet auß. So kummet der alt Amice unnd spricht: 

Glück zu, glück ZQ, ich such ein hinnen; 
Ich l^an in aber da nit finnen. 
5 Aide, nembt niirs nit auff in gfer! 
,12b] Da kumbt der recht gleich eben her. 

Heyl dir, mein freündt, ich hab in neben 
Mit äugen dich gar nit gesehen, 
Seit ich zu Leon bev dir war, 
10 (Ich mein, es sey wolzehen jar,) 
Da selben klagst groß unglück mir. 
Mein freundt, wie geht es ietzundt dir? 
Mich dünckt, dein gstalt sey ietzundt gut. 

Der kauffman spricht: 

15 Ja, da war elendt und armutl 

Itzt aber steht es nmb mich wol, 

Mein gwelb und käst ist wider vol. 

Das glück ist völlig in meim hauß, 

Als Unglück ist gejaget auß. 
20 All sach stündt recht, und wehr als gut, 

Nur ein ding mich bekümmern thut. 

das allein das selb nit wehr! 

Amice spricht: 

Was ist das selb? mein freundt, sag her, 
25 Ob ich möcht hilff thun oder raht. 

Der kauffhian spricht: 

Mein freundt, es sich begeben hat. 
Als vor zehen jarn das unglück 
'Mich riet so hart in allem stück, 
30 Das ich dem teuffei mich ergab, 
Wo er mir hülff ahn gut und hab. 
Das ich gewün ahn aller wahr. 
Und das es weret zehen jar, 

* 

S loh thw. 8 B gar lang nit. 11 S klagest. 15 elendt] ^ vn- 
16 CK steht es aber. 20 S Als. reoht] S wol. 29 S rait 

« 

33 S Vnd wen das weret. ^ 

8 Sachs. XIV. 4 



50 

So wolt ich denn sein eigen sein. 
Nun geht das zehendt jar herein, 
Das ich groß gut gewannen hab^, 
All mein wahr gehn mir glücklich ab, 
5 Dcrhalb ich nun betrübet bin ; 
Ich furcht, er wert mich füren hin. 
Darfür weiß ich kein hilff und raht. 
Weist etwas, eh es wert zu spadt. 
So sags, auff das ich würt erlöst. 

[A 3, 3, 12o] Amice spricht: 

Mein freundt, verzag nit, sey getrost! 
Ich wil ein war dir zeigen an, 
Die kauff, so wirst nichts gwinnen dran; 
Solls wol gar nit kunnen verkauflfen. 
15 Darmit dem teuffei magst entlauffeu, 
Quidt-ledig werden deiner pflicht. 

Der kaufiE^an spricht: 

Mein freundt, ich bit, mich Unterricht 
. Der wahr, so wil ichs kauffen ein. 

20 Amice spricht: 

So ge hin, lieber freunde mein, 
Kauflf ein zwey alte, böse weih, 
Högredt und bucklet sindt von leib, 
Geruntzelt, ghrurapflfen und ungschaffen, 
25 Murret und muckisch gleich den äffen. 
Die setz ins gwelb zu ander war. 
Was gelts, und hast dus feil ein jar^ 
Wo du ein pfenning an in gwinst! 
Eine du auff dem sewmarck finst, 
[K 3, 3, 24] Die ander magst du wol erfam 

Hintr sanct Jacob bey siebentzg jarn. 
Die hat im halß gar keinen zan, 
Sie nam vert erst ein jungen man. 
Der hat irem beutel geschorn, 
35 Der alten ir gülden ahn-worn; 

* 

4 S ging. 6 CK wer. 7 CK noch. 9 S werd. 14 S Solßt 

S kttnn. 24 CK gsohnimpffen. .27 CK gilts. S hastws. A hast t^' 
31 ? Hintr. A Hinter. CK sibentzg. A siebenteig. 




Amice spricht; 



[A 3, 8, 12d] Sie goben beide ab 

la Der kaufTman i^t si 

Er nimbt anff in w 

<ebendt jar tili 



Dem 



L idi 



und in als baldl ui 

i Das zil das isL atn 

Das er meiu wirt < 

Des bunda halb, d« 



numbt unnd spricht; 
Ifick, 



ssen bed. 



Der teuffel 



indt, 



uß. Der umfat , fürt zwey alte 

weiber an eim b ind spriolit: 

I Nun setzt euch liie zu ander war. 
Streicht hintersich die rnntzel gar, 
Butzt eoch, stelt euch munter und r 
Ob ich euch bald verkaoffen kondt 
Mit gutem gwin, zu nutz und ern; 
Ich wil euch hie der mucken wem. 
Das die fliegen nit auff ench sitzen, 
Ewr zarte angsicht euch beschmitzen. 
Da kumbt ein kauEfman, licht euch autf, 
ÄnfF das ich euch mit gwin verkaufF! 

I Amice kumbt und spricht: 

Mein lieber freundt, gelUck und heil! 
Was hast du für ein wahr hie feil? 

Der kauffman spricht: 



52 

Mein freundt, kanff mir hie eine ab. 

Amice spricht: 

Solchr wahr ich gnog dabeimen bab, 
Mein scbwigr, ich kan ir nit loß werden, 
[A 3, 3, 13a] Ich wolt, sie leg anter der erden. 

Der kauffinan spricht: 
. Ey lieber, nimb ir eine ahn. 

Amice spricht: 

Wie? sol ich die mit dem backel han? 
10 Sie bat ein bürlein, sam wöls wandern, 
Sie müst mir von eim haaß zum andern 
Holen newe mehr and pöltzlein. 

Die bucklet spricht: 

Seh, lieber narr, wilt du ein höltzlein? 
15 Ich bin kein fraw zu solchen Sachen. 

Amice spricht: 

Was kanst denn ? kaust du weiter machen ? 
Du bist ein unhuldt, kanst es wol. 

Die bucklet spricht: 

20 Bedst im schlaff? oder bist du vol? 
Oder hast das hier vor den äugen? 

Amice spricht: 

0, du trinckst lieber wein den laugen, 
Du hast ie warlich schlechte federn. 

[E 3, 3, 25] Die bucklet spricht: 

Du unflat, das ich dich solt edern! 
das ich mich ietzt dörft geregen! 
Ich wolt dir ein gelbn kitl an-legen. 
Mein zauberey dir machen war. 

1 S Mein lieber frennt kauf mir sie ab. 3 CK Solchr. SA Solcher. 
10 ? wöl8. SA wel sie. 12 Vgl. Schade, Satiren und Pasquille I, 145, 8. 

13 A Buoklat. 27 E dörffte regen. 



53 



Amioe spricht: 

Mit dieser hexen hab ichs gar, 

Der teuffl hat ir das aog aaß-blassen. 

Die bucklet spricht: 

5 Ich scheiß dir oben aaff die nasen. 
Laß mich nnkbeit and hab dirs gicht! 

[A 3, 3, 13b] Amice gesegnet sich und spricht : 

Nein, nein, nein, nein, das gehr ich nicht, 
Ich hab des alten pfenwartz gnag. 

10 Der kauffinan spricht: 

Schaw, ob die ander sey dein fug. 

Amice spricht: 
Mich dünckt, die sey ein kuplerin. 

[C 3, 3, 101 I^ie alt spricht: 

16 Mich dünckt, ich hör ein narren hin. 

Amioe spricht: 
Sie ist ein kuplerin, ich schmecks. 

Die alt spricht: 

Schaw, kumbher, Henßlein, wilt eins wecks? 
20 Ich hab kupelt der mutter dein, 
Und vor eim jar deim schwesterlein. 
Geh von mir, hab dir drüß und peulen ! 

Amioe spricht: 

Mein alte, thu dich nit vast meulen! 
25 Zürn nit so sehr, du wirst sunst schwartz! 
Du bist schneweiß wie brentes hartz! 
Lieber schon deiner graben bar. 

Die alt spricht: 
Botz leichnam scbaw, iß aber war? 

3 ? teuffl. SAxtenffiel. 5 S Man sohmaist dir. 21 S Vnd ferent auch 
deim. 26 B brentes. A brents. 27 S Liebe. 29 OK ists. 



54 

Wilt dn nit werden alt und grab, 
So faln halß nbr ein besen ab. 
Laß micb ungfredt mit deim gespey. 

Amioe spricht: 

6 Es sindt gescblachte pfenwart zwcy. 
Wie? wilt da mirs alle beidt geben 
Zu kauffen? sie weren mir eben. 

[A S, Sf Ido] Der kauffhian spricht: 

Lieber, was woltst da mit in than? 

10 Amice spricht: 

Das wil ich dir fein zeigen ahn: 
Ich wolts mit einr bernhaadt zu-decken 
Und wolts mit grünen rauten bstecken 
Und dem teuffl zum newen jar schencken. 

,16 Die bucklet spricht: 

Du gienmaul, man wirt dich noch hencken, ^ 

Du bist ahn haudt und bar entwicht. 

Amioe spricht: 

Aide, mein freundt, hie bleib ich nicht, 
20 Kumb, wir wollen zum süssen wein! 
Laß nur die wahr alhie. allein, 
Es wirt dirs warlich niemandt stelen. 

Der kauff^an spricht: 

Thut euch ein weil zöpffen und strelen 
25 Und butzt euch fein auff das hingeben. 

Sie gehen beide ab. [E 3, 3, 26] Die alt spricht: 

Das thun wir, wenn es uns ist eben. 
Ich merck, man spodt nur mein und dein; 
Hat uns der teuflfel bracht herein? 
30 Ich wolt noch liebr auffm sewmarck sitzen, 

* ^ 

3 S deim. A dem. 5 SOE geschlacbter pfenbert. 6 S wilt min alle. 
A wilt du mirs aU. 7 S weren. A wem. 9 S wolstw. woltst da. A 
weitest da. SC in. A im. 11 fein] S hie. 12 S einr. A einer. 14 S 
dewfln. A teaffel. 22 wirt] S that. 25 S sohmttokt. 



55 

Eupeln, jSnantzen und popitzen. 
Ich i/^eiß, dir ist auch hinnen bang, 
Ich sie, dein zeit ist dir auch lang, 
Werst lieber bey.deira jungen man? 

5 Die buoklet spricht: 

Er hat mir all mein gut verthan 
Und hat sich gehenckt an mein maidt, 
Schlecht mich ietzundt auft haberweidt, 
[ A 3, 3, 13d] Bin von im veracht und verschraecht. 

10 Die alt spricht: 

Es gschicht dir zwar nit gar unrecht; 
Weil du jung warst, hastus auch than 
Deim alten, armen, fruramen man, 
Ietzundt der jung dich widerzalt, 
' 15 Weil du warst ungschaflfen und alt. 
Warumb nambst deins geleichen nit? 

Die bucklet spricht: 

Ey, des schüdte dich der jarriedt. 

Du unendtlicher balg, du gelber, 
20 Ich mein, du seiest an dir selber. 

Du frume fraw, man kendt dich wol, 

Tag und nacht bist du gar stüht-vol, 

Nerst dich mit allen bösen stücken, 

Drumb magstu wol dein maul zu-drttcken 
26 Und liest den hundt wol billig schlaffen. 

Die alt spricht: 

Lag ich doch nie bey keinem pfaffen. 
Bin bey keim münch ergrieffen worn, 
Wie du; zeig, wo sindt deine ohm? 
Bo Schaw zu, die meinen hab ich noch. 

Die bucklet spricht: 

Ey, so hast du tragen das bloch. 
Da dir der low die baucken schlug 

* 

3 S loh sich dein zeit die ist dir. 8 S aaft. A anff. 18 E sohate. 
A sohttdt. 20 SC seyest. A seist. 21 SC fnime. A frnmb. 22 S 
Dag vnde naoht pistw staedfol. 24 S moohstw. 26 den hundt wol] 6 das 
kint gar. 33 baaoken] S dramel. 



56 

Und mit dir amb den marck ramb-zug, 
Da loffn wol hundert buben mit. 

Die alt spricht: 

Das feit anch deiner freundtschafft nit. 
5 Meinst, ich hab dein tochter nit kcndt, 
Die man hat durch die backen brendt? 
Hastas gut, so magstus wol bieten. 

Die bucklet spricht: 

[A 3, 3, 14a] Du leugst, kanst dich heint mein nit nieten ; 
10 Ich wolt dir auff deim maul baldt tantzen. 

^ Die alt spricht : 

Wem? mir? 

Die pucklet spricht: 
Jha dir. 

15 Die alt feret auff und spricht: 

So schlag her, hab dir alle frantzenl 
Ich wil ein genglein mit dir thon, 
Solt ich sein gleich im branger sthon. 

Sie blewen ein- ander. Der kauffhian kumbt geloffen und spricht: 

20 Wie hebt mein wahr ahn zu rumorn! 
Ich mein, sie sey unsinnig worn. 
Setzt euch ins riedtnamen, habt rw, 
Biß das ich euch verkauffen thw ! 

Der teuffei kumbt unnd spricht: 

25 Hör, kauffman, ietzundt bist du mein, 

[K 3, 3, 27] Die zehen jar verlauffen sein. 

Darinnen hast gewunnen zwar 

Beichlich an einer ieden war, 

Zu dem hab ich geholffen dir. 

30 Mach dich baldt auff, du must mit mir. 

• 

Der kauffman spricht: 

Y S SO magstus wol pitten. A dn magsts. 10 S deim. A dem. 23 
8 ritnam ynd. 



57 

Nnr nit; ich hab da noch ein war 
Gehabt nun auff drey viertel jar, 
Die wii man auch wie obgemelj; 
Weder umb sunst oder umb gelt, 
6 Wer sie ansieht, hat ir schon gnag. 
Wie offt ich diese wahr fürtrug, 
Kandts weder verkauffn noch verstechen, 
Drumb bin ich von deinem ansprechen 
Quidt-ledig, loß gesaget gar. 

[A 3, 3, 14b] Der teuffei g^ehet umb sie herumb unnd spricht: 

Was hast denn für ein böse war? 

Is die? ich muß sie auch beschawen. 

gsel, mir thut selb darob grawen, 

Umb sie liegen groß spital-blumen, 
15 All beid sie wie die beren brummen. 

Sag mir, sindt es zwey meerwunder? 

Ach, der scheutzlichen, schnöden kunder! 

Was hast an dem unziffer kaufft, 

Das allenthalb vol flöhe lauflft, 
20 Grandt, kifft und zancket tag und nacht? 

Du narr, wo hast nur hin-gedacht? 

Wie viel gelts hast du umb sie geben? 

Der kauffinan spricht: 
Sieben thaler geleich und eben. 

25 Der teuffel spricht: 

Sie sindt nit sieben heller werdt, 
Sie legn mir lieber untr der erdt> 
Denn das sie beidt betten das leben! 

Der kauffiuan spricht: 

30 Ich wil dir sie all beidt gleich geben. 
Und laß mich ledig, lieber gsel. 
Für sie beidt für mich in die hei, 
So hast du die ein zu gewin. 

Der teuffei spricht: 

* 
1 S Nnr. A Mir. 6 S hertrueg. 8 S aU deim. 9 S los gefreyet 

gar. 12 OK Ists. 19 CK »Uenthalben. 7 flöhe. SA flöoh. 22 da] 

ehlt S. 24 CK geleioh. SA gleich. 



[A;:, 



■• lüt 9 Personen: der 



Di 



t - -r^T kleinat an einer Stangen, 
. t^z. i^T schulthes spricht: 

- :.- : :redt herzu ! 
"-::iz:. tlin I 
- KebensteiD, 

.: :-~n schenckeo, 
• j^ft >cli wen cken ; 
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,. . . ' .::" irr. krautz 
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^ .-* :*:. CS-- *:*.^: muter, 

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_^ ^ ^ .^- h» J.-i *r5pnichri#ben. Denselben stoff bo- 

.^„*t ..N « *Ji «?WA2.£. ier b. b t, 276 abgedruckt 

,^^4.,.** a> 1*:«f ifc«^.fA:i*-:::M.-»gr«pbie nr. 96), und 

^^,-« -«•«-.«.«w ' ' iw.^<rpwASjb5ch bl. 209). Gedruckt 

ä- :v«— r"6vs-su. J < i-*s:k«. 13 S I^ooh heutigs 



l 



69 

9 

Auff bit nembt das im besten ahn! 
Auß dem drey kartzer lehr wir han: 
Erstlich das man vertrawe gott 
Umb hilf in aller angst und noht, 
5 Der kan helffen zu rechter zeit 
Auß aller widerwertigkeit, 
Fliech all gespenst und zauberey. 
[A 3, 3, 14d] Zurab andern : wem auch kuramet bey 

Ein freindt, getrew, stil und verschwigen, 
10 Dem man mag klagen das anligen, 
Das man den hab lieb, werdt und holdt, 
Er ist edler, denn rotes golt. 
Zumb dritten, das sich in der jugendt 
Ein mensch fleiß guter sittn und tugent 
15 Und bleib mit lästern unbeschwert. 
Der wirt im alter lieb und wert 
Und bewart vor viel ungemachs. 
Ein gute nacht wünscht euch Hans Sachs. 

Die person in dasspiel: 

20 1. Der arm kauffman. 

2. Der gut alt freundt. 

3. Die bucklet eineugig. 

4. Die alt kuplerin. 

5. Der teuffel. 

25 Anno 1549 jar, am 27 tag November. 

2 S Daraas. 3 S vertrawe. A vertrawen. 4' S In aller tmebsal, 
angst md not. 8 SC wem. A wenn. 10 das] S als. 14 S sittn. 
A Sitten. 18 322 verse. 




[A3, 3, 15a] Ea&nacht-Rpiel mit 9 personen 



Der sehulthes gehet kleinat, an einer atangea. 

Die acht pawr r aohulthea apriaht; 



i 



i Nun sein tredt herzu ! 

Hört waf II tbn! 

unser ve itebenslein, 

Der liat ( 2niein 

Die schul in schencken, 

I Wie sie Q. idiwencken ; 

Ein nasen-fater, brncfa nnd krantz, 

Zu halteo einen oasen-tantz 

AufT heuting tag, noch diesen abendt. 

Die gröatn drey nasen werdn begabeodt: 
; Die graste naß gewindt den krantz 

Und Wirt känig am nasen-tantz; 

Die ander gwindt das nasen-futer; 

Die drit-gröst naß, gar wolgemuter, 

Gewinnen aol alhie die brach. 
> Drumb iederman sein iieil versuch, 

ledoch so! ein ieder sein nasen 

Durch mich vor besichtigen lasen, 

Obs tilglicli sey an nasen-tantz. 

Darumb so macht nicht viel cramantz, 



1 Im 6 epracbbuiihe bl. 233' bU 239' aurgeBohriebea. Denselben atoff be- 
hielte H. Sacha am 12 Augast 1534 ala sohnank, der b, 5 s. 2!3 abgedmokt 
d auch einieln eracbiuQSa ist (Weller, Haus-Sacbe-bibliDgra|ibie ai. 96), nnd 
a 2 Juli I54S in seinem roaentoue <I0 meiatergesangbuch bl. 209). äednrakt 
i 20 fustnachtäpiel in dan neudruoken. 1» S hsDoken. 13 S Noeh beatiga 
ge. S abet : pogabet. 13 S nolgemneter. A woigmnter. 



Tredt einer nach dem andern her, 
Das ich sein nasen im bewer 

Mit dem dassart und dem triangel, 

« 

Das er auch tantzen müg ahn mangel. 
[A 3, 3, 15b] Zeig ieder sich mit namen ahn, 
Auff das ich euch erkennen kan. 

[K 3, 3, 29] Der Molekendremel tridt hinzu unnd spr 

Schultheis, ich heiß der Molekendremel, 
Mein vatter der hieß der Mist-hemel, 

10 Der hat mir die nasen zu-ghricht, 
Die mir schier verdeckt mein angsicht, 
Ist stets feucht wie ein badt-schwammen ; 
Drück icbs mit zweien fingern zamnaen 
Und bitt sie umb ein tröpflflein wol, 

15 So gibts mir ein gantze handt vol, 
Denn würff ichs von mir offtermal, 
Das es gibt einen widerhal, 
Samb der ein frosch het auff-geschlietzt 
Und in wider den boden schmitzt. 

20 Mein Schultheis, meint ir, ob es döcht, 
Das ich den reyen füren möcht? 

Der schulthes mist im die nasen mit dem daßhart unr 

Har, laß dein nachtpawrn auch besichten ! 
Darnach wil ich wol ein anrichten, 
25 Der uns den reyen füren sol. 

Stel dich dorthin, du wartzt noch wol. 

Heintz Flegel tridt hinzu unnd spricht: 

Schultheiß, ich heisse der Ileintz Flegel. 

Mein nasn ist gfurmt wie ein holtzsclilegel, 
30 Wimredt, wartzet, knorret und knocket 

Und mir mitten im angsicht hocket 

Gleich wie eim narrn, und ist stets frat; 

Ein gute dick und leng sie hat. 

Vor ir kan ich lecken kein teler, 
35 Ich hoif, ich wöl hie schiessn kein feler, 

4 S ir auch tantzen müegt. 5 S So zaig sioh idr. 9 

der] fehlt SA. 11 S pedenckt. 19 S schinizt. A geschie 



62 

Sonder ich wil am nasen-tantz 
[A3, 3, 15o] Das necbst gewinnen nach dem krantz, 
Weil ich sp wol benaset*bin. 

Der sohiilthes mist im die nasen unnd spricht: 

6 Stel dich znm Molckendremel hin! 
Wer weis, wer noch das best gewindt. 
Weil so viel grosser nasen sindt. 

Eberlein HiefTendorii, kummet unnd spricht: 

Schnlthes, ich, Eberlein Hieffendorn, 
10 Hab ie anch ein schönes leschhorn. 

Das henckt mir herab ubers maal. 

Dardurch so schnarck ich wie ein gaul, 

Thu offt im schiaff darmit erwecken, 

Weib unde kindt im schlaff erschrecken; 
15 Ich furcht, ich muß mich lassen rewsen. 

Wie man den pferden tbut in Prewsen. 

Wiewol sie ist högricht und kramb ' 

Und sieht auch nach dem sprach-haaß umb. 

Noch traw ich mir auff diesem blan 
20 Bey andern nasen wol zu bstan. 

Mein schnlthes, ists aber nit war? 

Der schulthes spricht: 

Geh, stel dich za den zweien dar, 
Du vertritst wol dein Stadt darmit, 
25 Die saw wirst du gewinnen nit. 

^ Seitz auff der Weinstrassen kumbt und spricht: 

Ich heiß Seitz auff der Weinstrassen. 

Herr schulthes, schaudt mir auch mein nasen, 

Wol untersetzt, kolbet und knoUet, 
. 80 Gleich einer dolbirn, und fein drollet 

Hat auch ercker zu beiden Seiten 

Gleich wie der Lauffer thurn von weiten, 
[K 3, 3 , 30] Das zwen wechter drauff möchten wachen. 

Wer mein nasen sieht, der muß lachen. 

6 S wais. A weist. HS herab. A rab. 12 S sobnaroh. 13 S 
ersobreoken: aufW ecken. 18 S scheißbaus nnmb. 24 A vertrits. 30 

SO ainer. A einr. 34 S nasn siebt der mus ir lacben. 



63 

[A 3, 3, 15d] Noch het viel ein grösser mein matter, , 
Gwiß gwin ich mit das nasenfutter, 
Gwin ich nit änderst gar den krantz 
Und Wirt könig am nasen-tantz. 
5 Gelt, schulthes, das ich wol besthel 

Schulthes mist im die nasen und spricht: 

Du dort hin zu den dreien ghe 
Und hang mit ahn am nasen-reien 
Und tantz mit in nach der Schalmeien. 

10 Herxnan Hirnloß kummet unnd spricht : 

Schulthes, ich heiß Herman Hirnloß; 

Schaw auch mein nasen lang und groß. 

Bucklet, und in der mit gantz högret, 

Vol engerling, rippet und knögret; 
15 Auch ist sie starck in dem ansatz 

Für ander nasen auff dem blatz, 

Geh ein guten spundt für ein rüßne flaschen 

Oder ein löser an ein furmans-taschen; 

Handtföllig iß, oben und unden; • 

20 Drumb hab ich michs tantz unterwunden. 

Unser pfleger hat auff mich geweht 

Und mir ein dutzet hoßnestel ghret, 

Gwin ich das best am nasen-tantz. 

Schulthes mist imbs unnd spricht: 

25 Stel dich dort hin und wart der schantz; 
Dein nasen ist nicht hie allein, 
Die andern nasn sindt auch nit klein. 

Ula Mist-Finck tridt hinzu und spricht: 

Schulthes, ich heiß Ula Mist-Finck. 
30 Secht, ist das nit ein schöner zinck? 
Mich dünckt, das er schier spannen-ang 
Hinfür auß meinem angsicht brang. 
[A 3, 3, 16a] Darmit überreich ich den wengern, 

Noch hat mein vatter viel ein lengem, 

* 

1 S grosre. 15 B dem. A den. S an dem. 16 S Vur aU ander. 

28 S Teile. 29 S ueUa (so sonst überaU). 






64 

Hab dran ein rotten kolben vorn, 
Ist mir schier alle kumpffet i/vorn. 
Daromb hoff ich in meinen sinnen 
Gwißlich ein kleinat zu gewinnen, 
5 Wann mein weib hat gelegt zu mir. 
Ich y/iXTdt suDst nit wol bsthen bey ir. 
Gfotter schultes, was halt ir darvan? 

Der schtiltes mist imbs und spricht: 

Ge hin, hang mit den andern ahn. 
10 Du wirst wol sehen, was du gwinst, 
Dir Wirt die saw auffs aller-minst. 

Küntzel Kleienfurtz spricht: 

Schulthes, ich heiß Küntzl Eleienfttrtz. ' 

Mein nas ist breit, bluntsch, munck und kurtz, 
15 Daran die naßlocher auffzannen, 
[C 3, 3, 12] BreitD sich auß wie ein futerwannen, 

Darmit ich sehr viel fürtz auffacbt. 

Die mir zu-blassen frtl und nacht 

• Von megdeu, knechten und roßbuben, 
20 Wenn ich bin in der rockenstuben. 

Auch wachsen mir in meiner nasen 

Laug pilmitzen zoten und fasen, , * 

Das man mir wol zopff flecht daran. 

Ich hoff, mein naß sol wol besthan, 
25 Sie ist nit läng, ist aber dick. 

Der schtilthes spricht: 

Geh und dich an den reien schick; 
Unnoht ist, das ich messen sol, 
Du hast gewiß lantzwerung wol. 

[E 3, 3; 31] Friede! Zettenscheiß ktimbt unnd spricht : 

[A 3, 3, 16b] Schultes, ich heiß Fridl Zettenscheiß. 
Am tantz ich zu besthen nit weiß ; 
Weil ich noch war ein kindt beschiessen, 

« 

1 S loh hab. S rottn. 2 S kupffer. 6 bey] S mit. 9 S anders. t^ 

A anderen. 17 S auf fach: ferr ynd nach. 18 CK snaoht. 22 8 pilbiien. 11. 
23 SC Eöpff. 26 AC mist ynd. S fehlt dies. 29 S vorhin laniweriqg. Iibi 



65 

I 

Hat mir ein saw mein nasn abbissen, 

Weil mein mutr auff dem mist umblauft. 

Hab noch ein drümlein, wie ein fanst, 

Drieckisch und viereckisch wol, 
5 Die steckt mir alzeit marckes vol, 

Ich wolt wol ein par stiffl mit schmieren. 

Ich wil mich auff die bruch nur dieren. 

Wann ich hab vor bey all mein tagen 

Kein plobe bruch nie angetragen. 
10 Herr schulthes, thut mein wol gedencken. 

Ich wil euch ein metzn linsen schencken, 

Auff das ich nur die bruch gewin. 

Der schulthes mist/ unnd spricht : 

Stel dich nur zu den andern hin. 
15 Es wirt sich binden finden fein, 
Was du gwinst mit der nasen dein. 

Der schulthes zun pawren spricht: 

Ist das des gantzen dorffes meng? 
Ewr sindt zum nasn-tantz viel zu weng. 

20 Schulthes kert sich zun zusehern unnd spricht: 

Hört zu, ir herren, all geleich, 

Burger und pawer, arm und reich, 

Frawen und man, megdt unde knecht. 

Und was da ist allerley gscblecht, 
25 Ob ewr einr wol benaset wer, 

Der mag wol zu uns tretten her. 

Den nasn-tantz haltn mit unser gmein. 

Die kleinat solln im offen sein. 

Und welchem der eins thut gebüren, 
30 Der mags obn einredt mit im füren. 

3, 3, 16o] Der schulthes sieht sie umbher ahn unnd spricht: 
Wie das sich keinr anzeigen wil! 

1 SOK nasn. A nasen. 2 S muetr. A muter. 4 S drieokioht vnd 
Bokicht. 5 S maroks so. 11 S mesn. A metssen. 22 ? und] fehlt 

. S pawer. A pawr. 25 S ains. 27 S haltn. A halten. S yns ge- 
in. 28 S soln. A sollen. 32 S kainr. A keiner. 
lans Sachs. XIV. 5 



Weis ich ie ewer hinnen viel, 
Die auch wol döchtn an nasen-tanlz. 
KviT einer gwinnen mächt den krantn, 
Das er wilrilt naaen-köng envelt, 
> Alln grossen uusen fürgestelt ; 
Der hct i 
Nnn weil sich anzeigt keiner mehr, 
So fahet nur den reien ahn. 




So wil io], reieu. 

Pfeuffur, iifeuff auff mit der Schalmeien! 

n ahn einander mit dan ringen unnd tantzen. Dar- 
nach spricht der Hchultheiß: 

Ir pawrcn, stell euch nach einander! 

La^t euch besichting allesander, 

Und welcher denn am nasen-tantz 
I Mit seiner nasen gwindt den krantz, 

Dpii wil ich alhie mit verehrn, 

Das soi der andern keiner wem. 

[<. K ii, 3, 32] Der BchultheB beachaudt in die naaen 
der, spricht zum Heintz Flegel unnd dem Hieffendoni: 

Iili furcht, ir zwen müst euch vergleichen, 
Muß Piimr botz dreck dein nasn auch streichen. 



A bleriunen. 2 S dücbta. A dficbten 


3 S gwin«.. 


S hHDg. A keuig. b S AJId. A Allen 


R S Du bat 


. 1 S Aoh. 1 1 i BohMLBßkrin : wackrin. 




iJofürniet- 15 ? Unsr. SA Vnsar. S 


kuiDer ennh du 


]^ A weil. IR S füran. A flirn. 


S « auf mit dar. 


7 .S [J»s. A Des. 31 S nasn, A nasa 


„. 



Er miats Hana Flegel und spriolit: 
Ja, du hast in iiberbnul wol 
Umb einen guten dicken Kul. 

SchnltliBH Qimbt den kvantz unnd spricht: 
(1 Wenn ich die warbeit sagen sol, 
So het ir all verdienet wo! 
Alhie an. diesem naseu-taniz. 
Das ein ieder gewinn ein kmnlz, 
Weil ir seit wol benaat, ailsandei'. 
10 Der kern von nasn er. 

Weil wir aber ein fc cn, 

So thu iüb bie darn 
Den Heintz Flegel ■ It, 

IDer in redtlicli gew 
Dop aebulthes aetat den krai ta FlfiÄel 

titelt Bioli zum actjultheiaan. leffendorn 

Nein, scbultbcis, das lit; 

Du bast geniimmeu 

leb glaub, mein lese ■ scy, 

ai) Denn wercu seiner 

Meinst nicht, för all .ntn 

Het mich gezieret d ' 

Wie dast mich über nastV 

Es Yertrettst mich im liertzen fast, 
SS Das du den esel bast gekrönt^ 
[A3, 3, 17.] Der uns mit spodt noch alle hündt. 
Kanst du kein andern könig finden V 

KuD ael Ele enfu tz ep h 



g de 
bab 



68 

Schaw ans all nach einander ahn, 
So siehst du kein auff diesem blan, 
Der nicht mit ehrn wehr kttnig gern. 
Ich wolt auch geren könig wem, 
5 Meinst, mein nasn wehr sein würdig nicht? 

Eberlein Hieffendorn spricht: 

Sie hengt dir mitten im angsicht, ... 
Mit urlab vor den wirt und gesten! . . . 
Gleich wie ein scheißhauß an der Festen, 
10 Ich wolt dir wol hoffieren drein. 

Ula Mist-Finok spricht: 

Es kan nnr einer könig sein; 
Ist mirs Heintz Flegl lieb als ein ander: 
Er Wirt uns füren allesander 
15 Ins wirtzhauß zu dem külen wein, 
Da wöl wir all sein hoffgsindt sein 
Und mit im in dem sauß thun leben. 

Seitz auff der Weinstrassen spricht: 

Der ding kan ich euch nit nach-geben, 
20 Dieweil all mein oheim und hassen 
Haben all hocket habichs-nasen. 
Für alle pawren in der pfarr 
Müst ich ie sein der gröste narr, 
Das ich michs königreichs verweg, 
[K 3, 3, 33] Im dreck mit meiner nasen leg, 

lederman wirt mein spottn und lachen. 

A 3, 3, 17b] Der sohalthes spricht: 

Ir pawren, was wolt ir hie machen? 
Hotz dreck, was kifft ir umb den krantz 
30 Und wölt hadern am nasen-tantz? 
Seit ir ie narren allesander, 
Biß sontag gwindt in etwan ein ander. 
Last heut den krantz dem könig bleiben 
Und thut euch an die sawe reiben, 

4 S gern. 17 K thun leben, thun] fehlt SA. 19 euch] S aac 

26 S spotn. A spotten. 28 S pawrn. 34 CK sawe. SA saw. 



69 

Das ir ein krautfleisch habt die fasten, 
Die ist vor euch am aller-basten. 
Gebts nach, das daraus werdt kein zanck. 
Das ^ir nibbt verdienen undanck 
5 Bey nnserm vestn junckherm, dem pflegen 

Friedel Zettenscheiß spricht: 

Heins theils wil ich nit zancken weger. 
Wer mir aber in jungen jom 
Mein nasen so stumpffieret wom, 
10 Ich wolt euch allen obgesiegen; 

Wiewol mein sach im dreck muß liegen. 
Das mir gleich wol nit weng verschmacht. 

Herman Hirnloß spricht: 

Ir liebn pawrn, kein unmuht anfacht, 
15 Last den nasn-könig bleibn bey ehm. 
Den tag in ruh und frewdt verzern! 
Wers thon wil, reck ein finger auff! — 
Nun ist ie unsr der gröste hauff. 

Küntzel Kleienfurtz spricht: 

80 Ja, wehr ein hader hie anfecht, 

Sey pawor oder pawren-knecht, 

Den wöl wir flegeln von dem tantz. 

Das er sein lebtag denckt an krantz. 

Drumb last den nasen-könig bleiben, 
85 Wie in der schulthes thet beschreiben. 

, 17o] Molckendremel spricht : 

Des königs kan ich gar nicht leiden, 
Ich wolt mich eh selb mit im schneiden; 
Sindt doch hie unser starcker drey, 
30 Die trewlich stendt einander bey, 
, 13] Hahn all drey grösser nasn, denn ehr; 
Und solt den krantz gewinnen der, 
Wolt eh, das unser nasn ir zecken 

1 sanoken. A sanokn. 9 CK so stumpffieret. so] fehlt A. S nit 
st. 11 saohj S nas. 14 ? liebn. SA lieben. S nachtparn. 18 
A ynser. 21 S pawer. A pawr. 25 8 thet. A thnt. 33 S gecken. 



70 

Einem alten weib im ars stecken. 
Solt wir also abziehn mit schänden, 
Die wir wol almal sindt bestanden, 
Wo wir mit unsern nasn hin-kamen, 
5 Krentz und der besten kleinat namen. 
Drumb wöl wir den krantz mit im theilen. 
Das der badr hat ein jar dran zhailen. 

■ 

Seitz auff der Weinstraß spricht: 

Ja, Molckendreml, ich fall dir bey. 
10 Solt wir unser nasen all drey 

Also lassen im dreck umbziehen? 

Unsr keiner sol vom andern fliehen, 

Biß der nasu-köng sein krantz verleust 

Und imbs blut ubers maul abfleust! 
15 Er sol den krantz darvon nit tragen, 

Wolt eh all mein kue an im verschlagen. 

Heintz Flegel spricht: 

Herr schultes, es wil nit änderst sein, 

Ich muß retten das leben mein. 
20 Seht hin, halt mir ein weil den krantz! 

Ich wil mit in thun einen tantz. 

Weil sies ie nicht wollen geraten, 

Das wir über knorrn im blut waten 

Und die seel in dem graß umb-hupfifen. 
25 Botz dreck, mir thuts int nasen schnupfifen, 

Das sie mir gunnen nit den krantz. 

Ich halt euch all drey in ein schantz, 
[K 3, 3, 34] Auff das mein ehr ich redt darmit. 
[A 3, 3, 17d] Nun wert euch mein und saumbt euch nitJ 

30 -Der schulthes der tridt zwischen unnd spricht: 

Ir pawrn, ich beudt euch allen friedt 
Bey dem geldt und dem höchsten gliedt! 
Zuckt einer oder thut sich regen, 

1 S Aim. * 2 S abzihn. A abziehen. 3 S wir vor. 4 S nasn. A 

nasen. 5 S die. 9 SA dremel. S sie. 14 S rab fleust. 21 m] fehlt 

S. 22 S wdln. 23 S knorrn. A knorren. waten] S ymbatten. 24 ? in 
dem graß. ACE im graß. S auf dem pflastr. 



71 

So wil in beim aidt in halßscheissn legen. 

Nach dem zucken die pawren unnd schlagen einander mit 
guten bieschen. Darnach spricht der schulthes : 

Ir paurn, mein herr pfleger last euch sag«n, 
5 Weil sich der hader zu hat tragen 

Anff heut an unserm nasen-tantz, 

So sol auflfheben ich den krantz 

Und alle kleinat legen nider. 

Biß auff suntag kumbt all herwider; 
10 Da wir den tanz erst enden wollen, 

Ob einer het ein guten gsellen, 

Nachtpawren oder wolbekanten, 

Ein ohem oder nach verwanten, 

Der auch dapffer benaset wehr, 
15 Den mag er mit im bringen her, 

Auff das der reyen lenger werdt. 

Doch ist unser aller begerdt: 

Wolt uns die kurtzweil habn vergut. 

Wie man denn letzt zu faßnacht thut, 
20 Das kein Ungunst uns darauß wachß. 

Ein gute nacht wünscht euch Hans Sachs. 

Die person inn das spiel: 

[A 3, 3, 18a] 1. Der schulthes. 

2. Der Molckendremel. 
25 3. Heintz Flegel. 

4. Eberlein Hieffendom. 

5. Seitz auff der Weinstraß. 

6. Herman Hirnloß. 

7. ülen Mistfinck. 

30 8. Eüntzel Eleienfurtz. 
9. Fridl Zettenscheiß. 

Anno 1550 jar, am 4 tag Februarii. 

1 S paim aid goE. 4 CK Panrn. S herrn. A Herr. 8 lest. 10 A 
lang. S wölnt gseln. 19 S haltn. 21 330 yerse. 31 A Zettensobieß. 



72 



Faßnacht- spiel mit 3 personell : Der farendt 

schaler im paradeiß. 

Die pewrin stehet ein unnd spricht: 

Ach, wie manchen seufftzen ich senck, 
5 Wenn ich vergangner zeit gedenck, 

Da noch lebet mein erster man, 

Den ich ye lenger lieb gewan, 

Dergleich er mich auch wiederumb, 
[A 3, 3, 18b] Wann er war einfeltig und frnmb. 

10 Mit im ist all mein frewdt gestorben, 

Wie wol mich hat ein andr erworben. 

Der ist meimb ersten gar ungleich, 

Er ist karg und wil werden reich, 

Er kratzt und spardt zusam das gut, 
15 Hab bey im weder frewdt noch mut. . 

Gott gnad noch meinem man, dem alten, 

Der mich viel frenndtlicher thet halten; 

Eündt ich im etwas gnts noch than, 

Ich wolt mich halt nit säumen dran. 

20 Der farendt schuler gehet ein unnd spricht: 

* 
1 Einen einzeldruok dieses Stückes (E), welches im 7 (verlornen) spmohbnolio 
aufgeschrieben war, yerseiohnet WeUer, Hans-Sachs-bibliographie unter nr. 176. Was 
WeUer als andere ausgäbe desselben Stückes auffuhrt, ist ein anderes fastnaohtspiel 
ib. 9, 72). Der Stoff findet sich in Paulis schimpf und ernst nr. 46 3 , naeh 
(hm Kirchhof Wendunmuth I, GXXXVIII, und stammt in seineni ersten theile 
aus Bebeis gesohwänken, 2 buch, 158. Weitere nach Weisungen in Oesterleys 
ausgäbe von Pauli s. 527. Die entführung eines rosses ers&hlt auch SohumanDi 
Nachtbüchlein 2, 124. Meistergesang vom 7 Mai 1549 in Römers gessngweis 
(11 meistergesangbuch bl. 61). Gedruckt als 22 fastnaohtspiel in den nen- 
drucken. 5 E voriger. 7 E lieber gwan. 11 A ander. 19 E nichts. 



73 

Ach liebe muttr, ich kumb herein, 
K 3, 3, 35] Bit, laß mich dir befolhen sein 

Mit deiner muten handt und gab; 
Wann ich gar viel der künste hab, 
5 Die ich in büchem hab gelesen. 
Ich bin in Venus-berg gewesen, 
Da hab ich gsehen manchen biüer; 
Wiß, ich bin ein farender schaler 
Und fahr im lande her und hin. 
10 Von Pariß ich erst kämmen bin 
Itznndt etwa vor dreien tagen. 

Die pewrin spricht: ^ 

Secht, lieber herr, was hör ich sagen, 

Eumbt ir her auß dem paradeiß? 
15 Ein ding ich fragen muß mit fleiß, 

Habt ir mein man nicht drin gesehen? 

Der ist gestorben in der neben, 

Doch vast vor einem gantzen jar, 

Der so frumb und einfeltig war; 
20 Ich hoff je, er sey drein gefaren. 

Der farendt sehuler spricht: 

Der seel so viel darinnen waren. 
, 3, 3, 18c] Mein fraw, sagt, was hat ewer man 
Für kleider mit im gfürdt darvan? 
25 Ob ich in darbey möcht erkennen. 

Die pewrin spricht: 

Die kan ich euch gar baldt genennen: 
Er het ach auff ein plaben hut 
Und ein leilach, zwar nit vast gut, 
30 Darmit hat man zum grab besteht. 
Kein ander kleidung er sunst het, 
Wenn ich die warbeit sagen sol. 

Farendt schuler spricht : 

liebe fraw, ich kenn in wol, 
35 Er geht dort umb ohn hossn und schuch, 

* 

1 ? muttr. A matter. E rein. 6 E im. 14 her] E jetzt. 28 ach] B noch. E auch. 



Und hat an weder liem noch brach, 
Sonder wie man in logt ins grab; 
Er hat aafif seinen hut blietschplob 
Und thut das leilach umb sich hüllen. 
5 Wenn ander brassen und sich füllen, 
So hat er gar kein pfenning nicht. 
Als denn er so sehnlich zusieht 
Und muß nur des almusen leben. 
Was im die andern seelen geben, 
10 So ellendt thut er dort umbgan. 

Die pewrin spricht: 

Ach, bist so ellendt dort, mein man. 
Hast nit ein pfenning in ein badt? 
Nun ists mir leidt, auch immer schadt, 
15 Das du solt solche armut leiden. 

Ach, lieber herr, thut mich bescheiden, 
Wert ir wider ins paradeiß? 

Der farendt schuler spricht: 

Morgen mach ich mich auff die reiß, 
20 Und kumb hienein in viertze tagen. 

Die pewrin spricht: 

[A 3, 3, 18d] Ach, wolt ir etwas mit euch tragen, 
Ins paradeis bringen meim man? 

Der farendt schuler spricht: 

25 Ja, fraw, ich wil es geren than, 
Doch was ir thon weit, thut mit eil. 

Die pewrin spricht: 

Mein herr, verziecht ein kleine weil, 
Zu-sammen wil das suchen ich. 

« 

Sie geht auß. ' Der farendt schuler redt mit im selb unnd spricht: 

Das ist ein recht einfeltig viech 
Und ist gleich eben recht für mich, 
Wenn sie viel gelts und kleider brecht, 

1 E hembd. 17 E Wöldt. 



[K 3, 3, 36] Das wor iür micli als gut und recht, 
Wolt mich baldt mit trollüii liieiiauü, 
Ell wann der pawcr kemb ins liau(i. 
Er Wirt mir sunst mein sacli verderbuii. 
5 Icli lioff, ich wQl den alten erben. 

Die pewrin bringet ihm ein pürlein und spticlit : 

Mein hi^rr, nun seit ein guter pot, 

Namet hin die zwölff gülden rot, 

Die ich lang hab gegraben ein 
tu Da aussen in dem liuestal mein, 

Und nemet aucli das pürlein ahn ' 

Und bringt das alles meinem mau 

In jene weit ins jiaradeiß, 

Darinn er finden wirt mit fluiß 
IS Zu einem rock eiu plohes tuch, 

Hosseu, Joppen, hemb und bruch. 

Sein taschen, stiffl, ein langes messer. 

Sagt im, Kum neclisten wers noch besser, 

Ich wil in noch mit gelt iiit lassen. . 
to Mein herr, fürdert euch auff der Strassen, 
[A 3, 3, 19a. C 3, 3, 14] Das er haldt aull der armut kumb, 

Er ist ie einfeltig und frumb, 

Ist noch der liehst unter den zweien. 
Ger fnrendt Bcliuler nitnmet das bürlein unnd spriflil : 
!5 wie wol Wirt ich in erfrewen, 

Das er mit andern am fejrtag 

Etwan ein urtea trincken mag, 

Auch spiln und ander kUrtzueil treiben. 



10 



76 



Etwan wiedcrumb gelts gebrechen 
Zu badeD, spielen und wein-zechen, 
Bringt im auch die alt behmisch groschen. 
Wenn wir nun haben außgetroschen, 
Ean ich baldt wider gelt abstelen 
Und das vor meinem man verhelen, 
Das ichs in dem küstal ein-grab, 
Wie ich auch diß behalten hab. 
Seht, habt euch den taler zu lahn 
Und grüst mir fleissig meinen man. 



Der farendt sohuler gehet ab. I)ie pewrin hebet ahn zu singen 

laut: 

Pawreu meidlein, laß dirs wolgefallen. 

[A 3, 3, 19b] Der pawr kummet unnd spricht : 

15 Alta, wie däst so fi*ölich bist, 
Sag mir baldt, was die ursach ist? 

Die pewrin* spricht: 

Ach, lieber man, frew dich mit mir, 
Groß frewdt hab ich zu sagen dir. 

20 Der pawer spricht: 

^. Wer hat das kalb ins aug geschlagen? 

Die pewrin spricht: 

Ach, sol ich nit von wunder sagen? 

Ein farendt schuler mir zu frummen 
25 Ist auß dem paradeiß herkummen, 
[K 3, 3, 37] Der hat mein alten man drin gsehen. 

Und thut auff seinen aidt verjehen, 

Wie er leidt so grosse armut, 

Hab nichts den seinen ploben hut 
30 Und das leilach in jener weit. 

Weder rock, hosen oder gelt. 

Das glaub ich wol, das er nichts hab. 

Denn wie man in legt in das grab. 



3 EB behmisoh. A behamisoh. 11—14 E Der Bawer geht ein ) hdrdt 
sein Weyb singen | ynd spricht. 15 E dast. A das. 



77 



Der pawr spricht: 
Wolst nicht etwas schicken deim man? 

Die pewrin spricht: 

lieher man, ich hahs schon \than, 
5 Im geschickt unser blabes tuch, 
Hosen, Joppen, hemb, stiffl und brucb, 
Auch für ein gülden kleines gelt. 
Das er ims brecht in jene weit. 

Der pawer spricht: 

10 Ey, du hast der sach recht gethan. 
Wo ist hienauß-zogen der man, 
Den du die ding hast tragen lassen? 

A 3, 3, 19o] Die pewrin spricht: 

Er zog hienauß die untern Strassen, 

15 Es tregt der schuler hoch erfam 

An seinem hals ein gelbes garn,^ 

Und das pürlein auff seinem rück. 

• 

Der pawr spricht: 

Ey, nun walt dein als ungelück, 
20 Du hast im zu weng geltes geben, 
Er kan nit lang wol darvon leben. 
Ge, heiß mirs roß satteln bey zeiten, 
Ich wil im gehn eilendt nach-reiten, 
Im noch ein zehen gülden bringen. 

25 Die pewrin spricht: 

Mein man, hab danck mit diesen dingen, 
Das du meimb altn bist günstig noch! 
Wils gott, ich wils verdienen doch, / 

Dir auch nach-schicken meinen schetz. . 

30 Der pawr spricht: 

Was darif es viel uhnnütz geschwetz? 
Geh, heiß mirn knecht satteln das roß, 

\6 gelbes] £ Btrenlein. 20 E weng. A wenig. 22 E Geh heiß. A 
Geheiß. 24 E gUlda. 27 doch: noch. 29 £ meine. 



78 
Eh dann der frembt kam an das moß. 

Die pewrin gehet nauß. Der pawr sprioht bu ihm selb: 

Ach, herr gott, wie hab icli ein weib, 

Die ist an seel, vernunfft nnd leib 
5 Ein dildap, Stockfisch, halber nar, 

Irs gleich ist nit in unser pfarr, /^»^/«^'w**^^*^^-^^ 

Die sich lest uber-reden leider, 

Und schickt irem man gelt and kleidcr, 
^ Der vor eim jar gestorben ist, 

10 Durch des farenden schulers list. 

Ich wil nach-reitn, thu ich in erjagen, 

So wil ich im die haudt vol schlagen, 
[A3, 3, 19d] In niderwerflfen auff dem feldt. 

Im wider nemen kleidr und gelt, 
15 Darmit wil ich denn heimwartz kern 

Und mein weib wol mit Teusten bern, 

Des ploben geben umb die äugen. 

Das sie ir thorheit nit kün laugen. 

Ach, ich bin halt mit ir verdorben! 
20 Ach, das ich hab umb sie geworben. 

Das muß mich rewen all mein tag, • 

T Ich wolt, sie het sanct Urbans blag. 

Die pewrin schreidt daussep: 

Sitz auff, das roß ist schon bereit, 
25 Fahr hin, und das dich gott beleidt! 

Sie gehen beyde ab. [E 3, 3, 38] Der farendt sohuler kummet 

mit dem pürlein unnd spricht: 

Wol hat gewölt das glück mir heudt, 

Mir ist geratn ein gute beudt, 6^*^ 
30 Das ichs den winter kaum verzehr. 

Het ich der einfelting pewrin mehr. 

Die mich schickt in das paradeiß! 

Wehr schadt, das sie all weren weiß! 

Botz angst, ich sie dort ein von weiten 
35 Auff eim roß mir eilendt nach- reiten. 



5 A ein halber. E vnd halber. 11 E thu iohn. 14 AE kleider. 17 E Der 
blaben. 25 E Reydt. 29 AE geraten. K grathen. 30 ER iohs. AC ich es. 



79 

Ists nicht der pawr, so ists ein blag, 
Das er mirs dinglich widr abjag. 
Ich wil das pürlein hie verstecken 
Ein weil in diese doren-hecken. 
5 Nnn kan er ie mit seinem roß 
Nit zu mir reiten in das moß, 
Er muß vor dem graben absteigen. 
Ja, er thuts gleich, nun wil ich schweigen, 
Mein garn in busen schieben frey, 
10 Auff das er mich nit kenn darbey, 
Wil leinen mich an meinen stab, 
L 3, 3, 20»] Sam ich auff ein zu warten hab. 

Der pawr kumbt gespordt unnd spricht : 

Glück zu, mein liebs menlein, glück zu! 
15 Hast nit ein sehen lauffen du. 
Hat ein gelbs strenlein an dem hals 
Und tregt auff seinem ruck nachmals 
Ein kleines pürlein, das ist plab? 

Der farendt schaler spricht: 

20 Ja,- erst ich ein gesehen hab, 

Der laufft ein ubers moß gehn waldt, 

Er ist zwar zu ereilen baldt, 
, letzt geht er hinter jener standen 

Mit blasen, schwitzen und mit schnauden, 
25 Wann er tregt an dem pürlein schwer. 

Der pawr spricht: 

Es ist bey meim aydt eben der! 
Mein liebs menlein, schaw mir zum roß, 
So wil ich zu fuß ubers moß 
30 Dem bößwicht nach-eiln und in blowcn, 
Das in sein leben muß gerewen, 
Er sol es keinem pfaffen beichten. 

Der farendt schul er spricht : 

Ich muß da warten auff ein gweichten, 
35 Welcher kumbt nachher in dcriiehon. 

* 

l KCK iBts. A Ist. 2 ? widr. AE wider. 35 E Abt, der kumbt da inn. 



80 



/►xt-^ 



^J>^ 



Wil each dieweil znm roß wol sehen, 
Biß das ir thut herwider lencken. 

Der pawer spricht: 

So wil ich dir ein crentzer schencken. 
h Hat, das mirs pferdt nit laufet werdt. 

Der pawer gehet ab. Der farendt schuler spricht: 

[A 3, 3, 20b] Lanfft hin, sorgt nnr nicht nmb das pfert, 
Das ir ein schaden findet dran. 
Das roß wirt mir recht, lieber man. 
10 Wie frölich scheindt mir headt das glück, 
_ Yolkammentlich in allem stück; 
Die fraw gibt mir rock, hossn und schw. 
So gibt der man das roß darzw. 
Das ich nit darf zu fassen gähn. 
15 0, das ist ein barmhertzig man. 
Der geht zu faß, lest mir den gaol^^ 
Er weiß leicht, das ich bin stüdt^l. 
0, das der pawr auch solcher weiß 
Aach starb and für ins paradeiß, 
20 So wolt ich gwiß von diesen dingen 
Ein gute beat darvon auch bringen. 
[K 3, 3, 39] Doch wil ich nit lang mist da machen ; 
Wann kemb der pawer za den Sachen, 
So schlügt er mich im feldt darnider 
26 Und nem mir gelt und kleider wider; 
Wil eilendt auf den grama sitzen 
[C 3, 3, 15] Und in das paradeiß nein-schmitzen. 
Ins wirtzhauß, da die httner braten. 
Den pawrn lassen im moß umb-waten. 

Der farendt schuler nimmet sein pürlein, gehet ab. Die peinrrin 

kummet und spricht: 

Ach, wie ist mein man so lang auß, 
Das er nit wider kumbt zu hauß. 
Ich bsorg, er hab des wegs verfeit, 
35 Das meimb alten nit werdt das gelt. — 
Botz mist, ich hör den schulthes blassen. 



5 E Das mirs roß nur nit. 
ynd für (B fUr. A för) aueh jnns. 



10 E heindt. 
2] E gute. 



12 E gab. 
A gut. 23 



19 fi Starb 
A Pawr. 



81 

Ich mnß gehn baldt mein sew anB-lasseü. 

Die pewrin gehet ab. Der pawr kumbt, sieht sich umb und 

spricht : 

[A3, 3, 20o] Botz leicbnam angst, wo ist mein pferdt? 
^ Jft) bin ich frunab und ehren-werdt^^ 

So hat mirs der bößwicht hin-ghritten, 

Er dancht mich sein dückischer Sitten, 

Hat auch das gelt und kleider hin. 

Der gröst narr ich auff erden bin, 
10 Das ich traudt diesem sclialck vertrogen. 

Schaw, dort kumbt auch mein weih herzogen. 

Ich darff ir wol vom roß nit sagen. 

Ich troet ir vor hart zu schlagen. 

Das sie so einfeltig het eben 
15 Dem lantzpscheisser das dinglich geben. 

Und ich gab im doch selb das pferdt. 

Viel grösser streich wer ich wol werdt. 

Weil ich mich kitiger dünck von sinnen. 

Ich wil etwan ein außred finnen. 

20 Die pewrin kumbt unnd spricht : 

Schaw, bist zu fusen ' wider-kummen. 
Hat er das gelt von dir genummen? 

Der pawr spricht: 

Jha, er klagt mir, der weg wer weit, . 
25 Auff das er kumb in kurtzer zeit 

Ins paradeiß, zu deinem mann. 

Das pferdt ich im auch geben bann. 

Das er geritten kumb hienein. 

Bring auch das pferdt dem manne dein. 
30 Mein weih, hab ich nit recht gethan? 

Die pewrin spricht: 

Jha, du mein hertzen-lieber man, 
Erst vermerck ich dein trewes bertz. 
Ich sag dir das in keinem scbertz. 

* 

12 E Ihr darfif ich. 15 E Lantzpsoheisser. A lantzpsoheissr. 16 E 
rib. 19 £ loh muß. 25 E körn. 33 E merke. 

Bang Sachs. XIV. 6 



82 



Wolt gott, das du auch stürbest morgen, 
Das da nar sehest nnverborgen, 
Wie ich dir auch geleicher weiß 
Nach-schicken wolt ins paradeiß, 
5 Nichts ich so weit zn hinterst het, 
[A 3, 3, 20d] Das ich dir nit zn-schicken thet: 

Gelt, kleider, kelber, genß nnd sew, 
Das da erkennest aach mein trew. 
Die ich dir hindn and foren trag. 

10 Der pawer spricht: 

Mein weih, nichts von den dingen sag, 
Solch geistlich ding sol heimlich sein. 

Die pewrin spricht: 
Es weiß schon die gantz dorff-gemein. 

15 Der pawr spricht: 

£y, wehr hats in gesagt so baldt? 

Die pewrin spricht: 

[K 3, 3, 40] Ey, eh da nein-riedtst in den waldt, 
Hab ichs gesagt von tramb za endt, 
20 Was ich meim mann hab hin-gesendt 
Ins paradeiß, gar mit andacht. 
Jlch mein, sie haben mein gelacht 
und sich alle gefrewdt mit mir. 

Der pawr spricht: 

25 Ey, das vergelt der teaffel dir! 
Sie haben all nar dein gespodtl 
Wie hab ich ein weih, lieber gott! — 
Geh nein, rieht mir ein millich ahn. 

Die pewrin spricht: 
30 Jha, kamb hernach, mein lieber man. 



2 E inn würst. 5 E da hindeD. 9 ? hindn. ACE binden. E dir 
inn meim hertzen trag. 16 E Aoh. E gesagt. A gesaget. 18 S ein- 
riedtst. A nein riedts. • 



sie pewi'ia gehet auß. Der pawi' bescliläust: 
Der man kan wo! von unglück sagen, 
Der mit eim solclin weib ist ersctilagnti, 
Gantz olin verstand!, vernaniTt und sin, 
lA3,S,31a]Gelit als ein dolies viech daliiii, 

Daldt ({lau!)iuh, deppiscb und einfellig, 
Der muß er lign imjaum geweitig, 
Das sie nicht verwavloß sein gut. 
Docli weil sie hat ein treweii nnihl, 
I Kau er sie de^ter baß gedulden. 
Wann es knmbt auch gar offt zu sriralilen, 
I fnß. 



^^^H Das dem mann aac' 


^^^^B Das er ein federn 


WK^ Etwan leit scharten 


r ir. Das er ancb ist ui 


U Denn zieh man sei: ! 


L Darmit man friedt t 


m Und keyn uneinigk 


■ Das wünschet uns ic 


»" Die persor i 


1. Der farendt schid 


2. Der pawr. 


3. Die pewriu. 



Ätmo 1550 jar, am 8 tag Octobcr. 



S G dapjriieh. A doppiash. 
A gewaltig. S E verwarloD nit. 



[A3,3,2ib]Faßnaclit-8piel. mit 4 Personen zu agirn; 

Der jiiDg kanffman Nicola mit seiuer Sophia. 
Der jung kauffaian trid ein, redt mit im selb und spricht: 

Ach, wie wol wil mir liie das glück 
b Volkümmenlicli in allem stflck, 

Bin hie zu Fakrino gelegen 

Yon meines kauffman-handels wegen, 

Zwey monat lang, und mir zd frummen 

In rechter liebe überkommen 
10 Ein edle frawen, schün und znrt, 

Die mich gantz holdtseliger art 

Lieb hat und pflegt freniidtlicher weyß 

Mit gesdienck, köstlich tranck nnd speyQ. 

Derhalb ich noch ein monat bleib, 
In Zn letzen mich mit diesem weib, 

Wiewol ich gestern all mein ivar 

Verkaafit bab, bin bezalet par 

Golt-gnlden viertzig und fünffhundert; 

Aaff das ich nit werdt außgesnndert, 
21 Wil ich gleich ietzt zu ir hingehii. 

Schaw, schaw, sich ich nit dorten stlien 

Chanigiano, mein frenndt, den alten ? 

Ich eil, er sol mich nit auffballen. 

[K 3, 3, 41] Chaiii£lanuB, der alt freuadt, spricht: 



1 Don i^toff taat der diobter < 
10 (bibiiüthok des litt, voroim b, 51, s. 532). Qodnickt alx 23 fBatnaohtiipial 



85 

[A 3, 3, 21o] Wo hin so eilendt? sag an mir, 
Ist gestr dein war abgangen dir.? 

Nicola, der Jung kauflinan, spricht: 
Ja glücklich umb bargelt alda. 

5 Der alt freundt spricht: 

Wenn wilt heimfaren gen Nissa? 

Nicola spricht: 
Noch nit, ich hab alhie zu thun. 

Der alt freundt spricht: 

10 Ich hab gehört, mein lieber sun, 

Du habst dich an die Sophia ghangen 

Innerhalb ein monat vergangen, 

Sie wirt dir deinen- beutel schern, 

Das wirst mit schaden innen wern. 
15 Drumb sey gewarnt und fleuch vor ir! 

Nicola spricht: 

0, ich gib ir nichts, sie gibt mir, 
Sie hat mir diesen ring geschencket, 
Diß ketlein mir an hals gehencket; 
20 Ich hab sie auch wollen begaben. 
Hat nie nichts von mir wollen haben, 
Sie meints gut und trewlich mit mir. 

Der alt freundt spricht: 

Gedenck an mich, sie wirt noch dir 
25 Deim beutel also dückisch strelen. 
Mein prophezey wirt dir nicht feien. 
Darumb, mein Nicola, baldt fleuch. 
Mit dem gelt heim gen Nissa zeuch! 

Nicola spricht: 

30 Ich zeuch zu meiner liebsten hin, 
Der ich lieb, werdt und angnem bin. 

2 ? gestr. ACK gester. 3 A Nicolae, so meistens; nur s. 86, 22. 32; 
O, 4; 94, 15; 95, 8 hat auohANioola, und s. 93, ^ reimt Nicola auf Sophia. 



86 



[A 3, 3, 21d] Nicola geht ab. Der alt freund redt mit ihm selb 

UDnd spricht: 

Ach gott, der jung ist gar verblendt 
In lieb, es wirt ein böses endt 
5 Umb in nemen, weil trewer raht 
Und wamang bey im hat kein Stadt, 
So mnß ich in gleich lassen farn. 
Weil er sich selb nit wil bewam. 

Der alt freundt gehet ab. Sophia kummet mit ihrer magdt 
10 iinnd spricht: 

Metz, geh, kauf ein vorhen nnd esch, 
Vögel and ander gat genescb, 
Und riebt nns zu ein köstlich mal, 
Mit rosen bestrby uns den sal; 
15 Der allr-liebst wirt heint zu mir kunmien. 

MetB, die magdt, spricht: 

Mein fraw, hab ich doch nie vernummen, 
Welicher euch der liebest sey, 
[C 3, 3, 16] Habt ir ie ietzt der bulen drey. 
20 Welcher ist der liebst unter den? 

Sophia, die schon fraw, spricht: 
Nicola liebt mir für die zwen. 

Metz, die magdt, spricht: 

Das macht sein schön und zarte jugent, 
25 Sein ztlchtig Sitten und sein tugendt. 

Sophia spricht: 

mich ficht nit an die gestalt; 

Ob er gleich sey jung oder alt, 

Es ist mir einer wie der ander, 
30 Ich hab kein lieb ir allersander. 

Denn so weit ieder gelt auß-geit. 
[K 3, 3,42] Der ist Nicola dieser zeyt 
[A 3, 3, 22a] Der alier-liebst, das merck gleich eben. 

15 ? allr. ACK aUer. 33 CK Uebst. A Uebste. 



87 



Die Metz spricht: 

Hat er doch nie kein gelt anßgeben 
Wie die andern, was habt ir denn 
Den lieb für die anderen zwen? 

5 Sophia spricht: 

Ich hab ja noch nichts von im gnummen, 

Ich wil sein aber noch wol kummen; 

Also etzt man die vögel an, 

Welche man snnst nit fahen kan. 
10 Derhalben er mir nit entlaufft, 

Hat gester all sein wahr verkauft 

Und etlich hundert gülden glöst. 

Darauf ich mied hab lang getrost, 

Da wil ich in nit eiutzing zupffen, 
15 Sunder die schwingfedern außrupffen. 

Ich wil im eins darüber drehen, 

Das du solt deine wunder sehen. 

Die Metz £:ehet auß. Sophia setzt sich trawrig nider. Nicola 

kumbt und spricht: 

20 Ach, wie so tra^g, mein einigs lieb? 
Was feit dir nur? ein antwort gieb! 
Wie? wilt du nit reden mit mir? 

Sophia spricht: 

Kein hilff noch trost hab ich an dir, ' ^ 

25 Ich wolt, das ich gestorben wer. 

Nicola spricht: 

Ey, sey getrost, und sag mir her 
Dein anligen und hertzlich weh. 
Mit hilff und rath ich dir bey-steh. 
30 Ich setz für dich leyb, ehr und gut. 

Sophia spricht: 

0, ich pin gar voller unmuht; 
[A 3, 3, 22b] Ich hab erst diesen brieff empfangen, 

6 CK gnommen. A genummen. 16 CK darüber. A drüber. 17 CK 
deine. A dein. 20 ? trawrg. ACK trawrig. 



88 

Mein lieber brnder ligt gefangen 
Zu Missana biß in den todt. 
Wenn ich nit tansendt golden rot 
Im schick zu lösen in acht tagen, 
5 So wirt man im den kopff abschlagen. 
Nun kan ich in so kartzen dingen 
So viel geltes gar nit anff-bringen, 
Wiewol ich hab fanffhnndert dran. 

Nicola sprioht: 

10 Hertzlieb, sey guter ding, ich kan 
Dir mit ftlnffhandert helfen eben. 
Wenn du mir die künst wider-geben 
In viertze tagen, so wil ich 
Mit solcher sumb nit lassen dich. 

15 Sophia spricht: 

Ich wil dirs wol eh wider geben, 
Hab wol so viel kleinat darneben, 
Die ich doch ye verkauff nit gem. 

Nicola sprioht: 

20 So kumb, so wil ich dich gewem. 
Laß trawem sein, sey frölichs mats ! 

Sophia sprioht: 

Ach, findt ich bey dir so viel guts 
In diesen grosen nöten mein , 
25 Nun dieser lieb und trewe dein 
Wil ich dir ewig nit vergessen! 
Nun knmb herein zu dem nacht-essen. 

Sie gehen beide ab. [E 3, 3, 43] Die Metz kumbt, redt wider 

sich unnd spricht: 

30 Meinr frawen list, den muß ich loben; 
Sie hat gefangen auff dem kloben 
[A 3, 3, 22o] Den jungen einfeltigen gauch 
Und hat in wol berupffet auch, 
Kein federn im mehr werden sol. 

6 ? in. A ye. CK je. Deoameron s. 537: in solcher kurozer zeit. 



89 

Mein fraw hat mir bevolhen wo], 
Wenn er kumb an das hanß zu klopffen, 
> Sol ich abfertigen den tropfiPen, 
Sprechen, mein fraw sey uberfeldt, 
5 Ob er gleich fordern wirt sein gelt 
und mit im kumb ftlr gricht und raht. 
Weil er kein zengn nnd handtschrifft hat, 
So wirt mein fraw im darfür schwern; 
Das schadt ir gar nichts an irn ern. 
10 Narren maß man mit kolben lanssen. 
Mich dünckt, der jung lap klopf schon dausen. 
Seit irs? Mein fraw ist nit anheimb. 

Nicola spricht: 

Ich solt ir etwas sagn in kheim; 
15 Ey, laß mich nanff, mein liebe Metz. 

Die Metz spricht: 

Geht hin, es darff nit viel geschwetz. 
Mein fraw ist ietzundt nit zu hauß, 
Dammb so geht nur baldt hienauß. 

20 Er kratzt sich im kopff, geht ab. Die Metz spricht: 

Der lap hat einen stürm verlorn. 
Wie soln im klingen seine om, 
Sein gelt sol in wol heimlich nagen. 
Ich wils gehn meiner frawen sagen. 
25 Ich mein, sie wert des kautzen lachen, 
Sie kan wol lappn und esel machen. 

Metz gehet ab. Nicola kummet und redt mit im selb unnd 

spricht : 

Ach gott, was sol ich fahen an? 
80 Ach, das ich nit gefolget han 
[A 3, 3, 22d] Meim alten freundt, der mich thet warnen 
Vor dieser falschen frawen garnen. 
Ich wil im gehn mein hartsei klagen 
Und nmb ein trewen rath in fragen. 



7 E seugD. AC seagen. 26 ? lappn. ACE Lappen. 31 A ferundt. 



90 



Der alt freundt gehet ein unnd spricht : 

Nicola, wie so gar betrübet? 

Sag an, was dich doch darzu übet? 

I^icola schlecht sein hendt zam unnd spricht: 

5 Ach, ich bin hartselig, eliendt, 

Mir ist leider gangen int hendt 

Mit dieser ungetrewen frawen, 

Vor der du mich warnest in trawen, 

Ich solt ir falsche liebe fliehen, 
10 Derselbigen hab ich gelihen 

Gerad fünffhnndert golden gut. 

Nun seidt-her sie mich fliehen thut; 

So offt und ich kumb an das hauß, 

Sagt ir magdt almal, sie sey auß, 
15 Hat sich vast ein monat verzogen. 

Ich furcht, ich sey umbs gelt betrogen. 

Mein herr hat mir zwir gschriebn dargegen, 

Ich sol das gelt in Wechsel legen. 

Des kumb ich nmb ehr, gut und zinst. 
20 Mein freundt, so du kein raht nit flnst. 

So wil ich gehn und mich ertrencken. 

Der alt fireundt spricht: 

Sey keck, ich wil ein sin erdencken. 
Sag mir, hast du noch etlich gelt? 

25 Nicola spricht: 

Ja, doch fünffhnndert stück mir feit. 

Der alt freundt spricht: 

[K 3, 3 44] Mein son, so fahr gen Salerno, 

Rieht zu mit werck und auch mit stro 
[A 3, 3, 23a] Etlich pallen, samb sey es thuch. 

Auch zweintzig ölfesser aussnch. 

Die selbig fül mit wasser ahn, 

Samb hast du öU darein gethan; 

Die bring dann her gehn Palermo 

« 

4 C hende. A handt. 7 CK yngetrewen. A vngtrewen. 28 K fr 
30 K Aaeh. AG Auff. 33 E habst. 



91 

Und setz sie in das zolhaaß do, 
Samb hast wider bracht öU and tnch. 
Mit diesem list dein heil versuch, 
Ob das mit dem schein künst betriegen, 
5 Das du dein gelt möchst wieder kriegen 
Und etwan noch mehr gelts von ir. 

^ Nicola spricht: 

Mein freandt, itzt wil ich folgen dir, 
Wann es wirt gleich ein schiff abfaren. 

10 Der alt fireundt spricht: 

Farhin, gott der wöl dich bewaren! 
Geh nur stil mit umb bey deim leben ! 
Ich wil dirs gleit ins schiff nauß geben. 

rehen beide ab. Sophia und ir magdt kummen, sie spricht: 

15 Metz, unser kauffman der ist hin, 
Ich hab auch außgebadet in. 
Wie ich vor manchem hab gethan; 
Wann baldt sie nicht niehr pfenning hau, 
So schlag ich sie aufft haberweidt. 

20 Die Metz spricht: 

Er rewdt mich dennoch, auff mein aidt. 
Er hat mir heimlich thon viel schenck. 
fraw, und wenn ich dran gedenck. 
Wenn er ahnklopfft und fragt euch nach, 
25 wie sehnlich und klein er sach. 
Wenn ich im sagt, ir wert nit da. 

Sophia spricht: 

3, 23b] Mein liebe Metz, so muß man ja 
3, 17] Den kautzen thon, ich bin von Flandern 
30 Und gib ein narren umb den andern. 

Das ist mein stete kauffmanschatz. 

Kumb, wir wöln hinfür auff den blatz, 

Das wir ein andern gucku fangen. 

Geh mir nach, thu fein höfflich brangen. 

Sie gehen beide ab. Nicola kummet unnd spricht: 

* 
2 CK deim. A dem. 



Nun walt sein gott nnd alles glQck, 
Ich hall gewaget dieses stüuk 
Und jiieiii wahr bracht, wil i 
Mich fein Jiurtig uinl gsclicfftig machen, 
■ Der zarten threten für das liauß, 
Ob icli nocb brecht mein geltlich rauD 
Mit aijfhsten, betrug nnd lüg, 
Oh ein trag den andern betrüg. 



n saulien ^H 

ichen, ^H 



Br gehet wider rauß. Sophia, die achöii, kumbt, 

10 selb und apricht: 

Mich ilün heit jcliou. 

Ich hah I r gsehcn 

Fürliuffei li ; 

Mich dnn wieder rauß. 

IS Die spricht: 

Fraw, ich -brodt, 

ünib Nico t. 

Kr ist gus ider, 

Hat im zolhaas geteget nider 
[Kö, 3,45] Zwölff pallen tuch nnd zweiutzg öl^; 
Mein brndr half im ailffladeii das. 

Sophia, aprioht: 

]A 3, 3, 23cl Ey, ao lauff eilendt, das er knmb. 
Hat er so viel wahr wiedernmb 
aö Herbracht, ich laß mir also sein, 
Sam sey die wahr schon halber mein. 
Geh, such in baldt und bring in her, 
Auff das ich im noch besser scher. 

Metz gehet ab. Sophia redt mit ihr selb aand sprieht: 

30 Ich muß mein list gar eben spitzen. 
Das mir der vogel thu auff-sitzen, 
Den ich vor gar verschewet liab. 
Da Itunibt gleich der einfelttg kaab. 

Nicola tridt ein und spricht: 

3!i Glück zu, glück zu, mein Sophia. 

2U ? zweiutzg, ACK iireintiig. 2L ! biadr. ACK brudar. K Bblwdu 



I 



93 



Sophia umbfeoht ihn und sprioht: 

Ach, mein hertz-lieber Nicola, 
Biß mir zu tausendt mal wilkumb, 
Dein zukunfft frewdt mich wiederumb. 

5 Ach, wie war mir so leidt umb dich, 
Das du hinzuchst so schnelliglich, 
Eh und das ich dich zalen thet; 
Wann ich so viel zu schaffen het 
Meins bruders halb! Drumb ist mein bit, 

10 Du wölst mir solchs verargen nit, 
Mein lieb, ich wil mich lasen straffen. 

Nicola spricht: 

Ey nichts, ich het auch viel zu schaffen, 
Must eilentz farn, das ich nit kam, 

15 Hertzlieb, und von dir nrlaub nam, 
Weil ich dacht baldt wider zu kummen. 
Ich hab auch ietzt mit mir genummen 
Vast auff zwey tausendt gülden wahr 
Und hab auch noch auff der gefahr 
[A 3, 3, 24d] Zwey tausendt gülden wahr auffm meer, 
Sol in drey tagen kummen her; 
Ligende gütr hab ich verkaufft 
Und mein geltlich zusamb gehaufft 
Und wil mich hie gar heußlich setzen, 

25 Mich und dich in frewden ergetzen, 
Für und für in wolust zu leben. 

Sophia spricht: 

Hertzlieb, kumb, so wil ich dir geben 
Dein gelt; heindt wirst du mit mir essen? 

30 Nicola spricht: 



1 .1 



94 



Nicola gehet ab. Die Mets kummet und spricht: 

Unser Juncker ist wider hie; 
Kein ding mich grösser wandert nie, 
Weil in mein fraw vor hat geeflft, 
5 Das er trawdt wider irem gschefft 
Und nit merckt, das er ist unwerdt, 
Allein nur seines gelts begerdt. 

Nicola kummet und spricht: 

Ach, mein Metz, lanff und hol dein frawen, 
10 Zu der steht ie all mein vertrawen. 

Sie laufit, er setzt sich trawrig. Die Sophia kumbt unnd spricht: 

[K 3, 3, 46] Ach, hertz-liebs lieb, was gebricht dir, 
Das du so eilentz schickst nach mir? 
Warumb ist dir dein hertz so schwer? 

[A 3, 3, 24a] Nicola spricht trawrig: 

schöns lieb, es sindt böse mehr 

Her von den meerraubern gekummen. 

Die haben all mein wahr genummen, 

Und ich sol sie von diesen bösen 
20 Wol umb tausendt golt-gülden lösen. 

Thu ichs nit, so ist mir geschworen 

Zway tausendt gülden wahr verloren. 

Ach, wie kttndt ich denn frölich sein. 

Weil letzt in dem vermügen mein 
25 Nicht ist zelien ducaten bahr; | 

Wann die fünffhundert gülden gahr 

Hab ich geschicket umb leinwadt. 

Nun weiß ich weder hilff noch raht, 

Denn so ich letzt hingeben söl 
so Mein wahr beide tuch und das öl, 

So gült es miir nit halbe sumb; 

Biß nbr ein mouat die meß kumb, 

So kan ich als mit raht verkaufen. 



Sophia spricht: 

* 



6 E merckt AC meroket. 
ACK vber. 33 A kane. 



17 7 gekummen. ACK kämmen. 32 ? nbr. 



d5 

Sey keck, mein bertzlieb, ich wil laufen 
Zu einem guten freundt, der sol 
Tansendt gülden dir leyen wol. 
Doch das du im mit eigner handt 
5 Verschreibst die weil zu unterpfandt 
Alhie im zolhauß all dein wahr, 
Und das du im das viertel jar 
Vier gülden wolst per cento geben. 

Nicola spricht: 

10 Ey, selig sey dein leyb und leben, 

Wenn du mir brechst ein solchs zu wegen. 

Sophia spricht: 

Es ist gwiß, tbu nit weiter fregen, 
Er hat mir auch oft sollichs thun. 

A 3, 3, 24b] Sophia grehet auß. Nicola redt mit im selb unnd 

spricht: 

Mir .scheinet wiederumb die sun. 

Das glück tbnt sich nit gen mir sprewsen; 

Mich dünckt, der visch sey in der rewsen 
20 Und sey der haß schon in dem garn. 

Wirt mir das gelt, so wil ich farn 

Hin über meer int stadt Nissa, 

Eumb nimmermehr ^ehn Palerma 

Und laß der schönen frawen do 
25 Fesser mit wasser, palln mit stro. 

Gwiß sindt die tansendt gülden ir, 

Die sie samb wil entlehen mir. 

Die sie bißher hat abgeschunden 

Von meins gleichen einfeltig künden. 

30 Sophia kumbt und spricht: 

Nun ich hab dir aufbracht das gelt, 
Doch mit dem packt wie obgemelt. 
Eumb mit mir, und das gelt entpfach, 
Und mach ein schuldtbriefflein hernach, 
35 Und im all wahr in dem zolhauß 

* 

15 A auß Tnd spricht. 22 CK int. A in. 25 ? paUn. AC paUen. 



96 

ümb tnch und öll gentzlich darch-aoß 
Beim anterkenffel nntergieb. 

Nicola spricht: 

Ach gern, mein hertzen-liebes lieb, 
5 erst kenn ich dein lieb and trew. 
Enmb baldt, and eh es in gerew. 

Sie gehen beide auß. [E3, 3,47] Die Metz kiimbt, redt mit ih 

selb unnd spricht: 

Mein fraw leicht tausendt gülden hin, 
10 Ist noch viel kecker denn ich bin, 

Meindt leicht, er sey mit lieb besessen, 

Sie wöl mit wahr and öll in fressen. 
[A 3, 3, 24o] Sie wil haben das hem zumb rock. 

Sie wirt ein mal stossen der bock, 
15 Wirt nit almal treffen ein schaff, 

Sonder ein, der ir nnzacht strafft. 

Sophia kumbt geloffen: 

Metz, wie sol ich mein dingen thon? 

Der jnng bößwicht der^ist darvon. 
20 Itzt so ich knmb in das zolhauß, 

So sindt die pallen gar darch-anß 

Nii^ stro and werck, and gar kein tach, 

Und so die ölfaß ich tlarch-sach, 

So ist nar laater wasser drinnen; 
25 Ich bin scbir kämmen von mein sinnen, 

Vor schrecken sinck ich schier emider. 

Die Metz spricht: 

Ey, etwan knmbt er baldt herwider, 
So werdt ir den bezalet fein. 

30 Sophia redt weinendt: 

Ach, ich hab in der herberg sein 
[C 3, 3, 18] Von seim wirt eigentlich vernummen, 
Nit mehr in diese statt ^u kämmen, 

Er hab sein bannen than ertantzen. 

« 

12 B So. 15 E treffen. AO treflfh. 



97 



Mets sprioht: 

Ey, nun geb im bock alle frantzen! 
Wer hat dem lecker das vertraut? 

Sophia sprioht weinendt: 

5 Ich het auch mehr auff in gebawt. 
Was mir lang zeit ist sawer worn, 
Das hab ich auff ein mal verlorn. 
Ach meines grossen leidt und schmertzen! 

Metz spricht: 

10 Ach fraw, last es auß ewrem hertzen, 
Habt ir doch auch nit darumb troschen. 

[A 3, Sf 24d] Sophia spricht zornig: 

Ich geb dir schier ein guts inn goschen, 

Du Unflat, wolst erst spotten mein, 
15 Geh baldt in die kuchen hienein 

Und schür mir ahn ein grosses fewr; 

Ich wil im thun ein abenthewr, 

Das ers keim pfaffen beichten sol: 

Ich m\ imbs btichßlein rüren wol, 
20 Das er hab weder rast noch rw, 

Biß das er wider kummen thw. 

Sie gehen beide ab. Der alt gut freiindt kompt und beschleust: 

Ir herrn, zwey ding mercket hiebey: 

Erstlichen, wie die hurerey 
25 Ein menschen verblendt also gantz, 

Das er ehr und gut schlecht int schantz, 

Im selb schafft armut, schandt und spot, 

Wirt feindtselig menschen und gott. 

Zum andern mag man hie anschawen 
80 Die listig art solch falscher frawen, 

So halten weder lieb noch trew. 

Denn so weit sie das gelt erfrew. 

Derhalb ein gsel ir müssig geh. 

Begeh sich in den standt der eh, 

* 

6 CK sawer. A sawr. 22 E Der alt gut Freund kompt vnd beschleußt] 
diese buhnenanweisung fehlt AC. 

Hans Sachs. XIV. ^ 7 



98 

Anß dem im glück und heil erwachs; 
Das wünschet zu Nürnberg Hans Sachs. 

[K 3, 3, 48] Die person inn das spiel: 

1. Der alt gut freondt. 
5 2. Nicola, der jung kauffman. 

3. Sophia, die schön bulerin. 

4. Metz, ir magdt. 

Anno 1550 jar, am 10 tag October. 

* 
2 387 yerse. 



3, 25a] Faßnaclit-spiel mit 3 personen: Fraw 

Warhejt will niemandt herbergen. 

Fawr und pewrin tretten ein. Der pawr spricht: 

Ir erbem frawn and züchting herrn, 
5 Ich kumb zu euch in die taffern, 

Zu habn mit euch ein guten mut, 

Wie man ietzundt zu faßnacbt thut. 

Mein pfenning ewr gsel, sambt meinr aken! 

Ich wil mich fein und weidlich halten, 
10 Auff das wir bey euch lernen eben, 

Fein bürgerlich und höfflich leben. 

Darnmb habt ob uns kein verdruß, 

Das bit wir euch zu dem beschluß. 

Die pewrin sprioht: 

15 Ach, best dein sackpfeiffn mit dir bracht, 
So best du uns auff diese nacht 
Ein dentzlein gemacht oder zwey. 

Der pawr spricht: 

Ey, alta, schweig, laß dein gespey, 
20 Die leut nach keinr sackpfeuffen fragen, 
Sonder von zucht und tngendt sagen. 

* 

Vg]. Pauli (herausgegeben von Oesterley) 3 und s. 473 , wo weitere 
sungen gegeben werden. Goedeke grundriss s. 349 n. 173 führt ram 
h einen dialog des Johannes Warmundt an. Für einzelne theile ist der 
«die unterdrückt fraw Warheit» su vergleichen (b. 3 s. 311), der auch in 
acken erschienen ist. Vgl. Weiler, Hans-Sachs-bibl. nr. 58. Aufgeschrieben 
8 fastnachtspiel Sachs in seinem siebenten (verlornen) spmchbuche. Gedruckt 
istnachtspiel in den neudmcken. 2 OK beherbergen. 4 7 frawn. ACE 
8 B meinr. AOE meiner. 15 E sackpfeiff. AC saokpfeiffen. 

7* 



100 

Darnmb sey Stil and htfr in zn, 
Was man höfflichs hie sagen tha. 

Fraw Warheyt gehet ein und spricht: 

[A 3, 3, 25b] Ir erbarn herrn und züchting frawen, 
5 Zu euch knm ich auff gut vertrawen, 
Ob ich möcht haben herbrig hin; 
Wann ich so gar hartselig bin. 
Wo man mich herbrigt in eim hanß, 
Da stöbert man mich wider anß, 
10 So baldt und ich nur wirt erkandt. 
Derbalb muß ich von einem landt 
Ins ander wandern frw und spat 
Und hab gar kein bleibende Stadt. 
Des last euch all erbarmen mein, 
15 Last mich heindt ewren gast hie sein 
Oder für mich einer hie auß 
Mit im hin heime in sein hauß. 

Die pewrin spricht: 

Ich bit dich, mein hertz-lieber man, 
20 Nimb diß arm weyb zu herberg an, 
Herberg sie diese nacht durch gott 
Und deil ir mit dein keß und brodt, 
Ein warme stnben und ein stro, 
(Wie wirt sie sein so hertzlich frol) 
25 Weyl du doch sunst barmhertzig bist. 

Der pawr spricht: 

Ey, laß vor fragen, wer sie ist 
Was sol sie thun in unserm hauß? 
Weyl sie iederman jaget auß, 
30 Wiewol sie ist gar schön und zart, 
Ist sie leicht sunst so böser art, 
Feindtselig, dtlckisch oder schedtlich. 

Die pewrin spricht: 

[E 3, 3, 49] Ach, sie dünckt mich frum und gantz redlich. 
35 Frag, wer sie sey und wann sie kumb. 

Der pawer spricht: 

19 CK hertz] fehlt A. 



101 

A 3, 3, 25o] Da bist auch fQrwitz, toi und domb, 
Dir ist wol mit seltzamen gesten. 
Ließ wirs anstben, deucht mich am besten. 
Doch wilt, so wil Ichs reden an. 

5 Die pewrin spricht: 

Ach ja, mein hertzenlieber man, 
ledoch frag sie vor, wer sie sey. 

Der pawer spricht: 

Du frembdes weyb, da tridt herbey! 
10 Weil du also nach herbrig schreist, 
Zeig an dein namen, wer du seist, 
So wöl wir dich herbring die nacht. 

Die Warhey t spricht: 

Ach, mein nam ist so gar veracht, 

15 So bald und ich mich dir thet nennen, 

So du mich und dein fraw thest kennen. 

So wtirst mir kein berberg zusagen. 

Sonder wie ander leut auß-jagen. 

Drumb bit ich, herberg mich allein, 

20 Ich wil dir gar unschedlich sein. 

Wer ich sey, laß mich ungefragt. 

» 
Die pewrin spricht: 

Ach, sag dein namen unverzagt! 
Du seiest geleich wer du wölst, 
25 Bey uns mit friedt du herbergn sölst. 
Du findest uns als bieder-leut. 

Die Warheyt spricht: 

Ja, das wer nicht das erst mal heudt. 
Das man mir berberig zu-sagt, 
30 Mich doch vor nachts wider auß-jagt. 
So bald ich mein namen sag rauß. 
Darumb so für mich in dein hauß. 
Morgen aber, eh es thut tagen, 
So wil ich euch mein namen sagen. 

6 CK hertsenUeber. A hertz lieber. 25 CK sölst. ' A seist. 



108 

Sagt ichik euch letzt, so wers gewiß, 
[A 3, 3, 25d] Das mich ewr keins ins haaß ein-ließ. 

Die pewrin spricht: 

Sey ohn sorg, du mein lieber gast, 
5 Nenn dich, gwiß herberg bey mir hast. 

Die Warheyt spricht: 

Weil ir sein ie nit wölt entbem, 
So nenn ich mich, iedoch nit gern. 
So wist, ich bin die fraw Warhcort 

10 Der pawr spricht: 

Ach, gott sey lob in ewigkeyt, 
Das mir ist das gelück beschert, 
Das fraw Warheyt zu mir ein-kert. 
Ach, sag her, von wann bist du kummen? 
15 Wo hast du dein Ursprung genommen? 

Die Warheyt spricht: 

Der höchst gott Jupiter, mein vatter, 
Der weit aller-höchster woltater, 
Hat mich vor lengst von hymel werdt 
20 Herab-geschicket auff die erdt 
Zu züchtigen menschlich ge^chlecht. 

Die pewrin spricht: 

Sag an, wer hat den dich geschmecht 
Und dich nit willig angenommen? 

25 I Die Warheyt spricht: 

Am aller-ersten bin ich kummen 
In die einöd und in die weider. 
In die dörffer und die bawfelder, 
[K 3, 3, 50] Zu hirtn und pawrn, so hacken und reuten, 
30 Als zu frummen, einf eltigen lauten. 
Baldt ich in anzeigt ir uuart, 
Ich baldt von in vertriben wart, 
Warffen zu mir mit stein und schrollen. 



l ? iohn. A ich. CK euohs. 



32 E TertriboD. AG Tortribo. 



103 



Der pawr spricht: 

A 3, 3, 26a] Schaw zu, der groben acker-droUen ! 

Wo kambst darnach hin von den pawrnV 

Praw Warheyt spricht: 

* 

5 Ich kam hienein in die stadt-maurn 

Zu bürgern unde den kauffleuten, 
C 3, 3, 19] Die theten mich im anfang dreuten, 

Dergleichen auch der handtwercks-man; 

Ich dacht, hie wil ich wonung han, 
10 Wann es het als ein guten schein. 

Da ich sah auff den grundt hienein, 

Da wonet in vast allen bey 

Der aigen-nutz und triegerey. 

Derhalb blieb ich biß vesper-zeyt. 
15 Baldt ich erkendt wardt die Warheyt, 

Da wart ich auch von in auftrieben. 

Der pawr spricht: 
Mein Warheit, wo bist darnach blieben? 

Fraw Warheyt spricht: 

20 £y, da durch-sucht ich alle stendt 

Der gantzen Stadt an allem endt: 

Arm und reych, allerley geschlecht, 

Weib und kinder, magdt unde knecht. 

Aber da kundt ich nirgendt bleiben, 
25 Sie thetn mich uberal außtreiben; 

Wann es het da bey groß und klein 

Lüg und arglist gewurtzelt ein. 

War von in hin und her gerissen. 

Drumb ist mein gwandt also zerschliessen, 
30 Auch ich so gar zerflammet bin. 

Der pawr spricht: 
Mein Warheit, wo kambst darnach hin? 

* 

6 ? unde. ACK ynd. 12 B Da. A Der. 13 B eigen nutz. A äugen 
atz. 22 ? gesolileoht. ACK gschlecht. 25 ? thetn. ACE theten. 30 B Ach. 



104 



Fraw Warheyt spricht: 

Ich stund and west nicht, wo hienauß 
Und gieng gleich hin aaff das richthauß, 
Weil da wont die gerechtigkeyt, 
[A 3, 3, 261)] Dacht, da mrt wert sein ich, Warheyt. 
Der schrifft und red einfeltig warn 
Gleich wie ein stren-verwirtes garn, 
Der centner kaum ein quintlein trug 
Warheyt, das ander list und lug. 
10 Als ich auch reden wolt darein, 
Da schüttens sie mir all gemein 
Ein dinten in mein zart angsicht, 
Das ich mich schier kent selber nicht. 
Und stiessn mich nauß für das richthauß. 

16 Der pawer spricht: 

Sag, wo kambst du darnach hienauß? 

Fraw Warheit spricht: 

Nach dieser schmach ich eilendt loff 

Und kam an eines fürsten hoff, 
20 Gedacht, der fürst sambt seinem adel 

Liebt mich, Warheit, an allen dadel. 

Baldt aber mein wart innen spet 

Der fürst und alle seine rät, 

Sein ambtleut, hoffgsindt und haubtleudt, 
25 Dacht, nun bin ich genesen heudt; 

Aber sie achten mein gar nicht, 

War als auff heuchlerey gericht. 

Da wart ich nur ir aller spodt 

Und warffen mich mit dreck und kot, 
30 Entpfing auch von in ctlich wunden, 

Hetzten mich darnach auß mit hunden, 

Vom hoff mit marter ich entran. 

[K 3, 3, 51] Der pawr spricht: 

Sag, thust du letzt von in hergahn, 
35 Oder hast du die weit veruecht 

5 ich] CK die. 14 E stiessn. AC stissen. 25 B Dacht. A Doch. 
34 K du] fehlt AC. 



105 

Noch etwas weiter heimgesucht? 

Fraw Warheyt spricht: 

Ja, ich kam darnach in ein tempel; 
Da fand ich nach geistlich exempel 

5 Die priesterschafft im kohr dort singen. 
[^ ^, 3, 26c] Als ich zn in thet fürhin dringen, 
Dacht ich, die suchen gottes ehr, 
Nun hats umb mich kein noth nit mehr, 
Sang auch mit in; baldt sie mein stim 

10 Erhörten, fureus auf mit grim 

Und mich hart in mein angsicht schlugen 
Und mich bey meinem har umbzugen. 
Ich kam bey in zu solchen nöten. 
Als ob sie mich gar weiten tödten; 

15 Wann sie hilten mir zu mein mundt. 
Das ich gar nit mehr schreien kundt, 
Blutristig kaum von in entran. 
Also bin ich, mein lieber man, 
Verschmecht, vertrieben und verjagt, 

20 Gebleut, gemartert und geblagt. 
Darumb bit ich gantz sehr, das dw 
Mich fürst in dein hauß an mein rw ; 
Wann ich bin gar müdt, mat und hellig. 

Der pawr spricht: 

25 Ach, sindt doch alle die unselig. 
So dich von in handt trieben auß. 
Eum heim zu herberg in mein hauß, 
Ich theil dir mit was ich vermag, 
Nit ein nacht, sonder jar und tag. 

30 Die pev^rin spricht: 

Ja, bleib bey uns, liebe fraw Warheyt, 
Dein angesicht leucht voller klarheyt, 
Du hast das lob ye bey den alten, 
Drumb wollen wir dich geren halten; 
35 Wann du, fraw Warheyt, bist uns ehrlich, 
Du machest uns löblich und herlich. 

Fraw Warheyt spricht: 



106 

Ach, ir nembt mich gutwillig an, 
Wie auch all ander haben than. 
Weil holdtselig ist mein gestalt, 
Liebt mich im anfang jung und alt. 

[A 3, 3, 26d] Die pewrin sprioht: 

Ach, wer kündte dir doch feindt sein? 

Fraw Warheyt sprioht: 

Gar alle menschen in gemein. 
Was nit ist gar grundt-guter art, 
10 Int leng mich nit herbergen wardt; 
Bald ich redt, wirt man mein urdrütz. 
Und wer ich noch so noth und nütz. 

Der pawr spricht: 
Ach sag, warumb das selbig sey? 

15 Fraw Warheyt spricht: 

Da hört man lieber heuchlerey 
Yon den schmeichelhafftigen schelcken, 
Welche die obren künnen meicken, 
Reden, was die leut geren hören, 
20 Diese thun iederman bethören 
Und sie in allen lästern stercken. 

Der pawr spricht: 

Wie das sie denn nit lieber merckeu 
Dein stim, du löbliche Warheyt? 

25 Die Warheyt spricht: 

Das macht, das ie und alle zeyt 
[E 3, 3, 52] Mein red ist ernsthafftig und streng. 

Kein lüg noch trug ich niemandt heng. 
All mein wort sindt ohn heuchlerey. 

80 Der pawr spricht: 

Sag, wie die red der Warheyt sey. 

6 CK kündte. A kttndt. 21 CK aUen lästern. A aller laster. 



107 



Die Warhey t spricht: 

Das ist, wer redt mit seinem mundt 
Gleich wie steht seines hertzen grundt, 
Ohn betrog mit dem nechsten sein, 
5 Das ja bleib ja, und nein bleib nein 
[A 3, 3, 27ft] Ahn als ansehen der persan, 
Treff unter oder ober an. 
Findt ich ein solche art an dir? 

Der pawr spricht: 

10 Nein, warlich das feit weit an mir, 

Thu offt manchem frenndtlich zn- sprechen, 
Wolt lieber im das hertz abstechen. 
Solt ich allmal die warheyt sagen. 
So würt mir offt der kopff zerschlagen, 

15 Muß offt heuchlen und lüg erdencken, 
Den mantel nach dem winde hencken, 
Müst offt sunst schmale pfenbart essen. 

Die pewrin spricht: 

Ja, wir sindt offt beide gesessen, 
80 Eh wir ein lüg haben erdacht. 

So unser zinstherr uns anfacht, 

Auch offt gelobet und geschworn 

Unseren habern, weitz und körn, 

Milch und schmaltz, kw, sew unde pferdt, 
25 Das offt kaum war den halbtheil werdt. 

Wie weiten wir uns stinst emern? 

Warheit, was wolst du uns lern? 

Wir müssn auch thun wie ander leut. 

Die Warheyt spricht: 

80 Sagt mir eins, kündt ir aber heut 
Gedültiglich an als entbörn 
Von ander leuten warheyt hörn. 
Wenn sie an euch die laster straffen? 

Der pawer spricht: 

15 ? hmiehlen. AG lienlen. 16 CK naeh. A noch. BOK winde. A 
fdadt. 23 ? Uiueren. AGK Viiaern. 



108 

0, ich griff gerichts nach den waffen, 
Solt mich einer sehenden und schmehen. 
Ich kündt imbs zwar nit abersehen, 
Ich bin der rotten schon entwachsen. 

5 Die Warheyt spricht: 

Und bist da denn so nngelachsen, 
[A 3, 3, 27b] So grob, angschlieffen and angscheiden, 
Das da gar kanst kein warheit leiden, 
So kamb ich gar nit in dein haaG. 

10 Die pewrin spricht: 

So magst da gar wol bleiben daaß; 
Wenn da nichts kanst denn nar stampfirn, 
Nach deinem sinn mich wolst regirn. 
So darff ich in meimb haaß dein nicht. 



15 Die Warheyt spricht: 

Erst merck ich, ir seit gar entwicht 
Gleich wie all ander menschen sein, 
Die füren all ein gaten schein. 
Denn habens mich, fraw Warheit, holt, 
[C 3, 3, 20] Ir iedes mich herbergen wolt. 

Feien doch an den stücken beden, 
Mügen mich weder hörn noch reden, 
Treiben ein heachlerisches leben. 
Mir aach, fraw Warheyt, arlab geben. 
25 Eh ich in gar kamb in das haaß. 
So jagen sie mich wider aaß, 
Das etwan nicht theten die heyden. 

Die pewrin spricht: 

Fraw Warheyt, wer künd dich erleyden? 
30 Vor thet ich mich gleich dein erbarmen 
[K 3, 3, 53] Als einer eilenden and armen, 

Nan aber gar nicht wundert mich. 

Das niemandt wil herbergen dich, 

Weyl da all ding urteilst so scharpff, 
35 Sich vor dir niemandt rümen darff. 

■K 

7 C Yiigsohliflfen vnd yngsoheiden. A yngesohlieffen vnd yngesoheiden. B 
gesoheiden. 12 CK nichts. A nicht. 22 E hörn. AG hören. 35 E rühren. 



109 

Da thadelst iederman auff erdt, 
Des bist feindtselig und anwerdt. 
Solch hartsei machst da dir nar selber, 
Dramb fetsch dich, da anflat, da gelber. 
5 Es herberg dich da wer da wöl, 
Mein haaß dir heindt nicht werden söl. 
Kam, lieber man, laß uns heim gehn. 
Laß fraw Warheyt darinnen stehn. 

[A 3, 3, 27o] Der pawr spricht: 

10 Mit guter nacht ich scheidt darvan. 

Wil ewer einr die Warheit hau, 

Der mag sie beimfüren zu bauß. 

Ich wil mich von ir drehen auß; 

Wann sie ist mir zu streng und scharpff, 
15 Das ich ir in meim hauß nit darff. 

Pawr und pewrin gehn auß. Die Warheyt beschleust: 

Secht zu, das ist mein vorig klag, 

Das mich niemandt erleiden mag, 

Wiewol sich ir viel rümen mein, 
20 Sam sie all meine diener sein. 

Doch eh ich eim heim kumb ins haaß, 

So jagt er mich den wider auß. 

Derhalb so ist ietzt und auff erdt 

Lüg und betrug so lieb und wert, 
25 Untrew, arglist füren das poner 

Und haben auch sehr viel beywoner, 

Derhalb es also übel steht 

Und geht auch eben, wie es geht. 

Weil mich niemandt wil herbergen, 
30 So wil ich gehn und mich verbergen 

In die einöd, biß ich auff erdt 

Ein mal wirt wider lieb und werdt 

Jung und alten, arm und reychen, 

Das lüg und arglist dergeleichen 
85 Außtrieben wirt und nem ein endt 

Und ich inhalt das regimendt, 

2 CK Deß. A Der. 11 ? einr. AOK einer. 15 CK meim. A mein. 
25 7 fttren. ACK füm. 



110 

Das darch' mich glflck und heil erwachs. 

Das geb gott baldt ! Das vrfinscht Hans Sachs. 

Die person in das spiel: 

1. Der pawr. 
5 2. Die pewrin. 
3. Fraw Warheyt 

Anno 1550, am 10 tag Novembris. 



2 314 vene. 7 Das datam nach CK, fehlt A. 



111 



[A 3, 3, 27d] Fafcnaclit-spiel, mit 4 personen zn agirn: 

Der pawr mit dem kuedieb. 

Der pawr tridt ein unnd spricht: 

Greschel, hast zam geordnet du, 
5 Das man int stat auf morgen fra 
Hienein aaff den jarmarck bring 
Keß, milch, schmaltz und ander ding. 
Wie ich dir dann befolhen han? 
So Wirt die mutter mit dir gähn 
10 ^ Morgen frü mit dir in die Stadt. 

Die toohter spricht: 

Ja, ich wil gehn nauG, es ist spadt 

Und unserer kue die süd geben 
[K 3, 3, 54] Und uns machen zu essen eben, 

15 Und was ich weiter hab zu schaffen. 

Darnach wil ich mich legen schlaffen. 

0, kündt ich morgen erwachn frey 

Ghrad umb den dritten hanen-schrey, 

So wolt ich melckn und futer geben 
20 Und auff die straß mich machen eben, 

Das ich int Stadt kem mit dem tag. 

Der pawr spricht: 

1 Den gleichen stoff behandelt H. Sachs am 11 December 1557 in dem 
achwanke: «der pawer mit dem kuedieb» (b. 9, s. 320, wo man die nachweisungen 
sehe), der in Sachsens swölftem spruchbnohe, bl. 38 bis 39' aufgezeichnet ist, 
und vorher am 23 Februar 1542 in dem langen ton Müglings (5 meistergesang- 
buch bl. 234 bis 235). Eine parallele hat Keller b. 10, s. 510 beigebracht. 
Pauli Anhang 17 s. 553. Gedruckt als des dichters 25 fastnachtspiel in den 
neudruoken. 10 CK sn frtt wol in. 13 ? unserer. A ynser. E kUhe« 



112 



sag! I 

arvor, ^ 



Ja geh hin, tnimb nach deiner sag! 
Ich nil anff-BtehD zwo stnndt darvor, 
Du ich frfl sey an dem stathor, 
Eh man anSsper, ich mnfi fOr gricht, 
t Mein zinstherr mich nmb schult anspricht, 
28a] Der mir hienein verkündet hat 

Die toobter spricht: 
Mein vatter, hanff mir in der stadt 
Zn eim schOplein ein blobes tnch, 
10 Ein rotten beotl, zwen gelb hendtsehocfa. 
Wil schon den vinter weidlich spinnen, 
Solst mich stets rOsch nnd mtinter finnen. 
Hen, wiltuH thon, so sag mira xa. 

Der pawr sprialit: 

IS So wart nur fldssig nnser kn 
Bades mit streien ond mit misten. 
Gib ir fnter zn rechten fristen, 
Aoff das sie uns nur geb viel millich, 
So kanfF des jarmarcks ich dir billich. 

M Geh, Echaw hienaaß, wer klopffet an. 

Die toobter spriaht; 
Vatter, es ist ein frembder man. 

Der pawr spriobt: 
Tba auff die thOr, laß in herein, 
£.-> Es wirt leicht der landtbtttel sein. 

Der kuedieb kumbt unnd spricbt: 

Ein guten ahn dt, ich bitte dich, 
Du wollest heiiidt berbergeo mich. 
Weil es ist in die nacht so spat, 
30 Kan ich erreichen nit die stat, 
Morgn aber frü wil ich hienein. 
Der pawr spricht: 
Wenn du ein frummer gast weist sein 



113 

Und wolst mit mir nemen vergut, 
Wie man rauß auff den dörffern thut, 
Ein suppen, ein hew oder stro. 

[A 3, 3, 28b] Der kuedieb spricht: 

5 Ach, ich bin des von hertzen fro, 
Das ich nur bin in dem obtach. 

Der pawr spricht: 

Was hast du in der Stadt für sach? 
Hast du etwas' darinnen feyl? 

10 I^er kuedieb spricht: 

Ja, ich hab schuldt ein grossen teil 

In der Stadt din, auch auff dem landt, 

Die mir verfallen sindt allsandt, ^ 

Die weit ich morgen bringen ein. 

15 Der pawr spricht : 

Gesel, ich wirt dein gferte sein, 
Umb mitternacht wöl wir auff-stohn; 
Wann ietz scheint die gantz nacht der raon, 
So weiß ich hienein weg und steg. 

20 Der kuedieb spricht: 

Ja wol, ich wil auch nit sein treg, 
Ich hab viel in der Stadt zu schaffen, 
[K 3, 3, 55] Ich hab schon gessn, ich wil gehn schlaffen. 

Das ich müg morgen frü auffsthan. 

25 Der pawr spricht: 

Wolauff, so wöl wir schlaffen gähn, 
Nimb heindt vergut in meinem stadel 
An hew und stro hab keinen zadel. 
Da grab dich ein, und hab dein rw, 
30 Ich wir dich wecken gar sehr frw. 

Sie gehen beide auß. Die tochter kumbt unnd spricht 
Nun hab ich gspült, das fewr zu-grochen .... 

28 CK keinen. A kein. 30 K wird. 
Sans Sachs. XIY., g 




Sich, iederman hat sich verkrocLeu, 
[A 3, 3, 28a] Hin und lierwider gaDgen scUlaffen. 

Weil ich nun nicht mehr hab za schaffen, 
Sich im haoß Diemandt mer thnt r 
s So «it icli mich auch nidcrlegen, 
Kan dennoch morgn erwachen kanm, 
Das ich mein jarniarcli nit versaumb, 
Den mir der vattr verheissen hat 
Dinnen zu kauffen in der stadt. 

Sie gebet auß. Der kuedieb aohteicht hieiiein und spricht: 

ledermi ider, 

Ich abt (ider. 

Ob ich ht Stelen. 

Mir wi ie feien: 

in Ich am i öAt; 

Der hft i schnOdt; 

Das bet w und stro; 

Was ich nckel do 

Hin und ych irr, 

20 Find weder zin, noch silber-gschier. 

Weder kapffer, noch gelt, noch kleider. 

Hievinn wonet fraw Armut leider, 

Findt nichts hin, denn ein ölte kw. 

Ich weyß, wie ich den dingen thw, 
sb Ich wil hienein den küsthal schleichen, 

Die kue ablössn und darvon streichen 

Und zu nechat füren in den waldt, 
[C 3, 3, 21] An einen bäum anbinden baldt 

Und lassen stehn, den kummeo wider, 
30 Mich lügen in den stadel nider, 

Wil denn dem pawres durch mein knnst 

Wol maclicn einen hieben dunst, 

Das er der kw nit kenneu sol, 

Muß mirs helffcn verkauften wol. 
35 Was steh ich lang, ich muß bald gehn. 

Eh wann der pawer auff thnt sthen. 

8 ? Tittr. ACK Vatler. 11 CK glegBt. A gsleget. 12 CK wl- 

gsUndeu. A angslandea. 1& K oll. AC alle. 21 1 nooli galt. Dosk] 

fehlt AOK. 22 K wonec AC wont. SG K pawer. AO Pkwi. 



116 

dieb geht auß. [A 3, 8, 28dJ Der pawer kumbt, dhent 

sich und spricht: 

Es bat der han gekreet zwir. 
Zeyt ist, das wir uns rüsten schier, 
5 Ich wil gehn meinen gast aaffwecken, 
Der sich etwan im hew thnt strecken. 
Mich dünckt, er hab ein gschwolen kopff 
Und sey znmal ein faaler dropff. 
Hoscha, hoscha, du frembder man, 
10 Wolauff, wir wollen int Stadt gähn! 

» kumbt, denet sich, gienet au£P, reibt die äugen unnd 

spricht: 

Ja, lieber, leg dich nur gar ahn! 
Ich wil ins nechste dörfflein gähn, 
15 Darinn ist mir ein pawer schaldig. 
Geh gmach hernach and sey gedultig, 
Ich wil im weldtlein warten dein. 

Er gehet hin. Der pawr spricht: 

Ja, geh, ich kumb hernach allein. 
6] Der man hat viel schuldt einzunemen. 

Wirts im nit als, er wirt sich gremen. 

Was mag er treiben für ein handel? 

Mir gfelt znmb besten nit sein wandel, 

Er bleibt aoff keinem wort bestahn, 
25 Hat darza böse kleider ahn. 

Doch wer also das landt wil bawen, 

Darf nit auf gute kleider schawen. 

Der kuedieb kumbt und spricht: 

Schaw, kumbst hernach, es wil schier tagen. 
M) Sol ich dir nit von wunder sagen? 
Der verlogen und lanssig pawr 
Hat mich bezalet als ein lawr 
Mit dieser alten, schwartzen kw, 
Er het kein gelt, schwur mir darzw, 

trecken. A stecken. 7 ? gaehwolen. ACE gschwoln. 9 ? da] 
14 CK nechste. A neohst. 15 OK Pawer. A Pawr. 

8« 



116 



Die kw wehr wol acht gülden werdt. 
[A 3, 3, 29a] Ich sorg, der pawr hab mich gefert, 
Sie Wirt mir kaum vier gülden gelten. 
Wie wil ich in so übel schelten! , 
5 Lieber, kamb her and sie besieh. 
Du verstehst dich der kae mehr denn ich. 

Der pawr beschaudt die kw ixnnd spricht : 

Ey, ey, es ist ein gute kw. 
Solt ich ein aidt schweren darzw, 
10 So sieht die kw gleich wie die mein, 
Die ich hab in meimb stal allein 
Mit färb, ewter und dem gehüm. 
Sie wers und solt ichs reden thürn. 

• 

Der kuedieb spricht: 

15 Ey, ein kw sieht der andern gleych. 
Schetz mirs, ich bit dich fleissigleich, 
Was die kw sey bey-leifftig wert. 

Der pawr spricht: 

Sechs gülden. Het ichs gfunden vert, 
20 Ich het sie selber dürffen kauffen. 

Der dieb spricht: 

0. ich hab sehr viel umb-zu-lauffen, 
In der Stadt schulden ein-zu-bringen, 
Ean nicht außwarten diesen dingen, 

25 Ich bit dich, verkauflf mir die kw ; 
Wann du kanst warlich baß darzw 
Denn ich. Gibs wie du magst kurtz umb. 
Mit dem gelt zum bettelwirt kumb, 
Da selben wirst du finden mich, 

30 Da bezal ich das mal für dich 

Und schenck darzu ein trinckgeldt dir. 

Der pawr spricht: 

Und wenn du wilt vertrawen mir, 
Ich wil dirs auff das höchst ahn-wem. 

[ A 3, 3, 29b] Der kuedieb spricht : 

mein pawer, von hertzen gern! 



117 

Dreib hin die ku, hernach ich lanff, 
Und auff das tewerst sie verkauff. 

Der pawr treibte hin. Der kuedieb spricht : 

Das ist der aller-gröste narr, 
5 Als er ist in der gantzen pfarr, 

Wil verkauffen sein eigne kw, 

Darnach mir das gelt stellen zw. 

Ein gut trinckgelt im werden sol; 

Wann ich darff mich nit sehen wol 
10 Lassen am viechmarck über all. 

Vor eim jar ich ein ochssen stall, 

Hab auch etlich pferdt drauff hin-ghritten 

Und etlich beutel abgeschnitten, 

Dergleichen ander böse stück, 
15 Die ich hab braucht durch meine duck. 

Derhalben muß die leut ich fliehen 
[K 3, 3, 57] Und in die schlupffwinckel einziehen, 

Das nicht die schergen nach mir dappen. 

Darnach mit mir gehn Lochhaim sappen, 
20 Das ich drab auff eim henffen pferdt, 

Ein schwengl in einr feldtglocken wert. 

Auff das kein ernst nit wert darauß, 

Wil ich mich trollen ins bierhauß. 

Sr gehet auß. Der bettelwirt trit ein, sprioht 2ni ihm selb 

25 Nun sol es heudt hie sein jarmarck, 

Mein wirtschafft sah ich nie so arck. 

Nun hab ie noch heut kein gast, 

Warvon sol ich denn zeren fast? 

Wiewol ich gieb ein kleinen zinst 
30 Und geuß auch in das hier auffs ndust 

Halb wasser zu, auch unbescheiden 
[A 3, 3, 29o] Schreib ich an mit zwifacher kreiden. 

Das hilfft als nichts in diesen tagen, 

Es werden mir viel schul dt entragen; 
85 Wann man- legt mir in pettelstock 

Des jars auff das wenigst ein schock. 

Viel thut man zu der Stadt auß-jagen 

3 CK treibts. A treibt. 



Und die lauten auff den rnck schlagen, 
Des bleibt schuld an der wendt geschrieben, 
Kein rock zu pfandt ist mir nie blieben; 
Wann ich bab leichnam lose gest. 
5 Wenn ich kein andern handel west, 
Er sey gleich sunst oder mit ehrn, 
So west ich mich nit za ernem. 

Der pawr kumbt und spricht: 
Gott grüG den wirt, got bhttt sein gesti 

10 Der wirt spricht: 

Ja, das thet noht und wer das best, 
Man hat mir des jar drey gehangen. 

Der pawr spricht: 

Ich merck wol, ich bin nit recht gangen; 
15 Ich solt ein suchn beim bettel-wirt. 

Der wirt spricht: 

Ja, freandt, da hast dich nit geirt. 
Was suchst du den für einen hinnen? 
Verzeuch ein klein, so wirst in finnen. 

20 Der pawr spricht: 

Ich hab eim verkauffet ein kw, 
Der hat gewissen mich herzw, 
Ich solt im rein-bringen das gelt. 

Der Wirt spricht: 

26 Hat er den bettel-wirt gemelt, 
So setz dich, trinck ein kandel hier, 
Er wirt sich hieher finden schier. 

[A 3, 3, 29d] Der kuedieb kumbt, der pawr spricht: 
Da kumbt der rechte mann herzw. 

80 Kuedieb spricht: 

Lieber, wie steht es umb die kw? 

* 

21 K Terkaaflfet. AO TerkaafEt. 



119 

Der pawr spricht: 

Ich habs verkauffet umb fünf tbaler, 
Ich hab gehabt ein gaten zaler, 
Da hast da sie, mein lieber mon. 

5 Der kuedieb nimbt die thaler, gibt im ein unnd spricht : 

Seh, hab den thaler dir zu Ion, 
Da hast die kae verkaaffet wol, 
Nun wöl wir uns hie zechen vol. 
3, 3, 58] Wirt, steck uns baldt zwey hüner an, 

10 Laß schlemmen mich und auch den man, 
Und trag auf wein, dieweil uns dürst. 

Der bettelwirdt spricht: . 

0, ich hab nichtsen den brat-würst 
Und schenck auch nichts anders den hier, 
15 Darmit last euch benügen schier; 
Wann ich hab weder hünr, noch wein. 

Der kuedieb spricht: 

Du magst wol ein Jacobs- wirt sein; 

Wer mag fressen dein pfinning-wtirst, 
20 Dein sawr hier trincken, wenn in dürst? 

Leyh mir ein kandel und zinblat. 

So wil ich gehn nach allem rath, 

Hienauß in ein jarkuchen lauffen, 

Wein holn und bratne hüner kauffen; 
25 Denn wöl wir uns zusammen setzen, 

Uns freundtlich mit einander letzen. 

Der bettelwirt spricht : 

$, 3, 30a] Lauff nur umb das nechst eck, da hast 
Du ein jahrküchen, lieber gast. 

\, 3, 22] Der dieb spricht: 

Ach, leih mir einen mantel an, 
Darunter ich verbergen kan 
Die braten hüner und den wein; 

* 

2 ? verkaoffot. AOK Terkanfft 



IßO 

Es Wirt ein grosse schandt dir sein, 
Das man solch ding trag in dein hanß. 

Der pawr spricht: 

Ey, lieber, eyl, bleib nit lang aa(^; ' 
5 Wann ich hab lang zn warten nicht; 
Wann ich maß noch stahn fOr gericht 
Und meinr tochte^ des jarmaroks kauffeh, 
Darnach wider anffs dorff naaß-*laaffen^ , 

Der küdieb gehet auß. Der pawr apri<^t: 

10 Das ist fürwar ein kost&ey man, 
Ich sah in erst nicht darfür an, 
Er maß ein gaten handel haben: 

Der bettelwirdt spricht: 

Ich herberg viel seltzamer knaben, 
15 Betler, Jacobs-brüdr and spitzbaben, 

Eremer, landtfarer in meinr stnben, 

Die also teglich bey mir Äern, 

Gott weiß, wie sich ider thut nern. 

Solch gest hab ich in meinem haaß, 
20 Einer zeacht ein, der ander aaß, 

Nit viel richtigs kert zu mir ein. 

Der pawr spricht: 

Dein gast möcht ich int leng nit sein, 
Wenn dein wirtschafft hat die gestalt. 
25 Kern nur der mit den hünern baldt! 
Schaw, da kumbt mein tochter gelaaffen, 
Ich muß ir iren jarmarck kauffen. 
30b] Wie lauffst du so eilendt daher? 

Die tochter spricht: 

30 vatter, ich bring böse mehr. 

Wie ich heut frü vor tag wolt melcken, 
Sah ich, das uns von dieb und schelcken 
Gestoln ist worden unser kw. 

Der pawr setzt sich unnd spricht: 

' brUdr. ACK brüder. 16? meinr. ACK meiner. 17 C zei 



121 

^7) cy« d^ schlag der teuffei zu! 
Gott geb, das der dieb muß erworgen! 
Ich hab die kw heut frü am morgen 
Dem dieb selb verkaufft am viechmarck 
5 Und gab das gelt dem lecker arck. 
Mich daucht wol, er fürt nit recht brieff, 
Mit sorgen ich die nacht heindt schlieff. 
5, 59] Ey, bin ich denn gewesen blindt, 
Doli, thöricht oder unbesindt, 
10 Das ich mein eigne kw nit kendt, 

Das mich box-hoden schendt und blendt! 
Es daucht mich wol, es \^er mein kw, 
Da er mirs heudt frü füret zw, 
ledoch redt er mirs auß den äugen. 
15 Nun kan ich meiner schandt nit laugen. 
Nun bin ich ye der gröste narr. 
So er ist in der gantzen pfarr. 
Das ich mein kw hab selb verkaufft. 

Der bettelwirt spricht: 

20 Vielleicht der bößwicht gar hinlaufft, 
Entregt mir mantel, kandl u^d blatz! 

Der .pawr spricht : 

Ja freylich, lieber wirt, er hatz. 
Du hast dein mantl das letzt mal gsehen, 
25 Der dieb wirt sich zur Stadt außdrehen, 
Der dieb kumbt wol nit mehr herwider. 

Der bettelwirdt spricht: 

,30o] Ich wil gehn lauffen auff und nider! 
Ergreiff ich in in diesem handel, 
30 Ich nem im mantel, platz und kandel 

Und wolt sein haudt im auch vol schlagen, . 

Auch bey dem richter in verklagen, 
Ob er gleych kömb int schergen-stuben, 
Zun andern niemandt-nützen buben. 
35 Hing man in gleich, leg nit viel dran. 
Ich lauff, wart da, mein lieber man. 

C gantzeo. A gantze. 21 ? kandl. ACE kandel. 34 OK Zun. A Zum. 



122 



[A 3, 3, 30d] 



Er laofft hin. Der pawr aprloht: 

Lauff hin, and solt ein aydt ich schwem, 
So seidt ir beidt geleich an ebm, 
Dieb, schelck und bößwicht beide-sander. 
5 Itzt theilt ir das gelt mit einander, 
So werden gleich iedem zwen daler; 
Ich aber bin der dritte zaler, 
Hab im auch ein daler abtragen. 
Löst sechs, tbet nur von fQnffen sagen. 

10 So schencket ir mir ein za Ion, 
Also ich auch z\^en daler hon. 
So hat gleich zwen daler ein ieder. 
Wir sindt zwar all drey nit vast bider; 
Es ist der wirt gleych wie die gest, 

15 Es sindt die vögel wie das nest. 

Die toohter spricht: 

vatter, fleuch anß der taffem. 
Da solt wol auch gehangen wem. 

Der pawr spricht: 
«0 Ich wil hie noch ein weyl verziehen. 

/ Die tochter spricht: 

lieber vatter, laß uns fliehen. 
Was wöll wir als die narren sthen? 
Eumb, wir wöln undter die kremr gehn, 
26 Eauff mir mein beutel und hentzschuch. 
Zu eim schöplein ein blobes tuch, 
Das wil ich mit mir heime tragen. 

Der pawr spricht: 

Wenn das der mutter nit wilt sagen, 
Das ich selb hab verkauft die kw 
Dem dieb heudt auf dem morgen frw 
Und hab das selbig gelt im geben, 
So wil ich dir gleich kauffen eben 
Den beutel, hentschnch und das tuch 



80 



/ 



1 Er laafft hin. Der Pawr spricht:. A Der Pawr laofft hin. 
thet. A thut. 27 E heime. AC heim. 



9 B 



123 

Und darzn anch ein new par schnch. 

So wil ich wol heut oder morgen 

Wider außspeen und auff-borgen 

Etwan ein ander schwartze kw. 
6 Sey du nur stil und schweig darzu, 
[K 3, 3, 60] Das die mutter nit wert gewar. 

Ich müst sunst dieses gantze jar 

Stetig kifferbiß von ir essen 

Und wil auch nimmermer vergessen, 
10 Solch loß landtfarer nit herbergen, 

Mein ding baß bschllessen und verbergen, 

Solch losser schlüffel müssig stehn. 

Wolauff, tochter, und laß uns gehn, 

Das nicht mehr unrats uns erwachs. 
15 Ein gute nacht wünscht uns Hans Sachs. 

Die person in das spiel: 

1. Der pawr. 

2. Die tochter. 
8. Der dieb. 

20 4. Der bettel-wirt. 

Anno 1550 jar, am 25 tag November. 

« 
2 B wil ioh. ioh] fehlt A. C loh wU wol. 3 K Wider. AC Widr. 
15 352 yerse. 



124 



[A 3, 3, 31.] FaMaeM- spiel, mit 4 personen zu 

agirn: Von Joseph nnnd Melisso, anch könig SalomoD. 

Joseph , der erst burger , tridt ein , redt wider sich selb xinnd 

spricht: 

5 Ach gott, was sol leb faben an, 

Ich bin ein hardtseliger man, 

Das ich muß sein bey all mein tagen 

Mit meinem bösen weyb erschlagen. 

Leidlicher wer mir, nnd het auch lieber 
10 Das drey- oder vierteglich fieber. 

So het ich doch ye ein gutn tag. 

Aber also ich kan und mag 

Habeh gar kein gerute standt. 

So hefftig, gifftig ist ir mnndt, 
15 Ir kopff so herdtmewlicher sin. 

Melisso kumbt und spricht: 

I 

Joseph, Joseph, wo wilt du hin, 
Das du also redst mit dir selb? 
Bist gleich entsetzet, bleich und gelb. 

20 Joseph wendt sich und spricht: 

Ich wolt ein weil hienaus spaciren, 
Thu mit mir selber phantasieren; 
Wann es hat mich auß meinem hauß 



1 Das stttok berührt sich zum theil mit dem HanB Fols lagesohriebenen 
in den fastnachtspielen ans dem 15 Jahrhundert s. 523: ein spil von konig 
Salomon nnd Markolfo. Vgl. dazu s. 1468. 1512. 1519 und nachlese s. 343. 
Meistergesang im speten ton Frawenlobs am 7 Angust 1550: Maroolfos mit 
küng Salomo (11 meistergesangbuoh bl. 343). 10 B drey. A dry. 11 ? 

gutn. ACK guten. 22 CK selber. A selb. 



125 

Der sauer rauch gebissen auß. 

Melisso spricht: 
[A3, 3, 31b] Du meinest leicht etwan dein weyb? 

Joseph spricht: 

5 Ich mein, sie peinigt meinen leib, 
Kein ruh ich vor ir haben mag 
Beide die nacht und auch den tag, 
Weder zu beth oder zu tisch 
Sin dt mir kifferbes alzeit frisch, 

10 So beweist sie mir iren trutz 

Ohn verstandt, ursach, noht und nutz. 
Umb ding, das sunst lacht iederman, 
Darff sie fangen ein hader ahn, 
Und denn eins in das ander mengt; 

15 Und solchen hader sie verlengt 
Oft einen gantzen halben tag. 
Meinst, das sey mir ein kleine blag. 
Die mir zu hertzen geht gar pillig. 

[C 3, 3, 23] Melisso spricht: 

20 Ey lieber, ich wolt sie gutwillig 
Mit senfften werten davon weissen. 

Joseph spricht: 
Jha so thuts, sam wöls sich abreissen, 
[K 3, 3, 6l] Ob ich gleich nimb süßholtz ins maul, 

25 So thuts, wie ein schelliger gaul 
Und wirt nur hefftiger darfan, 
Kein guten bscheidt nimbt sie nit an, 
Aller sach wil sie haben recht. 
Ahn ir so hilfft kein guthat schlecht, 

30 Wie freundtlicli ichs halt frü und spadt 
Und zeuch ir alle ding zu raht 
Und thu als was ein biderman 
Dergleich in seinem hauß sol than. 
Was ich ir zu dienst schenck und kauff 

35 Im handel, arbeit, reit und lauff. 



« 



3 C meinest. A meinst. 7 C auch] fehlt A. 8 CK zu tisoh. zu] 
fehlt A. 19 A Melissft. 23 OK wöls. A wöl sie. A abreissn. 35 CK loh. 



126 

Das als lests mich geniesen nit * 

MeÜBSO spricht: 

[A3, 3,3 lo] Wenn sie denn hat ein solchen sit, 
So wolt ich sie an solchen orten 
6 Auch betroen mit schelter-worten, 
Ob du möchst stillen iren zom. 

Joseph spricht: 

Ja wol, der raht ist gar verlorn. 

Wenn ichs mit einem wort du schelten, 
10 Mit siebnen thut sie mir vergelten, 

Mit Worten ist sie mir zu gschwindt, 

Auff alle wort sie aaßred findt. 

Ist zwar snnst auch nit wol beredt, 

Im zorn aber der pock angeht, 
15 Als denn wirt ich geschmecht von ir, 

Ein hnndt nem nit ein brot von mir. 

Schaw, solichs treibt sie frü und spadt, 

Darfür weiß ich kein hilff noch raht. 

Meinst du, das sey ein schlechte pein? 

20 Melisse spricht: 

Ach, lieber, meinst, du habst allein 
Am hertzen ein nagenden wurm? 
Ich ^elb hab auch in anderm farm 
Ein anfechtung, die mich bekümmert 
25 Und mein frewdt teglichen za-drümmert, 
Dip ich doch keinem menschen klag. 

Joseph spricht: 

Mein lieber Melisse, so sag 
Mir, was crentz dir mag ligen ahn. 
30 Da bist doch ie ein junger man, 
Gesundt von leyb und reych ahn gut. 

Melisse spricht: 

So wiß, das mich betrüben thut, 
Wiewol ich grosse reichtumb hab : 

2 A M^issa. 3 OK hett 5 ? sohelterworten. CK soheltworten. ^ 
folehen Worten. 9 OKthu. 13 K auch] fohlt AO. 25 OK tegliohen. Ategiio^' 



127 

Gesundtheit, schön und ander gab, 
Bin fridtsam, einzogen und stil, 
ledoch mein niemandt achten wil, 
Der lieb und freundtschafft zu mir sucht 
$ Id] Oder zu mir het sein Zuflucht. 
Des leb ich gleich alhie auff erdt 
Yerhast, unachtsam und unwerdt, 
Man lest mich gehn gleich wie ich geb. 
Meinst nicht, das du mir heimlich web, 
10 Das sich iederman vor mir scheucht, 

Mein lieb, freundtschafft und gselschafft fleucht. 
Muß einsam bleiben frtl und spadt. 

Joseph spricht: 

Darfür weyß ich kein hilff noch rabt, 
15 Denn ob du mit gaben und schencken 
Die leut freundtlich möchst zu dir lencken ; 
Holdtselig machen gab und schenck. 

Melisse spricht: 

Ich thus, mein Joseph. Doch gedenck, 
20 Lieb und freundtschafft geredt nit wol, 

Welche man erst erkauffen sol. 

Es gebiert lauter heuchlerey, 

Do weder lieb noch trew wont bey. 
62] Darumb so' ist dein raht verlorn; 
25 Ich glaub, ich sey darzu geborn 

Hie auß der planeten ein-fluß. 

Das ich mein zeit verzeren muß 

Ohn freuntschafft bei den menschen allen. 

Joseph spricht: 

80 Melisse, mir ist eingefallen. 

Das gester von Jerusalem 

Zwen herren kummen sindt von dem' 

Hocbweissen könig Salomon, 

Haben mir beidt gezeiget ohn, 
35 Wie er in hab geholfen beiden 

Von irem trübsal, angst und leiden 

Des. ACK Der. 9 CK thu. 16 CK lenoken. A locken. 17 
Lig. 28 ? bei] felüt A. CK der. 33 und s. 128, 3 A Salamon. 



Meli.» .P''*'^ 

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129 

* • 

und David zeuget Salomon: 

Der bin ich, sitz anff seinem thron. 

Marcolfua spricht: 

König Salpmon, so merck mich recht, 
5 Bin auß der Rnsticaram gschlecht, 

Rnsticas gebar Rnstinckum, 

Rnstinckas gebar Rastibaldnm, 

Rustibaldus gebar Roßfarzam, 

Roßfarzas gebar Roßschednm, 
10 Roßschedas Marcolfum gebar: 

Der Marcolfus bin ich fürwar. 

König Salomon spricht: 

Ich merck, da bist kleffig zumal; 
Darumb wilt sein auff diesem sal, 
15 So schweig und thu gar nichtsen klaffen, 
^ » 3, 63] Mit grösr weißheyt hab ich zu schaffen. 

Marcolfus spricht: 

Köng, ich wil schweign unden und oben, 
Du thust alhie dein weyßheyt loben. 
20 Ich glaub, das du hast böß nachtpawrn. 

König: Salomon spricht: 

Schweig und halt* dein maul, allers-laurn! 

Gott hat mir geben solch weyßheyt 

Für all auff erdt zu meiner zeyt, 
25 Drey tausendt sprüch hab ich geredt, 

Fünff tausendt liedr ich dichten thedt 

Von aller stein und krenter krafft, 

Der pauroen frücht und wurtzel-safft, 

Vom meer. Aussen und brnnnen frischen, 
80 Von Yögel, thier, wurmen und fischen, 

Von menschlicher natur und art 
3, 32o] Und was auff erdt geschaffen wart. 

Derhalben so kummen zu mir 

Auß allen königreychen schier 
86 Leut, zu hören diese weyßheyt, 

^ gebar doppelt. 18 E Eöng. A König. 26 ? liedr. ACE lieder. 
''on meerflUflsen. 30 A Flohen. 
Sachs. XIV. 9 



130 

• 

Aach ob iemandt zu dieser zojrt 
Mir hie wolt retersche anffgeben 
Oder zu fragen het darneben 
Heimliche ding von der natur 
5 Oder von des himels figur, 

Von Planeten, sonn, mon und stern; 
Aber ob etlich ander wem, 
So betten ein anligen schwer, 
Die mügen zu mir treten her, 
10 Ir ding für-bringen an den orten. 
Den antwort ich mit kurtzen Worten. 

Joseph tridt ein unnd spricht: 

Herr köng, ich hab ein grundt-böß weih, 
Die teglich peinigt meinen leyb, 

15 Bey der ich hab kein rast noch rw. 
Ob ich kein ursach gieb darzn, 
Doch sie stetz mit mir zancken thut, 
An ir hilfft weder böß noch gut 
Mit werten; wie ich das anfang, 

20 Kein friedt ich doch bei ir erlang. 
Ich bit, gieb du mir weyß und lehr, 
Das sich mein böses weyb beker. 

Der konig^ Salomon spricht: 

So geh du hin auff die genßbrucken, 
Da lehr die kunst in allen stucken. 

25 Joseph spricht: 

Wer ist darauff, der mich das 1er ? 

Der konig^ spricht: 
[C 3, 3, 24] Geh hin, kein wort sag ich dir mehr. 

Joseph geht ab. [A 3, 3, 32d] Marcolfüs spricht: 
80 gsel, du hast dir ein weyb gnummen, 
Werst sein über drey jar wol kummen, 
Derhalb must nun bey all dein tagen, 
Weil du lebst, den Ölgötzen tragen, 
und must ir windel- wascher sein. 
35 Wolt, es wer kein böß weih allein, 



* 



13 Köng. A König. 26 A daraff. 



131 

Sie het denn ein meil zu der erden, 
So würdt manch maq gefreyet werden 
Von frawen-boßheit und arglist. 

Der könig spricht: 
5 Ir freundtligkeyt noch grösser ist. 

Marcolfus spricht: 
Du meinst vieleicht iren betrug? 

Der könig spricht: 

Marcolfe, du bist nit wol klug; 
64] Meinst, sie sindt all vol triegerey? 

Marcolfus spricht: 
Jha, und darzu vol schmeichlerey. 

Der könig^ spricht: 
Du leugst, ein fraw ist trew und gütig. 

15 Marcolfus spricht: 

Ja gleich unsteht und wanckelmtltig. 

Der könig^ spricht: 
Sie sindt auch demütiger art. 

' Marcolfus spricht: 
20 Ja eben vol stoltz und hoffart. 

Der konig spricht: 
Ein fromme fraw ist ehren-wert. 

33a] Marcolfus spricht: 

Ir sindt aber wenig auff erdt, 
25 Der bösen sindt wol dreymal mehr. 

Salomon spricht: 

Der frummen frawn in zucht und ehr, 
Der findt man vil mehr denn der mender. 

7 frawn. ACK frawen. 

9* 



132 

Heb dich von mir, dn fraweD-schender ! 

Bist nit aucli von eiiir frann 

Bist keim' frumiuen frawii wirdig worn. 

Ein fraw der ebreii tregt ein ki-an, 
5 Sie kati erfrewoa iren man 

Und Ihut mit fleiß ir hanU erbalten, 

Ein Iraw Jie ist ein trost dar alten 

Und der jungun ein süssigkeyt; 

Wer ohn t'rawen lebt diese zeyt, 
i> Der ist auff eidt lebendig todt. 

Darumb treib """ '" '■"'""■■ — >"■>» 

Oder dn mugt m. 



Nun icl] wil st 
15 Keins wcibs, v 

Het ich ein gu 

Uud auch ein b 

Und von Lauff 

Darmit wolt ich w nv.m 
20 Der huugor stöst mir zu dem hert 

Eönig SaloOioa apriaht: 
Ist icmanilt mehr hie auff t 
Der vor mir bat zu thnn ein frag, 
Der kumb und bring sein frag bcrfür, 
2fi Eh das beschlossen wirt dio tbilr, 

MeÜBBO tridt ein 11011(1 Bprioht: 
Heri' könig, iül] bin reich an gut, 
Doch ietteraian mich schewen tbul, 
Gar iiiemaiidt niicJi bat lieb noch wordt, 
33b] Meiner gselscliafft noch frenntschafft gert, 
Da geh ich umb sam gantz verauht. 
Des mich befrübt und trawrig macht. 
Ich bit, mich nntorweiß in dem. 
Das ich werdt lieb und angenem. 
3ft König Salomon spricht: 

ich] fehlt K. CK einr. A einer. ! frttwn. AC Prawen. 
n. 17 ? auch] fehlt ACK. 31 CK Da geh. 



133 

' Fach an und hab am ersten lieb. 

MelisBO spricht: / 

0, klerer Unterricht mir gieb. 

König: Salomon spricht: 

5 Weich, Unterricht hast du genug, 
Du merckst mich wol, bist anders klug. 

Melisso geht ab. Marcolfas spricht: 

Der ist ein rechter wenten-schimpff, 
[K 3, 3, 65^ Er kan weder schertz noch gelimpff, 

10 Freundtlich wie ein faust auff eim aug. 

Und bösen kopff, ein scharpffe laug. 

Er lacht allein, ist frölich bsonder, 

Wenn ein schiff geht mit leuten undter; 

Hat ein muncketen, eigen sin. 
15 Darumb ist niemandt gern umb in, 

Sonder viech und leut vor im fleucht 

Und alzeit sein bey-wonung scheucht. 

König, hab ich geurteilt recht? 

König Salomon spricht: 

20 Marcolffe, laß in ungeschmecht. 

Der man hat ein erber geraüt 

Und sich vor allen lästern hüt, 

Hat lust zu ehr und redligkeit. 

Doch sein unfreundtliche gwonheyt 
25 Kan durch mein rat gewendet werden 

Und Wirt noch lieb und wert auff erden, 

[A 3, 3, 83c] Salomon spricht weiter: 

Wer klopfft dauß? geh und laß in ein. 

Marcolfas spricht: 
so Es wirt des bösen weybs mann sein. 

Joseph kumbt wider unnd spricht: 
Dürchleuchtiger köng, ich kumb wider, 

9 CfK gelimpff. A gUmpff. 12 CK bsonder. A besonder. 27 ? weiter] 
fehlt AOK. 32 ? köng. AO König. 



134 

Bin anff der genßbruck gwesen sieder. 
Ich kao mich aber aaß den gschichten 
Weder wenig noch viel gerichten, 
Was aaff der genßprack ist geschehen. 

h KSniff Salomon sprioht: 

Was hast da anff der genßpruck gsehen? 

Joseph spricht: 

Ein maultreiber, der drieb ein maul, 
Das war stetig, stützig und faul. 

10 Als er es nit von Stadt kund bringen 
Weder mit böß noch guten dingen, 
Da fasset er es kurtz beim zttgel 
Und zog berfür ein guten brügel, 
Da schlug ers maul, der beiloß dropff, 

15 Über die lendt und umb den kopff, 
Das es mich selb erbarmen thet; 
Und als ich in darumb anredt. 
Sprach er: Ich weyß des maul natur, 
Wann es wil sein geschlagen nur. 

20 Nach dem und er das maul Jang schlug. 
Ging es hin und sein bürde trug. 
Was lehr ich draaß? laß michs versthan! 

Konig Salomon spricht: 

Thu auch wie der maultreibr hat than: 
25 Weil dein weyb nichtsen geben thut 
[A 3, 3, 33d] Umb 4eine wort böß oder gut 
Und helt dir alzeyt wider-part, 
So ist sie vieleiclit auch der art, 
Das sie nur wil geschlagen sein, 
so Derhalben so das hilfft allein, 

So nimbs auch kurtz bey einem zopff 
Und Schlags mit fensten umb den kopff. 
Das thu, so offt sie thut rumorn 
Mit einem so wütigen zorn 
85 Ohn ursach, noht, frech und unbillig. 
Das thu, biß du sie machst gutwillig, 



t» 



1 OK gwesen. A gewesen. 24 CK maultreibr. A Maohreiber. ^^ 
CK deine. A dein. 31 CK einem. A eim. 



135 

Geschlacht, ghorsam und unterthan, 
Das sie bleib fraw, und du bleibst man. 
Doch solchs thu als fein mit vernunfft, 
Dieweil doch ist die weiblich zunfft 
5 Der schwechst werckzeug, wie Paulus spricht. 
Geh ab, nun hastu dein bericht. 

Joseph gehet ab. Melisso kiimbt unnd spricht: 

1, 66] Großmechtger köng, ich kumb auch wider, 
Ich hab dein raht nach- trachtet sider, 
10 Der was also, ich solt vor lieben; 
Hab mit gedancken mich umbtrieben, 
Wen sol ich liebn? das west ich gern. 

König Salomon spricht: 
Von dem du wilt geliebet wern. 

15 Melisso spricht: 

Ja, es wer meins hertzen beger, 
Das mir iederman freundtlich wehr 
Und hilt mich günstig, lieb und werdt, 
Niemandt außgeschlossen auff erdt, 
20 Frawen, jungfrawen dergeleich, 
Edel, unedel, arm und reych. 
Und auch die jungen sambt den alten. 

34a] Der könig spricht: 

So thu dich freundtlich umb sie halten 
25 Mit Worten, wercken und gebern, 

Als denn sie dir auch freundtlich wern; 

Wann ein gut wort das ander bringt, 

Ein guthat zu der andern dringt, 

Ein freundtschafft auß der andern wirt, 
30 Ein lieb die ander lieb gebirt. 

Schaw, wann du liebst also boldtselig, 

So wirst auch iederman gefellig, 

Lieb und auch werdt bey iederman, 

Diß hast leicht biß her nit gethan, 
, 25] Sonder dich hochmütig gehalten 

roßmeohtger. AGK Großmeohtiger. EkOng. AG König. 12? liebn. AOKlie- 
CK za] fehlt A. CK dringt. Animbt. 30 B gebirt. A würgt. OK Uebe wirbt. 



136 

Bey fraw and man, jnngen und alten, 

Und sie gleich auß eim stoltz veracht, 

Darmit dir selb angnnst gemacht, 

Das man dich veracht allen enden, 
5 Des magst durch meinen rabt wol wenden. 

Wo du mir folgst in diesen stücken. 

So mag es dir auch wol gelücken, 

Das du forthin nun wirst auff erdt 

Den leuten angnem, lieb und werdt. 
10 Nun wil ich in den tempel gohn, 

Dem herren ein brandtopffer thon. 

Der konig geht auß, Maroolfus spricht: 

Ja, herrlein, laß mich meßner sein, 
Wenn man opffert semel und wein, 
15 Fladen und feiste speckuchen, 

Wolt ichs credentzen und versuchen ; 
Wenn der mag hebt mir ahn zu brummen. 
Der koch der wil zu lancksam kummen. 

Marcolfus get auch aus. Joseph tridt ein unnd spricht: 
20 Melisse, hast auch dein bescheidt? 

[A 3, 3, 34b] Melisse spricht : 

Ja überflüssig auff mein aydt 

Hab ich den rechten grundt der kunst. 

Dadurch ich lieb, freuhtschafft und gunst 
25 Erlangen mag bey iederman. 

Das ich fürwar vor nit hab than ; 

Ich bin gewesen stoltz und üppich. 

Hochmütig, rauch und gar auff-schnüppich, 

Pöckisch, muckisch gehn alt und jung, 
so Sam wer mir niemandts gut genung. 

Und gleich nach meim unfreuntlich brauch 

So hat man mich gehalten auch 

Für einen unfreundtlichen block. 

Für ein grob unverstanden stock. 
35 Des ist die schuldt gewesen mein. 

Forthin wil ich leutselig sein, 

11 ? herren. ACK Herrn. 19 ? Maroolfus get aaoh aus. Diese bemer- 
kung fehlt ACK. iill^«* 



2B £t 
in. 



137 

In wort üod wercken lindt und sidtsam, 
Gutwillig, holdtselig und mitsam, 
Grußpar und freündtlig iederman, 
7] Der obrigkeyt und undterthan, 
5 So Wirt ich auch lieb und angnem. 

Joseph spricht: 

Er hat dich recht gelert in dem. 
Folgst du, wirst lieb und wert der Stadt. 

Melisse spricht: 

.0 Sag, was er dich geleret hat. 
Wie du solt leschen dein fegfewr? 

Joseph spricht: 

Er saget, ich het fert und hewr 

Und erstlich in dem anefang 
.5 Den zäum gelassen gar zu lang. 

Das ichs nit erstlich het gebogen, 

Ihren eigen-willen abzogen; 

Nun sey sie mir halsterrig worn, 

Kün nicht mehr dempffen ihren zorn 
o] Weder mit bösn noch guten werten. 

So hat er mich an diesen orten 

Gelert, wie ich ir muß begegnen, 

Auff iren kopff sol ich ir legen 

Fünfffinger-kraut, fast auflF zwey pfundt, 
J5 Das ist der ertzeney ein grundt, 

Das mein weyb werdt ghorsam unnd gschlacht. 

Wol dem, der die ertzney erdacht. 



Die person in das apicl 

1. König Salomon. 

2. Marcolfus. 

3. Joseph, ein bnrger. 
i 4. Meliaso, ein burger. 

Anno 1550 ,iftc, am 29 tag November. 




139 



[A 3, 3, 34d] Faßnacht-spiel, mit 4persoiieii zu agim: 

Zwischen dem gott Apoline and dem Römer Fabio. 

Apolo tridt ein unnd spricht: 

Ich, Apolo, steig ab vom himel, 
5 Za schawen das menschlich gewimel, 

Wie es gleich einem amais-hauffen 

Ahn me thut durch einander laufen. 

Durch nnzal begir und affect 

Es in sehr grosem irthumb steckt, 
10 Darinnen ir sehr viel verderben, 

Elendt in eigner hardtsel sterben ; 

Keiner fragt nach dem besten teil. 

Das im selb kem zu nutz und heil. 

Das selb zu lern kumb ich auff erdt. 
15 Wer zu mir kumbt und das begert. 

Mir ein gefellig opffer thut. 

Dem wil ich erleuchten sein mut 

Und im den weg anzeigen eben, 

Fort-hin selig auff erdt zu leben. 

X'abiuB kumbt, kniet vor dem gott» reyobt sein opffer unnd 

spricht: 

Apolo, nimb an von mir 

Das opffer, so ich bringe dir, 
[K 3, 3, 68] Du oberster gott der weyßheyt, 

25 Lehr mich, wie ich in dieser zeyt 

Auff erden werdt mechtig und reych, 
[A 3, 3, 35»] Darinn zu leben seligleych^ 

* 

4 ? loh. ACE Aoh. 5 A Menohsliob. 6 B Omeis. ACE Amai. 
16 B einfeUig. 



140 

Mit arrnnt so bin ich herkummen, 
Und hab doch mein ursprang genommen 
Von dem geschlecht Fabiorum, 
Das zu Rom hat groß preiß und mm. 
5 Ich bit, gewohr mich meiner bit. 

Apolo spricht: 

Zatter jüngling, warumb das nit? 
Wilt du habn dein höchsten reichtam, 
So heb du ahn and sey hort-frum 
10 Mit gedancken, wercken ai}d worten, 
So wirst da reich an allen orten, 
Und ie mehr und du frümmer wirst, 
le grösser reichtham du regierst. 
So weit da bist der bit gewert. 

15 FabiuB spricht: 

Ich hab der frümkeyt doch auff ert 
Gesehen nie bey meinen tagen. 
Wo findt ich frümkeit? tha mir sagen, 
Wo ligt die war frümkeit verborgen? 

20 Apolo spricht: 

Darfür laß ich dich selber sorgen, 
Ich hab den weg dir zeigt aaff erden. 
Ob allem reychtum reich zu werden. 
Such die frümkeit, biß da sie finst. 

25 Fabius spricht: 

Ich verheiß dir in deim gotzdienst 
Zu dienen, weil ich hab mein leben, 
Wolst klerer unterrichtung geben 
Und mir anzeigen die persan, 
30 Bey der ich frümkeit finden kan, 
Dieweil doch Mmkeit machet reych. 

Apolo spricht: 

[A 3, 3, 35b] Ich schein all tag aaff ertereich. 

ledoch letzt bey der grossen menig 

8 ? liabn. ACK haben. 



141 

Der recht frummen sich alzeyt wenig, 

Des ist gleich ein entsetzung mir. 

Such du sie selb, wann es gilt dir, 

Weil du durch frümbkeit reich magst werden, 
5 Du finst noch wol frumb leut anff erden. 

Da nimb du ein exempel von, 

Was du solt lasseh oder thon. 

Ich muß anfaren an dem endt 

Wider an das hoch firmamendt 
10 Und erleuchten die gantzen erden, - 

Es wirt sunst nacht und finster werden. 

Apolo geht auß. Fabius spricht: 

Wo sol ich suchen die frümkeyt? 

Wer weiß, wo sie verborgen leit? 
15 Ich halt mir in mein gmüht also. 

Ich wil zum keyser Julio, 

Weil an reichtumb ist nit sein gleich, 

Er hat ie viel der königreich, 

Als Franckreich und Hispaniam, 
20 Armeniam und Traciam, 

Griechen, welsche und teusche landt 

Hat er als unter seiner handt, 

Unter sich er auch werffen thet 

Achthundert und noch etlich stedt, 
25 Und auch drey hundert nacion 

Regiert er unter seiner krön 

Und schier der gantzen weit umbkreyß, 

Darumb ich keinen reichern weiß. 

Derhalb wont im die frümkeyt bey, 
80 Ich glaub, er selb die frümkeit sey. 
[K 3, 3, 69] Da kumbt er selb der hort-frum man, 

Ich wil auff gnad in reden an. 

Julius Cesar kumbt unnd spricht: 

[A 3, 3, 35o] Fabi, was hast für gedancken, 
35 Mit dir ein inwendiges zancken, 
Das du also entsetzet siehst 
Und mit den henden also fichst? 

8 B anferen. 15 OK meim. K gmüth. AC gemüht. 21 B Teatsohe. 
36 OK entsetzet. A enietsest. B entsetzest. 



142 



Fabius neifirt sich unnd spricht: 

Sey gegrüset, du frümer keyser, 
Der weit ein gwaltiger durch-reyser, 
[C 3, 3, 26] Der gweltigst nnd der reichst anff erdt, 
6 Derhalb in wort, werck und geberdt 
Der aller-frümbst ob allen Gummen, 
Von dem dir solche reycbtum kummen. 
Cesar, weist mir zeigen ahn 
Die kunst, wie ich frum werden kan, 
10 Auff das ich auch anff dieser erden 

Durch solche frümkeyt reych müg werden. 
Das ist mein unterthenig bit. 

Julius spricht: 

Ich weyß von keiner frümkeyt nit, 

15 Sonder mit heuchlerey und schencken 
Thet ich den gmein man an mich hencken, 
Von eim ampt zu dem andern kam, 
Also ich in dem gwalt zunam, 
Biß ich endtlich dictator wardt, 

20 Da ich gantz blutdürstiger art 

Durch schwinde griff und listen scharpff 
Viel landt und leut unter mich warff 
Mit hilff schendtlicher verretrey, 
Darnach mit trntz und tyranney 

25 Ich den höchsten gewalt einnom, 
Ein einiger herr wart zu Rom, 
Vergoß viel bürgerliches blutz, 
Bet wenig acht auff gmeinen nutz, 
Fing an den bürgerlichen krieg, 

80 Da ich erlangt blutigen sieg, 

Darzu mich trieb bracht und hoffart. 
Schaw, mein Fabi, solicher art 
Hab ich in reychtumb zugenummen. 
Biß ich zum höchsten gwalt bin kummen 
[A 3, 3, 35d] Und nit durch frümkeyt, wie du meinst. 
Bey frümkeyt bleibst du wol der kleinst, 
Der frümkeyt hab ich nie geacht. 



*. 



7 BCE dir. A die. ISAEnnam. 23 CK verretrey« A yerreterey« SIADmuu 



143 

Wilt da haben reychtnmb und bracht. 
So must suchen ein ander straß, 
Denn die frümkeyt, gelaub mir das. 
Wer hat auff frümkeyt dich gewisen? 

5 Fabius spricht: 

Der gott Apolo thet beschliessen, 
Wo ich auff erdt reych werden wolt,- 
Der frümkeyt ich nadi-trachten solt, 
Die suchet ich, Cesar, bei dir. 

10 Julius Cesar spricht: 

Du feist; wilt aber folgen mir, 
So wil ich doch mit andern Sachen 
Am römischen hoff dich reych machen. 

Fabius spricht: 

15 Cesar, durchleuchtiger fürst, 
Weil mich in-brünstiglichen türst 
Nach reychtumb, was muß ich anfangen, 
Das ich sie auff erdt müg erlangen? 

Julius Cesar spricht: 
20 Da must du mein hoffdiener werden. 

Fabius spricht: 

Cesar, nur von hertzen gern. 
Sag nur, was muß zu hoff ich than ? 

Julius Cesar spricht: 

25 Das wil ich dir kurtz zeigen ahn: 
70] Du must in all rahtschleg bwilligen, 
Mir all hendel lohn und pilligen, 
Auch schwinde finantz helffen machen, 
Schetz zu samlen, und in krieg-sachen 
30 Must du die feindt helffen mit schwinden 
i6a] Verretters-stücken überwinden, 
Und dergleich was ich ger von dir. 
Wiltu das thun, so glob ahn mir; 

* 

bwilUgen. ACE bewimgen. 27 ? lobn. ACE loben. 



144 

Umb reychthumb darstu denn nit sorgen. 

Fabius spricht: 

Die stück sindt mir zum theil verborgen; 
Zeig mir die stück noch klerer ahn. 

6 Julius Cesar spricht: 

Ich maß eilendt int rate gabn. 

Kambst da gehn hoff, da wirst wol leren. 

Fabius spricht: 

Sag mir, sindt solche stück mit ehren 
10 Und billich, so wil ichs gleych wagen. 

Julius Cesar spricht: 

Wo du wilt nach billigkeyt fragen 
Und ern, so bleibst dein lebenlanck 
In armut liegn unter der panck 
15 Sampt deiner frümkeit und einfält 
Ohn allen reychthumb und gewalt; 
Dieweil da nit wilt volgen mir, 
Aide, so scheid ich ab von dir. 

Julius Cesar geht auß. Fabius sieht über sich unnd spricht: 

20 Apolo, da fioher gott, 

Ich merck, du treibst auß mir den spot. 
Hast mich gewissen auff frümkeit, 
Würt mich reych machen kurtzer zeyt; 
Hest mich auff list und gwalt gewiesen, 

25 Das möcht zu reychtum mir entspriesen. 
Zu ehren und zu grossem bracht. 
Ich merck, frümkeyt ist gar veracht. 

Apolo kumbt unnd spricht: 

[A 3, 3, 36b] Ich hab am firmamendt gehört 

so Dein kleglich gschrey, du seist bethört. 
Sag, bey wem hast du diese zeit 
Gesuchet die waren frümkeyt? 



1 E darffst. 12 CK nach. A noch. 14 ? liegn. ACK liegen. 



145 

Fabius spricht: 
Gleych bey dem keyser Julio. 

Apolo spricht: 

Kein frümkeit hast da fanden do, 
6 Sonder list, mort and tyranney. 

Fabius spricht: 

Da sagst war. Sag, ob er nit sey 
Aber mechtig, gwaltig and reych, 
Dem sindt dein lebr gar angeleich: 
10 Ich sol reych werden darch frümkeyt. 

Apolo spricht: 

Fabi, dein verstandt feit weit. 
Meinst, Jalias sey reych and mechtig, 
Daramb er sich erzeiget brechtig? 

15 Solch aberschwencklich herrsc^afft sein 
Bringt im ein anrüige pein : 
letzt hat er dort, denn da za kriegen, 
letzt that er ob-, denn anterliegen 
Mit anseligem blat-vergiessen, 

20 That vieler herrschaift ganst verlicssen, 
Die im denn wiederamb abfallen. 
Doch ob all andern lästern allen 
[K 3, 3, 71] That er mit gar viel bösen stücken 
Gemein and den senat vertrtlcken, 

25 Mit viel aaff-setzen sie beschwert. 
Derhalb man seines todts begert 
Und hat ein bandt zasam geschworn. 
Das ist Jalias innen worn,- 
Das er in sorg and engsten schwebt, 

80 Unsicher, armatselig lebt, 
Dem alle-thürstigsten geleich. 
Wie kanst da in denn nennen reych, 
[A 3, 3, 36cl Welcher noch wirt erstochen zwar. 
Eh er regieren wirt vier jar? 

35 Wirt sechs and fünfftzig jar nit leben. 

22 CK all. A anoD. 3L CK Denn ane dürfftigsteD. 
Hans SachB. XIV. 10 



146 

Fabius spricht: 

Zeig mir ein frammen, dem ist geben 
Durch sein frümkeit grosse reichthamb. 

Apolo spricht: 

5 liest kendt den könig Numa framb, 
Der wart darch sein frümkeit and gat 
Zu Rom erweit durch sein senfftmut, 
Der nicht so mit dem schwerdt rumort, 
Sonder durch senfftmütige wort 

10 Die burgerschafft zu Rom geschweigt, 
Die gar zu kriegen war geneigt, 
Die er durch sein weißheyt orniert, 
Ohn als blutvergiessen regiert, 
Ohn all beschwerung und auffsetz, 

15 Samlet zusammen gar kein schetz 
Und zog das alter sambt der Jugend t 
Auff erbarkeyt, frümkeyt und tugendt; 
Mit guet auch sein feindt überwandt. 
Freundt und feindt in liebhaben kandt. 

20 In solchem sicher, friedling leben 
So hat Numa geherschet eben 
"Wol ein und viertzig gantzer jar, 
Dem gmein and senat günstig war. 
Und seiner frümkeyt halb in nandt 

23 Ein \atter seinem vatterlandt. 
Gleichsam göttliche ehr erwarb; 
Als er nun achtzig-jerig starb, 
Wurt gar ehrlich bestadt sein leych. 
Schaw, war der nit frumb, darzu reych? 

30 Schaw, solche frümkeyt lehr im ab, 
So wirst auch reych an gut und hab, 
Denn wirst erfinden mit der that, 
Das warhafft ist mein trewer xaht. 
Nun ich wil mich wider auffschwingen,' 

35 Tracht selber ernstlich nach den dingen. 

[A 3, 8, 36d] Apolo gehet ab. Fabius spricht: 

* 
6 C gut: sanfftmüt. 7 A senffmut. 11 A geniegt. 



147 

Wo sol ich nach eim frummen hin? 
Ja letzt feit mir in meinen sin 
Marcus Crassus, der oft zu Rom 
Also geredet hat mit nom: 
5 Kein hurger reych zu nennen tüg, 
Der nit ein gantzes beer yennüg 
Zu halten mit seim gut and gelt 
Ein gantzes jar im krieg zu feldt, 
Als er denn selb vermag allein. 
10 Ein recht bort-framb man muß er sein. 
Da kumbt er, ich wil in anreden, 
Seinr frümbkeyt halb zwischen uns beden. 

Marcus Crassus kumbt unnd spricht: 

Fabi, wie so bleych und gelber, 
15 Was redestu wider dich selber. 
Als ob die armut sey dein hüter? 
, 27] Sag, hast du heuser oder guter 
Zu verkauffen oder verpfenden, 
Ich hilf dir als andern elenden, 
so Sag frölig her ohn alle schew! 

(, 72] Fabius spricht: 

Danck sag ich dir der lieb und trew! 
Marce Crasse, ehren-frumb, 
Du namhafftigster in reychthumb, 
25 Ich bit, du mich dein frümkeit leren, 
Darmit du thust dein reychtumb meren. 
Das ich mich darmit dir vergleycb, 
Das ich auch wert durch frümckeit reich, 
Wie mich der gott Apolo hieß. 

80 llarcuB Crassus spricht: 

Fabius, verwar und gwiß 
Hat er dich nit zu mir gesandt ; 
Wann frümkeyt ist mir unbekandt. 

37a] Fabius spricht: 

35 Wie hast denn dein groß gut gewunnen? 

:!K meinen. A meinem. 9 denn] CK das. 25 B ihn. 26 B 
A mern. 31 OK gwiß. A gewiß. 

10» 



148 

Marcus Crassus spricht: 

Also merck: Als zu Rom verbrnnoen 

Viel heuser, die Silla zerstöret, 

Auch an zal viel burger ermöret, 
5 Und ir gut öffentlich war feil, 

Da kaufft ich des ein grossen teil; 

Die brauten hoffsteht ich einnom; 

Wer sie den pawen wolt zu Rom, 

Must mirs abkauffen wie ich wolt. 
10 Da trieb ich zanimen grosses golt. 

Das lieh ich denn auff wucher hin, 

Durch die stück ich reych worden bin, 

Dergleich durch ander böse stttck, 

Die mir all gerieten durch gltlck. 
15 Darmit hab ich reichthumb erworben, 

Der frümkeyt halb wer ich verdorben. 

Drumb sag mir gar von frümkeyt nit. 

Wilt aber reych werden, so tridt 

In mein fußstapffen und folg mir. 

20 . FabiuB spricht: 

Worinn solt ich denn folgen dir, 

Das ich auch reych werdt und ersam? 

Marcus Crassus spricht: 

Da fach an und brauch ahn all schäm 
25 All renck, arglist, falsch und betrüg, 

Fortheyl, alfentz, list unde lüg 

Mit Wucher, vorkauff und anschlag. 

Mit kurtzer eleu, falscher wag. 

Baldt du der sach machst ein anfang, 
80 So bringstus kurtzer zeyt in schwang. 

Das ein gwin dreibt den andern gwin. 

Denn wirst du auch reych wie ich bin. 

Fabius spricht: 

[A 3, 3, 37b] Ist sollichs als ehrlich und billig, 
35 So wil ich folgen dir gutwillig, 

5 CK war. A wäre. 1 9 BCK fußstapffen.. A fußstaffen. 26 ? unde. ACE vn<L 



149 

Und mag es anch mit frümkeit gschehen. ^ 

^ Marcus Crassus spricht: 

Wilt du nach der frümkeit umbsehen, 
So wirst du dein lebtag nit reych. 
5 Darumb ich eilendt von dir weich, 
Wil fort kein antwort dir mehr geben, 
Dich lassen in der armut kleben. 

Marcus Crassus preht ab. Fabius sieht gehn hymel unnd spricht : 

gott Apolo, erst merck ich, 
10 Das du gar hast betrogen mich: 

Das niemandt reych sey in der zeyt, 

Denn durch pur-lautere frümkeit. 

Nun ist ie Crassus worden reych 
[K 3, 3, 73] Durch stück der frümkeit gar ungleich. 

15 Drumb solt durch frümkeit ich reich werden, 

So blieb ich ewig arm aulf erden. 

Darumb ich billich dich nit ehr, 

Weil mich verfüret hat dein lehr. 

Apolo kumbt unnd spricht : 

20 Dein thorhafft klag hab.ich vernummen, 

Bin wider rab von hymel kummen, 

Mein rath dir machen klar und offen. 

Du hast Marcum Crassum antroffen, 

Den der geitz gentzlich hat besessen, 
26 Der alle reychthumb auff thut fressen. 

Ohn all frümkeit mit bösen stücken 

Thut er die armen gmein vertrucken. 

Wievil er uberkumbt reichthumb, 

Schaudt er nur nach eim andern umb, 
30 Sam hab er gar nichts in der handt. 

Des Wirt er wol der eianest gnandt. 

Mit sorg und angst er sie beschleust, 
[A 3, 3, 37o] Jedoch ir selber nit genewst. 

lederman ist im feindt und gram, 
86 Derhalb er auch in Parthiam 

* 

12 ? lautere. ACE lauler. K frömmigkeit. 15 B reich. A gleich. 17 
B Darumb. A Drumb. 29 nach. A noch. 3 1 C gnant. A genandt. 




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Secl), was ich in tneinib hauso tliu; 
Wann ich achem mich desselben nit. 
Schaw, so früneküch war er gesit. 
Und als er nun verachieden war, 
Trawret Rom umb in ein santz jar. 
Wiewol er gar arm war darbey, 
So sprich ich doch, and das er sey 
Der reichst genest in der stadt Rom 
Mit gedechtnns-winügen noin, 
Von wegen seiner hort-frünikeyt 
Gelohel wirt in ewig ueyt. 
Da Crassns all seiner reichtumb 
Hat weder ehr, lob, preyß und rumb. 
Sonder nar feindtsdmtft, neidt und spot 
16 Beide in leben und im todt. 
, 74] Derhalb, mein Fabi, sey du frurab, 
Das ist der aller-bost rejchtumb. 

Fabiua spricht : 
Apoio, zeig ahn dein raht, 
so Was adels t'rümkejt ahn ir hat, 
Das sie fQr all reichtumb aut^ erdt 
8ol sein so angnem, lieb und werdt. 

ApoIo spricht : 
Da ist frümkeyt ein solcher scbatz, 

»6 Darinn all tugendt haben blaiz. 
Frümkeit ist giiorsain und demütig, 
DiensthalTt, lioldtselig, trew and gütig, 
Friedtlich, freilndtlich, milt nnd mitsani, 
Redtlicb, anffrichtig and sitsam, 

so Stil, warbafft, verschwiegen, genUgsam, 
Bescheiden, senfitmUtig, gerügsara, 
Massig und züchtig alle zeyt, 
Sie handelt nach der billigkeyt; 
Des hat frümkeit den liöchsten thitol. 

S5 Wo du darnach lebest ahn mittel, 
So hast du ein sicher gewissen 
Und wirst mit unrw nit gepissen 

frOmbkliob. K fiömblicb. 6 ! gar] fehlt ACK. A 



152 



[A 3, 3, 38a] Und bist den göttern ^antz geleich. 
Derlialb biß frum, so bist da reych, 
Gott und den menschen lieb und werdt; 
Und wenn du abscheidst von der erdt, 

5 So bleibt dein nam gedechtnuß-wirdig, 
Hochlöblicb, aller weit begirdig, 
Mehr denn durch adl, gwalt und reichtumb. 
Wenn man sagt: er war gar hort-frumb, 
Seist hohes oder niders standts, 

10 ßist doch ein ehr des vatterlandts. 
Wie groß das scheint in dieser zeyt, 
Darinnen wol verborgen leit 
Viel trttbsal, angst, sorg und uhnrw 
Und ein böß gewissen darzu, 

15 Offt ein böß gerücht nach dem todt. 
Vor dem allen bewar dich gott, 
Der frtlmkeit gründt hast eigentlich. 
Nun wil ich wider schwingen mich, 
Auff mein wagn gehn Occident faren ! 

20 Die götter wollen dich bewaren. 

Apolo geht auß. Fabius beschleust: 

Erst bin ich völliglich gewert, 
Was ich von hertzen hab begert. 
Erst ist mir erklert die gantz sumb, 

25 Das frümkeit sey der war reichtum; 
Der wil ich mich durch all mein leben 
Mit wort und wercken gar ergeben, 
[C 3, 3, 28] Darmit ich wehr ein frummer man, 
Wil mein hertz gaV nit hencken ahn 

30 Zeitliche reichtum, gut und gelt, 
Darnach letzt strebet alle weit, 
Auff das frümkeit bey mir auff-wachs, 
Der höchst reichtum, das wtlnscht Hans Sachs. 

Die person in das spiel: 
35 1. Apolo, der gott. 



8 A wahr. 17 CK hast. A heist. 28 OK w«rd. 
herti. A meim Herrn. 33 430 verse. 



S9 OK mein 



Anno 1551, am 2 tag Septembri«. 

i Dftlum nioh CK, fehlt A. 





164 



[A3, 3, 38b. K3, 3, 75] Faßiiaclit - spicl mit 5 Per- 
sonen, der anersetlich geitzhnnger genandt 

SimpliciuB, der einfeltig:, tridt ein, redt mit ihm selb unnd 

spricht: 

5 Das glück hat mir gewöllet wol, 

Das ich hezalet hin für vol 

Von meinem glanhiger alhie, 

Dieweil ich darnmh ie and ye 

Gesorget hah nun hey zwey jaren, 
10 Weil die lenfft also seltzam waren. 

Nun hin ich fein hzalt, gott sey loh. 

Hah nun ein ander sorg daroh, 

Wo ich nnn mit dem gelt hin sol, 

Das es mir würt hehalten wol ; 
15 Wann ich es ie nit mit mir ftlr; 

Wann so ich anß-gekondtschafft wür, 

Würt es mir anff der straß gennmmen. 

Doch ist mir in mein sinn ietzt kämmen 

Lax Reichenhnrgr, der stadthafft man. 
20 Den seihen wil ich langen ahn, 

Das er mirs hbdaAt zntrewer handt, 

Biß das ich wider knmh zn landt. 

Ich wil in Sachen mit za haaß; 

Hoff, er schlag mir den dienst nit auß. 

Simplicius geht auß. [AB, 3, 38o] Lux Beiohenburger kumbt 

unnd spricht: 

^, Ach weh, weh, meins hartseling lebens, 

9 CK Gesorget. A Gesaget. 11 CK bialt. A beialt. 19 ? Belehen- 
borgr. ACK Reiohenburger. K standhaft. 24 A nit. 



l&ö 

All müh und fleiß die sindt vergebens, 

Weil sich von mir hat das gelück 

Gewendet gar in allem stück, 

Hab das jar vil schaden erlitten: 
5 Mein berckwerck hat sich gar abgschitten; 

Mein factorey ich nit mehr hab; 

So schlecht das koren teglich ab; 

Anch hat mein formandtschafft ein endt, 

Drob ich wol hab gewermbt mein hendt; 
10 Hab tansendt gnlden feyrent liegen, 

Kan auch kein herrn darzn erkriegen, 

Der mir pro cento neun wil geben; 

Mir ligt mein bandel anch dameben; 

Hab diß gantz jar mit all mein thunen 
15 Nit aber tansent gülden gwnnnen. 

Glück, wo du dich nit wilt verkeren, 

Weiß ich mich gar nit zu emehren. 

Die frcLW kumbt und spricht: 

Mein herr, gebt uns ein klein scharnützel, 
20 Das gelt zu marck wer sunst zu lützel. 
Ich muß gehn; es hat zwey geschlagen. 

Beiohenburger spricht : 

Hab ich dir nit erst vor acht tagen 
Ein guldn gebn? wo iiastus hin-thon? 

25 Die fraw spricht: 

Darumb ich ein-gekauffet hon 

Dfe Wochen rubn, krawt, fleisch und brot, 

Und was sunst in das hauß ist noht. 

Reichenburger spricht: 

so Ja, das muß dein der teuffei walten, 
Du must vil genewer hauß-halten. 
Mit dem grosn loffl nit richten ahn. 

A 3, 3, 38d] Die fraw spricht: 

Das thu ich teglich, lieber man. 

7 K Koren. AC Korn. 10 CK feyrent. A feyrat. 20 CK gelt. A gelti. 
1 CK geeohlagen. A gsohUgen. 30 ? dein] fehlt AOK. 31 ? tU] fehlt ACK. 



166 



Beiohenburser spricht: 

Schaw, brich dem banßgsindt noch mehr ab, 
Weil ich ietzt viel za bawen hab, 
[K 3, 3, 76] Die fenster flickn, die stabn verstreichen, 
5 Den offen bessern, nnd dergleichen. 
Wo wollen wir gelt darzn nemen? 

Die fravir spricht: 

Mein herr, ir dürft euch des nit gremen, 
Steigert ewr zinstlent dester baß. 

10 Beichenburgrer spricht: 

Das thn ich sonst ohn unterlaß, 
Steigers all jar, thn mich nit Schemen, 
Anch thnt mich in dem hertzen gremen, 
Das mir der stalbnb vor acht tagen 
15 Ein altes wammes hat entragen. 

Die fraw spricht: 

Und mir die magdt ein nnterhembdt. 
Hat mir auch ein schlafhanbn empfrembt. 
Find ichs, sie muß mirs tewr zaln gnug, 
80 Drey pfundt ich ir am lohn abschlug 
Für hefifen, die sie mir hat brochen. 

Simplicius klopfit ahn. Beichenburger spricht: 
Geh, schaw, wer an der thür ist pochen. 

Simplicius kumbt mit dem geldtsack unnd spricht; 

25 Mein herr, ich kumb zu euch auff trawen, 
Ich sol ein meß zu Leon bawen 
Mit ander mein geferten allen. 
[A 3, 3, 39a] Nun sindt mir tausendt gülden gfallen 
Alhie, von einer schuldt zu-gstanden, 
80 Die wolt ich euch zu trewes banden 
Zu bhaltn geben, mit grosser bit, 
Beger des umb ein sunst auch nit. 
Das auff zwey monat ohn gefehr, 



9 ? dester. CK desto. A des. 



157 

Biß mir gott wider hilfft liieher. 

Beleben burger spricbt: 

Fremb gelt nimb ich nit gern ahn, 
Das mein ich kaum verwaren kan. 

5 Simplicius spricht: 

Ach herr, thut mein im bestn gedencken, 
Wil der frawn ein bar thaler schencken. 

XSr gibt ir die thaler. Beichenburger spricht: 

Nun von wegen deiner grosn bit 
10 Behalt ich dirs, ich thets sonst nit. 

Simplicius spricht : 

Nembt den sack, er ist verbetschiert, 
Keins gülden der zal manglen wirt. 
Aide, mit wissen ich abscheidt. 

15 Beichenburger spricht: 

Fahr hin, und das dich gott beleidt. 

Simplicius geht ab. .Beleben burger spricht: 
Was sol ich mit dem gelte thon? 

Die fraw spricht: 

20 Weil ich zwen thaler hab zu lohn, 
Yielleicht thnt er dir auch ein schenck. 
Hört, was ich mir heimlich gedenck: 
Wenn dieser kauffman schaden nem, 
[ A 3, 3, 39b] Etwan auff der Strassen umbkem, 

26 So wer das gelt gleich recht für uns, 
Wer ebn ein hejrrat-gut unsers suns, 
Wenn er etwan ein weyb würt nemen. 

[K. S, S, 77] Beichenburger spricht: 

Wie. wenn aber sein erben kemen, 
30 Den selben müst wir das gelt geben. 

Die ftaw spricht: 
18 CK gelte. A gelt. 



Ey wer 
Wo er c 


in sagen so eben, 
;elt hin bet gethan 


? 




obenburKsr epricht: 


Er ist z' 
Freylich 
Weil er 
Auf blof 


ein einfeltig man, 

tz uDgCDiet berknmmen, 

n hatidlscbrifft bat genommen, 

ort uns darumb trawt. 




Die firaw Bprlcbt: 


Ach, liel 
Kurobt e 
So laugD 
Dieweil < 


PiT haTil UmP. null 


schant. 
emeldt, 

t bat.' 


Du gibst 
Solt wir t 
So verlttr 
Der gut mi 




t: 

perg hanen, 
Yon mir. 



Die Anw aprieht: 
Ach, ein groß ansehea hat ir, 

2v So ist er frembt and nnbekandt, 
Derhalb sieb sein annimbt niemaadt, 
Seiner wert glaubet nieroandt da; 
Ewr nein gilt viel mehr, denn sein jha. 
Fordert er euch gleich für gericht, 

IS Ir findt wol ein, der euch ferficht. 

3o] Der fremb wirt einen kurtzen schieben. 

Beieben btirger spricht: 

Wenn uns die tansendt gniden blieben, 
9] Das ner nol gut. Doch sag uns mehr, 
so Wo blieb denn nnser trew und ehr? 

Die trB.w aprioht: 
Der trew acht wir uns sunst nit fast, 
Trew Eckart war nie unser gast. 



36 CK lartiei 



169 

Die ehr wechst aber mit dem gut, 
Kein arges man euch trawen thnt, 
Es dörfifts auch niemandt von uns sagen^ 

Beichenburger spricht: 

5 Mein weib, noch eins maß ich dich fragen : 
Wie würs mit unser seelen sthen? 

Die fraw spricht: 

Wirt uns gleych wie den andern gehn, 
So finantzen und wucher treiben, 
10 Bey welchen wir sunst ahn das bleiben. 

Beichenburger spricht: 

Weyb, du hast mich beredt fürwar, 
Zu thun nach deinem fürschlag gar. 

^ Die firaw spricht: 

15 Ja, lieber herr, warumb das nit? 
Tausendt gülden sein gut darmit. 
Schaut, wie schön durch den sack sie glitzen. 

Simplicius klopfPt ahn. Beichenburger spricht: 
Schaw, wer thut an der thür an-schmitzen? 

20 Die fraw schaudt und spricht: 

Botz leichnam angst, es ist der man. 

Beichenburger spricht: 
, 39d] Lauf, mach auff, laß in einher gähn. 

i, 78] Simplicius kumbt unnd spricht: 

25 Gott grüß euch, mein herr, letzt ich kumb 
Mit gottes hilffe wiederumb. 

Beichenburger spricht: 
Mein freundt, was wer ewer beger? 

Simplicius spricht: 
i. würds. 



160 

Das ir mir wider antwort her 

Die tansendt goldt-gnlden die alten, 

Die ich each nnr gab zn behalten. 

Beiohenburfirer spricht: 
5 Was tansendt guldn? ich mein, dir traflm. 

Simplicius spricht: 

Mein herr, hab ich ench nit in ghaflm 
Ein sack mit tansendt gnlden geben? 

Beichenburser spricht: 

10 Ja, etwan meimb nachtbanm darneben 
Hast dns geben zu treneß banden. 

Simplicins spricht: 

Ist doch ewr fraw darbey gestanden, 
Ists nicht war, tngenthaffte fraw? 

15 Die firaw spricht: 

Nein, lieber man, auf glaub und traw, 
Hab euch mit wissen nie gesehen. 

Simplicius spricht: 

Mein fraw, wie mQgt ir söllichs jehen ? 
so Hab ich euch doch zwen thaler gschenckt 

Die firaw spricht: 

Ich glaub, ewr yemunfft sey verenckt 
Oder vieleicht habt ir das hier? 

[A S, 3, 40a] Simplicius spricht: 

25 Es ist ewer schertz, lieber herr. 
Das ir mir für das gelt thut laugen. 

Beichenburger spricht: 

Ich hab dich nie gsehen mit äugen. 
Magst wol ein abenthewrer sein. 
80 Heb dich baldt hienauß auß dem mein, 

« 

11 CK dns. A dn. CK trewes. A trewß. 25 CK ewer. A ewr. 



161 
Oder ich würff dich ab all stiegen. 

Simplicius spricht: 

Welt ir mich ninb das mein betriegen, 
Ich wils dem borgermeister klagen. 

5 Beichenburger spricht: 

Da thn ich eben nichts nach-fragen. 
Wilt mit schalckstücken du umbgehn, 
Du magst baldt in dem loch auffsthen. 

Sixnplioius geht ab, Beichenburger spricht: 

10 Die schantz ist ans wol halb geraten; 

Er ist mir zu schlecht in den thaten, 

Er heisset wol Simplicius, 

Seiner einfeit ich lachen muß. 

Komb, laß uns auf den boden gähn, 
15 Sehen, wieviel wir koren han. 

Sie gehn beidt ab. Simplicius kumbt, redt wider sich selb 

trawrig und spricht: 

Wie sol ich meinen dingen than, 
Weil. für das gelt laugnet der man? 
20 Das ein getrewen man ich het, 
Dei* in der noht mir beystandt thet! 
' Was geht dort für ein man daher? 
Wie, Wehs mein frenndt Sapiens wer ! 
Er ists, ey, wont er in der Stadt? 
[A 3, 3, 40b] 0, bey im wil ich suchen raht! 

/ Sapiens kumbt unnd spricht: 

Simplici, schaw, was magst du hie? 
[K 3, 3, 79] Trawriger sah ich dich vor nie. 
Ist dir was unfals zu-gestanden? 

80 Simplicius spricht: 

Mir kumbt ein fall ietzundt zu banden, 
In den ich mich nit richten kan. 

Sapiens spricht: 

« 
15 ? koren. ACE üonk. 27 E maohstn. 

Hans Sachs. XIV. H 



laa 

Lieber, was ists, das zeig mir ahn, 
Ob ich dir möcbt behilfflich sein. 

SimplioiuB spricht: 

Ich weyß, frey mich von hertzen dein. 

5 Dem Reichenburgr alhie, dem alten, 
Hab ich zu trewßhanden zu bhalten 
Geben tansendt gnlden an goldt, 
Die er mir widr antworten solt, 
Wenn zwey monat weren hienomb. 

10 Itznndt so ich von Leon knmb. 
So tlint er für das gelt mir langen, 
Thnt, sam er mich vorhin mit aagen 
Sein lebenlang nie hab gesehen, 
Trieb mich von im mit tro und schmehen. 

15 Raht, Sapiens, was sol ich than? 

Sapiens spricht: 

Mein Simplid, hat dir der man 

Umb das gelt geben sein handtschrifft ? 



Simplicius 



20 Nein. 



[A, 3, 3, 40c] 



Sapiens spricht: 

0, das ist böß und lauter gifit! 
Wer ist darbey gewest, das du 
Das gelt im hast gestellet zu? 

Simplicius spricht: 

Niemandt war darbey, dann sein fraw. 
Der schenckt ich zwen thaler, und schaw, 
Die kendt mich gleych so weng als ehr. 
Raht, wie es anzugreifen wehr? 

30 Sapiens spricht: 

Ach, du hast gantz thörlich gethan. 
Das du vertrawt hast diesem man 
Ahn handtschrifft oder lebendt zeugen. 



5 ? Reichenburgr. ACE Reichenburger. 8 ? widr. 
? weren; ACE wem. 28 CK weng. A wenig. 



ACE wider. 



las 

Das er das gelt dir nit kündt leagen. 
Sixaplioius spricht: 

• 

Ach, ich hab ja zu weit vertrawt, 
Anff sein grosses ansehen bawdt, 
5 Weyl er ist so achtbar und herrlich, 
Fürnem, großbrechtig unde ehrlich, 
Der besten einer dieser Stadt. 

Sapiens spricht: 

Der groß schein dich betrogen hat 
10 Und der groß naro. Hest mich rats gfragt, 

Wolt dir viel stücklein haben gsagt, 

So er den leuten hat gethan, 

Die nit zimmen eim biederman, 

Wiewol es niemandt reden thar. 
15 Der geitz hat in besessen gar. 

Niemandt gern mit im zscbafifen hat. 

Simplicius spricht: 

Wie riethst, wenn ich in vor dem raht 
Beklaget oder vor gericht? 

20 Sapiens spricht: 

Dieweil du hast kein handtschrifft nicht, 
Noch zeugen die ding zu beweissen, 
Würt dich der teuffl erst mit im bscheissen. 
Und wenn es auf das best dir wür, 
85 Er einen aydt dir darfür schwur. 

[A 3, S, 40d] Simplicius spricht: 

Sol mein gelt sein denn gar verlorn, 

Nit wunder wer, das ich in zorn 

Im durch sein wampen stech ein messer. 

[K B, S, 80] Sapiens spricht: 

Ey, gedult tragen ist viel besser, 
^eyl du, gott lob! ein merers hast. 
Simplici, mir feit ein, mein gast, 

Der mit köstlichn kleinaten handelt, 

« 

1 1 OK haben. A habn. 18 CK riethst. A riedts. 23 CK teufl. A tenffel. 

11* 



Viel amb ■ 

"Wie, wenn 

Fast volle] 

Als ob kle 

6 Und kern : 

, 30] Gab imbs 

Als eim v( 

Und wenn 

Das du eil 

10 Uod forde: 

Dein tansc 

Vielleicht 

Auif das e 

Und den s 

u So er dir 

Möcbt er 



164 

1 Beicbenbnrger wandelt, 
lein gast ein scbreinlein kleyn, 

ay und kisselstein, 

iter weren drin 

n Reicbenburger hin, 

bbatten in sein but, 
.■awten freunde gat. 

gleicb stundt im gesprecb, 
}tst, und best dein specb 

aucb mit senfTten werten 



Acb, dein ra und eben; 

Wann es das „ , 

io List zu überwinden mit liat. 
Mein Sapiens, ricbts also ahn, 
Ich wil mit dir zn banse g^n. 
Ghrat oder ghradt nit, wil ich doch 
Ein bar thaler geben ins gloch. 

sahen alle auB, Beichen burger kumbt unnd spriobt: 

4Ift]Wo mir die tansendt gülden bleiben, 
Wil icb der hendel noch mehr treiben. 
Wer nit pratick und gscbickligkeyt 
Itzt braucbt, der bleibt dabinden weit 

30 Die fraw kumpt und spricht: 

Mein berr, mir feit in meinen sin: 
Meint ir, der kanffman sey schon bin 
Und liab sich seins gelts schon verwegen? 

Relohflnb arger epricht: • 

95 Glaub wol, er wer nit weiter fregen. 



165 

ich bin im zu hoch, das er sich 
Hie darff aaffpaamen wider mich. 
Geh, schaw, wer klopffet ahn so spat. 

Die fraw lauffb und spricht: 

5 Es ist der alt kauffherr, der hat 
Die gar köstlichen kleinat feyl. 

Beiohenburger spricht: 

Geh, laß in ein mit grosser eil. 
Er wil leicht etlich kleinet versetzen, 
10 Da wil ich im wol schem nnd netzen. 

Der alt kauffherr kumbt, neigt sich tieff und spricht: 

Ach standthafft, frnmmer, erbar herr, 

Ich sol reissn gehn Venedig ferr, 

Da mir mit nichte wil gebüm, 
15 Diese kleinat mit mir za füm. 

Das ich nit mit kam in gefert. 

Sindt auff zwöliftaasendt gülden wert. 

Des hab ich za ench mein zaflacht, 

Als den fttrnembsten aaß-gesacht 
20 Aaß allen dieser gantzen Stadt, 

Mir za behalten die kleinat 

Drey monat lang. Ich hab vernommen, 

Ein grosse herrschafft werdt herkammen, 
[A Ss 3, 41b] Das ichs mit wirden möcht ahn-wern. 

S5 Beiohenburger spricht: 

Mein lieber herr, von hertzen gem. 
Seh hin die kleinat, die bewar 
[K Bi 3, 81] Ich, behalt snnst aach aber jar 
30 Den frembden gesten groses gut. 
Das man mir hie vertrawen thnt. 

Simplicius kumbt, spricht: 

Großgünstiger herr, ietz ich kam, 
Za holn der tansendt galden sam, 
85 Die ich zu trewßhandt ench legt nider. 

Beiohenburger beudt ihm die hend und spricht: 



166 

Mein frenndt, wo bist da gewest sider 
So lang? Ich forcht warlicli, dir wer 
Etwan zn-gstanden ein gefebr, 
Es war mir gleich ein heimlich pein. 
5 Oeb, trag im seinen sack herein. 

Simplicius sprioht: 
Mein herr, was ist darfür ewr lohn? 

Beichenburger sprioht: 

Nichts, wolt ir der frawn ein erung thon, 
10 Das steht bey eacb, ir habt sein macht, 
Dieweil sie sollich ding entpfacht 
Und thuts gar cmsiglich versorgen, 
Helts als fein heimlich and verborgen. 

Die fraw gibt im den sack und sprioht: 

15 Da habt ir ewrn sack verbetschiert, 
Darinn euch nichtsen manglen wirt. 

Simplicius spricht: 

Habt danck, da habt ir zwey stück goldt, 
Bit, damit vergnt nemen wolt. 

[A 3, 3, 41o] Simplicius geht ab mit seim sack. Der kauffherr 
mit den kleinat gibt der fraviren ein ring unnd sprioht: 

Fraw, nembt za liebang diesen ring, 
Schencken werdt ich eacb besser ding. 
Wenn ich die kleinat wider hol. 

25 Die fr&w spricht: 

Habt danck, gott eacb beleiten sol. 

Der alt kauffherr geht ab unnd sprioht : 
Aide, mein herr, ich wil gleich reiten. 

Beichenburger spricht: 

30 Reidt im fride, gott wöl euch hielten ' 
Und helff mit frewden ench herwider. 



7 A darfUre. 



167 

Die fraw spricht: 

Ich wolt, in schlug der 'donner nider, 
Der ein vogel ist uns entpflogen. 

Beichenbnrerer spricht: 

5 Den andern hah wir mit einzogen; 
Das langnen wer uns zu schaden kamen; 
Der het sein kleinat wider gnnmen 
Und mir vertrawet nicht darmit. 
Ich nemb die kleinat halber nit, 
10 Hoff, in gar dammb za betriegen. 

Die firaw spricht: 

Mein herr, schawt, was ist darin liegen 
Für schön geschmück nnd edlem gstein, 
Hefftlein, ketten nnd ringlein klein. 
15 Ir kündt wol mit höfflichen sachen 
Das betschier wol wider fürmachen. 

[A 3, 3, 41 d] Beichenburger bricht das aigl auf, schawt in das 

schreinlein und spricht: 

[K 3, 3, 82] Ey der teaffel! es sind allein 

20 Im scbreinlein nichts den kisselstein 

Im hew. Ach, wie ist es doch letzt 

Die weit so nntrew nnd verschmitzt, 

Es hat mir auch vor dreyen tagen 

Ein zinstman zwen gnlden entragen,^ 
85 So hat ans auch in jener wochen 

Ein schalck den fischkalter auffprochen 

Und heraaß grosser karpffen zwen ; 

Weil das unglück nicht wil absthen, 

So ist uns nichts bessers den henckenT 

so Die firaw zeiget den ring unnd spricht: 

Schawt, mein herr, den ring, den mir schencken 
Thet der alt, der ist anch nit gut, 
Auff 461' glaßhütten wechst der demut. 
Merck wol, iandtfarer und kauffleut 

3 ^ Togel. AO TOgl. 7 CK het. A hat. 27 BOE Vnd. A Vns. 



168 

Sindt anch nberzogn mit schalcks-hendt, 
^ir sindt geschicket Dit allein, 
Eumbt, wölen zum nachtmal hienein. 

Sie gehen beyde auO. Simplioius unnd Sapiens kiunxnen. Bim- 
5 plioioB spricht: 

Mein Sapiens, ich sag dir danck, 
Das da mir auG dem bösen zanck 
So weißlichen geholfen hast. 
Ich bit dich, danck nur deinem gast^ 
10 Durch den mein gelt ist wider wom, 
Es was fürwar wol halb verlorn, 
Ich wils verdienen wiederumb. 
Wo es ein mal zu schulden kumb. 

[A 3, 3) 42a] Sapiens beschleust : 

15 Ich thet es gern, o freunde mein, 

Doch laß dir das ein witznng sein 

Und handel zum nechsten fürsichtig 

Mit leutn, frumb, redlich und auffrichtig, 

Die habn ein gut gerüch und lob, 
20 Welche vorhin Auch in der prob ' 

V Bestanden sindt in trew und ehrn. ' 

Du darfst dich gar mit nichte kern 

Ahn grossen reichtumb noch gewalt, . 

Darinn regiert offt manigfalt 
25 Die unersedtlich, schnödt geitzsucht. 

Welche den menschen macht verucht. 

Int schantz schlecht seel, leib, trew und ehr, 

Darmit er nur sein reichtumb mehr. 

Wenn er gleich vor hat mehr denn vil, 
so ledoch er noch mehr haben wil 

Und wirt des gutes nicht mehr sat, 

Kargt, kratzt, schabt und schindt frü und spat, 

Das nur sein reichtumb grösser wachs. 

Vor geitz bhüt uns gott, wünscht Hans Sachs. 

85 Die person inn das spiel: 

1. Lux Beichenburger, der geitsdg. 

* 
37 wOlen. ACE wOln. 10 A denn. 18 t lentn. ACE leuteii. 84 

386 verse. 



169 

2. SimpliduB, der einfeltig» 

3. Sapiens, der weyß. 

4. Der alt kauffman mit kleinaten. 

5. Maria, ein hauOfraw des geitzigen. 

Anno 1551 jar, am 5 tag Septembriß. 



170 



[A3, 3,42b. C3, 3, 31] Faünacht - spiol mit 3 perso- 

uen: Das kelberbraten. 

Die pewrin tridt ein, redt wider sich selb nnnd spricht: 

Ach, was sol ich arme nar than! 
5 Ich hab ein liderlichen man, 

YertrossD, hinlessig in aln dingen, 

Ich kan in auß dem beth nit bringen, 
[E 3, 3, 83] So treg ist er und gantz mistfaal, 

Unnd schnarcht die gantz nacht wie ein gaul; 
10 Ich bat in nechtn frtl anff-zn-sthan, 

Sagt, ich wolt hendt in die stadt gähn, 

Milch und ayr in die Stadt nein-tragen; 

Ich stnndt M anff, eh es wolt tagen, 

Das ich hienein kem in der frw, 
15 Hab schon gemolcken meine kw. 

War schon fertig int Stadt zu gohn, 

So wil mein narr noch nit anffsthon; 

Nit wunder wer, das ich allein 

Vor zoren sprang zu einem stein; 
20 Ich wil gehn, bey dem har aufifwecken 

Und wil dem dötschn ein sorg ein-stecken, 

Das ers hauG thu ein weil versorgen. 

Der pawr kummet, gienht auff, kratzt sieh im kopff unnd spricht: 

[A 3, 3, 42o] Alta, alta, ein guten morgen ! 

25 Was thost du hendt so £rü auff-sthan? 



1 Schwankweise behandelte Sachs den stoif am 9 Norember 1557: sieh* 
b. 9, 288 bis 292; als meistergesdhg am 13 Mai 1547 im sohatBton.H. Vogels 
(9 meistergesangbuoh bl. 104). Vgl. Wendunmnth I, 81. 16 CK ini. A in. 



171 

Die pewrin spricht: 

Wol einher in des teaffels nam ! 
Ich dacht, du künst hendt nit auffsthan, 
Wolt dich zwar ietzt gewecket han, 
5 Das dir het dein schwarten gekracht. 

Der pawr spricht: 

Das het ich mir haldt gnug gelacht. 
Ey, liebe Gredt, es ist frü gnug, 
Weil noch kein han noch henn abflug. 
10 Sag mir, was solt ich so frü than? 

Die pewrin spricht: 

Was fragst, du fauler, loser man? 
Wer ich nit, du werst lengst gehangen. 
Was so} ich nur mit dir anfangen? - 

15 Der pawr spricht: 

Ey schweyg, ich bin nit so gar arck. 
Geh und bring viel gelts rauß vom marck, 
So wil ich ein weil heußlich sein, 
Die Stuben kern und heitzen ein. 
so Das kan ich als so wol als du. 

Die pewrin spricht: 

Setz audi das kraut und fleysch hinzu, 
Und merck, baldt der Schultheis thu blasen. 
Das du küe und sew auG thust lasen, 
85 Das es zeytlich auf die waidt kumb. 
Sey auch sunst heußlich umbadumb. 
Wenn ich von marck kumb, das wir essen. ^ 

Der pawr spricht: 

« 

Der ding wil ich gar keins vergessen, 
80 Es sol als fein ömlich geschehen. 

A S, S, 42d] Die pewrin spricht : 

Wenn ich heim kumb, wirt ichs wol sehen, 

5 OK gekracht A kraoht. 8 OK gnag. A genug. 




Wie du ein weil dalieim tbust hanaen. 
Feist, ich wil dir dein golter zausen. 

Die pewrin gehet dahin. Der pawr spricht: 

Gell liin, du darffst niclits darurab sorgen ! 

fi Ee ist nocli gar frü an dem morgen, 
Ich wil gelin lieitzen und zu-SG(zen, 
Darnach meins unmuts mich ergetzen, 
Wil mich ein Btuudt ins betli noch 1 
Biß das der schultlieis sich thut regen, 

10 Das ich """''"' -""i" •">«■■ "nd kw, 
Weil 63 id frw. 



er pawp geht ai i 


Jdt wider unnd Bprich_-*;; 


Botz lei 


b verscblaffen. 


Wie wil 


breien waffen. 


3, 3, 84] Wens ki 


ü hat außtriben, 


Und iät i 


;n blieben. 


Ich muß ' 


ssen. 


Botz mist, „^ jtB vergessen, 



Das strudit tind prndelt bey dem fewr, 
20 Ich muß gehn scbawn die abenthewr. 

Der pawr geht auß. Die pewrin kumbt mit der pürden unnd 
spricht; 

Nun bin ich nahet bey der Stadt. 
Wie hett daheim hanß mein unSat? 

85 Denck wol, es wer der heyloß man 
Was ich in heiß kaum halber than. 
Wie vormals ist wol mehr geschehen. 
Ich werdt daheim mein Jamer sehen, 
[A 3, 3, 43a] Wenn ich kumb, wie er hauß hab ghalten. 

30 Ich muß gleich als gluck lassen walten. 
Er Wirt nit anders bey sein tagen, 
Biß in der schelm doch thut erschl^en. 
Weiß mich am narm nit baß zu rechen, 
Denn das ich ein seidlein weina ihn zechen 

K In der Stadt, baldt ich thn verkauffen, 



173 

Wil gleych dest flüchser hi^nein lanffen, 
Ich bin nun von dem thor nit weit. 
Denck mir, es sey omb garauß-zeyt. 

I>ie pewrin troldt darvon. Der pawr kumbt, kratzt im kopff 
5 iinnd spricht: 

0, herr gott, wie bin ich ein koch! ^ 

So ich kumb far das offenloch, 

Rindt die suppen gegn mir herauG, 

Und sitzt die katz hinten im hanß, 
10 Und hat das fleysch alles vertragen; 

Der hab ich gleych die lendt eingschlagen. 

Und so ich nimb das kraudt int hendt, 

So ists an der ein seitn verbrendt 

Und gar zu einem dreck versotten, 
15 Das mir doch hat mein weyb verbotten. 

Ich fflrcht fürwar bey meinen trewen, 

Wenn sie heim kumb, sie werdt mich bleuen. 

ledoch ich mich noch eines frew, 

Das kw und kelber und mein sew 
20 Ich hab in tinsem garten than, 

Darinn auch gnug zu fressen han. 

Die wil ich wider all zumal 

Ein iedes thun in seinen stal, 

Eh wenn mein fraw kumb auG der Stadt, 
^ 85 Dieweil der mitten-tag her-gaht. 

JDer pawr geht auO, kumbt baldt wider unnd spricht trawrig: 

[A 3, 3, 43l>] Erst ist dem schimpff der boden auG! 

So ich kumb in den garten nauß 
Zu meinem guten yichlein allen, 

so So ist mirs kalb in brunnen gfallen 
Und ist leider darinn ertruncken, 
Wiewol mein weih nach meim beduncken 
Mit dem kalb wolt zum metzker laufen 
Und umb das gelt ein beltz ir kauffen. 

85 Das ist nun fehl. Wie sols mir gehn? 
Wie wirdt ich mit meim weyb besthen? 
0, wie Wirt sie fluchen und scharren! 

1 K dest. AO ddster. E 10 aUes. A »U. 13 ein] fehlt E. ? seitn. AO selten. 



Ich wil ir in dem baaß nit harren, ^^^H 


Sie Wirt mich lejchnam-nbel bern. 1 


Ach, wie Bol ich mein sach an-kern, 


Daa ich ein ander Italb gewinn? 


5 Es feit mir gleych in meinen sinn, 


Weil bünr und gens in meinem liauß 


Anß ayren brUten junge auß. 


So sie drob sitzen etlich tag. 


So glaub icb ie auch, das man mag 


10 Kelber anß kesen brüten wol. 


Voranß woea maden stecken vol; 


[K 3, 3, 85] OhQ das aindt balb iebendi 


g sonst. 


Waa sei 


die kunst? 1 


Wil gle; 




15 Und aul 


sitzen 


Int finst 


ndt sech, 


Mich ir 


b ansprech 


Id der 1 


m maden 


Ein kalb 


zn gnaden. 


Der pawr aitzt in k 


n kumbt. brumbt wid« 


Hn:ii Bciu Liuiiu aprioht: 



Auß der Stadt ich beim kummen bin. 
Ich glaub, der tenffl hab mein man hin, 
Ich hab in gschrien ob und nnden; 
!5 Hab kein funckn fewrs im offen fnnden; 
[A 3, 3, 43c] Das Heisch ist bin, der liaffn zubrechen, 

Das kraut verbrendt, auß mit deim kocben ; 
Die Suppen scbwimbt im offen umh; 
Und so icb in den garten knmb, 
so Ligt das ein kalb und ist ertrenckt. 
Ich glaub, mein narr bab sich erhenckt. 
Nit wunder wer, ich thet mich verfluchen. 
Ich wiln gehn auff der dillen suchen. 

Die pewrin schreit: 
i& Hansl Ilans! 
Bie pewrin sieht in im korb sitzen anad sprioht: 

6 K meinsn. AC moinoin. 18 CK jedom. A jadm. 2S CK 1 



Du narr, was magst da aaff der dillen? 

Der pawr: 
Gh! ch! (wie ein gans.) 

Die pewrin spricht: 
5 Ich mein, es stechen dich die grillen. 

Der pawr spricht: 
Ch! Chi pff! pff! 

Die pewrin spricht: 

Wie hast da kocht? das dich pock schendt ! 
10 Das fleysch verschüt, das kraut verbrent; 
Die katzn erachlagn, das kalb ertrenckt? 
Ich wolt und das du werst gehenckt. 

Der pawr': 
Zisch! zisch! p£f! pff! 

15 Die pewrin spricht: 

Wie? wolst zum schaden spotten mein? 
3, 3, 32] Ich wolt dir wol die lenden dein 

So weich schlagen, als deinen bauch. 
Weist, wie ich dich offt nider-stauch ? 

die thut die erbel hinder sich, eilt aufT ihn. Er schreidt 
Ch! ch! pff! pff! 

3, 3, 43d] Die pewrin spricht: 

Was machst du in dem korb, du narr? 



176 

Die pewrin spricht: 
Flox, droU dich! gieb den sewn zu essen! 

Der pawr: 
Zisch! zisch! 

5 Die pewrin spricht: 

Wie thost? bist mit eim narren bsessen? 
Halt, halt, ich wil den p&rrer bringen, 
Der selb kan baß zu diesen dingen. 

Der pawr: 
10 Pff! pff! ch! ch! 

Die pewrin geht dahin« [K 3, 3, 86] Pawr steht axtff, thut ein 
keß herauß» sohawt in , legt in, setst sich. Die pewrin bringt 

den pfaffen xmnd spricht: 

lieber herr, es ist mein bit, 
16 Ir wolt helfen und retten mit. 

Ich hab gemarcket in der Stadt; 

So ich nun heim kumb wider spadt 

Ins hauß mit schnauden und mit schwitzen, 

So findt ich meinen man da sitzen 
80 In einem korb hie anff der dillen. 

Treibt so seltzam egel und grillen. 

Was ich in frag, sprich : lieber Hans, 

Speudt er mich ahn, wie ein brutgans: 
[A3, 3, 44a] Pff! pff! pff! pff! und thut auch schatten! 
85 Mit armen, samb mit flügel flattern, 

Ich kan im gar kein wort abgwinnen. 

Ich furcht, er sey kummen von sinnen. 

Ich bit euch, helfft im wiederumb,^ 

Das er zu seinen sinnen kumb. 

80 Der pfaff spricht: 

Mein Gredt, in all meinem beduncken 
Hat er sich vol brantweins getruncken, 
Derselbig geht in umb im schopff. 

Die bewrin spricht: 
2 T lewn. ACE lewen. 



177 

Ey, trinckt er kein, der heyloß tropff, 
Aber den unbrantn trinckt er gern, 
Des kan er offt nit vol gnug wem. 

Der pfaff spricht: 

5 Nan ich wil gehn zn deinem man, 
Mit guten werten sprechen an. 
Gluck zu, mein lieber nachtbawr Hans. 

Der bawr: 
Gh! ch! pff! pff! 

10 Pfaflf spricht: 

Sie, pfeufTstu mich an wie ein gans? 

Der bawr: 
Ch! ch! pff! pff! 

Pfaff spricht : 

15 Sag ahn, was fehlt dir in dem hirn, 
Das du also thust phantasirn? 

Der bawr: 
Pff! pff! 

Pfaff spricht : 

80 Mein nachtbaur Hans, das taug gar nicht. 
Was feit dir doch? du mir bericht. 

Bawr: 
Pff! pff! 

Pfaff spricht : 

85 Sag, hat dich ein gespenst erschreckt? 
[A 3, 3, 44b] Aber was hat dich doch bewegt, 

Das du treibst so seltzam geber? 

Bawr: 
Pff! pffi 



« 



1 K er trinekt. 6 K wU ich. 7 BCK Glück. 20 K taugt. 21 
B tha. OK du mieb. 

Hana Sache. XiV, 12 



üb 



D pfaif p 
Ka t t d d ut d 

Ob du 11 ht 
B aub t d w j 

M b U kt du t d 
I t d I g ie I 

Der bawr : 



Der pfaff wendt sich zum weyb unnd spricht: 
10 Gredt, ich kau änderst nicht Termessen, 
Deun das dein mann sey gar besessen. 

C 3, 3, 87] Die bewrin apricbt: 

Mein herr, so helfft im durch ewr bscliwcrung! 
Wil euch darnmb thun ein yererung. 

if, Pfaff spricht: 

Gredt, du sagst wol: beschwert mein man! 
Wiewol ich wol beschweren kau, 
So thu Ichs docli warlich nit gern, 
Furcht, er würt mir ein blatten sciiern. 

ia Siehst nit, wie sieht dein man so heünisch, 
TöckiscL, hemisch und welterleünisch ? 
Sein augn gleissen im wie eiiir katzeu. 
So er etwan auff mich thet blatzen 
Und tliet mir an dem lejij eio schaden, 

25 So list dn mich schwimmen und baden; 
Wann der leuffel ist grawsam starck. 

Die bewrin spricht: 
Ach, mein herr, es \virt nit so arck, 
Drumb bscliwert in und seit sorgen-frey, 
30 Für im steh icli euch trewlieh bey. 

Hehn, Hans, du wirst dich duch nit wern? 
i. 3, 3, 44a] Unser pfarrer wil dich heachwern. 

4 B Beiaubart, odar. Ä BaiaubBrt eey , oder. CK. aeysl. 2i CS"" 

L. A lisen. 26 K DeoQ. AC WeDD. 31 ? doob] fehlt ACK. 



179 

Bawr: 
Pff! pff! ch! ch! 

Der p&ff zeucht sein buch herfür undlist: 

Ich beschwer dich auff diesen tag, 
6 Du tenffl, bey aller betlers-blag, 

Bey aller pfaffen reinigkeyt, 

Bey scbwiger- und schnür- einigkeyt 

Und bey aller ehbrecher trew, 

Bey aller schwartzen inagdt nach-rew, 
10 Bey aller münich geistligkeyt, 

Und bey aller lantzknecht frümkeyt, 

Und bey aller spiler unfal, 

Und bey aller Juden irsal, 

Bey aller schönen frawen huldt, 
15 Bey aller beginnen geduldt, 

Bey aller kauffleut warhafit schwern! 

Du wolst von diesem man ankern 

In ein wildt rhörich in Behmr-walt, 

Und fahr baldt auß durch diesen spaltl 

« 

20 Der pawr ruckt mit dem arm, spricht: 
Pff! pff! pff! pff! ch! Ch! ch! ch! 

I>er pfaff wirflt ihm den stol an hals, zeucht, schreidt der 
pe'wrin, die feit hinden an pfaffen, ziehen in auß dem korb und 
fallen alle drey au& ein haufTen. Der pawr schreidt: 

s5 Was macht ir hie? das euch pock schendt 

Und euch roßhoden schendt und blendt! 

Ir bringt mich heudt umb ehr und gut, 

Das ir mich zieht von meiner brut. 

Wie sehr ich mich verbarg dahinden, 
80 Vermeint, kein mensch würdt mich da finden, 
[ A 3, 3, 44d] Hat euch der teuffei bracht ins hauß. 

Der pfaff spricht: 

Mein Hans, was wolst du brüten auß? 

* 

5 ? tenffl. ACK teuffel. 17 CK abkern. 23 CK in auß. in] fohlt 
/i, 28 C mioh. A mioht. 

12* 



180 



Der pawr sohreidt, zeigt ihm ein keß unnd sprich 

Eelbr! kelbr! da secht irs warzeichn wol, 
Der keß der stecket mäden vol, 
Undn und oben, binden und vorn; 
5 Das weren eitel kelber worn, 
Het ir mich nit davon gerissen. 

[K 3, 3, 88] PfaflP spricht: 

Hans, ich wolt geren von dir wissen, 
Wer dich die kunst geleret het 

10 Der pawr spricht: < 

Forcht, sorg und angst mich lehren thet, 
Welche ich het zu meiner frawen. 

Der pfaff spricht: 

Sag uns die warheyt her auff trawen, 
15 Wie sich solcbs alles hab verloffen. 

Der pawr spricht: 

Die sacb mag ich euch geren offen, 
Doch das ich sicher vor dir sey. 

Die pewrin spricht: 

80 Ja, du solt sein quidt-ledig, frey. 
Ich muß doch sein mit dir erschlagen. 

Der pawr spricht t 

Ach, sol ich nit von ungltlck sagen? 

Ich verschlieff heint des schulthessn blasen; 
25 Als ich das viech erheim hab glassen, 

Schlug ichs ein weil in unsern garten; 
[A 3, 3, 45a] Und als ich wolt zum essen warten, 

Wardt zu eim ungelück uns allen 

Ein weil das kalb in brunnen gfallen; 
so Als ich das fandt darinn erdruncken, 

Da war ich schier vor leidt versuncken 

Vor dir; und in solchem gedens 

Da viel mir ein, hüner und gens 

Brüten junge auß ayren nur, 



181 

So irer es anch der keß natur, 
Das man belber darauß möcht brüten ; 
Darutnb anßklaubt ich diese gufen 
[C 3, 3, 33] Keß und bab micb darüber gsetzt, 
i Kelbr zu brüten. Het ir zn-letzt 
Mirii nit irr gmacbt in meiner brut, 
Ich het uberkummeii groß gut. 

Bewrin Bp rieht: 

Da bist ach der aller-gröst narr, 
10 So er ist in der ' r. 

Kbey nanß, hack uler dropff, 

Odr ich gieb dir an kopff. 

Ich wil dirs kalb och schlagen. 



Pft 

s Nein, Gredt, du 

Darbey wirst du 

Bew 

Wiilt ir das gspö' 

Den unhilffliehen 

) Der mich tegliche 

Mit nugeratoer a 



dt zusagen, 
iben. 



mir treiben, 

digen. 

lidigen 



Bawr spricht : 
Herr, müscht euch nit in unser spiel! 
Mein wejb tbut ahn das auff euch ziln, 
a& Sie möcht mit encb des rttpfHeins spiln. 

Bewrin spricht: 
Ge bin, hack holtz, und halt dein maul I 
[A 3, 3, 45b] PfaflF spricht: 

Gredt, du bist ein grobr acker-gaul, 
so Weil deim man so übel mit-ferst. 

Bawr spricht: 
Mein lieber herr, und wist ira erst, 



182 

Ir scheldtwort ich ir gern vertrug, 

Wenn sie mich nur nit raafft und schlflg. 

Ffaff spricht : 
Gredt, solchs hab ich eh nit erfam. 



[K 3, 3, 89] 



Bewrin spricht: 

Ja, ich thn im der streich nit sparn, 
Wenn er mir etwan thnt ein schaden. 
Solt ich in erst darzu genaden? 
Thu in offt in mein kammer spern 
10 Und tha in als ein laubfrosch kern. 

Ffaff spricht: 

£y, Gredt, das thu ins hertz dich schämen, 
Du schendest aller frawen namen: 
Der man sol ie sein herr im haoß. 

15 ' Bewrin zuokt die faust und spricht: 

Pfaff, schweig, und drol dich baldt hienanß ! 
Du hast gar nichts hinnen zu schaffen, 
AUers-laussing, stincketen pfaffen! 
Fetsch dich, eh ich dir geh den segen. 

20 Der pfaff wendt sich und spricht: 

Ich bin hinnen von friedes wegen. 

Du findst kein haderman an mir. 

Ich mein, der teuffei steck in dir. 

Ich glaub, Gredt, ich muß dich beschwern. 

[A 3, 3, 45o] Die pewrin eilt auff ihn zu unnd spricht: 
Kumb, pfaff, laß uns einander bem. 

Der pfaff lauflt ab und spricht: 
Nein, nein, ich scheid dahin mit wissen. 

Die pewrin spricht zum pawren: 

30 Hat mich der teuffei mit dir bschissen. 
Du loser mann, in hoff nauß Uuffl 

12 BGE das. A da. 24 CK muß. 26 OK eyltj fohlt A. 



183 

Haust du mir beindt das holtz nit auff, 
So wil ich dir nit zfressen geben 
Und zal dir eins zum andern eben, 
Wenn der pfaff auff dem kopff dir seß.. 

5 Lang mir her den gebrüten keß! 

Ich wolt dirn schier ins maul nein-stossen. 
Was hilfft, das ich mich thu erbossen, 
Dieweil gar nichtssen hilfft an dir, 
Den grösten schaden thu ich mir, 

10 Muß doch mit dir behangen sein. 

Geh gleich inß \yirtzhauß, hol uns wein, 
Wöln das heutig marckgelt verzechen, 
Zu-samb sitzen, am wein uns rechen 
Und vergessen als ungemachs. 

15 Glück bringt als wider, spricht H. Sachs. 

Die person in das spiel: 

1. Der pawr. 

2. Die pewrin. 
8. Der pfaff. 

20 Anno 1551 jar, am 7 tag Octobris. 

6' CK nein-] fehlt A. 15 330 yene. 



3,3,45d] FaC)iiaclit-spiel mit 4per80iieii: Diespäc^ 
bnlercj genaLdt, 

ie edel fraw geht ein mit jungfraw Sophronia und Bprioh,^ 

SopLronia, uimb eben war, 
5 Ich hab dich nun dreytzehen jar 

Auffzogeo nach deins vatters todt, 

Meins lieben bruders, (gnadt im gott!) 

Und dich gewisn in deiner jugendt 
l 3, 3, 90j Auff gottos forcht, sitten und tugendt 
10 Und wo du weiter folgest mir, 

Wie bißher, so wil ich auch dir 

Mit der zeyt geben auch ein man, 

Vei'ndnfftig, weyß und wolgethan, 

Gieb dir zu dem auli miltem mat 
IS Tausendt gülden zu heyrat-gut 

Zu den drey tausndt, so dir der massen 

Dein lieber vatter hat verlassen. 

Dnimb halt dich nur ehrlich und wol, 

Wie sich ein jungfraw halten boI, 
20 Und fleuch alle heimliche lieb, 

Deine obren auch nit dargieb 

Den enplerin, noch jungen gsellen. 

Die offt ein jungfraw überschnellen 

Mit werten, gaben nnd mit schencken, 
36 Und mit viel arglisten und rencken. 

Da ran ß kummen ungh raten eh. 

Deihalh des alles mttssig geh; 
. 3, 3, 46a] Wann gott gibt darzu kein gedeien ! 

1 Tgl. Grattn Romanarnm (ÖsterU;) no. 113 s. TSe. 6 K nuh. AiM^ 
^K dein«. A deinea. 12 CK gobeD Braen, 16 7 tsumdt. ACE tMU«*'- 



/ 



185. 

■ 

Bop^ronia» die jungflraw, spricht: 

Weyl mir gott thut mein sinn verleyhen, 
So wil, mein mamb, ich folgen dir, 
Wiewol nun hat geredt mit mir 
6 An dem nechsten gesellen-tantz 
Von Sterenberg der Juncker Frantz 
Einr heyrat halbn. Auff sein beger 
Sagt ich, mein ich nit mechtig wehr, 
Er Bolt solchs an dich lassen langen. 

10 Die edel fraw spricht: 

Ich hab auch negst ein brieff empfangen 
Von junckr Cunradt vom Adelstein 
Deinthalb. Sein adel ist nicht klein, 
. Darzu ist er auch grosser hab. 
15 Er wirt etwan reitten herab, 
Besichting dich, und du auch in. 
Da wil ich zum theil seinen sin 
Erforschen mit kurtzem gesprech; 
Was darnach gut sey, das geschechT 

20 Sophronia spricht: 

Da kumbt von Sternberg Juncker Frantz, 
Der mich nun anredt an dem tantz; 
Er kumbt ftlrwar umb sonst nit her. 

Die edel fraw spricht: 
86 Laß hören, was er denn beger. 

PrantB von Sterenberg knmbt» neigt sich und spricht: 

Ach, edle fraw, auff gnadt, auß gunst 
Meins hertzen inbrtlnstiger prunst * 

Eumb ich getrieben zu euch her ^ 
so Und zu heyliger eh beger 

Sophronia, der jungfraw zart ; ' 

[A 3, 3, 46b] Weyl ich auch bin gut edler art, 

Von gutem gschlecht, der ich vorab 
Ein lange zeit gedienet hab 

6?Stmnb«rg. AOK Sternberg. 13 CK Von. AWie. Tjnnokr. AOKJimeker. 



186 

Mit rennen, stechen and thurnieren, 

Mit schlitten-faren und boffieren 

Und ander adelichen dingen, 

Was ich ir zu dienst möcht verbringen, 
5 .Weil sie mir ist die liebst anff erden 

Und sol mir keine lieber werden; 

Wann sie ist adelicber gstalt, 

Sie bat mein bertz in irem gwalt. 

Derbalb ist mein fleissige bit, 
10 Wolt mein beger abschlagen nit; 

Wann ich glaub, so mir das geschecb, 

Das mir mein bertz vor leidt zerbrecb. 

Die edel fraw spricht: 

Kein antwort ist zu geben mir, 
[K 3, 3, 91] Mein junckber Frantz, so lang, biß wir 
Allein mit einander all bede 
Habn ein heimlich unterrede, 
Auch unser freundtschafft thun befragen. 
Ein antwort holt nach zweien tagen! 

20 Frantz geht auß. Die edel fraw spricht: 
Sophronia, wie gfelt er dir? 

Sophronia spricht: 

Wol, er hat alweg gfallen mir. 
Er ist schön und gerad von leyb. 
[C 3, 3, 34] Wers dein wil, ich möcht wol sein weyb 
Werden, er tregt mir hohe gunst. 

Die edel fraw spricht: 

Mein Sophronia, es feit dein kanst. 
' Die buler treibn an allem ort 
30 Süsse, schmeichelhafftige wort, 
[A 3, 3, 46o] Und ist ir bertz oft weit danran. 

Biß sie den strick einr bringen ahn ^3,3. 

Die hörner. Drumb fraw und junckfranen 

Solu auff die scbmeichel-wort nit trawen, 
35 Sonder auff ir geberdt und wandet 

2 A md doppelt. 16 K aU. AO aU«. 19 OK nMb. ▲ toA. 



187 

Anff ir leben, wesen und handel, 
Wie sie sich vorher haben ghalten; 
Was eitern, gscblechts von iren alten. 
Findt man solchs aaff das aller-best, 
5 Das ist der eh ein starck grundt-fest. 
Aber die fliegendt lieb fürwar 
Die werdt offt kaum ein viertel jar. 

Sophronia spricht: 

Mein mamb, mich dünckt aber umb den, 
10 Es kündt mir nit wol übel gehn 

Mit im. Doch was da wilt, das gschech. 

Die edel Araw spricht: 

Mein mnmb, sey nicht so rösch and gech! 
Laß uns vor schawen umb und auf! 
15 Heyraten ist ein langer kauff; 

Wenn man meindt, hab zu lang gbhart, 
So hat man sich zn frü genart. 
Schaw, da kumbt anch der Adelsteiner, 
Der ist anch deiner werber einer. 

20 Adelsteiner spricht: 

Heil, edle fraw, es ist mein bit, 

Ir wollet mir verargen nit, 

Ir and die jungfraw beide-sandt. 

Das ich zu euch sam nnbekandt 
25 Bin hieber auff ewer schloß kummen. 

Mein begem habt ir vor vernummen 

Im brieff nach long, von stück zu stück. 

Und ob mir gott nun geh das glück, 

Das diese jungfraw het zu mir 
30 Ein gunst, als ich denn hab zu ir; 

Wiewol ichs vor nie viel hab gsehen, 

So hab ich ir doch hörn verjehen 
46d] So hoches lob in irer jugendt, 

Ir Zucht, schäm, demut, sittn And tugent. 
S5 Solichen schätz und hohe gab 

Ich nun bey ir gefunden hab. 

leben. AOK lebn. 1« 7 VlTenn. AOK VlTami. 34 OK fittn. A litten- 



188 

Derhalb ich ir anch noch beger, 
Wie ich denn hab geschrieben her. 

Edel f^w spricht: 

Nicht wol ich antwort geben mag, 
5 Biß ich mich auch mit ir befrag 
Sambt unser frenntschafft mit und nider. 
Auf morgen holt ein antwort wider! 

Adelsteiner neigt sieh, geht auß und spricht: 

Gott gsegen euch, nun halt ewr gsprech, 
[E 3, 3, 92] Was darnach gott wil, das geschechl 

Er geht hin. Edel'fraw spricht: 
Sophronia, wie gfelt dir der? 

Sophronia spricht: 
Der erst mir dennoch lieber wehr. 

15 Edel fraw spricht: 

Weßhalb? das wil ich wissn von dir. 

Sophronia spricht: 

Da ist er viel freuhdtlicher mir, 
Der Adelsteiner ernstlich was. 

20 Edel fraw spricht: 

Der Adelsteiner gfelt mir baß; 
Er dünckt mich sein standthafft, auffrichtig, 
Bescheiden, weiß, frumb und fürsichtig. 
Doch wöl wir sie beid baß probim, 
25 Wil äie all beid schicken spaziern 
Ein weite reiß in deinem dienst. 
[A 3, 3, 47ä] Und welchen du denn willig finst. 
Der selb bat dich warhafftig lieb, 
Zu dem selben mein rabt ich gieb. 

so Sophronia spricht: 

Mein liebe mumb, ich volg gutwillig 



16 7 wissn. ACE wissen. 24 CK beyd. A beide. 



189 

Vnd ihn das selb auch nicht unpillig. 
Gebeut und schaff alles was du 
Wilt, da wil ich dir helffen zu. 

Adelsteiner kumbt und spricht: 

5 Ich wünsch euch ein seligen tag, 
Ich kum zu hörn ewren fürschlag, 
Wie ir mich beschiedt nechten znacht. 

Die edel fraw spricht: 

Mein junckher, wir habn uns bedacht 
10 Ein zeyt noch unverheyrat zbleiben, 

Doch weil euch rechte lieb thut treiben 

Zu ir, so thut zu lieb ein reiß; 

Darnach ich euch warhafft verheiß, 

Wenn ir kumbt widr, wil ich euch eben 
15 Ihmthalb ein freundtlich antwort geben, 

So icK meück wäre lieb und trew. 

Adelsteiner spricht: 

Ir zu dienen ich mich erfrew. 
Wo sol ich hin-reissn, ir zu ehr? 

so Die edel tr&w spricht: 

Ir solt hin-reissen über meer, 

Ins heilig landt, zum heilling grab. 

Adelsteiner spricht: 

Ja wol, ein lust ich darzu hab. 
85 Da wil ich mich denn in den tagen 
Alda zu ritter lassen schlagen 
In irem dienst; doch das sie seidt 
Bleib unverheyrat mitler zeidtl 

[A B, 8, 47b] Die edel fraw spricht: 

80 Ja, des habt euch mein trew zu pfandt! 

• Adelsteiner spricht: 
Nun bewar euch gott beide-sandt! 

2 CK BohtJt A sebafft. 4 7 kambt und] feblt AOK. 9 OK babn« 
A hAben. 14 7 widr. AOE wider. 15 7 Ibrntbalb. AOK Ibrenthalb. 



Nun rttst ich mich zu denoi abseliaidi '^ 

Sophronia sprieht : 
Gott wöi euch geben das gelaidtl 

Adelsteiner geht ab. Die edel ttnm wpiMxU 

5 Schaw, der hat rechter liebe att, 

, 93] Weil er wil thon die weit meerfert 

Allein von deiner liebe wegen. 

Bophronia spricht: 

Gott wöl im geben seinen segen» 
10 Das er mit frewden wieder knmb. 

Die edel firaw spricht: 

Der Stemberg kumb auch wiederumb. 
Wo er auch wil ein antwort haben, 
Wöl Wim auch mit einr reiß begaben. 

15 Frantz von Bternberg kumbt, spricht: 

letznndt ich nach höfflicher art 
Auff ein freundtliche antwort wart. 

Die edel firaw spricht: 

Wir haben uns entschlossen gantz 
20 Mit einander, mein junckher Frantz, 
Wir wöln euch gar kein antwort geben, 
Ir habt den vor beweret eben 
Ewr lieb mit einer weiten reyß. 

Juncker Frantz spricht: 

25 Kein ort, so weit noch ferr ich weiß 
Niergendt in der weiten weit, 
47c] Das ich nit wag leyb, gut und gelt 
Von ir lieb wegn. Sagt nur, wohin! 
Ich schon bereit und fertig bin. 

30 Die edel tra.vo spricht: 

Thut ir zu lieb hin ein Ach-fart, 

# 

A Sterberg. 13 auch] OK jetzt. 14 CK wirn. A wir. 
he. A frenndtlioh. 



191 

Dardnrch sie gwiß wert, und bewart 
Ewr lieb. Hilfft euch gott wider her, 
Des euch ein freundtlich antwort wer. 

Frantz spricht: 

5 Gehn Ach, ey, das ist gar zu weit, 
Und ist gleich letzt zu winters-zeit ; 
Auch seit ich auff den knien gohn, 
Der fart wolt ich mich untersthon. 
Bewar euch gott, ich fahr dahin, 
10 Bey euch bleibt doch hertz, muht und sin. 

Er geht auß. Die edel firaw spricht: 

Nun sag, welcher unter den zweyen 
Thut noch am höchsten dich erfrewen, 
Der Adelsteiner oder Frantz? 

15 Sophronia spricht: 

Der Adelsteinr ist ernstlich gantz, 
Frantz freundtlich mit wort und geber; 
Derhalb er mir der liebest wer. 
Ich hoff, er werdt mich halten werdt, 
20 Dieweil ich bey im lebt auff erdt. 

Die edel firaw spricht: 

Sophronia, du feist weit, 
Die war lieb wont nit alle zeyt 
In viel geber und süssen werten, 

25 Sonder heimlich int hertzen pforten 
Ligt sie Stil und schweige];^dt beschlossen 
Und Wirt mit forcht und schäm außgossen; 
Geschmückter wort thut ir gebrechen. 
%. 3, 3, 47d] Darumb kan ich gar nit außsprechen, 

30 Welcher der zweyer werber frey 
Der aller-stets liebhaber sey. 
Drumb ich ir keinen schendt noch lob, 
Sonder mit einer höhern prob 
3 3, 3, 35] Wil ich sie beid probiern fürwar, 

86 Das du solt sehen lauter klar. 



* 



16 T Adelsteinr. AOK Adelsteiner. 25 CK ins. 34 CK ich sie beyd 
•oMerii* A Ichs beid sie. 



192 

Wellicher dich am liebsten hab; 
Dem andern wöl wir sagen ab. 

[K 3, 8, 94] Sophronia spricht: 

Wie wiltns aber fahen ahn? 

5 Bie edel fraw spricht: 

Schaw, da mnst du gleich also than, 
Samb seist aufT eim weidtwerck erfrom 
Und seist darnach aussetzig wom, 
Und habst versiebet als dein gut. 
10 Baldt denn ir einer kummen thut, 
So wil ich im solchs zeigen ahn. 
Welcher dich über das wil han, 
Der hat dich lieb von hertzen-grundt, 
Mit dem mach wir denn^ ein ehbundt. 

15 Sophronia spricht: 

mumb, das wirt ein scharpffe prob; 
Dein fürsichtig weyßheyt ich lob. 
Gott wöl solch müh vergelten dir, 
Die du für und für hast zu mir. 

20 Bio edel fraw spricht: 

Mumb, ich hab durch ein brieff vemnmmen, 
Frantz sey heudt von Ach wider kummen. 
Geh, leg dich in dein bebt gericht 
Und verhül wol dein angesicht 
25 Und das mit meel bestreien thu, 
Pindt hendt und füß mit tücher zu 
Und thu kleglich seufftzen und echtzen, 
Eurcheln, kreisten, husten und iechtzen. 
Und red heisser, was man dich fragt, 
[A 3, 3, 48a] So hörst du auch wol, was er sagt. 

Sophronia geht ab. Juncker Frantz kumbt und spricht: 

Nun bin zu landt ich wider kummbn, 
Hab herter tridt viel eingenummen 
In irem dienst. Wo ist die zart, 



6 A du mu8t du. 



7 E erfrom. AO erfron. 



193 

Die ich eraraet hab so hart. 

Die edel fraw spricht: 

Ach, es steht ubl! Vor kartzen tagen, 
Als unser fürst thet hirschen jagen, 
5 Da ist das gantze frawenzimmer 
Auff die Jacht zogen, wie vor immer. 
Da ist mein Sophroni erfrorn 
Und ist seidther aassetzig wem, 
Hat auch verartznet all ir gut. 
10 Also sie noch kranck liegen thut, 
Wirt vielleicht nimmer mehr gesundt. 

Frantz spricht: 

Ach, so rewdt mich von hertzen-grundt 

Ir schön gestalt, höflich geber. 
15 Wann knmbt ir sollich Unglück her? 

Ist sie auch kummen umb ir gut? 

Mein lebtag sie mich rewen thut. 

Das ein solch jung blut sol verderben. 

Ahn gut und leib so ellendt sterben, 
2ü Die ich lieb het für all jungfrawen. 

Die edel fraw spricht: 

Eumbt zu dem bebt und thut sie schawen. 
Wie es ir in ir kranckheit geh. 

Frantz spricht: 

25 Ach, ich mag ir in solchem weh 

Nit sehen, weil sie ligt darnider. 

Sonder ich wil heim-reiten wider. 
[A 3, 3, 48b] Dieweil sie ist aussetzig worn, ' 

So ist all mein hoffnung verlorn, 
80 Muß mich ir vorthin gar verwegen 

Und nach eim andren gmahel fregen. 

Kost und müh ich verloren han 
[K 3, 3, 95] Der raiß, in ir ein dienst gethan. 

Ein guckug ich geschossen liab. 

35 Aide, ich scheydt mit wissen ab. 

* 

3 CK Tbl. A Ybel. 9 CK yerartzneit. A vor artzent. 10 CK Vnd 
mlBO noch kranek. A Als sie nooh bo kr. 13 OK rewt. A reidt. 14 CK 
sobön. A sohtfne.- 18 OK solch. A soUioh. 32 OK verloren. A yerloxn« 
Hans Saehs. XIY, 13 



194 

Frantz geht auß. Die edel flraw spricht: 

Sophroni, Sophrooi, kamb her! 
Sag, wie gefeldt dir ietzundt der, 
Der vor der liebst was an dem ort? 

5 Sophronia spricht: 

Ich hab gehört all seine wort. 

edle mumb, itz mei*ck ich gar, 

Das da mir hast gesaget war. 

Des Frantzen lieb gar unverholen 
10 Gibt viel geschreiß und wenig woln. 

Von hertzen mir gündt wenig gutz, 

Hat nur bey mir gesucht sein nutz, 

Mein schöne und mein grosses gelt. 

So das an beiden orten feit, 
15 So ist sein lieb im gar erkalt. 

Darumb ich gar nichts anff in halt, 

Wiewol sein schmeichel-wort verlogen 

Het mein einfeltig hertz betrogen, 

Das ich in für den liebsten het. 

20 Die edel firaw spricht: 

Geh, leg dich eilendt in dein bebt 

In aller massen gleich wie vor; v 

Ich hör klopffen an dem hoffthor; 

Es Wirt der Adelsteiner sein. 

[ A 3, 3, 48o] Sophronia spricht : 

Ich wil gar eilendt gehn hienein 
Und hören, was auch dieser sag. 
Ob er sich mein frew oder klag. 

Der Adelsteiner kiunbt, die edel fraw empfacht in and spricht 

so Edler junckherr, seit mir wilkumb 
Auß frembden landen wiederumb! 

Adelsteiner spricht: 



9 CK De ß. A Das. 26 CK gar eylend. A gehn eilendt. 
sagt : klagt. 29 A enpfaoht. 



27 CK 



195 

Habt danck, wo ist mein Sophronia? 

t Die edel firaw spricht: 

vester junckherr, sie ist nit da, 
Sie ist leider aassetzig worn, 
6 Also an eim weidtwerck erfrorn, 
Ligt an der grewlichen kranckheyt. 

Adelsteiner spricht: 

Ach, knmbt nnd fürt mich, wo sie leit 
Die alier-liebst aller junckfrawen. 

10 Die edel fraw spricht: 

Ach gott, was wolt ir an ir schawen? 
All ir schön ist von ir gewichen, 
Ir angesicht ist gar erblichen, 
Ir handt raffet, heisser ir stimb; 
15 Ich glaub, ir kennet ir gar nimb, 
Auch schmecket ir gar hait der atn; 
Drnmb wil ich ower vest nit rathn, 
Das sie zu dieser krancken kumb. 

Adelsteiner spricht: 

20 Ach, schweigt der wort, ich bit euch drnmb, 
Sie sey so heßlich als sie wöl. 
Doch mir sie niemandt leiden söl. 
Ich wil sie haben zu der eh, 
Sambt ir leidt ich auch wol und weh. 

[A 3, 3| 48d] Die edel fraw spricht: 

Ach, was wolt ewr vest mit ir than, 
So kranck, und hat auch woren ahn 
[K3, 3, 96] All ir erb mit der ertzeney. 

Adelsteiner spricht: 

80 Sey diesem allem, wie im sey, 
Sie sey kranck oder in armut; 
Ich hab nit angsehen ir gut, 
Auch nit ir schön und zarte jugendt, 

14 haudt] CK hend. 16 CK stinoket. CK Athn. A atm. 17 ? 
ew«r. ACK owr. 27 CK woren. A worn. 

13* 



196 

Sonder ir gut Sitten und tngendt; 
Die haben sich im hertzen mein 
Gantz krefftig tieff gesencket ein, 
Das ich kein ander haben wil 

5 In trewer lieb, doch also Stil, 
Denn die. Mit der wil ich in ehrn, 
Dieweil ich leb, mein zeit verzern. 
Gott Schicks gleich gesundt oder kranck, 
Nimb ich als ahn mit ir zu danck. 

10 Ich bit, nicht mehr mich anff-zu- halten. 
Fürt mich zu ir, und last gott walten! 

Die edel Araw rüfft, spricht: 
Sophronia, kumb herein. 

Sophronia kumbt und spricht: 
15 Du edle mamb, was wilt dn mein V 

Adelsteiner spricht: 

Ach, wie habt ir mir mit der kranckeq 

Gemacht so viel pitter gedancken. 

Die doch (gottlob!) ist frisch und gsondt? 



20 Die edel fraw spricht: 

Da hab wir ewer lieb ein grundt 
Erfaren wollen durch die prob, 
Die wir nun gwiß haben, gott lob! 
Verargt mirs nit, das ist mein bit. 
[A 3, 3, 49a] Nun kan ich euch versagen nit 

Mein mümblein, das sol ewer sein. 

Adelsteiner spricht: 

Ach, du hertz-aller-liebste mein, 
Nun wollen wir sein ungeschieden, 
30 Nun ist mein hertz fro und zu-frieden. 
Des thu ich gott ewig dancksagen. 
Die gewl hör ich einander schlagen; 
Wo sindt die kuecht? ich muß hienab. 



« 

4 CK andre. 11 OK last. A lats. 

wir] OK loh. 22 K Erfahren. AO Erfam. 



13 CK kern cu mir rein. 



21 



197 



Adelsteiner laufft auß. Die edel fraw spricht: 

Soplironia, meinst nit, icb hab 
Antroffen ein gerechte prob? 

Sophronia spxnoht: 

5 Gott, dem herren, sey ewig lob 
[C 3, 3, 36] Und dir der großen hülff und trew, 

Von gantzem bertzen ich mich frew, 
Das ich za eim gmahel sol han 
Ein vernQnfftigen, trewen man, 
10 Der mich so hertzlich lieben thut, 
Mich aassetzig and in armut 
Doch wolt zu einer gmahel han. 

Die edel fraw spricht: 

Das solt du in geniessen lahn, 
15 Die weil dn lebst, im ghorsam sein, 

In hertzlich liebhaben allein, 

Dardurch die lieb gemeret wirdt, 

Das ein lieb die ander gebierdt. 

Das die lieb frncht bring und auffwachs 
20 Im ehling standt, das wünscht Hans Sachs. 

Die person in das spiel: 

1. Plangina Planckensteinerin. 

2. Sophronia, ein jung&aw. 
[K 3, 3, 97] 3. Frantz Stemberger. 

25 4. Gunradt Adelsteiner. 

Anno 1551, am 20 tag Octobris. 

* 
3 CK nit ich. A ich nit. 6 CK großen. A groß. 20 380 yerse. 
26 Pa< datam aus CK hiniugefttgt. 



198 



[A 3,3,49b] Faßnaclit- spiel, mit 17 personell zu 

agirn: Von der unglückhafften, verschwatzten bnlschafft 

PrologfUB spricht: 

Gott grüß euch alle in gemein, 
5 So alhie inn versamlet sein, 

Beide herrn, frawen und jungfrawen, 

Zu euch wir kummen sindt auff trawen, 

Ein faßnacht-spiel bey ^nch zu halten 

Zu frewdt den jungen und den alten 
10 Von einem jüngling nnbekandt, 

Den sein eitern schickten ins landt, 

Seim handtwerck nach, der in einr steX 

Umb ein jungfraw gebulet hat. 

Eins burgers tochter, Eva mit nam. 
15 Dar umb im heimlich wurden gram 

Zwen burgers-sön, und sich zu-trng, 

Das er sich darob mit in schlug. 

Kun sein gesel auff der werckstadt 

Dergleichen auch ein bulschafft hat,« 
20 Die war auch in des burgers hauß, 

Zu dens beid giengen ein und auß, 

Das doch iren meister vertroß 

Und böse rigel unter-schoß 

Sambt seinem weyb, solch lieb zu wenden: 
25 Den gsellen sie beid jungfraw sehenden, 

Dergleich beidt gsellen wiederumb 

Schendet vor den jungfrawen frumb; 

Dergleich er auch verwaschen hat 



3 CK fügen hiosii: oder Ehrnholdt. 5 CK So da hieiinn. 8 A haltta. 



199 

' [A 3, 3, 49o] Den jüngling dort in seiner Stadt 

Bey sein eitern sambt der jangfrawen, 
Dergleich ein gsel, samb auß vertrawen, 
Hat im auch die jungfraw geschendt, 
5 Darzn sein Schwester hin-gesendt, 
Der jungfraw den jüngling zu sehenden, 
Solche ir beider lieb zu wenden; 
Wann er het sie selb geren gnummen, 
Doch kundt es niemandt unterkummen; 

10 Wann der jüngling nam zu der eh 
Die jungfrawen. Das thet erst weh 
Dem tenffl, thet einr altn hexn einblasen, 
Die macht sich baldt hin auff die Strassen 
Zu des Jünglings eitern behendt, 

15 Die jungfraw vor in schmecht und scheut 
Mit liegen. Als sein eitern hörten, 
Sie die heyrat wider zerstörten. 
Schickten den son in frembde landt. 
Des trawrt die jungfraw obgenant 

80 Sambt iren eitern beide-sandt. 

• 

Mang: 9 der vatter, und Irena, die mutter, genht ein mit dem 

jünglin/;. Der vatter spricht: 

Hör, lieber son, wir sindt die nacht 
Beidt glegen und haben betracht, 
25 Von nöten sey dir nun zu wandern 
Von einem lande zu dem andern, 
Dein handtwerck nach baß zu erfarn. 
Das du hernach in deinen jam 
Dich reichlich mit zu nehren west. 

80 Irena, die mutter, spricht: 

Ja, mein son, das wehr ie das best; 
[K 3, 3, 98] Wann ein Sprichwort sagt überlaut, 

Wie das ein nngeschmaltzen kraut 
Und auch ein ungwanderter gsel 
85 Sindt nichtsen werdt. Darumb so söl 
Der yatter dir ein zerung geben 
Zu der binfart; ist es dir eben? 

4 OK gesohendt. A gsohendt. 20 E jhren. AO irn. 24 CK 
liegen. A gelegen. 35 A niichtsen. 



200 



[A 8, 8, 49d] Der jünfflins spricht: 

Ja ^'ol, das wil ich geren thon. 
Wölt ir, ich wil noch heudt darvon, 
Weil ich gleych ein geferten hah. 

5 Der vatter fi^ibt im gelt unnd spricht: 

Ja wol, so zeuch heindt mit im ab! 
Seh hin, mein son, nimb diese zerang. 

Irena, die mutter, gibt ihm auch gelt unnd spricht: 

Nimb auch von mir hin die verehmng 
10 Und halt dich wol, wie sich gebfirt. 

Hut dich, das du nit werst verfürt 

Von bösr gselschafft, thu in nit trawen ^ 

Und hüt dich vor unzüchting frawen. 

Wo du in einer Stadt thust bleiben, 
15 So thu uns baldt herwider schreiben, 

Vorauß, wo du Jiedst kranckeit, noht. 

Der Jüngling beudt ihn die hendt unnd spricht : 

Nun gesegen euch beyde gott! 
Ich wil euch trewlich folgen thun. 

20 Mang, der vatter, spricht: 

Glück zu, glück zu, mein lieber sun! 
Gott helff dir widr mit gsundem leben! 
Wir wollen dir das gleit nanß geben. 

Sie* gehen alle auß. Der Jüngling geht wider ein und spricht 
25 wider sich selb: 

Nun arbeit ich in dieser Stadt, 
Da es ein solche gwonheyt hat, 
[A 3, 3, 50a] Das auff die bulschafft gehn jung gseln 
Und sich an scheuch setzen und stein 
so Zu burgers-töchtern und jungfrawen, 
(Doch zuchtiglich ohn alles grawen, 
Ir eitern.) Nun hat sich geselt 
Mein hertz, und im auch ausserwelt 



8 A onnd. 



12 ? bösr. ACE böser. 



22 ? widr. AOK wider. 



201 

Eins bargers tochter, Eva gnandt, 
Gebn der mein hertz in liebe brandt, 
Zu der wil ich gleicb heindt spacim, 
Mit Seitenspiel lassen hoffiern. 
5 Hoff, ich sey ir der liebst anff erdt, 
Wie anzeigt ir frenndlich geberdt. 

i>er Jünglins sehet ab. Adam und Jacob , die Bwen burgera- 

Bon, kummen. Jacob spricht: 

Adam, schaw zu dem ungefel, 
10 Wie dieser frembde handtwercks-gsel 

Uns bnrgers-sön bat abgedrungen 

Von dieser schönen, zarten, jungen 

Burgers-tochter, Eva mit namen; 

Wann da wir nechten zu ir kamen, 
15 Der frembde gesel bey ir saß 

Und ir lieb, werdt und angnem was; 

Uns sach man ubert achsel ahn. 

Adam» der burgers-son, spricht: 

Mein Jacob, was wöl wir dann than? 
20 Wenn er eines nachts würt verwart 
Von uns, und würt gebleuet hart, 
Vielleicht stündt er seins bulens ab. 

[K. B, S, 99] Jacob» der burgera-son, spricht: 

Darauf ich mich gerüstet hab. 
S5 Wir wollen uns richten an in. 

Adam spricht: 

Des willens ich auch gentzlich bin. 
[A 3, 3, 50b] Dort geht er gleych her; redt in ahn. 

Der jünglins kmnbt, Jacob spricht bu im: 

80 Jttngling, wo nauß, wo wUt hin-gahn 
So spedt? wüt du auff die bulschaSt? 

Adamus spricht: 
Ey, sein bulschafft ligt letzt und schlaft 

1 gnaat AK genaadt. 5 ? Hoff, ioh. AOK loh hoff. 10 ? 
frambdo. ACE frembdor. 



202 

Danß anff dem dorff in eim sewstal. 

Jacob spriobt: 

So kan er heindt zu ir nit pal, 

Biß mans morgn auß-treibt anff die weit 

5 Der jünj^ling: spricbt; 

Was vexirt ir mich alle beidt? 
Was geht euch an mein bnlerey? 

AdamuB spriobt: 

Meinst, in der Stadt sonst keiner sey? 
10 Du seist allein der metzen-knecht? 

Meinst, wir burgers-sön sindt zu schlecht, 
Das keiner reden dörfft mit dir? 

Jüngling greifft inn die webr unnd spriobt: 

Welcher da hat ein fehl an mir, 
15 Derselbig mag im das wd wenden. 

Jacob aeucbt von leder und spriobt: 

Du must sterben von unsern henden. 
Wehr dich unser, bist du ein man ! 

[G 8, 8, 87] Jüngling zuckt unnd spricbt: 

20 Das wil ich unverzaget than. 

Sie Bcblagen zamb ; die burgers-son flieben, der jünglins laoflt 
nacb. [A 8, 8, 50o] Der Jüngling gebet ein mit Hansen, seinem 

gesellen, unnd spricbt : 

Gut gsel, was wöUen wir heindt than? 



25 



Hans, sein gesel, spricbt: 



Wir wollen auff die bulschafft gähn, 
Denn Eva hat dich hertzlich lieb. 
Nun ich mich auch zum bulen gieb 
Der andern jungfraw in dem hauß, 
so Die ist mir freundtlich uberauß; 

Ir lieb thut sich auch gehn mir mehrn. 



203 

Doch allein in zttchten und ehrn; 
Derselben bnlschafft wil ich sein. 

Der jünglins spriolit: 

Knm, so gehn wir beidsamen nein 
5 Ins hanß, da beide baischafft wonen 
Und lassn die bnrgers-sön drnmb gronen. 
Schaw, mein gsel Hans, schaw, lieber, schaw» 
Da knmbt unser herr und sein fraw. 
Was wölns letzt thon in der werckstadt? 

10 Herr Neydthart spricht: 

Wo wölt ir all beidt hin so spadt? 
Ewer bulerey machen thnt. 
Das ir mit arbeit thut kein gut! 
Botz marter, thut euch doch bedencken, 
[K 3, 3, 100] Was thut ir euch an schlepseck hencken? 

0, west ir beid so viel als wir, 
Baldt giengt ir beider mfissig ir. 
Es ist nit als goldt, das da gleist. 

• Clara» sein haufifraw, spricht: 

20 Der herr den rechten weg euch weist; 
Ich sag auch auff meinen trewen: 
Ewr buln wirt euch beidt gerewen; 
Wann die jungfraw haben all baidt 
Ein böß geschrey, bey meinem aidt! 
[A 3, 3, 50d] Zu in ist ein glauff ein und auß, 

Gleich wie in eim gemeinen hauß. 
Drnmb bleibt erheim und legt euch nider! 

Der Jüngling spricht: 

Wir wollen baldt kummen herwider. 
80 Vielleicht ist es nit alles war, 
Was die leut sagen hin und dar. 
Drumb seidt zn-friedt und guter ding 
Und sorgt nit, das uns misseling. 

Die Bwen gehen beide auß. Der Neidthart spricht: 
12 BOK Bw«r. A Bwr. 



204 

Sie folgen nit, bey meinen ehren! 
Ich muß an eim andern ort weren. 
Wil morgn zu meim stiffvatter gähn, 
Da ich ein keil in stecken kan, 
5 Das er in bedn vcrbeudt das hauß. 
Kumb, wir wöln gehn schlaffen hienaaß. 

hen beide hienauß. Gutman, der Xlva vatter, 
ningna, ir mutter, kummen, er spricht: 

Mein gmahel, wie gfelt dir der gsel? 
10 Mich dünckt, wie er sich ehrlich stel 
Und züchtig mit dem gsellen sein, 
Als offt und sie kummen herein 
Zu abendt beidt in unser hauß. 

Beningna, sein gmahel, spricht: 

15 Der Jüngling gfelt mir uberauß; 
Und wenn er unser tochter wolt,' 
Man imbs ie nit versagen solt. 
Schaw, dort kumbt unser stieff-son. 

Gutman, der jungfraw vatter, spricht: 

51a] Was wil er so frü bey uns thun? 

Der Neydthardt kumbt unnd spricht: 

Ein guten tag geh euch gott beden! 

Ich muß euch umb ein sach anreden. 

Mein zwen gseln gehn in ewer hauß, 
25 Die euch doch übel richten auß, 

Sambt ewr tochter übel nach-reden. 

Sagen unverschembt von euch beden. 

Wenn ir euch schlaffen legt zu nacht, 

So haben sie den iren bracht 
30 Mit ewer Eva, wie sie wollen, 

Rümen sicli des bey andern gsellen, 

Schmehen euch hinterrück heimlich. 

Und West ir sein so viel als ich, 

Ir verbüt in beiden das hauß 
35 Und speiet über sie beid auß. 

wern. 3 E morgn. AC morgen. 21 A Neyhardt. 32 OK < 



205 

In trewen ich euch warnen tha. 

Bening^na, der jungfraw xuutter, spricht: 

Traw ich in ie keins argen zu. 
Wenn ich die warheyt sagen sol, 
[K 3, 3, 101] Sie halten sich erlich und wol, 

Züchtig in T?orten und in that. 

Gutman, der jungfraw vatter, spricht: 

Es Wirt in warlich nit gestadt, 
Solchs, wie du sagst, bey mir zu treiben. 
10 Ich hieß sie fürbaß daussen bleiben, 
ledoch wol wir der sach nach-fragen. 
Man thut auß neidt etwan nach-sagen 
Ein ding, das man nie hat gedacht. 

Der Neydthart spricht: 

15 Aide, ich hab das mein verbracht; 
Ich warn euch. Wolt ir gwarnet sein, 
So last ir sie nicht mehr herein! 
[A 3, 3, 51b] Was hat ewr tochter an im ersehen? 

Nun ich wil forthin nichts mehr jehen. 

K'eidhardt geht zornig ab. Beningna» die mutter, spricht: 

Wenn ich die warheyt sagen solt, 
Wehr Neydhardt uns allen nit holdt ^ 

Und gündt uns allen keines gutz; 
Allein thut er auß neidt den trutz. 
25 Eum, wöln unser tochter ansagen. 
Wie Neidthardt die gseln thut blagen. 

Sie gehen beid auß. Mang, des Jüngling vatter, und Irena, 
sein mutter, gehnt ein. Irena spricht: 

Unser son der ist auß fürwar 
80 In der fremb auff drey viertel jar 
Und hat uns noch kein botschafift thon. 

Mang, des Jünglings vatter, spricht: 

Schaw, da kumbt uns ein lieber man, 
Den ich hab vor viel jaren kendt. 

12 naeh-] CK offt. 22 A Neyhardt. 



906 

Mein Neydhart, wann her so eileodt? 
Ich glaah, das ir, gehn Breßla wolt. 

Der Neydthardt sprioht: 

Ja, aoff die meß ich hienein solt. 
6 Ich mnß euch was sagen : Wist ir, 
Das ewer son arbeit bey mir? 
Er helt sich aber nit fast wol, 
Er steckt der bulerey zu vol, 
Henckt sich an schlebseck umbadnmb, 
10 Schleüfft zu nacht aaff der gassen umb, 
SQnderlich geht viel an ein ort 
Zu einr jnngfraw, hat ein böß wort. 
Mich dünckt, wie man im da selb stel, 
Er ist wol ein feiner gesel, 
51o] Der mit seinr arbeyt wol besthet, 
Wenn er der bulrey sich ab-thet, 
Das er nicht mit kem in unraht. , 

Mang, des Jünglings vatter, spricht: 

Ich sag euch danck aller guthat. 
20 Ich bit euch, ziecht und straffet ihn! 

Neidthart dpricht: 

Ich zeuch teglich an im vorhin, 
Er gibt aber gar nichts umb mich; 
Er ist darinn verstockt warlich. 
25 Darumb so thut im selbert schreiben, 
Ob ir in möcht darvon abtreiben. 

Mans:, des Jünglings vatter, spricht; 

Nun, nun, das selbig wil ich thon 
102] Und ernstlich schreiben meinem son, 
30 Wenn ir von Breßla wider-kert, 
Das mein son wol darinn erfert. 
Das ich des ein mißfallen hab. 

Neidthart spricht: 

Das thut, ich scheidt mit wissen ab. 

* 

Keyhardt. 15 ? seinr. ACK seiner. E bsteht. 
drey. 23 A Ehr. 



207 



Xfeidthardt geltt hin. Mang, des Jünglings vatter» spricht: 
Geht unser son nach bnlerey! 

Irena, die mutter, spricht: 

Wehr weiß, ob auch soliichs war sey? 
6 Vielleicht bult er in züchtn und ehren, 
Ist besser den spielen und zeren. 
Die jugendt muß ie etwas han 
Für kurtzweil, dem sie hange -ahn. 
Ich bin fro, das wir alle zwey 
10 Doch ietznndt wissen, wo er sey. 
[A 3, 3, 51d] Enmb, wir wollen nein zu dem essen. 

Dem son zu schreibn thu nit vergessen. 

Sie gehen beide auß. Die bwo jungfraw kummen, Eva spricht: 

Ich hab mein jüngling lang nit gsehen. 
15 Wenn im nur nichtssen wehr geschehen! 

Die burgers-sön die sindt im feindt, 

Dieselbigen hab ich wol heindt 

Vor unserm hauß hören hoffieren. 

Mit irem seitenspiel quintieren, 
20 Es ging mir aber nicht zu hertzen. 

[C 3, 3| 88] Jungfraw Eva die ander spricht: 

Ir abwesen bringt mir auch schmertzen. 
Vielleicht müssen haußhalten sie. 
Weil ir herr Neidthardt ist nit hie. 

85 Jungfraw Eva die erst spricht: 

Vielleicht ists, wie du hast gedacht. 
Gott geh in heindt ein gute nacht. 

I>er jüngling xuind sein gsel kummen. Der Jüngling spricht: 

Ey, wie g^Jiabt sich mein Eva? 
80 Ich bin lang nit gewesen da. 

Hans, sein gesel, spricht: 
Eumb, so wollen wir zu in gähn 

5 ? ittohtn. AOK sttohten. 



206 

Und schawen/wie die roß noch sthan. 
Ob wir die liebsten sindt noch beidt. 

Der Jüngling spricht: 

Ich zweiffei nit, bey meinem eidt, 
5 Denn ich sey ir der liebst anff erdt. 
Ich weiß, keins andern sie begert. 
[A 3, 3, 52s] Wir sindt beim hanß, klopff sitlich ahn. 
Ich weiß, man wirt nns baldt auffthan. 

Hans klopfft mit dem fuß auff die erdt. Eva spricht: 

10 Mich dünckt, man klopff an unserm hauß. 
Geh, thu baldt anff, doch schaw vor naaß. 

Eva die ander laujQft, kumbt wider unnd spricht: 

Frew dich, unser beidt baischafft kämmen, 
Gmach und stilschweigen t wie die stammen. 

[E 3, 3| 103] Der Jüngling zu seiner Eva spricht: 

Ach, graß dich gott, mein morgen-stern. 
Mein augn sehen dich alzeyt gern. 
Wie gehabt sich mein hertz bey dir? 

Eva die erst spricht: 
20 Gantz wol, wie seidt ir.so lang von mir? 

Die ander Eva spricht: 

Und dergleich ir auch, junger gsel, 
Wir dachtn, uns treff der ungefel, 
Ir het uns alle beidt auff-geben. 

25 Hans, der gesel, spricht: 

Weil wir beidt haben unser leben. 
So werden wir von euch nit stein. 

Eva die erst spricht: 

Fürwar, fürwar, man hat euch gseln 
80 Das wort bey uns nit wol gethan, 
Wie ir alle beidt für und ahn 



31 CK sU beyde. 



209 

Uns jnngfrawen sehr übel redt 

Und den spodt anß uns dreiben thet, 

Sambt unsern ehren thut berauben. 

Eva die ander spricht: 

[A 3, 3, Ö2b] Ja, wir geben im abr kein glauben 

Und sindt darwider alle bed. 

Der Jüngling spricht: 
Wer hat getrieben solch nachred? 

Eva die ander spricht: 
10 Das bat thon ewer herr Neydthart. 

Der gesel spricht: « 

Ja, der hat auch geleicher art 
Von euch beiden viel unbils klagt, 
Bey uns hinterlistig versagt: 
15 Ir seidt bed fttrwitzig und faul. 
Er hat aber ein böß wasch- maul. 
Das wiß wir, drumb glaub wir im nit. 

Der jünglins: spricht: 

Ja, wir wissen sein untrew sit, 
20 Da laß wir pellen wie ein hundt. 
Der teuffei fahr im in sein schlundt ! 

Eva die erst spricht: 

Dergleich solch falsche nachredt sein 
Yeracht ich und die eitern mein. 
S5 Seit mir nichts dest unmehrer da. 

Der Jüngling spricht: 

Mein hertz-aller-liebste Eva, 
Möcht ir mich haben zu eim man, 
So last mich das hie klar verstan. 

80 Eva die erst spricht: 

Ja, für alle manßbilder auff erdt 

10 ? ewer. ACE ewr. 12 CK saeh. A eneh. 20 OK laß. A lofi. 
Sans Sachs. XIV. 14 



210 

Mein hertz allein ewer begert 
Doch wil ich vattr und matter fragen, 
über drey tag ein antwort sagen ; 
Obn im raht zimbt mir nichts zu than. 

6 Jüngling umbfeoht sie und spricht: 

[A3, 3, o2e] Darauff, jongfraw, bleib es bestban! 
Ein gute nacht die geh euch gott. 

Eva die erst spricht: 

Gott bewar euch für aller noht. 
10 Geht hin, sAilafft wol und sflssiglich, 
Wens euch wol geht, denckt auch an mich! 

[E 3, 3, 104] Hanß umbfeoht die ander £va und spricht : 
Zu guter nacht, nun legt euch nider! 

Die ander Eva spricht: 
15 Gott danck euch ! Ey kumbt baldt herwider 1 

Die zwo jungfrawen gent ab. Lux, ein junger gesel, kumbt 

und spricht: 

Jüngling, gut gsel, ich hab gebort. 
Du wölst beyraten an ein ort, 
80 Zu Gutmans Eya, ist das war? 

Der Jüngling spricht: 

Ja, es ist nit erlogen gar; 

Ich hoff, es sol auch für sich gähn. 

Lux, der jung gesel, spricht: 

25 Ey, ey, was wilt dich unterstban! 

Ich gühn dir guts und warn dich mit: 

Der Eva nemb ich warlich nicht; 

Wann sie ist alt, zornig und grentig, 

Alt hundt sindt böß zu machen heutig, 
30 Auch vexirt sie die hoffart wol 

Und steckt heimlicher liste vol. 

Schadt, soltu sein erschlagen mit. 

1 CK ewer. A ewr. 2 ? vattr. ACE Vstter. 4 CK jrn. A jren. 
19 CK eim. 31 CK heimlicher. A heimliche. 



211 



Der Jüngling spricht: 

r 

Da erleidst mir die jangfraw nit, 
Sie 8ol, ob gott ^il, werden mein. 
[A 3, 3, 52d] Dammb geschweig der nachred dein. 

I>er Jüngling unnd sein gsel gehen ab. Lux redet ivider sich 

selb unnd spricht: 

Die jungfraw het ich selbert gern; 

Der Jüngling lest sich nit erfern, 

Ich wil mein Schwester schicken ahn, 
10 Ein redt mit der jangfraw za than. 

Die ist gschwetzig gleich einer hetzen, 

Sie möcht dem teaffi ein seel abschwetzen, 

Die maß den jüngling weidtlich sehenden, 

Damit die heyrat abzawenden, 
16 Das ich den jflngling ab möcht treiben 

Und mir die jangfraw thet beleiben. 

Iiuz geht ab. Sein Schwester Schlapp ergredt kumbt zu Eva. 

und spricht: 

Hört, jangfraw Eva, vor zwey tagen, 
80 Da hab ich am marck hören sagen, 

Ir wolt zam mann den jüngling nemen. 

Ey, wolt ir each sollichs nit Schemen? 

Ey, wie möcht ir in haben lieb! 

Er ist dür, man zeit im sein rieb, 
26 Und schwartz, einem ziegeiner gleich, 

Und rößlet wie ein todte leych. 

Schaat, wie er so dün schenckel hab, 

Man würff imbs mit eim rotz wol ab. 

Mein brader Lax ist doch ein heldt; 
80 Wo ir denselben haben weit, 

Den wil ich za eim mann each geben. 

Eva die erst spricht : 

Nein, nein, mein jüngling ist mir eben, 
Der liebet mir für alle man; 
86 Den, den, den wil allein ich ban. 

1 A JttnUiig. 12 OK teuffl. A teaffel. 14 K den. 



212 

[A 3, 3, 53s] Darumb schweig nur, mein Schlapergred, 
Mit deiner gifftigen nachred. 

Die Schlapperer edt geht ab. [K 3, 3, 150] Der Eva vatter ru 

mutter kummen, unnd Eva spricht: 

5 Hertz-lieber vattr, hertz-liebe nrntter, 
Zeigt ahn, ist es noch ewer gueter 
Wil, mir den jflngling zu geben? 

Gutxnan, ir vatter, spricht: 

Ja, mein Eva, es ist uns eben, 
10 Weil er dein ie begert zu ehren, 
So wollen wir es gar nicht weren. 

Der Jüngling knmbt und spricht: 

Mein lieber herr und fraw, hiemit 
Ich euch umb ewer tochter bit, 
15 Wölt zu eimb ehweyb mir sie geben. 

Qutman« ir vatter, spricht: 

Ja, du gefeist uns darzu eben 
Und hast uns alzeyt wolgefallen 
Vor anderen gesellen allen. 
80 Sag, wissen auch dein eitern drumb? 

Der Jüngling spricht : 

Ja, erst ich heudt her von in kumb, 
Und sie haben in diesem allen 
Ein frewde und groß wolgefallen. 
25 Darumb hat es umb sie kein noht. 

[G 3, 3, 39] Qutman, ihr vatter, gibt sie aammen und spricht: 

Nun das ist gut, so walt sein gott! 
Eva, die liebste tochter mein, 
Sol dir ehlich verpflichtet sein. 

[A 3, 3, 53b] Der Jüngling gibt ir ein groschen und ein iSftoilet 

unnd spricht: 

Hertzliebe Eya, zumb ehstandt 

* 

1 OK nur. A nu. 4 A nmd. 5 7 Tmttr. ACK rmtiar. 28 CK die, A da. 



Eva gibt ihm den ring unnd apriohtt 
und ir nembt von mir der-geleicheo 
Den golden ring zn eim ehzeiciien. 

5 Beningruat die mutter, eprloht: 

Gott geb euch beiden glUck darzu 
und im ehstandt friedt, trewdt atid rn! 
Nnn wollen wir weiter raiitschlasen 
Hienein und von der hoclizeyt sagen, 
lu Wenn wir die selben wollen halten. 

Der Jüngling Bpricbt: 
Ja wol, nun sol Eein a.h glück walten. 
e geht) alle auß. Der teuffel kumbt unnd aprtcbt: 
Wie hab ich die sach übersehen, 
15 Das diese heyrat ist geschehen, 
Die ich doch zu verhüten hofft 
Durch mein hoffgesindt viel und offt, 
Durch den Neidthart, und allen hedeii 
Gachwisterl, Luxen nnd Schlapperg reden. 
10 Weil ich durch die nichts gscbaifet hab, 
So ist mein hoffnung todt und ah. 
ledoch ielt mir letzt in mein sin 
Die alte hex nnd cuplerin. 
Die danlj sitzt vor der steinen bvuckeu, 
as Zu der so wi! ich eilendt rucken, 
Die all mal hat ein böses maul, 
Ir ein-blassen mein gifft gar faal. 
Des Jünglings eitern zu betöm, 
53«] Dardnrch ich möcht die eh znetörn. 



□ffel ^eht ab. Die alt bex kumbt, klopfit mit ihr« 
atecklein und Bprioht: 

Ich hal) liie aogeklopffet lang, 

Sitzt nicht io ilieaem hauG der Mang? 

ina, dea Jüngling mutter, gehet herauß und Bprioht: 

Seit ira? Haht ir vergessn meins hanß? 
Die alt hex spricht : 

Bin lang nicht bie gwest uberauß, 

Itzt aber hab ich hie zu thun. 
10 Ach, man sagt, es hab ewer snn 

läey uns des Gutmana Eva gnnmmen. 

Ach, wie hart dawret mich des irommen 

Jünglings, daE er mit ist erschlagen, 

Die gantze Stadt tliut von ir sagen, 
IS Sie hat ^umal ein böß geschrey, 

Wie sie an eim gehangen sey. 

Hat ers gnnmmen, so seys gott klagt. 

Irena., Bein mntter, sprloht; 
Ach, ist das var, wie ir mir sagt? 
in Ob er sie geleych hei genommen, 
ÄnfT das wir die sach nDterknmmen, 
Schick wir nach im hendt diesen tag. 
Ewr Warnung ich grossen danck eag. 

Die alt Jiex Bpriolit : 
25 Es ist gern gschehn fllrwar; wolan, 
53d] Ich wolt ein andern dienst euch than. 
Wil gehn nun außrichten mein gschefft. 

Irena, sein mutter, epriehts 

Geht hin, mein alter ligt und scblefft, 
so Dem wil die ding ich zeygen ahn. 
Er Wirt hart erschrecken darvan. 

Sie gähn beidt ab. Der pot kumbt nnnd Bprioht: 



216 

Wo ist alda herr Gutmans hauß? 

Der jüngrling spricht : 
Was hast darinn za richten aaß ? 

Der pot spricht: 

5 Sag an, beist nicht dein vatter Mang? 
So kumb mit mir heim, machs nit lang. 

Der Jüngling spricht : 
Wie gets zu? Ist mein vatter kranck? 

Der pot spricht: 
10 Du wirst erholen wenig danck. 

Sie gehen hin. Sein vatter unnd mutter kummen im entgegen, 

sein vatter spricht: 

son, son, was hast du than? 
Wie man uns warhafft zeyget ahn, 
J5 So hast dich gar übel versehen, 

Dein brandt thut man an ehren schmehen, 
Sie sey an haadt und bar entwicht. 

Der Jüngling spricht : 

vatter, das solt glauben nicht! 
20 Wer dir von ir ahn-saget das, 
Geschieht auß lauter neidt uud haß. 
[A 3, 3, 54a] Die jungfraw, die ist ehren-frumb. 

Der vatter spricht: 

Mein son, merck, ich sag dir kurtzumb: 
25 Bheltst dus, so bhalts zu deim verderben; 
[K 3, 3, 107] Ich wil dich all meins guts endterben. 

Ich hab ein freundtschafft, die ist ehrlich, 

Hab dich auch aufferzogen herrlich. 

Darumb wilt du haben mein huldt, 
80 So verlaß sie und hab gedult, 

Wilt anders gheissen sein mein snn. 



25 OK Bheltst das. A BhelU da. 26 A eatderben. 



216 

Der jünglinfif sprioht : 

Yatter, das kan ich ie nit than, 
Ich bab gelobet ir die eh, 
Mir gschech darob wol oder weh, 
5 So kan ich irs ie nit mehr langen. 

Der vatter sprioht: 

So geh mir baldt anß meinen äugen, 
Ich mag dich gar nit vor mir sehen. 

Der Jüngling spriolit : 

10 Ach, lieben eitern, last es gschehen; 
Solt ich brechen das glühte mein, 
So würdt ir daran schuldig sein. 

Irena, sein mutter, spricht: 

Da ligt uns eben nichtsen ahn. 
15 Du hörst wol, wir wöUens nit than. 
Laß faren, hastus schon genummen. 

Der Jüngling sprioht : 

Nein, ich wil meimb gelübt nach-kummen. 
Aide, ich fahr wieder hienein 
so Zu der hertz-aller-liebsten mein. 

Der Jüngling geht dahin. Der vatter sprioht: 

[A 3, 3, 54b] Nimb den potten, eil hienach baldt 
Und hol den lecker mit gewalt! 

Sie gehen auch anß. Der Ju^iokfiraw Eva vatter nnnd mutter 
85 gehn mit ir ein, sie sprioht: 

Der breutgam ist daheimmen lang. 

Es ist mir gleych gantz angst und bang 

Und ist das hertz mir heut gar schwer. 

Der Jüngling kumbt. Ir mutter sprioht: 
80 Sey guter ding, da kummet er. 



10 OK Uebe. 



217 



Der Jüngling steht stil-sohweigent; die alt spricht: 
Mein aydD, warumb seidt ir betrübt? 

Der Jüngling spricht: 

Sehr grosse angst mich darzu übt; 
5 Mein eitern sindt durch falsche znngen 

Zu widerspenstigkeyt getrungen 

Und wollen es schlecht nit zu-geben, 

Mit ewr tochter elich zu leben. 

0, da kombt mein mattr selber her, 
10 Wirt euch verkünden böse mehr. 

Der pot ktunbt mit der mutter, die spricht: 
Sich, Juncker, setz dich hie herein. 

Beningna, ihr mutter, empfecht sie unnd spricht: 

Ir solt mir gott-wil-kummen sein, 
15 Mein liebe schwiger, in mein hauß. 

Irena, sein mutter» spricht: 

[A 3, 3, 54o] liebe fraw, es wirt nichts auß 

Dieser heyrat, weil man sagt nach 

Ewr tochter unehr, schandt und schmach. 
20 Auch ist mein son noch nit bey jam, 

Gantz ungeniet und unerfarn. 

Das wolt mir nicht für übel hau. 

Das ich für meinen son darvan. 

Mein jungfraw, secht euch umb ein andern, 
[K3, 3, 108] Mein son muß noch ein weila wandern. 

Nach dem zeigt an der vatter eben, 

Er wöl dir wol ein frawen geben 

Daheim, die dir auch muß gefallen. 

Die brawt weindt. Der Jüngling spricht : 

so Ich wil gar keine auß den allen, 
Dieweil ir mich hie thut beschemen. 
Mir thut die aller-liebsten nemen, 

Der ich zu eigen geben bin. 

« 

2 CK AydB. A Ayden. 9 T mattr. ACE Matter. 13 AO Benigna. 
29 A JOnUng. 



218 

[C 3, 3, 40] Nun gsegn dich gott, ich muß dahin 
Von dir, Hertzlieb, in das ellendt, 
Hoff, unser lieb sey noch kein endt, 
Wiowol der falschen klaffer duck 
5 Haben uns beiden hinterrück 
Sehr viel Unglückes zu-gericht. 
Doch, mein schöns lieb, verzag noch nicht 
Und leb der hoffnung mitler zeit. 
Wer weiß, wo glück verborgen leit. 
10 Doch das wir nit verzagen gantz. 
Mach auff, spilman, ein kurtzen tantz! 

Der Gutman, ir vatter, besohleust, nach dem man getantzt hat: 

Hie merckt, ir herren und ir frawen, 

Tbnt fleissig auff ewr tochter schawen, 
15 Das sie sich einmütig einziehen, 

Beywonung der manßbilder üiehen 

Und der gar nit zu hause laden, 

Wann es bringt iren ehren schaden; 

Obs gleich nit unehrlich zu-geht, 
[A 3, 3, 54d] Doch ein böß gschrey darvon entsthet 

Durch der klaffer gifftige zungen, 

Wie meiner tochter ist mißlungen, 

Die nun ist ellendt und versetzt, 

Von dem jüngling gar unergetzt, 
25 Bringt uns eitern in angst und weh. 

Also die lieb und heimlich eh 

Bringen schandt und viel ungemachs. 

Hut euch darvor! redt euch Hans Sachs. 

Die person inn das spiel: 

90 1. Der jüngling. 
2. Mang^ sein vatter. 
.3. Irena, sein mutier. 

4. Jungfraw Eva, des jangling bnlschaft. 

5. Gutman, ir vatter. 
35 6. Beningpia, ir mutter. 

7. Jungfraw Eva die ander. 

8. Hans, der jung gesel. 

6 OK Gar sehr. T unglttokes. A ynglüoks. 14 CK Toahter. 18 T 

Wann. K Denn. AG Wenn. 31 CK gifftige. A gifftigen. 28 547 Tent. 



219 

9. Der pot. 

10. Adam, eins bargers son. 

11. Jacob, des andern burgers son. 

12. Herr Neydthart. 

5 13. Clara, sein haußfraw. 

14. Lux, der listig jnng gesel. 

15. Schlappergredt, sein Schwester. 

16. Die alt bez. 

17. Der teuffei. 

10 Anno 1552 jar, am 9 tag Augosti. 



220 



[A3, 3, 56a] Faßnacht-spiel mit 4 personen: Der ge- 

Stolen Dachen. 



Heintz Knol gehet ein, redt wider sich selb und spricht: 

Der kopff thut mir so mächtig weh, 
5 Das ich kaum auf den füssen steh; 
Wann ich war nechten aber truncken, 
[K3, 3, 109] Das ich an wenden heim bin ghuncken; 
Ich bin die nacht heindt schier erdürst, 
Und wo nicht endt nemen die würst, 
10 Die faßnacht sambt all den rohtsecken, 
Wirt mir mein kopff int leng nit klecken. 

Cuntz Drol, der ander pawr, kumbt und spricht : 
Ein guten morgen, mein Heintz Knol. 

HeintB Knol spricht: 
15 Danck dir gott, mein nachtbaur Cuntz Drol. 

Cuntz Drol spricht: 
Du siehst gleich, sam babst nit außgschlaffen. 

Heintz Knol spricht : 

• 

1 Hans Sachs behandelte denselben stoff am 19 Janaar 1547 in der sagweii 
Frawenlobs (9 meistergesangbuoh bl. 5; Dresdner handschrift M 95 bl. 339: 
Ein karger pawer het ein saw gestochen), während der schwank: der bachen- 
dieb, 4 folioband, 3 bl. 93', der schon 1538 gedichtet worden sein muss; denn 
Sachs hatte ihn im 3 spmchbuche bl. 397 aufgeieichnet, einen gani andern In- 
halt hat. In welchem yerhftltnis steht der schwank des Hans Foli: der paohen- 
dieb (Keller, fastnaohtspiele s. 1271) su unserem stttckT Bl. 55 ist in der 
ifthlnng ansgelaiijen bei AB. 10 T all] fehlt AGK. 



221 

Ich zecht necbten mit unser m pfaffen, 
Gieng heim schier nmb den hannen-krat. 

Cuntz Drol spricht: 
Ey, lieber, giengst du heim so spat? 

5 HeintB Knol spricht: 

[A 3, 3, 56b] Ja, und war eben gar stüdtfol. 

Cantz Drol spricht: 

Das selb glaub ich dir werlich wol, 
Hast im sein grosse würst helffn essen. 
10 Hör, lieber, ich het schier vergessen. 
Weist du nit, wie vor zweyen tagen 
Herman Dol hat sein saw geschlagen. 
Vier finger hoch mit speck durch-spieket? 

Heintz Knol spricht: 
15 Hat er dir seiner würst geschicket? 

Cuntz Drol spricht: 

Nein, und hab im doch alle jar 

Gescbicket meiner würst fürwar, 

Doch schickt er mir kein würst nie wider. 

so Heintz Knol spricht: 

Er ist ein filtz, das merckt ein ieder. 
Er ist einer der spinting fladen, 
Ich hab in auch all jar geladen 
Yast zu all meinen seusecken, 
S5 Und er hat mich nit lassen schmecken 
Ein zipffel würst von seiner saw. 
So filtzig ist er, karg und gnaw. 
Wurst wider wurst, das alt Sprichwort 
Hat er gar offt von mir gebort, 
^ 80 Er lest abr red für obren gehn. 

Cuntz Drol spricht: 
Wie, wenn wir heindt zu nacht all zwen 

6 f gftr] fthlt AOK. 9 t heUFn* ACE helffen« 19 OK Wurst. 21 
JK merek. 22 OK spintUng. 80 7 abr. ACK aber. 



222 

Hülffen einander zu den sacben 

Und Stelen im sein Schweinen bachen, 

Sein grosse karckheyt mit zu rechen? 

HeintB Knol spricht : 

5 Das selb hab ich auch wollen sprechen. 
[A 3, 3, 56«] Wie wolt wirs aber greifen ahn? 

CuntB I»*ol sprioht: 

Da wolt ich selber zu im gähn 
Und bitten mir etwas zu leichen, 

10 Dieweil so mustu heimlich schleichen 
In sein kammer binden ins hauß 
Und im ein bachen nemen auß 
Dem schaff, da die saw ligt im saltz, 
Und streich damit heim und behalts, 

15 Darmit wollen wir zwen uns speissen. 

Heintz Knol spricht: 

Es solt uns wol der teuffei bscheissen, 
Wenn er sollichs auff uns wfirt innen. 

CuntB Drol sprioht: 

20 Wir wollen wol ein sinn erfinnen, 
Das mans in einem schwang auffnem; 
[K3, 3, 110] Wenn es gleich für den pfleger kern, 
Er ließ uns beid darumh nit hencken; 
Wann im ist wol mit guten schwencken, 
25 Wie ers hilfft treiben ubers jar. 

HeintB Knol sprioht: 

Ja, mein Cuntz Drol, das ist ye war, 
Der pfleger weiß sein filtzig art. 

CuntB Drol sprioht: 

80 So machen wir uns auff die fart 

Auff heindt, wenn man anzündt das üecht. 
Ich hoff, wir wollen fehlen nicht. 



22 K Wenn« AO Wann. 31 A man da anittndt da] felilt CK. 



223 



n gehen beide auß. Herman Dol, der karg pawr, geht 
ein und redt wider sich selb und spricht: 

NuD hab ich ye ein feistes schwein 

Gestochen und gesaltzen ein; 
6d] Ich hab der saw stets za-gestossen, 

Drumb hat sie ein schmerlaib, ein grossen. 

Itzt erstlich wil ich mich betragen 

Und der Schweinen knocken abnagen, 

Der metzkr hat sich nit wol bedacht, 
10 Die brodtwürst viel zu lang gemacht, 

Zwo hetn sich wol zu dreien gschickt, 

Hat den sewsack zu vol gespickt, 

Het wol ersparet halben speck. 

Ich solt etlich würst schicken weck, 
15 Die nachtbawrn zu verehren mit. 

Ich wil thun, samb versthe Ichs nit. 

So hab ich die würst all zu gwin. 

Die sie mir heimschickten vorhin, 

Wil mein wttrst wol essen allein, 
so So reich ich dester weiter nein 

Mit meinen wttrsten in die fasten, 

Das füget mir am aller-basten. 

Cuntz Drol geht ein und spricht: 
Ein gutn abendt, mein Herman Dol. 

^6 Herman Dol spricht: 

Danck dir gott, mein lieber Cuntz Drol. 
Was wilt du, das du kumbst so spadt? 

Cunts Drol spricht: 

Mein knecht mir heindt zerschlagen hat 
So An dem holtzhawen einen schlegel, 

Und ich hab am dreschen ein flegel 

Zerschlagen, derhalben ich kumb, 

Auff das ich morgen wiederumb 

Müg dreschen und auch holtzhawen, 
86 Bit, wölst mir leihen auff vertrawen 

3%«tigr. AC metiker. 13 CK ersparet. A erspart. 



224 

Ein holtzscblegl und ein flegel noch. 

Herman Dol spricht: 

Ja; ich leich dirs, aber iedoch 
Schaw, das sie mir nit wern zerschlagen. 
[A 3, 3, 57a] Schaff mirs wider in zweyen tagen, 
Ich kan ir lenger nit geraten. 

ContB Drol spricht: 

Lieber, laß ein bar wfirst uns braten. 
[C 3, 3, 41] Laß michs versuchen, wie sie schmecken; 
10 Ich sie es hangn vol wttrst all ecken. 

Herman Dol spricht: 

0, ich darfiis vor meim weyb nit than, 
Sie legt mich drflß und peulen ahn. 
Ich verlür all ir huldt und gnadt. 

16 ContB Drol spricht: 

Es ist doch ietzt dein weyb im badt. 
Wer meinst, ders deinem weyb wolt sagen? 

Herman Dol spricht : 

Sie hats gezelt vor zweyen tagen, 
[K3,3, 111] Ich darff nit thun wider ir regel. 

Kum, nimb den flegl und holtzschlegel. 

Sie gehen beide ab. Knol unnd Conts Drol gehn ein» Drol 

spricht : 

Knol, hast du den bachen erschnappet? 

25 Heints Knol spricht: 

0, ich wer schier worden erdappet. 
Ich hab in tragen in mein hauß. 

Cuntz Drol spricht: 
Wo wöl wir mit dem bachen nauß? 

80 Heints' Knol. spricht: 

1 ? holtsflohlegl. ACK holtuohlegel. 2 A Hermon. 10 T hangn. 

AO hangen. K sih hangen. 22 A genh. 26 t worden. AOK wocdn. 



226 

Wir wollen zu dem pfarrer tragen, 
Ich thet im heut frü daryoD sagen. 
Ach, wie lacht sein der frölich man! 
Er wil auch mit uns hangen ahn. 
[A 3, 3, 57b] Er spricht, er wöl mit seiner knnst 

Dem Herman machn ein bloben dunst, 
Das er muß meinen unverholen, 
Er hab im selb den bacben gstollen. 
Schweig, dort geht Herman Dol daher, 
10 Sicht gleych, sam hab geweinet er. 

Herman Bei ktunbt trawrig. Heinta Knol sprloht: 
Wann her, wann her, in solchem trawrn? 

Herman Dol spricht: 

Ach, es steht übel, liebn nachtbawm, 
15 Ich hab verloren heindt mein bachen. 

Conti Drei spricht: 

Ach, ich muß der aberweyß lachen. 
Ich glaub nit, dast in habst verlorn, 
' Du best sttnst baß darzu geschworn. 

so Herman Dol spricht: 

Heindt die nacht mit verschloßner thfir. 
Und war auch noch der rigel für, 
Ist mir mein bach woren gestolen. 

Chintz Drei spricht: 

86 Du hast in etwan selb verholen, 

Weil niemandt kündt hat in dein hauß. 

Hast du in selber tragen auß, 

Wirst in der Strigel-Christen schencken. 

Herman Dol spricht : 

so 0, der wort thu nit mehr gedencken. 
Du bringst mich sunst von meinen sinnen. 
Ach, helfft mir wiederumb gewinnen 
Mein bachn, mich wirt der rit sunst bscheisen. 



# 



14 t liebn. AOR lieben. 17 K aberweiß. AC abweyß. 23 BC worden. 
der baoben woidn. 28 OK Obiitta. 
Bans Sachs. ZIV. 15 



226 

Wie wirt mein fraw mich schlagn und reisen. 
Sie hat mir trot, wie einr feisten hennen. 

57o] Heintz Knol spricht: 

Schaw, da kumbt za uns an den tennen 
5 Der pfarrer, der kan wol darzw, 
Er geht umb mit der schwartzen kw. 

Der pfarrer kumbt unnd spricht: 
Ir nachtbawrn, was thut ir rahtschlagen ? 

Herman Dol hebt sein hendt auff unnd spricht: 

10 Ach, lieber herr, sol ich nit klagen, 

Ich hab in dieser nacht verlorn 

Mein bachn, ist mir gestolen worn. 

Ich bit euch, hab ich ewer gunst, 

Ir wölt durch ewer schwartze kunst 
15 Den bachen-dieb nöten und zwingen. 

Mein bachen mir wider zu bringen. 

Der pfarrer spricht: 

Mein Herman, das selb ich nit kan, 
112] Wil abr durch mein kunst zeygen ahn 
20 Den dieb, der dir in gstolen hat. 

Herman I^ol spricht: 

Herr, das thut, eh es wert zu spadt; 
Hab ich urkundt von diesen dingen, 
Wil den bachen vom dieb wol bringen, 
25 Es sey der dieb gleych, wer er wöl. 

Der pfarrer spricht: 

Wenn ich den dieb anzeygen söl, 
So ist zu dieser kunst auch noht 
Ein grüner ingwer auff drey lot, 
30 Den leg ich auff ein platz alwegen. 
Sprich darob meiner bschwerung sogen; 
Denn nimbt ein zehn iede persan. 
Wer denn sein ingwer niesen kan 

CK schlagn. A schlagen. 10 CK herr] fehlt A. 12 CK b» 

19 CK abr. A aber. 32 ? zehn. AGK sehen. 




Ohn bitterkcyt, der selbig ist 
Des diebstals quit-loß in der frist. 
3, 3, 57d] Wem aber der ingwer ob allen 

Ilm mundt wirt bitter wie ein gallen, 
b Der selbig ist der bacheii-dieb. 
I Mein Herraan Dol, ist es dir lieb, 

So wil ich dir die knost zu-rithten, 
ledocb so tbu iub solcbs mit niuliteo, 
Dn gebst mir denn füi 
10 Als denn icb diese ku 
Ob dein bacli noch mü 

Herman Do 
Ich hab warlicli kein \ 
Mein pfarrer, ich baba 
15 Im garten vor der fra' 
leb wils anßgrabn und 
Die fUnfF batzen nacli 
Riebt nnr die kunst c 

Der pfirrei 
!o Fürder dich baldt ber 

Und forder zanimen die nachtbanrn 
Alhie ber in die kirchoff-mawni, 
Das wira anff dem gweichten probirn. 
Mir feiet nicht mein cslculirn. 

Ss Hemum Dol Uuffst bis. Helnts Enol spricht: 
Mein pfarrer, wie geht die kunst zu? 
X>er ptiirrer legt die Ingwer auO unnd spricht: 
Heintz Knol, also must merckcn du: 
Auff diese drey zehen hab acht, 

M Die sindt mit zucker eingemacht, 
Die erst nimb icb fttr mein persan, 
Und dn, Heintz, nimb die andern abn, 
Und du, Cnntz, aber nimb die dric. 
Die zehen, so ligt in der mit, 

s6 Die muß der Uerman nemen weck, 



228 

[A 3, 3, 58a] Ist von aloe und huntzdreck 

Gmacht and mit zacker aberzogen, 

Darmit der Herman wirt betrogen, 

Mags nit nein essen, wirt mit diesem 
5 Aaßspeyen klerlich aberwissen. 

Das er maß glaaben anverholn. 

Er hab im selb den bachen gstoln 

Und geben seiner gaten dim. 

Als denn that in nar wol vexirn 
10 Und that each ernstlich gehn im stein, 

Darmit ob wir in möchten fein 

Und mit eim solchen schwanck za-decken, 

Im einen galden abzaschrecken. 

Den wolt wir za dem bachn verzem 
15 Stil-schweigendt fein mit gott and ehm. 

Heintz Knol sprioht: 

Still, hör, ietz kommet eilent der 
Herman Doli dort gelaaffen her. 

[E 3, 3, 113] Herman Doli kompt, gibt dem pflarrher das gelt 

und spricht: 

20 Herr p&rher, da sint die fünf batzen. 
Die ich thet aaß der erden kratzen; 
Erfardt ir mir den rechten dieb. 
Fünf batzen noch darza ich gieb, 
That mir der kanst mit fleysse pflegen. 

Der pfarrer nimbt den blatz mit dem grünen ingwer iuid:'Bpricht: 

Nan hört mir za den starcken segen: 

In narribas phantastibas 

Neqaamqae et in diebibas 

Hanges in galgare fane 
30 Rabiqaenagare pame! 

Nan setzt each all zusammen nider. 

Da nembt nach einander ein ieder 

Ein ingwer-zehn, ir liebe kindt! 
[A 3; 3, 58b] Welcher sein kewet and verschlindt, 
86 Der ist anschaldig an dem bachen, 

Wellicher aber in sein rächen 

♦ 

4 CK diesen. 14 ? bachn. AOK bsohen. 33 ? sehn. AOK lehen. 
36 CK sein. A seim. 



229 

Den grün ingwer nit bringen kan, 
Derselb den diebstal hat gethan. 
Nnn diese knnst frey zu probirn, 
Wil ich zum ersten mich bargim. 

Der pfarrer ist ein ingwer-zehen. Herman Dol spricht: 
Mein herr, ench hab ichs vor nicht ziegen. 

Heintz Knol spricht: 

Sol ich die meinen lassen liegen, 

Odr zeichst mich auch des bachen dein? 

10 Herman Doli spricht: 

Nimb hin die ingwer-zehen fein, 

Dein anschaldt wirt sich in dem finden, 

Wenn da sie kewst and thast verschlinden. 

Heintz Knol ist die ingwer-zehen und spricht: 
[G 3, 3, 42] Itzt siehst, das ich anschaldig bin. 

Herman Dol spricht: 
Cantz, nimb da aach die deinen hin. 

Cuntz Drol spricht: 

Ich wils than, bin ich abr anschaldig, 
20 Da wirst mich machen angedaldig, 
Das da mich thast des diebstals zeyen. 

Der pfarrer spricht: 

Ey, man sol anser keinen freyen, 

Das der gat mann hindern bachen kamb. 

[A 3, 3, 58o] Cuntz Drol nimbt sein ingwer, isset den und spricht : 

Nan sie da, das ich aach bin framb. 
Nun nimb da selbert aach die viert, 
Das dein frttmkeyt aach werdt probiert 

Herman Doli greifet zu unnd spricht: 
so Das wil ich anerschrocken than, 

6 BO iohs. E ich hab euohf. A ich. 9 ? Odr. ACE Oder. 34 7 
baohen. ACE baehn. 36 B tihst. OE siohBt 



230 

Ich weyß mich wol nnschnldig dran. 

Herznan Dol würflt den Ingwer Im maul hin nnnd wider, sieht 

sawr. Der pflarrer sprioht: 

Ich hoff, der dieb werdt sich baldt finden; 
6 Herman kan sein ingwer nit schlinden. 

Herman Dol speits als auß nnnd sprioht: 

Er hat mirs maul so gar verbittert, 
Mein gantzer leyb bidmet und zietert 
Und that mirs wassr zun augn auftreiben. 
[E3,3, 114]Solt ich ein dieb mein lebtag bleiben. 
So wils nit nein, es muß als weck, 
Es schmeckt geleich wie ein hundsdreck, 
Es wil mir gleich zum hertzen stechen, 
Ich hab sorg, ich muß mich kotzn und brechen. 

15 Cimts Drei greifPt int wehr und sprioht: 

Ach, du verheiter bößewicht, 
Was hast für ein spiel angericht? 
Stilstu dir selb dein bachen heudt 
Und zeichst darnach frumb biederleudt 
20 Und tregst den bachen zu den kotzen. 
Ich dörst dich wol mit meiner blotzen 
, Hawn, das die sunn durch dich mtlst scheinen. 

[ A 3, 3, 58d] Heintz Knol feret undter nnnd sprioht : 

Nein, Guntz, das thu ich euch verneinen, 
25 Wir wollen in wol herter hawen, 

Wir wöUens sagen seiner frawen, 

Er hab den bachn außtragen eben 

Und den der Strigel-Ghristen geben. 

Sie Wirt im wol den golter lausen 
80 Und im den groben hart erzausen. 

Kein hertr straff ich im wünschen wil. 

Herman Bei hebt beidt hendt auff unnd sprioht: 
lieben nachtbawrn, schweyget stil. 
Und gebt die ding nit von mir auß. 



* 



12 K sohmeoket. ? geleioh. AOK gleich. 16 7 bößewioht. ACK böß- 
wioht. 19 7 seiehst. C seiohsts. A seiohts. 30 K treg8t. AOK tregi. 
21 B dörfft. OK dttrst. dürfft. 31 OK hertr. A herter. 



231 

Ich dörfft fürwar nicht mehr za haaß. 
Wiewols war ist, ich kans nit laugen, 
Weils die kunst klar zeigt anter äugen; 
Hab mejn tag gstolen mancherley, 
5 Ich war abr selb allmal darbey. 
Ich hab gestolen mir den bachen, 
Ean mich nit richten auß den sachen, 
Wie, wo nnd wenn ichs hab gethan, 
Und mich aach nit besinnen kan, 

10 Wenn ich der Christn den bachn hab geben. 
Mein fraw die würt es glanben eben, 
Wenn ir von Striegel-Christen sagt, 
Darmit sie nbertag mich blagt. 
West sie erst, das sin bachen het, 

15 Die hellisch martr sie mir ahn-thet. 
Ich.bit, macht mir kein böse eh. 

Der pfarrer spricht: 

Sein eh ist vor böß, ich versteh! 

Dammb so that den sachen recht, 
so Wiewol er ans alsam hat gschmecht 

An ansern ehrn, iedoch wöl wir 

Das selbig als verzeyhen dir. 

Iedoch wirst da zu baß ans allen, 
[A 3, 3, 59a] Ein galden deins gelts lassen fallen, 
85 Den wir vertrincken, wenn ans dürst. 

Aach gieb darza zweintzig brodt-würst, 

Aaff den anmaht in frewdt za leben. 

Herman Dol spricht: 

Ich wil euch gern zwen galden geben, 
80 Doch mich der brodt-würst ledig zeit, 
Darob mein fraw so dückisch helt. 
Ich dörst ir keine rüren ahn. 
Nan ich wil naaß in garten gähn 
Und die zwen galden graben aaß, 
85 Each, pfarrer, bringen in ewr haaß, 
Und saget nar meimb weyb verholn, 
Ein dieb hab ir den bachen gstoln, 

15 7 mwtr. ACE marter. 32 BE dOrllt. 



282 

Sey zu dem kttfenster nein-gstigen. 

Der Pfarrer spricht i 
Ge hio, wir wöln all helffen liegen. 

Herman Dol lanfft ab. Der pfiarrer spricht: 

5 Also muß man schachen die äffen 
Und die filtzingen geitzhels straffen, 
[E3, 3, 115] Die wimmer maß man mit keiln klieben, 
Ir lebtag sie sunst wimmer blieben. 
Die schantz ist uns nur wol geraten. 

10 Nun knmbt, so wöl wir siedn nnd braten 
Und von dem kargen pawren zechen; 
West ers, im möcht sein hertz zerbrechen. 
Nun wöl wir trincken guten wein 
Und mit einander frölich sein 

15 Im pfarrhoff, biß es heindt wil tagen, 
Den Herman lassn an knocken nagen. 
Weil er seins gnts selb nit genewst 
Und es vergrebet und beschleust. 
So hat er uns das gelt eingraben; 

so Ein Sparer maß ein zerer haben, 
[A 3, 3, 59b] Das der geltsack za groß nit wachs 

Bey kargen leuten, wünscht Hans Sachs. 

Die person inn das spiel: 

1. Herr Hans, pfarrer. 
25 2. Herman Doli, der karg pawr. 

3. Heintz Enol, der pawr. 

4. Gantz Drei, der pawr. 

Anno 1552 jar, am 6 tag Deoembris. 
17 CK genewgt A gnewft. 33 334 Tene. 



288 



Eaßnaclit- spiel mit 6 personen: Der pawr inn 

dem fegfewer. 

Der abt geht ein mit herr Ulrioh unnd spricht: 

glück, wie bist so wunderbar! 
5 Du gibst es keiDem menschen gar, 
Das er mit warheyt möcht gesprechen: 
Ich hab es gar on als gebrechen. 

Herr Ulrioh spricht: 

Gnediger herr, ir seidt betrübt, 
10 Das glück zu bschnldigen euch abt; 
[A 3, 3, 59o] Hat es euch nit reichlich begabt. 
Das ir seidt ein gefürster abt? 
Hat euch das glück nit gnug gegeben? 

Der abt spricht: 

15 Hat mir aber gnummen dameben 

Aach den löblich heyling ehstandt; 

Das selbig thut mir weh und andt. 

Das also hie mein guter nam, 

Darzu mein gschlecht und alter stam 
90 Gentzlichen abstirbet mit mir. 

• Herr Ulrich spricht: 

Gnediger herr, was klaget ir? 

1 QaeUe: Deoameron Ton SteinhOwel, bl. I21a (bibliothek des Utt. Tertini 
b. 61, 116). Denfelb«n stoff behandelte der dichter in seinem »bewerten tone 
all meifltergesang am 9 Jnni 1581, Ton ihm selbst gesohrleben In seinem 3- 
melstergesangbnoh (Zwiokan» MoritilcapeUe) bl. 311 bis 816. Gedniokt in dioh- 
tangen yon H. Sachs , hg. Ton J.. Tittmann III, 94 it 1 OK onais. on] 
Mdt A. 11 OK es. A er. 



234 

Solt euch nit wünschen in ehstandt! 

Darinnen ist stetz vor der handt 

Jammer und leid, fom onde binden 

An kleinen and ahn grossen kinden, 
s Eins ist kranck, das ander angratten 

Beide mit werten and mit thaten; 

Darob so müst ir each denn gremen, 

Schandt and unehr von in einnemen. 

Ergrifft ir denn ein zenckiscb weyb, 
10 Da wfirt erst peinigt ewer leyb 

Mit kiffen, zancken and mit nagen, 

Das ir kaam kündt die haadt ertragen; 

Dergleich het ir mit megdt and knechten 

Im haaß aach abertag za fechten. 
16 Es ist nit alles süs and gat, 

Was in der eh geleissen tbat; 

Die eh hat viel heimliches leiden 

Mit eyffersacht, hassen and neyden; 

Solchs seidt ir hie entladen gar. 

20 * Der abt cq;>richt: 

Ja, herr Ulrich, es ist wol war, 
[K 3, 3, 116] Sorg halber ich wol freyer bin. 

Nan wöl wir es gleich treiben hin, 

Wie wirs getrieben bahn biß her. 

85 Ich hab gemeindt, in der eh wehr 

[A 3, 3, 59d] Kein sawers, nar küchel za essen. 

Herr Ulrich spricht: 

Herr, ewer gnad kan wol ermessen, 
Das sich gar viel anrats za-trag 
80 Im ehlichen standt abertag, 
[C 3, 3, 43] Weyl viel klag für each kämmen that 
Von den ehleaten böß and gat. 

Der abt spricht: 

Es kambt ie warlich abertag 
SS Für mich so manch wanderlich klag, 
Solt mir kaam also trawmen than. 

* 

3 Tittmann unde. AOK md. 26 0K8awen. A f awrt . 2S CK ewer. A«w 



236 

Hört, hört, geht, secht, wer Uopffet ahn 
Im kloster an der fördern thür. 

Herr TTlrich sohaudt nanO, spricht: 

Es steht ein pewerin darfttr, 
5 Heintz Düppels weih von Milichtahl, 
Wirt euch klagen iren anfahl; 
Sie hat ein grobn, dölpischen man, 
Der nichtsen denn eyfferen kan. 

Der abt sprioht: 

10 So geht hin und lasset sie ein, 
Last hören, was ir klag wirt sein. 

Herr Ulrich bringet die pewrin, sie spricht: 

Ach, mein herr abt, ich kam auff trawen, 
Zu raten mir betrübten firawen. 

15 Herr Ulrich spricht: 

Sie ist gar einfeltig ubr-auß, 

Frumb, schlecht und ghrecht wie ein spitzmauß. 

Ir wert gar gute schwenck anhörn; 

Sie glaubt als, ist leicht zu bethörn. 

80 Ber abt spricht: 

Sagt, liebe fraw, was ligt euch ahn? 

, 60a] Die pewrin spricht : 

Mein herr, ich hab ein alten man, 

Der eyffert umb mich tag und nacht, 
25 Hat mich schier in die schwintsucht bracht. 

Er lauschet mir nach vorn und binden, 

Trodt an ein ketten mich zu büiden, 

Das ich im bleiben muß im hauß. 

Und hat mit mir gar manchen Strauß; 
so Wenn ich ein andern ahn du sehen, 

Wenn ich schon nichts zu im thu jehen, 

So heist er einen schiebsack mich, 

Schmecht unnd schlecht mich auch hertiglich, 

OK pewerin. A pewrin. 6 K Miliehtahl. AO BfüohUhl, H Titt- 
ibr. AO Tber. 33 fehlt A. 30 OK iha anithen. 



286 

Das ich es nit mehr leiden mag. 

Der abt spricht: 

Mein tochter, anß deiner ansag 
Merck ich, da hist vielleicht geneigt 
5 Zn hnlerey, hast imbs erzeigt, 
Hat nmb sonst nit die eyffersncht. 

Die pewrin sprioht: 

Nein, mein herr abt, in aller zacht 
Hab ich mich ie biu her gehalten 
10 An dem eyfrenden, groben alten. 
Derhalb mein trawen zu euch hab, 
Helft mir doch dieses eyffem ab ; 
Wo nit, so knmb ich von mein sinnen. 

Der abt sprioht: 

15 Kein bessern raht west ich darinnen. 
Denn das man den alten noch hewer 
Ein monat setzt in das fegfewer, 
Das er sein eyffem darinn büst. 

[E 3, 3, 117] Die pewrin sprioht: 

80 Mein alter aber sterben müst? 

Der abt spricht: 

Ja. Doch baldt er ins fegfewr köm, 
Die straff seinr eyffersucht einnem. 
So würdt dnrch mein gebet im geben 
[A 3, 3, 60b] Wiedemmb sein natürlich leben; 

Denn würdt er der frümbst man anff erden, 
ümb dich nimmer mehr eiffem werden. 

Die pewrin sprioht: 
Ja, lieber herr, so wöl wirs than. 

80 Der abt sprioht: 

Mein fraw, was wirt denn sein mein lahn, 
Wenn ich im hülff des eyffers ab ? 



Die pdwrin spricht: 

Mein herr, in meinem küstbal hab 
Ich ein haffn mit pfenning eingraben, 
Den selben solt ir za lohn haben, 
Wann mich bedünckt in meinen sinnen, 
Es sinn bey sieben pfandt darinnen; 
Doch ich euch den nit bringen dar. 
Biß mein mann ins fegfewer fahr ; 
Er sieht mir wol so dückisch drauff. 

Der abt sprioht: 

Nan sej beschlossen dieser kauff; 
Doch sag gar keim menschen darvan, 
Schick in das kloster heint dein man, 
Das er za schenck mir etwas bring: 
Kes, eyer oder ander ding, 
So wil ich in dnrch mein knnst thewer 
Hinab schicken in das fegfewer. 

Die pewrin spricht: 

Ja, lieber herr, das wil ich than. 
Euch schicken heindt mein alten man. 

Die pewrin geht ab. Herr Ulrich spricht 



2S8 

Das uns mit der sach mü^ gelingen. 
Den haffii mit pfenning zu wegn bringen, 
Und also mit dem groben alten 
Auch samb ein faßnacht-spiel thon halten. 

6 Herr Ulrioh spricht: 

Der kunst bin ich warlich zu schlecht, 
Wie man den pawrn ins fegfewr brecht 

Der abt spricht: 

Den anfang wil ich euch wol zeygen, 
10 Doch thut bey leib und leben schweigen. 

Die pewrin wirt heindt ohn gefehr 

Den pawrn ins kloster schicken her. 

Da wil ich im den geben ein 

£in tohn in einem sflssen wein; 
15 Als denn der schlaff in nberwigt, 

Das er da wie ein todter ligt, 

Denn wollen wir in legen ein 

Im chor ins grab von mermelstein. 
[E 3, 3, 118] Wie es darnach sol weiter gebn, 

M Laß ich ench darnach aach versthen. 

Diß tranck steht in eim schönen glas 

In meinem kaltr; wenn ich ench das 

Heiß holen, so ergreifft das recht. 

Herr Ulrich spricht: , 

85 Dort kambt der pa¥rr einfeltig schlecht. 

[A 8, 89 60d] Der pawr bringt birn inn einem krebn unnd spricht: 

Da kum ich zu euch, mein herr dapt, 
Mein fraw und ich habn euch begabt 
Mit diesen frischen schlegel-birn ; 
80 Bit, wölt mein kreben nit verliem, 
Wil in wol bey dem bendtlein kennen. 

Der abt spricht: 

Da thust die bieren nicht recht nennen, 
Sünder regelbim ist ir nam, 

21 BCK eim. A ein. 32 TittmMm kaltr. AC« kaüer. 



289 

Sie sindt noch zu herdt allesam, 
Dügen nit zu essen also. 

Der pawr spricht: 

Mein herr dapt, legt sie in ein stro, 
5 So werns zwischen hie und lichtmessen 
Dreck-weich, als denn mügt irs wol essen. 

Der abt spricht: 

Es ist von birn geredt genunck. 
Herr Ulrich, bringt dem mann ein drunck, 
10 In der abtey in meinem kalter. 

bt gibt im ein Schlüssel. Herr Ulrich geht ab, der abt 

spricht: 

Was thnt dein weyb, mein lieber alter? 

Der pawr spricht: 

15 Sie sitzt da heimen, spindt und singt 
Frölich, das es im haaß erklingt; 
Ich weiß gar nit, weß sie sich frewdt; 
Habs doch wol drey mal ghandelt hendt. 

r Ulrich kumbt, bringt das glaß mit tolm und spricht: 

,61a] Es sindt zwen pawren auch danieden, 
Die ewr gnad hat für in beschieden. 

Der abt spricht: 

^ Ja, heisset die pawren all zwen 
Eilendt herauffer zu mir gehn. 

25 Ulrich geht ab. Der abt spricht: 

Du aber trinck und setz dich nider, 
Damach ge heim zu hausse wider. 

awr trinckt es als auß, gibt dem abt das glaß wider 

und spricht: 

80 Herr dapt, das trünckleih schmeckt mir wol. 
Wolt got, das glaß wehr wider vol. 

}E weni8. A werden. 20. 23 Tittmann pawren. ACE pawm. 



Die swen pawreo. kummen, dar abt eprlaht: 
Warnmti bringt ir nit ewer gölt? 
[C 3, 3, 44] Wenn icli euch gleich handelt und scIiUlt 
Und legt euch in die keicben schlecht, 
G Meindt ir, es gschech euch sehr unrecht. 

Eberleln arSlzenbre; Bpriclit: 
Herr aht, last ewren zoren hoschen. 
So baldt wir hahen aaßgetroschen, 
So wöl wir dos gfllt-koren bringen. 



3, 119] HeinU D 




[er banok nider. NickBl 
bt: 


Schaw, acht 




ihtbawr nider! 


■5 Emn, Uß i 




n wider. 


3,61b] Heintz Düp. 


,^^ 


fÜB faUen, aie rütteln 


in. ]!fiob 


unet spricht: 


Ich soi^, ihn faab der 


schlag troffen. 


Der abt sohaut : 


m im, 


Bprioht: 



ao Ja, es ist änderst nit zn hoffen. 

Secbt ir nit, wie er ist erblichen? 

All sein kretft aint von im gewichen. 

Secbt nur, wie sich anspitzt sein nasen, 

Sein augeii brechen im der massen, 
35 Sein pnlQ schlecht nit, er ist schon todt. 

Eberlein Orölsenbre? spricht: 
Bist du denn hin inn dieser noht? i 

Sey wir erst nechtn bey nander gsessen I 

Und haben ein putter-milch gessen. 
3» Wie baldt ists umb ein meiiach geschehen! 

Nickel Bubendunst spricht; 
ittm. lorsD. ACR loru. 9 TiWa. koran. ACE körn. IZ K anff 



241 

» Was wirt sein weyb nur darza jehen, 
Wenn wir ir heimbringen die mehr, 
Im kloster sey gestorben er? 
Eberlein, wilt du irs ansagen? 

5 Eberlein Qrolzenbrey sprioht: 

Ja, sie wirdt nit viel darnach fragen, 
Weil er sie wol geblaget hat 
Mit seinem eyffem frü und spadt. 
Wie das im dorff weyß iederman. 

10 Der abt spricht: 

Ir pawren, greifft den todten ahn. 
Tragt in int kirchen in den chor. 
Da ist ein grab gehawen vor 
Beim sagra in ein nierbelstein ; 
15 Da selb wöl wir in legen ein 
Mit dem convendt und der proces. 
Morgen halt wir im ein seelmes. 
3, 61o] Solchs zeigt ahn seiner frawen frumb, 
Das sie morgen zum opfifer kumb. 

ragen den todten ab. Der abt unnd herr Ulrich kummen 

wider, der abt spricht: 

Den pawren hab wir ins grab bracht. 

Nun geht ir hin, baldt es wirt nacht 

Und nembt in heimlich auß dem grab, 
25 Schlept in in die presaun hienab, 

Last ligen in biß auf mitnacht. 

Wenn er denn vom tholm aufferwacht. 

So schreidt in denn ahn ungehewr, 

Er sey gstorben, sitz im fegfewr; 
so Thut in weidlich mit ruten hawen, 

Drumb das er eyffert umb sein frawen; 

Treibt mit im ein solch affenspiel. 

Wie ich baß unterrichten wil; 

Doch das sollichs als heimlich gschech, 
35 Das ni^mandt wiß, merck, hör, noch sech. 



S OK Conuent. A Oouendt. 29 OK im. A in dem. 
ins Sachs. XIV. iß 



242 

Herr Ulrich spricht: 
Bring ich den pawren ins fegfewr, 

» 

Ich treih mit im mein abentewr, 
Gieb amb sein eyffern im ein baß, 
6 Der er sein lebtag dencken muß. 

Herr TJlrioh geht ab. Der abt spricht: 

Nun wil ich geren sehen za, 
[K 3, 3, 120J Wie sich der pawer halten thu, 
Wenn im herr Ulrich saget frey, 
10 Wie das er im fegfewer sey. 

Wie viirt der pawr klagen and achen, 
Wie wirt des schwancks so gat za lachen! 

Der abt geht ab. [A 3, 3, 61d] Herr Ulrich bringt den pawrn, 

legt in nider und spricht: 

15 Wie ist Heintz Düppel also schwer! 
Laß schawen, wenn er anffwachn wer 
In der presaun, waa wirt er jehen? 
Wirt nit wissn, wie im ist geschehen. • 

Der pawr rümstert sich, steht aoff unnd greifEt amb sich an 
so die vier ort und spricht: 

Botz lang, botz lehr, wo bin ich doch? 
Was ist das für ein finster loch? 
Sich and hör nichts an disem endt. 
Ich greiff nichts, denn vier steiner wendt. 
95 Wie bin ich nar kämmen herein? 
Ich wil schreien der frawen mein. 
Eis, Eis, thn anff und laß midi aoß. 

Herr Ulrich mit grosser atümb spricht: 

Schweig, da bist ietzt in nobis haoß. 
*> Da wirst noch ein weil hinnen sitien, 
Bey andern armen seelen schwitzen 
Und mit in leiden gleydie pein. 

Heints Düppel spricht: 



Sl TUUMM !•!«, ACK WWr. 28 BC 



243 

Botz leichnam angst, wo mag ich sein? 

Herr Ulrich spricht: 
Du bist im purgatoriam. 

Der pawr spricht: 

5 Ach, sag mirs teadscb, ich bit dich drnm! 
Ich kan warlich kein laperdein. 

Herr Ulrich spricht: 

Ach, pawer, dein frewdt die wirt klein. 
Du bist, ach, in dem fegfewer. 

3, 3f 62a] Heintz Düppel spricht: 

0, erst ist mir das lachen thewer! 
Sag mir ahn, bin ich denn gestorben? 

Herr Ulrich spricht: 

Ja, du bist an eim trunck verdorben; 
15 Dein leyb ist schon begrabn auff erden. 

Der pawr spricht: 

Erst wil dem schimpff der bodn außwerden ! 
So bin ich nur mein arme seel? 

er münch nimbt in beim halß, bückt in über benck unnd 
20 spricht: 

Da huck dich, du must leiden quel, 
Des fegfewrs pein must du entpfinden. 
Doch wil ich dich nur treffen binden. 

er pa'wr bückt sich ubert benck, der münoh haudt in mit 
25 raten. Der pawr spricht: 

Auweh, auweh, thu mich bescheyden, 
Warumb ich diese pein muß leyden. 

Herr Ulrich, der münoh, spricht: 

Darumb das du dest übel trawen 
3, 3, 121] Und eyfferst umb dein frumme fräwen, 

16* 



244 

Dieweil du thest auff erden leben, 
Wirt diese straff dir teglich geben. 

Heintz Düppel spricht: 

Ich hab leider geeyffert sehr 
5 Umb mein weyb ye lenger ye mehr; 
Wann ich het die breckin sehr lieb, 
Das selb mich zu dem eyffer trieb. 
Unser münch habn mir nie verkündt, 
Das eyffern sey so ein grosse sündt; 
[A 3, 3, 62b] Ich het es warlich sunst nit than. 
Ich bit dich, wölst mir zeygen ahn, 
Bist ein teuffl? Oder wer bist du, 
Der mir setzt also hefftig zu? 

Herr Ulrich spricht: 

15 Ich bin kein teuffei auß der hei, 
Sonder bin gleych wie du ein seel; 
Ich muß auch im fegfewer leiden. 

Heintz Düppel spricht: 

Lieber, thu mich noch eins bescheiden, 
20 Sindt wir zwo seel im fegfewr allein? 

Herr Ulrich spricht: 

Ja wol, du arme seel, nein, nein. 
Es sindt etlich tausendt seel hinnen. 
Die also bratten unde brinneu, 
25 ledoch keine die ander nicht 
Im fegfewer hört oder sieht. 

Ulrich geht ab. Heintz Düpel spricht : 

Hör, sey wir unterm erdtrich unden? 
Hörst? ich merck, die seel ist verschwunden. 
80 Ach weh, weh mir eilenden armen. 
Bin ich gestorbn ahn als erbarmen? 
Erst rewet mich mein weyb und kinder. 
Mein ecker, wisen, sew und rinder 
Und auch mein eingegraben gelt^ 



* 



8 Tittmann habn. ACK haben. 9 K groß. 24 CK Tnde. A Tnd. 
28 ? unterm. ACK vnter dem. 



245 

Das ich het oben in der weit. 
Nun maß ich sitzen hie verflacht. 
Von wegn der schnöden eyffersacht 
Ist mir mein jang lehn wordn abbrechen. 
5 Bin nur sechtzg jar auff erdn amb-krochen, 
Het noch wol acht jar mügen leben, 
Het ich mich nit aaffs eyffern geben. 

[A S, Sf 62o. G Bf 8, 45] Herr Ulrieh kumbt, bringet semel und 

weyn und spricht: 

10 Is and trinck, da hast semel and weyn, 
Welche dir headt das weybe dein 
Geopfert hat za den seelmessen. 

Der pawr sprloht: 

Danck habs, hats mein noch nit vergessen. 
15 Sie hat mich doch ein wenglein lieb, 
Wiewol ich viel zanckens mit ir trieb. 
Sag mir, essen die seelen aach? 

Herr Ulrich spricht: 
ja, es ist ir alter braach. 

20 Ber pawr spricht: 

Wie das mir kein, Hecht opffern thet, 
Das ich darbey gesehen het. 
Weil es ist so stickfinster hinnen. 

Herr Ulrich spricht: 

25 Sie opffert eins, das thet verbrinnen, 
Dieweil man dir die seelmeß sang. 

Der pawr spricht: 

Ey, schendt sie pox leber and lang ! 
[K 3, 3, 122] Das Hecht het mir viel nöter thon, 

30 Denn dem münch, der obn altar stöhn. 
Der het wol von dem tag gesehen. 

Herr Uhrich spricht: 

3 C wegn. AK wegen. 4 Tittmann wordn. AC worden. 15 Titt- 
nuum doch. AO dennoch. 



246 

Nan iß und trinck nnd laß geschehen; 
Es kan im fegfewr nit änderst sein. 

Der pawr trinokt und spricht: 

Ey, ey, wie gar ein sawren wein, 
Den sewrstD, den sie im keller hat, 
Mir armen seel der karg nnflat 
Hat geopfert auff den altar! 
[A 3, 3, 62d] Sag mir, wenn hab ich büset gar, 

Das ich denn wirt gehn hymel faren? 

10 Herr Ulrich spricht: 

Ja, lieber, kaum in hundert jaren ; 
Wann du hast dich versündet weit 
Mit dem eyffern ein lange zeit. 
Es wer denn, das du würst begabt 
16 Durch fttrbit deins heiligen abt, 
Das dein seel wider kem zum leyb. 
In die alt weit zu deinem weyb. 

Der pawr hebt die hendt auff nnd spricht: 
0, solt ich wider kummn auff erden, 
20 Wie wolt der irümbste mann ich werden! 
Wolt nit mehr eyffern in meim leben, 
Sonder wolts meim weyb als nach-geben, 
Was sie nur wolt, groß unde klein. 
Das ich nit widr kem in die pein ! 

Der abt kumbt, bringet das tolmtranok unnd spricht lieimlich : 

Herr Ulrich, des schimpff ist genung. 
Seht, gebt dem pawrn wider ein trunck, 
Das er entschlaff; eh es thu tagen, 
Thut in sein grab in wider tragen, 
30 Das er wider vom todt ersthe 
Und heim zu weyb und kinden ghe. 

Herr^nirich gibt im trinoken und spricht: 

So trinck auch diesen süssen wein, 
Hat heut geopffert das weybe dein. 

7 CK Hat. A Hats. 19 C widr. ? kummn. ACK kammeii. 20 

CK frömbste. A frümbst. 21 CK meim. A mei^iem. 24 OK widr. A 

wider. . 26 B genung. A genug. 



247 

Der pawr trinokt und spricht: 

Ja werlich, dieser schmeckt mir haß; 
Bey der mawr ligt das grosse faß. 

Der pawr feit nider. Herr Ulrich tregt in ab und spricht: 

[ A 3, 3, 63»] Itzt ist Heintz Düppel nit so schwer, 

Ist im fegfewer worden lehr, 
Wann er hat schmale pfenbart gessen, 
Ich hab imbs leichnam-gnaw gemessen. 

Der abt kumbt und spricht: 

10 Der pawr ist im fegfewr gelegen, 

Hat sein eyffersncht anß müssn fegen 

Und hat anch gentzlichen gelaabt, 

Er sey seines lebens beraubt; 

letzt thut er gleich wider erstehn, 
15 Wirt heim zu weyb und Mnden gehn. 

Er und sein weib sindt beydesander 

Eins gleich so läppet als das ander. 

Der pawr kumbt und spricht: 

Ach, mein herr dabt, danck habet ir, 
so Durch ewr feistikeit so habt ir mir 
Erworben wiedemmb mein leben, 
Wie mir das hat anzeiget eben 
Ein seel nnden in dem fegfewr. 

Der abt spricht: 

I^K 3, 3, 123] Leb fort-hin nicht so ungehewr 

Mit deim weyb mit der eyffersncht. 
Weil sie selb holt weybliche zucht. 

Der pawr beudt ihm thandt, spricht: 
Herr, da habt keinen zweyffel ahn. 

so Der abt spricht: 

Nun thu hin heim zu hause gähn. 
Ich wil hienein gehn zum früambt, 

« 

3 K niAwer. TiUmann grosse.' AOK groß. 20 so] fehlt OK. 



248 

Das in der kirchn nichts wert versaambt. 
Biß santag kam ins kloster rein, 
Aldä must da mein gaste sein, 
Als denn mast nach leng mir hersagen, 
5 Was sich im fegfewr hat zu-tragen. 

Per abt gehet ab. [A 3, 3, 63b] So kummen sein awen nacht- 

bawrn. Nickel Bubendunst sprioht: 

Uns ist draaß gsagt vom Cantz Rolanden, 
Heintz Düppel sey vom todt erstanden; 
10 Wir sindt rein-gschickt von seiner frawen 
Ins kloster, die warheyt za schawen, 
^ Wie er in dem kloster umbgeh 
Und sey frey lebendig als eh. 
Ich kan sein aber glaaben nicht. 

15 Eberlein Qrölzenbrey spriclit: 

Las, mich triegn denn all mein gesiebt, 
So steht Heintz Düppel im creatzgang. 
Ey, wie sieht er so sawr und sträng, 
Als ob er hab ein kindt erbissen, 
20 Odr im die wölff ein kw zerrissen! 

Nickel Bubendunst spricht: 

Ja, es ist warlich nar sein seel, 
Ist heraaff-gfaren aaß der heel. 
Kam, laß ans eilendt vor im fliehen. 

25 Die zwen fliehen. Heintz Düppel schreidt: 

Steht, steht, ir nachtbawm, thut verziehen ! 

Ich leb wider warhafftiglich. 

Steht, steht, ir dürfft nit fürchten mich. 

Sie stehen. Eberlein Qrölzenbrey spricht: 

30 Ey lieber, bist wider genesen? 
Wo ist die weil dein seel gewesen? 
Im hymel oder in der heel? 

Heintz Düppel spricht: 

* 
1 Tittmann kirchn. ACK kirohen. 3 CK gaste. A gast. 12 CK 

vmbgeh. A «u geh. 25 ? Die. ACK Sie. ' 



249 

Es ist gewest mein arme seel 
Ein monat lang in dem fegfewr, 
[^ 3, 3, 63o] Darinn gepeinigt ungehewr. 

Nickel Bubendunst spricht: 
5 Was hast im fegfewer erlieden? 

Heintz Düppel spricht: 

Mancherley pein, doch unterschieden. 
Man thet mich hart därinn peinigen 
Mit nhel essen und hart liegen, 

10 Aach peinigtn mich darinn die menß, 
Die floch und auch die hader-leuß, 
Auch haut man mich übel mit ruten, 
Das mir offt thet die kerben bluten. 
Auch stundt darinnen ein scheißkübel, 

15 Der stünck so leichnam-hieren-ubel, 
Auch war es drinnen gar stickfinster, 
Sach weder sunn, noch steren-glinster, 
Kein liecht man auch darinn anzündt. 

K S, B, 124] Eberlein Grölzenbrey spricht: 

20 Mein Heintz Düppel, umb welche sündt 
Hat man mit ruten dich gehawen? 

Heintz Düppel spricht: 

Das ich het geyffert umb mein frawen, 
Das hat mein seel so hart beschwert. 

25 Kein grösser sünd kam nie auff erdt 

Denn eyffem. Drumb, liebn nachtpawm mein, 
Wölt vor dem eiffern gwarnet sein, 
Weil man es strafft so ungehewr 
Mit ruten undten im fegfewr. 

80 Eumbt mit mir heim zum weybe mein, ** 
Da wöl wir' frisch und frölich sein, 
Ein newe hochzeyt mit ir han. 
Ich wil werden ein ander man, 
Das mir keyn nachrew drauß erwachs 

85 In dem fegfewer. Wünscht Hans Sachs. 



* 



b fegfewer. AK fegfewr. 15 OK Btanok. 16 Tittm. drinnen. ACK drin. 

7 B noch. A nach. Tittm. steren. AOK stem. 26 Tittm. liebn. ACK lieben. 

S7 Tittm. gwarnet. ACK gewamet. 35 CK fegfewer. A fegfewr. 440 yerse. 



250 



[A3,3, 6dd] Die person inn das spiel: 

1. Der abt von OertaL 

2. Herr Ulrich, der münch. 

3. Heintz Düppel, der eyffert pawr. 
5 4. Eis, sein haulHraw, ein pewrin. 

5. Eberlein Gröltzenbrej, ein pawr. 

6. Nickel Bubendonst, ein pawr. 

Anno 1552 jar, am 9 tag Decembris. 



261 



[0 3,3,461 Faünaclit-spiel mit 4 personen: Der ty- 

rann Dionisins mit Damone seiner glflckseligkeyt halber. 

Der tyrann Dionisius tridt ein mit Damone» seinem raht, unnd 

Bwen trabanten, und spricht: 

5 Ich hab Siciliam, das reych, 

Inn meiner handt gewaltigleich, 
[A 3, 3, 64»] Dem voring könig ab-gedrungen 

Und unter mein hart joch gezwungen, 

Hab in den dienstzaumb in das maul 
10 Geleget, geleich einem gaul 

Und erhalt sollichs regimendt 

Mit gwalt und tyrannischer hendt 

Durch harte straff bey iederman 

Und hab gesetzet meinen trän 
15 Zu Siracus, in die haubtstadt, 

Iederman groß sorg auff mich hat. 

Solch als erhelt das wanckel glück. 

Dämon, sein raht, spricht :_ 

Selig bist du in allem stück, 
20 Mein Dionisi, hie auff erden 

So war, noch mag dein gleich nit werden 
In dem künglichen regimendt. 
Alle könig in oriendt 
Haben nicht unter irer krön 



1 Wahrsoheinlioh hat hier Hans Sachs nach Gesta Bomanorum 36 gear- 
beitet. Eine große reihe von vergleichssteUen hat Gödeke zu Kirchhofs Wend- 
unmat 2, 21 nachgewiesen; sieh Österleys ausgäbe b. 5, s. 75. Vgl. Qest» 
Bomanorum (Österley) 108, s. 739. 



252 

So gehorsame nnterthon, 
Als du sie hast auf dieser erden, 
Drumb wundert mich an dein geberden, 
Das da dich so trawrig erzeigst 
5 Und dein angsicht untersich neigst. 
Ich hab dich auch in all dein sachen 
[E3, 3, 125] Kein mal nie frölich sehen lachen, 
Wenn mir das glück und seligkeyt 
Also schin in meins lebens zeyt, 
10 Ich. wolt frölicher stellen mich. 

Dionisius, der tyrann, spricht: 

Dämon, begerst, so wil ich dich 
Versuchen lassen kurtzer zeyt 
Ein theil von meiner seligkeyt, 
15 Das du magst kosten auch ein stück 
Mein ktinglicher wolfart und glück, 
Und, das auff den morgichen tag. 

Dämon spricht: 

herr könig, wie kan und mag 
[A 3, 3, 64b] Solch hohe gnad verdienen ich, 
Das du wilt lassen kosten mich 
Dein wolfart, glück und seligkeyt? 

DionisiuB, der tyran, spricht: 

Laß uns zu tisch gehn, es ist zeyt. 
25 Morgen solt du erfaren das, 
Ich dich mein wolfart kosten laß. 

Sie gehn alle auß. Damen kumbt, redt wider sich selb annd 

spricht: 

Ich hab heindt die gantz jiacht gewacht 
30 Und der grossen gnadt nach-gedacht, 

Das mich der köng sein seligkeyt 

Wil lassen kosten diese zeyt. 

Ach, was wirt nur das selbig sein? 

Vielleicht wirt er mir geben ein 
35 Ein Stadt oder ein gantzes landt, 

1 CK gehorsame. A gehorsam. 31 CK kOng. A König. 



253 

Das ich es mit gwaltiger handt 
Auch gleych eim könig müg regirn, 
Oder wirt mich leicht eligirn, 
Das ich in Sicilia frey 
5 Nach im der aller-oberst sey. 
Nun eh vergeht der heutig tag, 
Ich soUichs innen werden mag. 

Dion, der trabandt, kumbt unnd spricht: 

Dämon, du königlicher raht, 
10 Es lest dich könglich mayestat 

Auß sonderlicher gunst und gnaden 

Auff sein verheissung zu im laden. 

Da solt sitzen auff seinen tron, 

Tragen sein scepter und sein krön. 
15 Auch so solt du haben an dir 

All sein kleinat, geschmück und zir 

Und sein küngliches purpur-kleidt, 

Und also seiner seligkeyt 
[A 3, 3, 64o] Und gelücks wirst entpfinden werden, 
20 In dem er teglich lebt auff erden. 

I>ion9 der trabandt, geht ab. Dämon redt wider sich selb 

unnd spricht: 

Nun so geh ich mit ftewden ab. 

Es Wirt ein künigliche gab 
25 Hernach folgen, das bin ich hoffen. 

Des köngs hertz steht in gnad mir offen, 

Wann ich bin im alzeyt gutwillig. 

All sein tyranney ich im billig; 

Wie unrechtlich er handeln thu, 
30 So sag ich immer ja darzu 

Und heuchel im, er hab sein recht. 

Bin dem könig ein lieber knecht 

Für ander all, das weyß ich wol; 

Des ich billig geniessen sol. 

« 
Er geht ab. Die zwen trabanten kummen. [K 3, 3, 126] Nisins, 

der erst trabandt, sprioht: 

34 ? Des. AGK Das. 



i 



Waa mein. 
Mein Dion 
Sollen faeo 
Wenn er 

> In seiner 
Samb sey 
Ich sol au 
Mit eim s< 
Und du sc 

I AufE seinei 
Als ob du 



264 

der könig, mich beacheidt, 
las wir hendt all beidt . 
neben Dämon stbon, 
;t AaH des königs tron 
jEsen herrligkeyt, 
.• in za würgn bereit? 
:n ziln mit dem bogen, 
rpffen stral anfTgezogen 
mit deim partisan 
ndem Seiten tban, 

»niKt- dnvfh in atBchen. 




ipriotit: 
predien; 



jyst, 



Dion, ( 

Was das < 

Ich denck. 

15 Sein tyran 

64d] Die er fre' 

Keiner gütii 

Auch sein bl and verwandten, 

Auch sein ' bandtgnosaen Dnd bekanten, 
ai> Sünder nur aller wüterey, 
Grawsamkeyt und der tyranney, 
Welches ist »eins hertzen Inet. 
Kein ander frewde hat er saost. 
Denn wie er dieut peioig und marter. 

js ITiBius, der erst trabandt, apriolkt : 
Ja, er ist warlich gar ein harter. 
Strenger und nngOtiger herr, 
Seins gleichen ist nit weit noch ferr, 
Verschondt weder menschen noch gott, 

so lederman hofft anff seinen todt. 
Auff das doch ein mal nem ein eudt 
Sein arg blutiges regimendt. 
Das allen menschen ist ontreglich, 
Das wir doch müssen leyden teglich I 

SS Dion, der trabandt, Bprlaht: 

Wiewol ea umb nns ist das minst. 



24 ? dlsat. ACK d 



Eurnb, laß uns wnrteo aoff den dienst. 

Sie gehen beide ab. DioniBins geht ein, achlecht gekleid, 
— 11 aber küniglich. Dionisiua spricht: 




Damün, sitz auff deo troQe meia, 
Heut den tag solt da könig sein. 
Gebend! nnd straff als was dn wilt 

meiner küniglichen milt. 
Ilie hast dein qnardi und trabanlen. 
Dein trewe räht und wol-bekanten, 
10 Dein kantzier und Irucbsessen beut, 
Deine hoffierer und spielleut, 
Die soId dir etlicli scbön comedi 
65a] Aach etlich tranrige tragedi 



256 

Nlsius, der trabandt, sprioht: 

Schweig, duck dich und kein wort nit red ! 
Mein stral der ist auff dich gespitzt, 
Wenn ich wil, so stirbest du ietzt. 
5 Mit diesem an£fgezogen pfeyl 
Ich dir bald zu dem hertzen eyl. 
Dein leben steht in unser hendt. 

Dämon sprioht: 

Tredt ab, heudt steht das regimendt 
10 In meiner macht und meinr gewalt. 
[A 3, 3, 65b. C 3, 3, 47] Und wo ir nit abtrettet baldt, 
Laß ich euch würgen alle beidt. 

Dien, der~ander trabandt, spricht: 

Es sey dir gleych lieb oder leidt, 
15 So bleiben wir doch hie besthan 
Und auff dein leben dir nach-gahn. 
Wo du nit schweigest, mein Dämon, 
Stoß ich durch dich mein partison. 

Dämon sohawt übersieh das bloß sehwerdt ob ihm hangen 
20 unnd spricht: 

0, erst sitz ich in grosser gferdt; 

Ich sich ein scharpff zwischneident schwort 

Ob meinem haubt hangen fürwar, 

Gantz zitrendt an einem roßhar, 
25 Das zilt mir in mein haubt zu fallen. 

In diesem gwalt und ehren allen 

Ean ich ietz nit mehr frewen mich. 

Dionisi, ich bit dich. 

Wollest dein kUnglich regimendt 
so Wiederumb nemen in dein hendt 

Und mich wider lassen auffsthen, 

Unbeschedigt mein weg zu gehn. 

Zu hohem danck nimb ich das ohn. 

Dionisius, der tsrrann, spricht: 

* 
4 K stirbest. AC stirbst. 18 CK partison. A parteson. 27 B fre- 

wen. A frwen. 31 CK abstehn. 



257 

Wie maß ich das verstehn, Dämon? 
Bist da nit deiner bit gewert, 
Welches dein hertz hat lang begert, 
Za haben die seligkeyt mein? 
6 Waramb kanst du nit frölich sein? 
In diesen küniglichen sachen 
Wolgemat and leichtsinnig lachen? 
Warumb sitzt du also betrübt? 

Dämon spricht: 

10 Ach siehst nit, was mich darzu übt, 

Das ich bin aller freadt beraubt? 

Das scharpff scbwerdt hecht ob meinem haubt. 
[A 3, 3, 6oo] Dergleich hab ich auff beiden seiten 

Zwen, die grimmig zu allen zeyten 
15 Auff mich zilen, droen den todt. 

Ich sitz in grosser angst und noht. 

Ach, wie möcht ich denn frölich sein? 

Dionisius» der tyrann, spricht: 

Schaw, Dämon, lieber freunde mein, 
20 Also bin ich auch gleych und eben 
Binden, voren, oben und neben 
Umb-geben auch zu aller zeyt 
[K 3, 3, 128] Mit sehr grosser gefehrligkeyt. 

Dämon spricht: 

85 Ich sie nichts, das dir feien thut, 
Du hast ye genug ehr und gut, 
Dein klag halt ich für einen schertz. 

Dionisius, der tsrrann, spricht: 

Kunst du mir sehen in das hertz, 
so So würst sehen so viel gebrechen. 

Das es dir nit wehr auszusprechen : 

Schrecken, forcht, angst, trübsal und sorgen. 

Allein das sollichs ligt verborgen 

Und ist aussen bedecket schon 
S5 Mit purpur und künglicher krön, 

10 A vbet. 21 ? voren. ACK Foro. 25 OK lih. 35 CK purpur. A purper. 
H«ni SMhfl. Xiy. 17 



[A 3, 3, 65d] 



Mit herrligkeyt nnd grossem braoht. 
Darnnter mein hertz aber wacbt 
All augenblick nnd immerzw 
An allen friedt,. rast oder rw. 
5 Derhalb kan ich nit frölich sein. 
Scliaw, das ist die seligkeyt mein. 

Dämon spricht : 

Wie kan solchs sein? In deiner liendt 
Hast du ein gwaltig regimendt, 
10 Darifst warten keiner febrligkeyt, 
Dieweyl zu dienst dir ist bereyt 
lederroan, und hart fürchtet dich. 

Dionisius, der tyrann, spricht: 

Du sagst recht, ir viel fürchten mich; 
15 Ich allein muß sie fürchten all. 
Ir hertz ist bitter wie ein gsAL 
Dien sie mir gleich im augenschein, 
Sindts doch heimlich die feynde mein, 
Kan mich nichts guts zn in versehen. 

20 Dämon spricht: 

Herr könig, wie mag das geschehen, 
Das dein eigen voick dir feindt sey? 

Dionisius, der tyrann, spricht : 

Da hab ich sie mit tyranney 
25 Und bösen stücken blaget lang, 
Gehalten sie in hartem zwang 
Teglich mit mancherley auffsetzen. 
Tiiu ich sie schinden, schabn und schätzen, 
Wie künden sie mir denn holdt sein? 
30 Sie geren all des todtes mein; ^ 

Ich muß sehr fürchten ein auffruhr 
Im volck, von wegen meinr unfuhr. 
Viel mewtrey wern wider mich gmiacht, 
Ich solt lengst worden sein umbbracht 
35 Mit schwerdt und gifft an meinem tisch. 



10 A Darflfts. 28 ? schabn. 
kttndem. 32 CK wegn leiner. 



ACK schaben. 



29 K kOnten fi«, AC 



m 

Wie kflndt ich sein frölich und frisch? 

Dämon spricht: 

Hast doch zu schütz deine trabanten, . 
Dein nechste frenndt und wolbekanten. 
5 Wes furchst dich denn oder von wannen? 

^ DionisiuB, der tyrann, spricht: 

Sindt nit vil könig und tyrannen 
Von im leibßhütem selb umbbracht? 
Ich bin unsicher tag und nacht 
10 Beyde zu tisch oder zu peht. 

Dämon spricht: 

3, 3, H6a] Das glück dir doch trewlicli bey-steht 

Bey freunden und feindn umb und uinb. 
Des möchst wol frölich sein mit rumb; 
15 Im krieg hast almal groß gelück. 

Dionisius, der tyrann, spricht: 

0, es feit mir in manchem stück 

Gleich wie im fried, also im krieg. 
3, 3, 129] Ob ich wol gwinn an feinden sieg. 
20 Noch setzen mir ahn alle rw 

Mein feinde teglich vester zw: 

Als Roma, dergleich Cartago, 

Die griechen gleichermaß also. 

Da handelt das gelück mit wunder: 
25 letz Hg ich ob, baldt lieg ich undter, 

letz verleuß ich mit flucht das feit, 

letz mangelt mir volck, darnach gelt, 

letz mag kein profandt mir zu-gohn, 

letz mangelt kriegs-municion, 
so letz mein bundtgnossen mir abfallen, 

letz Wirt ich verlassen von allen, 

letz wem mein pratick offenbar. 

Also das glück gantz wunderbar 

Spilt mit mir, wie im luflft dem pallen, 
35 Hebt mich auff, lest mich blötzlich fallen, 

4 R nechste. AG neohst. 10 CK ynd auch su. 21 ? feinde. ACK 
dt. CK tegUohen« 

17» 



260 

Muß warten, wenn mich thnt entleiben 
Mein feyndt oder des reichs vertreiben. 
Sag, wie möcht ich denn frölich sein, 
Weil ich von feindt und freunden mein 
5 Muß groß gefehrligkeyt besorgen? 

Dämon spricht: 

Herr könig, weil du alle morgen 
Opfferst und helst grossen gots-dienst, 
Auß dem bist du vergwist auffs minst, 
10 Das die götter beschützen dich 
Vor freundt und feinden emsieglich, 
Darumb solt du dein trawren lassen. 

Dionisius, der tyrann, spricht : 

66b] Ich weyß, das mich die götter hassen, 
if) Und brindt ob mir ir grimmer zorn. 
Ir gunst hab ich vor leugst verlorn, 
Ir straff ligt mir auch auff dem ruck 
Von wegen vieler böser stuck. 

Dämon spricht: 
20 Wie das du in denn opffern thust? 

Dionisius, der tyrann, spricht : 

Das selb du also versthen must. 
Ich treib nur bracht und gleyßnerey, 
Mein hertz aber ist nit darbey 
2f» Meinem opffer und gottesdienst. 

Damen spricht: 

Sag aber, woran du entpfinst, 
Das dich hassen die götter dein? 

Dionisius spricht: 

30 Ach, wie kündtens mir nur holt sein! 
Wann ich hab veracht alle götter. 
Bin auch gewest ir aller spötter, 
Thu auch ir tempel in berauben, 

i helts. 1 1 ? Vor. ACK Von. 30 B kündtens. CK könde 



261 

Halt auch weder trew, aydt, noch glauben, 
Den ich doch bey den göttern schwer: 
Des kan ich mich nit trösten mehr 
Weder auff götter, frenndt, noch feindt. 
5 Derhalb mein angsicht trawrig scheindt, 
Kein firewdt kan kämmen in mein hertz, 
Kein fröligkeyt, schimpff oder schertz, 
Das mir das glechter wol vergeht. 
Schaw, also mein seligkeyt steht 
10 Alzeyt in forcht, sorg und arbeyt, 
Welche du ietz ein kleine zeyt 
Entpfdnden hast, und bittest mich, 
Ich sol wider frey machen dich 
Von deinem künglichen gewalt. 

[ A 3, 3, 66e] Dämon spricht : 

Ja, mein herr könig, dir behalt 
Wider purpur, zepter und krön. 
Forthin wil ich bleiben davon. 
Dir willig nnterthenig sein, 
[K3, 3, 130] Einer auß andern knechten dein. 

Dein gwalt, pomp, bracht, gelttck und ehr 
Sol mich fort nit anfechten mehr, 
Weil drin steckt so viel ungemachs 
Heimlich. Spricht zu Nürnberg Hans Sachs. 

[C 3, 3, 48] Die person in das spiel: 

1. Dionisiosi der tyrann. 

2. Dämon, sein raht. 

3. Dion, der trabandt. 

4. Nisius, der ander trabandt. 

80 Anno 1553 jar, am 28 tag Janoarii. 

2 A Denn. 3 ? Des. AOK Der. 24 314 Tene. 



[A3,3,ß(id] FaC>iiiicht-Binel mitSpersouen: Das böli 

wcyl) mit Am wurten, wflrtzeo und stein gut zu niacben. 

Der mann gehet ein, würSt die hendtvon einander unndBprloht^ 

Adi, ich armer, eilender man, 
& Was söl auf erdt kli lieben alin'/ 
Das zu trost ist den mennera gobcii, 
Betrübt am meisten mir mein leben. 
Ey! cy! fiv! av! acli ! nch und well! 
Hab ich leb and geh! 

in Das mir Ten ab, 

Denn bai das grab ! 



Der na. 




nnd Bprioht: 


Grüfi die 




nachlbawr! 


Wie sich: 




i-sawr 


Und geh! 




bt? 


Sag mir 




■zu übt 


letKtindt 




aiidt 1 


Es thut mit 


J Hill 


It; 


Weil du wa, 


■Ker f 


fscl, 



ao War laut-raissig, frölicli dein gscbcl. 
Wie bist ietznndt so gar erschlagen! 

D«r mann sprloht: '■ ' j 

[A 3, 3, 67a] Acli, was sol ich dir daran klagen? 

1 Ein böenB wuib tngandbftft lu mashea, ist oftmsli dgt gtoff uahrifA« 
dinhliiiiEfln. Vgl. öödeke, dlohtuiigeD toq D. Suibt I, 261. Hier «hDpIta ". 
aus Piiuli 134. Üleioben iobalt hat der meiiteigeaang in der Alment An mtOm: 
Das (los weib mit den ttainen vom i Februar 1637 (4 maiilsifMUfbMk * 
ZÜ3' bis 204'.). 9 wo] fehlt Ä. CK wo loh <t>h. 



268 

Weh mir, das ich geboren bin! 
Ich wollt, meins lebens zeyt wer hin, 
Weil ich nichts hab, denn ach und weh 
In meiner unseligen eh, 

5 Darinn ich ie nit mehr mag leben. 
Ich hab mich gantz darein ergeben. 
Ich wil mich an ein baummen hencken 
Oder in eim brunnen ertrencken, 
Es fahr geleich mein arme seel 

10 Gehn hymel oder in die hei, 

Auff das nur ledig werdt mein leyb 
Von meinem bitter-bösen weyb, 
Vor der ich hab kein rast, noch rw. 

Der naohtbawr spricht: 

15 Mein lieber nachtbawr, was sagstu? 
Ist denn dein weyb. so bitter-böß? 

Der mann spricht: 

Ja, mein nachtbawr, botz angst, botz kröß ! 
Hörstu denn nit, was ich dir klag? 
80 Sie peynigt mich nacht unde tag 
Zu bebt, zu tisch, in der werckstadt, 
Kein ruh mein hertz vor ir nit hat. 
Alle ding sie mir tadeln thut'. 
Holt mir glat eben nichts vergut; 
, 131] Sie kifft und zancket alle stundt 
Gleich wie ein alter ketten-hundt. 
Mein nachtbawr, was wolt ich sunst klagen ? 

Der. naohtbawr spricht: 

lieber nachtbawr, was thust sagen? 

30 £im andern warlich glaubt ichs nicht. 
Stelt sie sich doch von angesicht 
So einfeitig, mitsam und gütig, 
Bein leutn wie ein schaff demütig, 
Als ob sie hab in ir kein gallen. 

35 Das het ich glaubet nit von allen, 
Het ichs nit selb gehört von dir. 

BCK wollt A weil. 32 OK mttluam. 



Mein lieb 

Ich het e 

Itzt glant 
i Auff erdt 

Denn ein 

Guhtz ge 

Gegen fr; 

Kein zon 
a Wenn si« 

So Wirt . 

Ungstalt 

Spricht, 

Denn be; 
i Ein man ich 

Undtcr e i; 

Wo ein f n man. 

So lielt er -r 

Also köng schreibt. 

) Mciiis weybs tugendt, die sie stets treibt, 

Wie kündt ich darbey frölich sein? 

Der nochtbawr spricht : 
Mein lieber nacbtbawr, mir feit ein . . 
Vor jaren ich gehöret han 

5 Von einem gar uralten man. 
Dem het auch ein grandt-böaos weyb 
Aho gepeinigt seinen teyb. 
Der tiat sich eins tags auff-gemachl 
Und war geritten tag und nacht 

I Hin zu dem könig Salomon, 
Hat im sein noht gezeyget ohn 
Seins woybs halber in seiner Stadt. 
Dem het er geben kurtzen raht, 
Gesagt: groß kraiTt haben allein 

i Wort andc wUrtz, nnd auch die stein. 
Scbaw, durch die drey gemelten stück 
Hat dieser alt mann durch gelflck 




264 

>er manu epriaht: 
nacbtbawr, gelaub mir, 
ilbs gelanbot nicht, 
b, da» Salomon spricht, 
r kein listiger haubt, 
ichlangcn; spricht: (gelaubtl) 

alle boßheyt ist 
i-bolJheyt und -lisl, 
; über frawen-zorn: 
; gar entrüstet worn, 

md t rächen, 

»achen ; 



266 

Sein zenckisch weyb gemachet fridtsam, 
7o] Tagentlich, demütig und sitsani, 
Uber-kummen ein gute eh. 

Der mann spricht: 

5 Ach, lieber nachtbawr, sag mir meh, 
Hat er mit segen sie beschworn? 
Darmit gestillet Iren zorn? 
Oder wie hat er braucht die wortV 

Der naohtbawr spricht: 

10 Ich glaub, er hab an diesem ort 
Dem weyb die besten wort auß-geben, 
Darmit hab ers erweichet eben, 
Das sie auch frumb und senfft sey worn 
Und hab gemiltcrt ireu zorn, 

15 Wie man den spricht: ein frummer man 
Ein frummcs weyb im ziehen kan. 

Der mann spricht: 

Mein nachtpawr, sag mir auch in^ kurtz, 
Wie hat er denn gebraucht die wurtz? 
80 Er hat sie leicht bezawbert mit? 

Sag mir den grandt, und tensch mich nit. 

12] Der nachtbawr spricht: 

Ich glaub, er hab heilsame wurtzel 

Mit sambt dem kraut, Stengel und sturtzel 

26 Dem weyb gehalten für die nasen 
Und hab sie darzu schmecken lassen 
Und hab ir denn mit dieser kunst 
Außgezogen die groben dunst 
Auß irm hertzen, gallcn und hirn, 

30 Hat sie also mit thun burgirn 
Von aller unart und dem zorn. 
Darvon ist sie senfftmütig worn. 
West sunst nit, wie er im het than. 

Der mann spricht: 
: kttrti: wttrtB. 23 OK heilsame. A heilsam. 



966 

Act), lieber nachtpawr, sag mir ahn. 

Wie meinst, das er hab braucht die stein ? 

[A 3, 3, 67d] Der nachtbawr spricht: 

Ich glaub, der alt mann hab aliein 
5 Köstlich edelgestein der massen 

In gülden ring ein lassen fassen, 

Den hat das weyb am finger tragen. 

Der hat das weyb in knrtzen tagen 

Demütig und tugendtsam gmacht; 
10 Nit anders ich halt oder acht. 

Derhalb so raht ich dir anß gnnst, 

Fach ahn und brauch aucii diese kunst! 

Yei-suchs, wer weiß, wo das gläck leit, 

Ob du dein weyb in kurtzer zeit « 
15 Auff einen guten weg möchst bringen. 

Der mann sprioht: 

Ich hab gut hoffnung zu den dingen, 
Wil erstlich mit den guten worten ' 
Mit ir anheben an den orten. 
80 Hilffts nit, ich brauch die andern stück. > 

Der nachtbawr spricht: 

Darzu wünsch ich dir heyl und glück. 
Ich wil ein weyl hin heim zu hauB. 

Die firaw kumbt und sprioht: 

25 Was habt ir beidt zu richten auß? 
Ich glaub, ir habt raht alle zwen. 
Wo ir heindt wölt zum wein hingehn. 
Ich sich wol, ir seidt beidt stüdt-faul. 

Der nachtbawr seht ab unnd spricht: 

30 nachtpawr, nimb süßholtz ins maul! 
Gehab dich wol, ich scheidt mit wissen. 

Die Araw spricht: 
Ja, eben in das maul geschmiessen! 

2 CK die. A dein. 6 K einfusen lassen. 13 7 das] fehlt ACK. 

OK flOeke. 14 CK *fk A da. 17 K gni. AG g«te. 




sar 

Geh Dab, du scblüfTuI, int werckstailtl 

Die glock schon zwcy gescIiUgen hat. 

(A 3, 3, H8»] Wilt den tag in der muitr umb-traguii 

Der mann epriobt: 
letz geh ich bin. HOr, laß dir sa^'üii. 
Sey guter ding, tnoin liebps weyh: 
Ich wil fflrwar den meinen leyb 
Wie vur mit iteinpr arbeyt spnrn. 

.[C ;t, 3, 401 nie fTP"" -..vi^ht- 

ÜotK Iciülmani scba ur jan 

Mit arbeyt gwunnei tcinliiiu 

I)d weresl lengst z nnü. 

Ja, wenn iiit wehr ?nt, 
Uas seih allein das 

Mit dir weyD ich r vcrdün. 

Der ma 

Mein wcyb, ßolt bn . aiitf crrl 

Zu unserni standt ( gehen. 



w Ja, eben -m eim he 
tK;3, 3,133)Liu ha-il dich glpyc) ... .vüenlaiiuk 
Gesclint allein unter die banck, 
Da bleib ich auch sitzen bey dir. 

Der mann spricht: 
K Ach liebes wcyb, was sollen wir 
Den sunst treiben für einen lianilvlV 

Die fravr spricht: 

Uu bist liederlich in dcim wandcl. 
Wenn du wie der nnd jener tbcl/t, 
»II Du audi ein gute narung bei/!. 

Dein wahr thust dem und jum anljcim 
Der dich mit zaiung Ihut verlcnfiun, 
Dringst dein gcltsclinldt kaum lialbcr 

3 ? mulli. ACK mDlUr. 12 T l«Dgst. ACK Icd^i 



268 



Der mann spricht: 

[A 3, 3, 68b] Mein liebß woyb, es kan uit gleych sein, 
Es wern niemandt aü schuld! bezalt. 

Die fraw spricht: 

5 Und Wurst du als ein wildtgans alt, 
So bliebst doch der gauch hewr als fert, 
Du bist ie nit einer lauß wert. 
Wer ich nit, du ests bettelbrodt. 

Der mann spricht: 

10 Mein liebe haußfraw, danck doch gott, 
'Der uns so senfftiglich ernehrt, 
Uns teglich unser narung mehrt 
Und sein segen so reychlich geit. 

Die fraw spricht: 

15 Schweyg nur und laß mich ungeheit, 

Du bist ein rechter dockmauser. 

Ich mein, wolst werdn ein kartewser, 

Du wilt mich leycht erst beten lern, 

Du kanst kaumb ein stiglitz erncrn, 
20 Du unendlicher loser matt. 

Ich mag dich nit mehr sehen ahn. 

Sie speidt auß unnd geht ab. Der mann redt wieder sich 0®!^ 

unnd spricht: 

Die guten wort, die sindt verlorn, 
25 Zu stillen meines weybs rumorn. 

Ich wil versuchn die ander kunst, 

Zu erwerben ir huldt und gunst. 

Ich wil den nechsten gehn marck lauffen 

Und gut krefftige würtzel kanffen: 
30 Als Wermut, fenchel, bethonien, 

Gamillen, schelkraut, pasilien, 

Garthaffen, salven, maseran, 

Rauten, lavendel, sateran; 

Wann dieser edlen krewter safft 

7 CK lauß. 13 OK Tiiser. A yna. 16 C^ dookmeuser. ^^ ^ 
wttrtsel. AGwttrU. 30 BCK bethonien. A betheien. 33 CK sateran. As»^*°' 



269 ^ 

Mügen außziehen durch ir krafft 
680] Meins bösen weybes unart ye. 

Ich wil baldt gehn ; was steh ich hie? 

inngehtab. Das weyb kumbt, sieht umb unnd spricht: 

5 Wo ist aber narr mein dropff hin? 

Wenn ich im ob dem halß nit bin, 

So sticht er warlich keinen bern. 

Wiewol ich selb nit erbet gern, 

So treib ich in dest fester ahn, 
10 Darbey ich mag spacieren galin. 

Ich bin erst in der kuchen gsessen, 

Hab fünff eyer auß eim schmaltz gessen, 

Darzu truncken zwey seidel wein. 

Zu mittag trag ich meim mann rein 
134] Ein Sappen und ein hebren-brey, 

Da muß er auch beleiben bey. 

Mein schelten fürchten und mein zorn, 

Das ist der zäum und auch die sporn. 

Darmit hab ich gewenht mein man. 
80 Also muß man dem tuche than; 

Wann es möcht sunst sein färb verlirn. 

Der mann kiimbt mit den würtzen, sie spricht: 

Wo gehst du nar heudt umb spacirn? 
Waß wilt der wtkrtz? du wilt lecht sitzen 
25 Ins wildtbadt und am narren schwitzen? 

Der mann halt ihr die würtz für unnd spricht: 
Seb, liebes weyb, thu darzu schmecken. 

Sie stöbst ims anhin und spricht: 
Ja, thu mirs in das rauchloch stecken. 

so Der mann helt irs wider für und spricht: 
Schmeck darzu, ich spodt warlicli nit. 

68d] Das weyb stöbst ims hin, spricht: 
Las mich nhnkeit,.und hab dirs gicht! 

K sieht sioh Tmb. 12 CK ayer. A eyr. B gessen. A gsessen. 
ht. A mtfeb. 27 CK liebes. A liebs. 28 T nnd ipriobt] fehlt AOK, 



270 

Was wilt mich mit den würtzen freien? 
Bist nnsinn, so must an ein ketten 
Und ins narrn-henßlein lassen spern« 
Key weck! was wilt mich darmit kern? 
5 Key weck in aller tenffel namen! 
Hab dir druß und den würtzen zammeu! 
Key weck, und lau mich doch mit rw ! 

Er halt irs für unnd spricht: 

Acli liebes weyb, schmeck doch dai*zw, 
10 So werden die krefftigen würtz 
Von dir auftreiben gar in kurtz 
Alle unart, gezenck und zorn, 
Darmit du teglich thust rnmorn. 
Schmeck ^och, es ist kein phantasey. 

15 Sie Btöhst wider hin unnd spricht: 

Du wilt leiclit treiben zawberey. 
Harr, harr, ich wils'dem richter klagen, 
Der lest dirt lauten auifm ruckn schlagen, 
Du unendtlicher, loser man, 
20 Ich wii dich gleych verklagen than. 

Sie geht eilend t ab. Der mann spricht: 

Erst merck ich, das der würtzen krafft 
Au dem bösen weyb nichtssen schaflfl. 
Ich wil versuchn die edlen stein. 
25 Rubin, Saphir, demandt allein 
Laß ich versetzen in einen ring, 
Darmit mein weyb zu recht ich bring. 

Er gehet ab. Die f^aw hat brach, taschen und mess^^^ 

spricht: 

[A 3, 3, 69a] Mich wundert sehr ob diesen Sachen, 

Das mich mein mann erst gut wil machen 
Mit den würtzn, es müst eh sein gschehen; 
Er hat das- spiel langst übersehen. 
Er müst vor lengst habn angefangen, 
35 Eh wann ich thet die bruch erlangen, 

24 7 Tersacbn. ACK Torsnoben. 26 7 Tersetsn. ACK versetao. ^ ^"'' 
32 7 wttrtsn. ^CK wUrtsen. 34 7 habiu ACK haben. K angfaiig^o« 



271 

Die daschen und darza das schwerdt; 

Des bleyb ich herr im hauß wie ferdt. ^ 

Es ist verloren mit sein Sachen. 

AU hundt böß pendig sindt zu machen. 

135]Derhalb muß er bey all sein tagen, 

Weyl er lebt, den olgötzen tragen. 

• Ich hör in, kumbt er rauff in trawen. 

So wil ich im den barm baß schawen. 

. » 

Der mann kumbt. Die fraw spricht: 

10 Wo schleuffst den gantzen tag nur umb? 

Der mann beudt im ring, spricht: 

Mein liebes weyb, zu dir ich kumb, 
Wil dir den gülden ring hie schencken. 
Zum newen jar mein zu gedencken, 
15 Und thu in am hertz-finger tragen. 

Die fraw spricht: 

Ich thörst dir tfaust an kopff wol schlagen ! 
Vergelt dir sein der jarrit! 
Der ring kombt an mein finger uit 
20 Was solt ich tragn ein messing ring, 
Eitel loröl ist all dein ding. 
Geh, thun etwan deim schlepsack schencken. 
Ich wil dein gspöt dir wol eintrencken. 
Ich wils gehn all mein freunden klagen. 

25 Die fraw laufift hin. Der mann spricht: 

Ey liebes weyb, laß dir doch sagen, 
Der ring ist gut und klares goldt, 
Den du zu danck mir tragen solt. 

>9b] Sie laufit hin. £r spricht: 

30 Das edelgstein hat wol groß lob, 
Mein weyb aber ist viel zu grob, 
Das die kraift im edlen gestein 
Zu helfen ir, ist viel zu klein; 
ledoch wil ich nit lassen nach, 

schlenffts. CK nur] fehlt A.» 13 C biej fehlt A. K da. 14 

sk«ii. A gdeneken. 18 CK halt lein. 33 AFq, 



272 

Ich wil gehn hienauß an den bach 
Und vol klauben den bösen mein 
Groß wacken und der kisselstein, 
Ob die selben betten die krafft, 
5 Mein weyb zn machen tugenthafft. 

Der mann geht ab. Die ftraw kumbt und spricht: 

Wo ist narr mein mann aber nauß? 
Bin ein stundt gewest anß dem hanß, 
Hab trnncken ein bar seidlein wein, 
10 So mag mein mann im hanß nit sein. 
[0 3, 3,50] Dort kumbt er, ich. wil in ahn-schnarren. 
Bist woren zu eimb steinnarren? 
Sag an, du leidenlosser man. 
Was wilt du mit den steinen than? 

15 Der mann auoket ein stein, würfft nnd spricht: 

Den schenck ich dir zum newen jar. 
Hab dir den auch, so hast ein bar. 

Die fVaw fleucht und schreydt: 
Du bößwicht, wilt du mich ermörn? 

20 Der mann wiirflt wider und spricht: 
Seh, der stein thut dir auch gehörn! 

Die trtkw schreydt: 
Hör auff, du ammechtiger tropf! 

[A 3, 3, 69o} Der mann würfft und spricht : 

85 Seh hin, der gehört dir an kopff! 
[K3,3, 136] So hab dir den auffs schulterbladt ! 

Die Araw schreidt und spricht: 

Hörauff, ich wils klagen eim raht. 
Hörauff, das dich pock scliendt nnd biendt! 

so Der mann würfft und spricht: 

So hab dir den auch in die lendt! 

1 2 K worden. AG worn. 1 4 K mich dam steiBen. 23 CK oMMchtigtr. Sl OK Solu 



273 

So hab dir diesen grossen wacken 

Hinden anff dein bösen nacken ! 

Halt, halt, halt, du mast noch baß dran. 

Die fVaw feit auff knie, hebt beidt hendt aufif und spricht : 

5 Ach, hör anff, hertzen-lieber man, 

Dieweil ich hab das leben mein, 

Wil ich dir nnterthenig sein, 

Dich nimmer mehr also an-schnnrren, 

Umb ein iede sach mit dir murren, 
10 Wie ich bißher dir hab gethan, 

Dich halten als ein biederman, 

Vor äugen in züchten und ehrn, 

Dieweil du mich und dich thust nern 

Mit arbeyt und redlichem handel; 
15 Yerzeich mir meinen bösen wandel;. 

Ich war durch böß gselschafft verfürt 

Zu handeln, das mir nit gebürt 

Was leidts dir von mir ist geschehen, 

Dergleich solt nit mehr hörn noch sehen. , 
20 Des hab dir auch darauff mein handt 

Und mein weybliche trew zu pfandt, 

Wil als ein frumbes weyb ndch halten. 

Der mann hebte auff und spricht: 

Ey steh doch auff, das muß gott walten! 
25 So geh hin und rieht uns den tisch 
Und hol uns ein gut essen visch, 
[A 3, 3, 69d] So wöl wir darob leickauff trincken 

Und allen unmuht lassen sincken. 

Die fraw spricht: 

so Ja gern, mein hertzen-lieber man, 
Als was du wilt, das wil ich than. 

I>ie flraw geht ab. Der mann bückt sich, klaubt stein auff 

und spricht: 

Nun muß ich mich hie bücken nider 
35 Und meine stein auff-klauben yrider, 

2 OK deinen. A dein. 22 OK frommes. A frambs. 24 7 dooh] 
febltAOK. 27 OK darauff. 30 7bertsen. ACKberts. 35 CK meine. A mein. 
Hans Sadu. XIV. 18 



S74 

I 

Ob mein weyb wider schellijg wttr, 
Das ich sie wider mit beschwur. 

Er rieht sich auff unnd spricht : 

Mich dttnckt in allen meinen sinnen, 
5 Es sindt noch mehr bösr weyber hinnen. 
Ob aber ein mann hinnen wer, 
Der dieser stein nottürfftig wehr, 
Den wil ich seiner bit gewern. 
Er kumb zu mir, ich leich imbs gern. 

10 Der naohtbawr kumbt, spricht: 

Mein liebr nachtbawr, wie steht die sach? 
Bist du meinem rabt kummen nach. 
Wie ich dich hab geleret schlecht? 

Der mann beudt ihm die hendt unnd spricht: 

15 Ja liebr nachtbawr, die kunst ist gbrecht; 

Wort und auch würtz weiten nit würcken, 

Mein weyb blieb fuchßwildt, gleich eim türcken, 

Noch wenger halif das edelgstein, 

Sein krafft war gen meim weih zu klein, 
20 Die grob war an vernunfft und sinnen. 
[K 3, 3, 137] Ein andr steinwerck thet ich erfinnen 
[A 3, 3, 70a] Und gienge hienab an den bacli 

Und klaubet kisselstein darnach 

Mein busen und beid ermel vol, 
25 Darrait draif ich mein frawen wol 

Uml) den kopff, bückel, arm und lendt, 

Bits sie auffrecket beide hendt, 

Sich mir ergab und gnaden bäht; 

Also die kunst gewürcket hat. 
so Solchs magst auch lern gut armen knaben. 

Die im hauß böse weyber haben. 

So da nit hilfift gut wort und würtz, 

Das er sich darumb nit verkürtz, 

Ist im zu thewr das edelgstein, 
35 So geh er in den bach gemein, 

Klaub kisselstein, und werff sie mit. 

5 C büsr. AK bOser. 1 2 CK meinem. A meimb. 1 5 ? Hebr. ACK liebe 
26 OK buoliel. A bUokl. 27 BCK sie] fehlt A. 30 ? amen. ACK tf* 



/UO T« UllOVllb £<U gUbV/l llCkOIlb XAMIIO kjaOIlO. 

Die person in das spiel: 

. Der mann. 

. Der nachtbawr. 

. Die fraw. 

Anno 1553 jar, am 4 tag Septembris. 



e. 



276 



[A3, 3, 70b] Faßnacht- spiel mit 7 personen: Der 

verdorben edelman mit dem weichen beht, das keyser Angostus 

wolt kanffen. 

SuperbUB, der ödelmaH, geht ein mit Bweyen kneoMen und 
5 spricht: 

Gnato, naaß in die knchen laafif 

Und sag dem koch, das er ein-kauff 

Wildtpredt, capaun, rephünr und hasen 

Und sich kein gelt sol dawren lassen, 
10 Und auch bestel die besten fisch 

Und za-bereidt heindt anif drey tisch 

Ein nachtmal auff das aller-best 

Auff edelleut und ehrlich gest, 

Welche auch nechten bey mir warn, 
15 Und heiß in auch gar nichte spam. 

Gnato, der knecht, geht ab, Superbus spricht zum andernK-^ 

knecht : 

Dromo, du solt der tische warten. 
Schaw, das da sindt würifel und karten, 
20 Das wir umbschantzen, flössn und bocken, 
Biß das man leut die fewerglocken. 
Als denn solt du aufftragen thon 
Den gesten ein colation 
Von zucker und gutem confeck 
25 Und ander seltzamen geschleck. 
[A 3, 3, 70o] Schaw, das wir auch versehen sein 

* 

1 Nach Paolia ersählung nr. 503: In dem verganten hieai einer tlos 
ritters bet kauflFen. 2 ECK Augu8tua. A Aogusti. 8 ? rephünr. AC?K 
rephüner. 18 ? tische. ACK tisch. 20 ? flössn. ACK flössen. 21 ? 
fewer. ACK fewr. 



i 



V 



Mit curs. vernetsch nnd süssen wcjn, 
[K 3, 3, 138] Das wirs dem adl erbittlpn wol, 
Auff das sie alle werden vol. 

Der Knecht laufft hin. anato kumbt widor uiind aprit-lit: 

5 Juncker, der koch hat mir gesagt, 
Wie das der fischer gelt liab klagt, 
Ir seidt im schuldig 40 ducaten, 
Der kün er lenger nit geraten. 



SuperbuB 


■icht: 


Ich wil im da 




Einmal nimbt 


en. 


Wie übel Iran 




Der groß gelt 




Lauft hin mm 


?cn, 


Ob doch mein 


■lagen, 


Biß ubermorg 


11. 


Gnato, 


,jht; 


Ey, Juncker, c 


i;heu, 


loh sol im die 


bringen 


Buperbus 


prioht: 


So anlwort im 


... „ ajiiceil, 



Las mich gott auff das new jar leben, 
Wil im eins mit dem andern geben, 
Er dürff mir lenger auch nit borgen. 



^ttato lauflt 1 



Droino, der ander knecht, kumbt. Supei 
der edelman, spricht: 



Heut solt auch zu mir anff den mi;rgcii 
Der alte hoffschneider sein kumnien, 
Zwey welsche tuch habn außgenummun. 
30 Das er auch hoffkleider hct guiaolit, 
■* 3,3, TOdJDas ich nach adelichem bracht 

Fwr. mpiner ititecht. p.iii ehrp, hpt. 



Juncker, weil ir heudt lagt im lielit,. 
Da liaiTi her der ho ffscUo eider all 
Und sagt, es wer nocli unbezalt 
[C 3, 3, 51] Unser tucli bey dem gwandtschneyder, 
i Der iiiiserii verding hoffkleyder, 
Und sagt, er wolt euch nimmer borgen. 





. der 


edelman, eprlcht: 


h&a der g^vändtschi 


leider muß erworgenl 


Idi hct den gwandteclmcidercn allen 


In Kom all ir 


tücher zu zalleii. 


BeköLii er mir 


aul! frever st 


rassen, 


Ich wolt . 






lassen 1 


Viel gwar 






nocli in Ilom; 


So gell ic 






rom, 


Der meini 






1 fro. 


Geh, Um 






)pfft also? 


Dromc 






nd Bpricht: 


Juncker, es ist 


der 


Avarua. 





1 



Superbus, der ecTelmtiii, eprioht: - 
2<\ V.y, das er hab sant Quirins baß! 
Den wuchrer und den geitzing jflden, 
Den nehrvs'olff unde den gelt-rtideDl 
luh nil verbergen mich in kheim. 
Sprich zu im, ich sey nit erheim. 

S^perbiia geht auQ eilendt. So kumbt Avarua unnd aprlobt: 

Wo ist Superbüs, ewer herr? 
|K 3, 3, 139] Dromo BpHcht: 

[A 3, 'S, 7U] Er ist heot außgeritten ferr 

Mit der ritterschafft aulT ein schloß. 
3u AvarUB spricht; 

Sein braclit und zemng ist sehr groß, 

F.5 kau in die leng nit recht than. 

Vor drey jarn Ich im glihen han 

b C fDsar f«rding. 22 T nnde. ACK md. 19 CK dw] hU i- 
31 CK TDd uroDg. A Tnd aaiii leruog. 33 T drey, ACK dnjn. 



279 

Drey tawsendt gülden also bar, 
Darfür ist mir verschrieben gar 
Farentz and liegendts, all sein gut. 
Nichts wenigers er verkauffn thut 
5 Ein Stack nach dem anderen hie, 
Hat mir kein zinst gereichet nie. 
Derhalb that ewrem janckern sagen, 
Wo er mich nit in viertze tagen 
Za frieden stel nach seim verschreiben, 

10 Sei er nit sicher in Rom bleiben. 
Ich wil in öffentlich beschemen. 
Sein gat, farentz and ligentz, nemen, 
Vergantten das anter dem sper. 
Wie za Rom was der brauch bißher. 

15 Darnach sol er sich eben richten. 

Sagt imbs, verschweigt im das mit nichten. 

Avarus geht ab. Gnato, der knecht, spricht: 

Dromo, mein lieber gsel, hör da, 
Es wil warlich gehn übel zu, 
20 Weil die sach hat ein solche gstalt. 
Ich wolt, ich wer vom Junckern zalt, 
Ist mir schuldig drey jar dienstlan, 
' Ich hab nur zwen dacaten dran. 
Botz marta, wo sol wir hienaaß? 

25 Dromo, der ander knecht, spricht: 

Wie anser Juncker heltet hauß 
Mit so uberschwencklichem bracht, 
Hab ich mir heimlich offt gedacht. 
Es wer sein in die leng nit tragen, 
3, 71b] Dieweyl ich off^ hab hören sagen, 
Er sey zu seim bracht nit so reich. 

Gnato, der ander knecht, spricht: 

Ans keysers hoff ist nit seins gleich 
Mit kleydung auff aller manier, 
35 Mit ketten, kleinaten und zier. 
Mit schlittenfaren und pursieren. 



* 



; CK Hegends. A liegende. 4 ? verkanffh. ACK TeskauffeD. 5 ? 
m. ACK andern. 8 ? Tiertse. ACR viertseben. 11 CK ibn] feblt A. 
Dromo. ACK Drome. 23 A Dnotaten. 



280 

Mit schlemmen, demmen, banckatieren. 
Mit rennen, stechen und tharnieren, 
Des weydtwercks ich geschweigen wil. 
Auch thut er teglich grosse spiel, 
5 Die im doch nit glücklich geraten. 
Hat nechtn verspilt hundert ducatcn 
Vast aufif eim sitz, ich stund darbey. 

Dromo, der ander knecht, spricht: 

Was meinst wol, das sein bulercy 
10 Gesthe, wann er helt immerzu 
Ein schöne frawen oder zwu? 
Er hielt leichter vier roß am barn, 
Weil er an in thut nichtsen sparn 
Mit kleidung, ring und ketten-schencken, 
15 An gelt, das er in thut ahn-hencken. 
Was kostn in nur die alten weyber. 
Die cuplerin und beren-treiber ! 
Hat er tausendt gülden ein jar 
Einkummens, es kleckt nit fürwar, 
20 Das er sich brecht ein jar mit hin. 

Gnato, der erst kneoht, spricht: 

Lieber, was meinst, das kosten in 

Ein jar allein vögel und hundt 

Zum weydtwerck, die in fressen thundt? 

25 Ich schweig auch der übrigen roß, 
K3, 3, 140]Darmit geht auff ein uhnkost groß. 
Noch ist er gleych darob erblindt, 
Aigens Verderbens nit entpfindt 
Und sieht gehn hauß doch stetigs wandern 

30 Einen schuldiger nach dem andern, 
[A 3, 3, 71o] Den er doch zilt auff heudt und morgen. 
Es wil im auch schier niemandt borgen. 
Wer in recht kendt in Rom, der Stadt, 
Er zalt ungeren frü und spadt, 

35 Man treib in denn mit ghricht darzu. 

Promo, der ander knecht, spricht: 

* 
1 CK demmen. A ynd. 6 ? neohtn. ACK Deohten. 



f Nöten verkauffet er heudt fru 

Die grossen lauter gülden sclialeii, 
Da3 er etwau dormit must zaieii 
Ein schuldiger, der im tliet trang. 

f, Qnato spricht: 

Mein Dromo, es hat gcwcrdt lang, 
Er hat vcrkouffet viel kleinat 
Heimlich hin und her in der stadl. 
Sein guter verkaufft und verpfendt, 

10 Es kan ncuien keia gutes endt. 

Ich wolt, das ick liet mein dienslgL^lt, 
Ich wolt mich schwingen ubers fcldt. 
Es Wirt doch ubr und über gehn. 
Wie Ävarna gibt zu verstlien! 

IS Wann der schuldiger sindt wol mehr. 
Die im dergleychcu Iroen sehr. 
Noch lest er sich niclits fechten ahn, 
Lebt im bnicht, wie er vor hat than 
Und knüpfft steht eines au das ander, 

M Bib zu boden feit alles sander, 

Z>romo spricht: 
Hör, hör, wie schreidt das hauligesindt, 
Die magdt, jungfraw, weih unde kindt! 
Geh, lieber, lauff und thus besehen, 
ir> Was uniien sey im hauß geschehen. 

OiiBto lau&t hin. Dromo spricht wider sich ( 
Ich glaub, von den scbuldigern allen 
Wirt etwan einer ein sein gfalleii 
Und lest etwan den lierren fahen, 
[A3, 3, 71d]Im thuren in die e.vsen schlahen, 
Biß das er im sein schuldt bezal, 
Es Wirt nichts anders sein dißmal 
Von dem lauCgsindt das klag-gescliri_v. 
Gnato kumbt wider und spricht: 
S5 Dromo, wilt wissen, was es sej"> 

«. 36 ? Dromo. ACK Drome. 13 ? ubr. ACK vber. 

AC eins. 20 K alle; eander. AC alsaDder. 2:i -. uode 

:« ; berrsD. ACK berrn. 



282 

Unser Juncker ist gfallen nieder 
Und rürt gar keins seiner gelider. 
Er ist erblichen, ligt daniden. 
Ich glaub warlich, er sey verschieden, 
r> Hat weder mundt noch äugen offen. 

Promo aprichts 

In hat vielleicht der schlag gedroffen. 
Genadt im gott, ein fein jung man, 
Er hat im selber übel tban, 
10 Mit seinem unömlichen leben 
Hat er zum todt im ursach geben, 
Het noch gelebt manch schönen tag. 

Gnato spricht: 

Ich glaub, es habs nit than der schlag, 
15 Sonder es hab in kurtzen tagen 

Die schuldt sein hertz im abgenagen, 

Der hat. er nit künnen vergessen. 

Hat das als heimlich in sich gfressen ; 

Wann im hat die zukünftig schandt 
20 Im hertzen thon gar weh und andt. 

Die im über den halß wolt gehn. 
[K3, 3, 141] Nun, was ficht das uns ahn alzwen? 

Eumb, laß uns gehn, wann es ist zeyt. 

Das man die beugst ins felde reidt. 

Sie gehn beid ab. Keyser Augustus geht ein mit seynen rä^^^> 

setzt sieh unnd spricht: 

Ir liebn getrewen, saget her, 
[A 3, 3, 72a] Was sindt zu hoff für newe mehr 

Bey der römischen ritterschafft? \ki 

30 Thitus, der erst raht, spricht: 

Großmechtiger keyser, ich weiß warhafft 
Nichts newes dir zu zeygen ahn. 
Denn das necliten ein edelman, 
Dir wol bekandt, der Superbus, 
35 Mit seinem zunamen Lotus, 

* 

7 CK getroffen. A droffen. 24 CK felde. A feit. Sf 7 liebn. ACKl«-*^*'"' 




Ist iD seiner poses daniilea 
Nider gesuDcken ddü Terscliieden, 
Gesprochea weder ach noch web, 
Hab der ^leycb nie gehöret ch 
Von so eini jnngeu starclien man. 



AuguBtos, der keyaer, spricht: 
E)', ey. es was ein fein pei-son 
Die götter wollen im genaden. 
Er bat mich v.ol za gast geladen 

M Und fürtr&gcn anff seclilzig traclit, 
Er war kostfrey, mit grosem bracliC 
[C 3, 3. 52) Dint er za tisch und bet darhey 
Sein Seitenspiel und gat cantrey, 
Ließ ballen ein trawrige tragedii, 

15 Daranff ein fröliche comedii, 
War einr der ritterlichen menner. 
Ein tlinrnierer und guter renner, 
War auch geröstet wol zu feldt 
Mit hämisch, wehr and dem gezelt, 

lu Zu schimiif und ernst, was man woli linn 
So wabr er ein höffliclier man, 
Der sein ding kundt breyßlirh und wiil. 
Sdiadt ist es, das er faalen sol, 
Sein geher todt der rewet mich. 

SS FabiuB, der tuder raht, spricht: 

Superbus was wol böffelicli. 
Hat aber nhel ghalten haub. 

AuguatUB, der keyser, apriuht ; 
[A 3, 3, 72b] Warmit ? ich halt in nberauß 

3u Reycb sein gewesen, dieweji er 
Het so gar brecbtige gebehr. 
Das er am keyserlichen hoff 
Gantz allem adel uberlrofT, 
Weil ich bedenck zn meiner zeji. 

3.) Fabiua spricht: 



1 



oßmechtiger fürat, es feit weit, 
li.it in Rom und auß der Stadt 
st als verpfendet was 
It auffgenummen nadi der baiiß 
id überflüssig geben au& 
11 noht unrl nutz, zu ponip und bracht, 
:li, weyb und kinder arm geniacbt. 

Der keyaer Auguatus spricht : 

15 sagst? ist er denn arni geworn? 
,.. ._!_.. 3__ j^jjß neidt und zorn, 
licbs nit sei». 
spricht: 
■re mein, 
meiner huldt 
usendt gülden schult, 
Jür ist DIU in den grondt verdorben. ' 
IK3,3, U21Wer er so gehUng nit gestorben, 

Die Bchuldtner bettn in lassen &ngen. 

Der keTser Angiutus Bpricht: 

SU Acli, was hat in denn noht angai^en? 
Weyl in die armnt reit der massen, 
Das er denn nit hat abgelassen 
Von solchem bracht, und sich geschmogen 
Und fein sitlichen abgezogen 

tb Und dest ringet gelialten haußl 

Thitne, der erat rabt, Bprieht: 
[A 3, 3, 73o] Er war hoffertig nber auß, 

Hat mit seim bracht spadt nndo frn 
Sein armnt wollen decken zn, 

!K< Die noch grösser gewachsen ist 
Durch solchen bracht in kurtzer frist. 
Derhalb heudt sein gläubiger lassen 
Unter dem sper auff freyer Strassen 
Verkauffen all seinen haaßraht, 

35 Und wer mehr darumb gibt, der hat. 

7 K kindsr. AC kindt. 9 ? geworn. ACK wom. 10 



Der keyser spricht: 

Ir liebn getrewen, eylendt geht 
Und kauffet mir sein eygen bebt, 
Darinn er all nacht ist gelegen 
5 Und lat es gar nit unter wegen. 
Das bebt, das kost gleych was es wöl, 
Kein gelt das gar nit hindern söl, 
Ich muß sein bebt haben kurtzumb. 

Thitus spricht: 

10 Ach, durcbleuchtiger fürst, wanimb 
Wilt du allein haben sein bebt? 
Sein leyb-bengst dir baß fügen thet; 
Man meindt, kein solch roß sey in Rom. 

Augustus, der keyser, spricht: 

15 Geht, kaufft das bebt in Jovis nom, 
Ich hab forhin genug der roß. 

Pabius spricht: 

Derhalb verwundert uns auch groß, 
Das wir dir das bebt sollen kauflfen, 

20 Hast du doch vor der bebt mit liaufTon, 
Köstlich geziert in deinem sal 
Von sammet, seiden uberal, 
Auff gülden seuln gemacht von flader, 
Die deck fewerck, zöbel und niader 

25 Von bissam und köstlichem pfeler. 

Keyser Augustus spricht: 

[A B, 3, 72d]0 mein bebt haben all den feler, 

Das ich nit schlaffen kan darin; 



286 

Weil er darinnen schlaffen thet 
Und in stiller ruh darinn lag 
Offt biß an den hohen mittag 
In solcher grossen, schweren schaldt. 
5 Was Unglücks hat der mann erdaldt, 
Der schuldiger groß aberlaaffen 
Und ir nhnwirser, schnöd ahnschnanffen, 
Ire trowort, mordtgschrey and waffenl 
Wie hat er nachts nur kflnnen schlaffen 
10 Vor solchen nberflttssing sorgen, 
Da im offt ist getrodt, aaff morgen 
Wollen die schuldiger einfallen 
Und in mit recht stossen von allen 
Beyde von ehre und von guet. 

15 FabiuB Bprioht: 

Ich glaub, er hab gehabt ein muht, 
Wie einer, der da sey gelegen 
In dieffem wasser, und verwegen, 
[K«3, 3, 143]Er kfln doch nit schwimmen zu landt 

20 Und lest gleych verzagt fuß und handt 
Fallen, und thuet unter-sincken 
Ahn alle wehr, und thnt ertrincken. 
Also hat er gelt auff-genummen 
Und ist in grosse schulde kommen 

25 le lenger dieffer. Kurtzer frist 
Hat der nit zu bezalen gwist 
Und hat eins an das ander ghangen, 
Biß er auch so ist untergangen 
Bey allem grossen dienstgelt sein. 

[A 8, 3, 73a] Keyser Augustus besohleast: 

Bey diesem edelman gemein 
Sol mercken all mein hoffgesindt, 
Das es im brachte nit erj^indt, 
Wie denn gethan hat eben der. 
35 Hoffart geht vorm verderben her, 
Wolt ir änderst bey ehren bleiben, 
Euch hinbringen mit kindt und weihen, 

8 A ler«. 21 t thvel. AOK tbat. 



' Ein iegliclier nach seinem slaudl, 
Halt innen beiite mundt und liandt, 
Das er nit mehr liie tlia verzern. 
Denn im sein pflüge mag erneni, 

G Nflcb des alten sprieliwortes sag, 
Sonder mach sein i'eclinang altag, 
Das die zerufig nit iibertreff 
Sein gwin, darmit sich selb nit eff 
und abei'falle mit geltscliuldeu 

o' Die scbandt zam schaden muß gednldcT 
So er verpfendt und borget vipl, 
Dieneil die wölft esseu kein 'i':\. 
Das im nit lieymlich arniut wiicbs 
Ic leager grösser, sjiriclit Hans Saclis. 

B Die peraon in das spiel: 

1. Auguatue, der keyser. 

2. Thitus, raht und dienat, 

3. Fabioa, der ander rabt und diener. 

4. AenruB, der glaubiger. 

f 5. SuperbuB Lotus, <ter verdorben eüeUnan 

6. Guato, ein reitkoeclit Snp«rbi. 
I 7. Dromo, der ander reitkneclit Siiperbi. 

Auoo 1553 jar, am tag Septembris. 




[A3, 3. 73b] Fa&naclit-spiel mit 9 personöül Der 
Ewleospiegel mit den blindeu. 



Ewlenspie t, 

A Im gantze olbekandt; 

Mit mein« Etdamb 

Bin ich g li hin kamb, 

Und wo ib ädt 

Änß eim dorff oder einer Eiadt, 
10 Da ich kein subaickeyt ha,b getlbet, 

Bin icb von hertzen des betrübet, 

Wie mir zu EgelQbuim an gfer 

Geschehen ist. Dort gebn daher 

Drey hliiidt, denn wil ich verheissen eben, 
IS Ein thaler zu eior zerung geben, 

So werden sie denn an dem endt 

All drey auöliaJten ire bendt; 

Ich gieh in aber nichts darein. 

Denn meiiiens all drey in gemein 
io leder, der ander bab das gelt ; 

So hubens denn all drey gefeit, 
[K3, 3, 144] Auff das ich nit gar wiedemmb 

Obn schalckeyt von Egelßbeimb kunib. 

Die drey blinden hangen an einander, gehen daher, EwleD* 
,>:> Spiegel epricht : 

[A3,3,73o] Wo nauß, wo naoß, ir blinden lent? 

1 Mnoh Ewlenspisgal mit seineT Bchstakheit Dr. Tl, wan Tgl. PuU nr. Ul 
Qearui^kt in dichtuDEen vOD Uani Sache, hrg. tod J, l'ittmuD m, III £ I> 
Ramera geanngweis am 26 Jbödbt 151T: Enleuapigsl mit dau llpll <*' 

IsDspigel tv premen rit vur dai atator (9 meiaterguangboob, bl. 10). I 



289 

3, 3, 53] Wie leychnam-grim-kalt ist es heudt! 
Ich hab ein merdren schauben ahn, 
Yoc frost doch kaumb beleiben kan. 
Nicht wunder wehr, ir erfrürt glat, 
5 Weyl ir anhabt so ringe waht, 
Ir seit daheim bleiben za haaß. 

Iiörl, der erst blindt, spricht: 

lieber herr, wir müssn wol nauß, 

Die narung suchen, wo wirs finden, 

10 Und betein mit weyb und mit Mnden, 

Es sey gleych winter oder summer. 

Iiüdl, der ander blindt, spricht: 

Und darzu leyden grossen kummer. 

Wo wir hin kummn, sindt wir veracht, 
15 Die pawren sindt ^ar ungeschlacht, 

Unwirs von heusern weysen dundt. 

Auch falln uns ahn die pawren-hundt, 

Dergleych peinign uns die haderleuß. 

Unser brodt essen uns die meuß, 
20 Wo wir nachts liegen in dem stro; 

Noch sey wir des von hertzen fro. 

Ew^lenspiegel spricht: 
So geht nein betteln in die Stadt! 

^ Iiiendl, der drit blindt, spricht: 

25 Da man uns noch unwerder hat; 
Man helt uns darinn für verrohter, 
Für mordtbrenner und ubeltheter ; 
Man schilt uns auch dieb und bößwichter, 
Auch fahen uns die bettelrichter 

30 Und legen uns in bettel-stock; 
Sie nemen uns mantel und rock 
Und blagen wol uns blinden armen. 



8 CK rnttssn. A müssen. 14 Tittmann kammn. AOE kämmen. 17 
mann faUn. ACE fallen. 18 BCE peinign. A peinig. 
Hans Sachs. XIV. 19 




Ewleiiapiegel eprioht: _^ 
[A 3, 3, 73d] Ir thüt im hertzen micb erbarmen. 

Da wil ich euch eiu tlialer sehenckeii. 
Und tliut geliü Kgelüheim nein leiiciteu, 
5 Verzort ilen beim Haus Wirdt daniacb, 
BiU diu kelt laß ein wenig Dacb, 
Bas ii' denn niederumb mUgt wandern 
Von «inem dorffe zu dem andern, 
Suchen ewer bardtaelig biodt. 

Sie blinden halten alle drey die hendt auff, Swlenaplegel gibt 
in aber nichts. Iiörl sprioht: 



Ey lieber 






ch gott, 


Der 7.0.1 et 






reit. 


Wir drej 






an gelt; 


15 Nun ttüllfl 






n kheim 


Zn dem U 






Igelßlieini ; 


Wir siudt 






n drin. 


EwlenBpJBgei aprieht: 


Aide, glück ZU, 


so 


geht 


dabin! 



I 



Sie gehen alle vier ab. Hans Wirdt geht mit aelm weyb «In 
und spricht; 

Alta, die wirdtschafit wil werdn sprfidt, 
Unser bauli ist von gesten ödt, 
Wir niüssn schier essen mit der katzen. 
»5 Wo wöl Wim zinst zusammen kratzen 
Und darzu dem pfleger die stewr? 

[K 3, 3, 145J Die wirUn spricht: 

Audi ist die gersten leychnam-thewr. 
Wie wül wir hewer bierbrewen? 

3(1 Hans Wirdt spricht: ■ 

|A 3, 3, 74s| Ja, mein liebs weyb, bey meinen trewen, < 

Nicht wunder wer, als ich vermein, 
Das eiiir vor sorg sprUng zu eim stein; 

14 BCK warn. A waren. 22 Tittm. WBidn. ACK WBr4MI. S6 B 



291 

Und wo es lang also würdt bleiben, 

So kündt wir nit lang wirtschafft dreiben, 

Die saw würt uns den zapffn hin-tragen. 

Die wirtin spricht: 

5 Ach, mein mann, wir wölln nit verzagen, 
Hab wir doch weder kegl, noch kinder. 
Schaw, lieber mann, dort kummn drey blinder 
Zu uns herein über das feit. 

Hans Wirdt spricht: 

10 Die blinden haben selten gelt, 

Sie bleiben mir gleych so mehr dauß. 

Die Wirtin spricht: 

Sie gehn geleich in unser hauß, 
Ich hoff, sie bringen glück und heil 
15 Und aller seligkeyt ein deil. 

nden kummen. Iiörl stopffet mit seim stecken unnd 

spricht: 

Hoscha, hoscha, sitzt Hans Wirt hinnen? 

Hans Wirdt spricht: 
20 Ja, kumbt rein, hie wert ir in finnen. 

Iiüdl, der ander blindt, spricht: 

Mein wirt, gott laß mit frewd dich leben, 
Ein reycher Juncker hat uns geben 
Ein taler, sollen wir mit ehren 
25 Bey dir in deinem hauß verzeren. 
Ob dieweil nemb die kelt ein endt. 

Hans Wirdt spricht: 

Kumbt herein! Lieb gest mir das sendt. 
Ich hab gleich gester gschlagn ein schwein, 
^4b] So müst ir essn der wurste mein, 
Wil euch anstechn ein thunna hier; 
Setzt euch, wir wollen essen schier. 

sspffn. ACK sapffen. 6 T. kegl. ACE kegel. 7 T. kummn. 
men. 20 CK kompt. A kumb. 21 BOK Lttdl. A Liendl. 30 
ACE esien. 31 T. sniteohn. ACE anstechen. 

19* 



292 

Geh, heitz ein, das die stabn tha schwärmen, 
Das sich die frosting gest than wermen, 
Auff das sie darnach mügen trincken 
Und darnach zu dem behte hincken. 
5 Stelt euch zum offh und wermet euch, 
Ir dürfft vor nlemandt haben scheuch. 

Wirdt und wirtin gehen auß. Lörl, der erst blindt, sprL^^l^*- 

Ir lieben gseln, da ist gut sein, 
Wol warm hat man geheitzet ein, 
10 Da wöl wir uns legen int würst 
Und hier sanffen, dieweil uns dürst, 
Unser armut hab wir verlorn. 

Iiüdl, der ander blindt| spricht: 

Es ist uns lang so gut nie worn. 
15 Gott, laß uns diesen Junckern leben, 
Der uns den taler hat gegeben, 
Auß milter handt uns thet vergünnen. 
Hat etwan viel gelts ob spiel gwünnen, . 
Wir wem des talers sunst ein gast. 

20 Iiiendl, der drit blindt, spricht: 

Bey dem wirt wöl wir haben rast. 
Mich dünckt, er sey ein guter man. 
Er hat uns ie noch gütlich than; 
Und wenn der taler ist verzert, 
[K 3, 3, 146] Mach wir uns wider auff die fert 
Und stosendt pawren dheuser umb; 
Wer uns nit gibt, dem selbn erkmmb 
Sein maul, und darzu hendt und füß. 
Biß er zu letzt uns geben muß. 

so Ber wirdt kumbt mit der kerben und spricht: 

[A 3, 3, 74o] Ir brüdr, ir brüdr, ir thut lang zechen, 
Wir wölln ein mal zalen und rechen. 
Ir seidt gleich schuldg 22 groschen. 
Ir wert gar bald habn gar außdroschen, 
35 Wenn ir noch macht zwo kandel 1er. 

& T. offh. ACE offen. 26 B Bawren dheuser. A pawrendt heiu 
27 T. selbn. ACK selben. 31 CK brüdr. A brttder. 32 CK wOlin. 
wollen. GKvnd. A vnde. 33 T. schuldg. ACK schuldig. 34 T. habn. AChab^ 



293 

Wer hat den taler, laug in her. 

Iidrl, der erst blindt^ spricht: 
Den taler haben mein zwen gsellen. 

Iiüdl, der ander blindt» Spricht: 
5 Der Jancker thet mirn nit za-stellen. 

Iiiendl, der drit blindt, spricht: 
So hab ich in anch werlich nit. 

Iiorl, der erst blindt, spricht: 

Das wers hertzleidt nnd der jarrit! 
10 Hab ich in le auch nit empfangen. 

Iiiendl, der drit blindt, spricht: 

Du lengst, und das du werst erhangen! 
Du hast den taler, allers-alten! 
Du wolst in dir heimlich behalten. 

15 Iiüdl, der ander blindt, spricht: 

Ich glaub ie auch, du werst in haben. 

Ldrl,'der erst blindt. spricht: 

Ir seit mir zwen der nassen knaben, 
Ir seidt gewonet alle zwen 
20 Und tragt mit euch, was nit wil gehn, 
Wo ir schleicht in die pawren-heuser. 

Iiudl, der ander blindt, spricht: 

Du bist mir ein rechter dockmeüser. 
Wirdt, falt den ahn, der ist der recht, 
26 Heist zaln, was wir haben verzecht, 
Zehl uns zwen quidt, ledig und frey. 

74d] Der wirdt feit sie all drey ahn und spricht: 
Ich wil euch einsperren all drey 
Im hoff dauß in meinem sewstal, 
30 Biß das man mir die urten zal. 



* 



L Stein. 19 CK gewehnot. 21 Tittm. pawren. ACK pawrn. 23 
1 mir] fehlt AC. E dookenmeaser. 



294 

Ir bescheysset doch lead und landt 

Lorly der erst blindt, sprloht: 
Hab wir ie weder gelt noch pfandt. 

Der wirdt stöst sie sur Stuben hienauß und spricht: 

5 Flux geht in sewstal auß der Stuben, 
Ir erlosen schelck and spitzbnben. 

Er fürt die blinden ab. Die wirtin geht ein unnd spricht: 

Botz leichnam-angst, wo sol ich finden . * 
[C 3, 3,54] Die zalang von diesen drey blinden? 

10 Ach meiner würst und Schweinen braten! 
Ich dacht, ich wer mit in beraten, 
So hat mich wol der teuffei bschissen. 

Hans Wirdt kumbt, spricht: 

Du solt es zwar vorhin wol wissen, 
15 Das die blinden kein gelt nit betten. 

Die wirtin spricht: 

Weil sie sich aber rümen theten 
Eins talers, dacht ich, im wer also. 

[K 8, 3, 147] Der wirdt spricht: 

4 

20 Ich aber war ir nit sehr fro. 

Mein weyb, raht, wie wol wir im than? 
Laß wirs so unbezalt darvan. 
So rewdt mich essen und trinckn sehr; 
Bhalt ichs, so fressen sie. noch mehr. 

26 Sie habn ie weder gelt noch pfandt, 
[A 3, 3, 7Ba] Vol leuß und flöh ist ir gewandt. 

Was sol wir uns lang mit in balgen, 
Ich wolt, sie wem am liechten galgen! 

Die wirtin spricht: 

so Schweig stil der blindn, dort kumbt ein gast, 
Den du vor mehr beherbergt hast. 

15 CK nit] fehlt A. 28 BK lieohten. AC lieohtem. 30 Tittmann 

blindn. ACK blinden. 



296 

Ewlenspiegel tridt ein und spricht: 

* 

Glück zu, umb herberg ich bit, mein wirt. 

Hans Wirdt spricht: 

Ey leychnam-gern, waramb das nit, 
5 Wenn ir wolt sein ein frammer gast! 

Ewlenspiegel spricht: 

Eya, mein wirt, sag an, was hast 
Für gest binden in dem sewstal? 

Hans Wirdt spricht: 

10 Sol ich nit sagen von unfal? 

Drey blindt zu mir ein-keren theten, 
Sagten, wie sie ein taler betten, 
Damit ein herr sie thet verehm, 
Den selten sie bey mir verzern. 

15 So schlembten sie nach betlers-sit 
Und het den taler keiner nit. 
Da spert ich sie in den sewstal, 
Biß das man mir die arten zal, 
Odr wil ins schlagen von der hendt. 

20 Ewlenspiegel spricht: 

Ey, was zeichst dn die armen leut. 
Das du sie in den sewstal sperst, 
Und sie gleych wie ein hencker kerst, 
Du magst wol ein Jacobs- wirt sein. 

25 Hans Wirdt spricht: 

Ich stoß abr keim kein becher'ein, 
Wolt im eh einen herauß nemen. 

[A 3, 3, 75b] Ewlenspiegel spricht : 

Ey schweig und thu der red dich Schemen ! 
30 Herr wirt, wenn etwan einer hie 
Köm her, und würdt ein bürg für sie, 
Wolst du die blinden ledig lassen? 

19 Tittmann Odr. ACK Oder. 26 Tittmann abr. ACE 

Tittmann einen. ACK ein. 



296 



Der wirdt Bprioht: 

• 

Freylich ließ ich sie gehn ir Strassen; 
Ich bin ir nit sehr fro im haaß. 

Ewlenspiegel spricht: 

6 So wil ich selb gehn laufen auß, 
Ob ich ein biedrman uberkemb, 
Der sich der armen blindn annemb, 
Für sie zalt, aaff das sie abschieden. 

Der wirdt spricht: ' ' 

10 Geh hin, ich bin sein wol zu frieden. 

Sie gehn beid ab. Der pfaff tridt ein unnd spricht : 

Ich weiß nit, wie ichs sol verstehn. 

Die pawm wöln nimbr gehn opffer gehn; 

Ich bin bey in worden unwerdt, 

15 Sie sindt hewer erger den fert; 
Da luden sie mich zun rotsecken, 
Hewr ließ mich keinr seiner würst schmecken 
Weiß doch nichts, das ich in hab than. 
[E 3, 3, 148] Dort geht in pfarhoff ein frembd man; 

20 Ich wil than, sam ich mein horas bet, 
Ob er ein presentz bringen ihet. 

Der Pfarrer schawt in sein buch. Hwlenspiegel kumbt 

spricht: 

0, mein herr pfarrer, bona dies! 

25 Der p&rrer spricht: 

[A 3, 3, 75o] Beneveneritis, semper quies ! 

Ewlenspiegel spricht: 

Mein herr, ich lieg dort beim Hans Wirdt 
Zu herberg, der selb dolisirt, 
30 Thut gleych, sam sey er gar besessen, 
Thut weder schlaffen, trinckn noch essen; 
Er schreidt und wütet immerzw 

6 Tittmann biedrman. AC biederman. * 7 E blindn. AC bUndan. 



297 

Und lest im hauß nieniandt kein rw. 
Wir haben in im tjauß dort unden 
Mit handtzweheln in liackdrog buuden; 
Drnmb ist an enc.h der wirtin bit, 
i Ir wölt in noht sie lassen nit, 
Sonder im helfEen mil besdiwern, 
Sie wil euch mit einr scbenck vereiirii, 
Das Wider zu recLt werdt ir man. 

Der pfi 

10 Mein freundt, das tban, 

Und das auffs len^' tag, 

Das ich mich darz g, 

Zu belffen im mit 

E Wien Bf ; 

iB Mein berr, ich ml nringou, 

• Anff das sie den t u euch, 

I Das ir im helffeii hencli. 

3wleD8piegeI geht ab. Der dt wider aich f 

so Des Wirtes straff ist ietz auch knmmen, 
Er bat die lent sehr ubemnmmen, 
Viel Wassers gössen unters hier, 
Ein kandel offl angsclirieben :twJr; 
Hat mir anch offt uhel gemessen; 

SS letz hat in der geitztenffel bsessen. 
Die kelt ist heut gar nngehewer, 
Ich muH ein wenig schürn das fewer. 

[A 3, 3, 75d] Der pfarrer «eht auß. Der wirt geht ein : 
weyb uand epricht: 

» Ich wil gern sebn, ob zu den dingen 
Der gast ein bürgen auff wirdt brinyoii. 
Dort kumbt er, lacht, ist frewdeii vol, 
Ich hoff, es sthe die aach rocht wol. 

üwlenapiegel kumbt unnd spricht ; 



298 

Ich hab ein bürgen überkommen, 
Der sich der blindn hat angenaromen; 
Der pforrer ist willig darzu, 
Das er euch selbert helfen thu, 
5 Doch aber erst nach zweyen tagen. 
Knmbt, wirtin, hört ins selber sagen. 

Der wirdt spricht: 

Ja wol, geh zu dem pfarrer mit, 
Zwen tag das ist ein knrtze bit. 

10 Sie drey gehen auß. Der pfarrer geht ein und spricl 

Ich mag gleych hendt nit mer stadim, 
Vergebens mir schwinden mein him. 
[K 3, 3, 149] Weyl die pawm nimr gen opffer gohn, 
Wil ich in schlechte predig thon, 
15 Das man des Sprichworts nit vergeß : 
Kupfer gelt, kupffer seelmeß. 

Ewlenspiegel kumbt mit der wirtin und sprioht: 

Herr pfarrer, da ist mein wirtin. 
Sagt ir auch, was euch ist zu sin. 

20 Der pfarrer sprioht: 

Ja, über ein tag oder zwen, 
So wil ich selbert zu euch gehn, 
Ewren man helfh und ledig machen. 
[A 3, 3, 76a] Des habt kein zweyffel in den Sachen, 
25 Als frumb als ich ein priester bin. 

Ewlenspiegel neigt- sieh, spricht: 

Habt danck, nun zieh wir frölich hin, 
Das ir euch der verlaßnen armen 
So gutwilliglich wölt erbarmen. 

so Sie gehen beide ab. Der pfarrer spricht: 

Mein kellerin ist in der Stadt 

Lang, doch nit viel zu schaffen hat; 

Ich furcht, sie thu im schalcksperg hawen, 

2 CK blindn. A blinden. 15 A spriobwors. 23 Tittmann h^^^ ' 

AGK helffen. 



\ 



Der pfaff geht ab. Der wirdt kumbt und spricht; 

Laß scliawn, ob der pfarrer wöl lösen 
Mit eim taler die blinden bösen, 
5 Er ist ye sunst ein karger hundt, 
Wie all pawrn von im sageo thundt. 
So er ein pfenning auß-gebn sol, 
So schawdt er in vor dreymal wol. 

iEwlenspiegel kumbt mit der vvrirtin und spricht: 

10 Wirdt, baldt laß auß die armen blinden, 
So liegen in dem sewstal binden. 
Der pfarrer bey seim priester-ambt 
Wil solcbs außricbten alle sambt, 
Eucb belifen. Wirtin, ist nit war? 

15 ^ Die Wirtin spricht: 

Ja, über zwen tag, sagt er klar, 
Wöl er dir helffen, lieber man. 

3, 3, 55] Hans Wirdt spricht: 

So kumb, laß wir die blinden gähn, 
5, 3, 76b] Dieweil sie habn ein andern zaler. 
Der für sie geben wil den taler. 
Wie wern die schelck also fro sein ! 
Ich wiln gleich schenckn ein brenten wein. 

Wirt unnd vvrirtin gehn auß. Ewlenspiegel spricht 

25 Ich wil mich heben auß der drüpffen, 
Weil ich thet an einander kntipffen 
Den wirdt unde diesen dorffpfaffcii, 
Hab ich geraachet beidt zu äffen. 



300 



Ewlenspiegel geht ab, [K 3, 3, 150] Der pfaff kumbt, Ixat den 
8tol am halß, ein buch und gerten in der handt, und spricht: 

Ich wil za-richteo mein beschwernng; 
Mir wirt werden ein gut Verehrung 
5 Vom wirt, wenn ich den teuffl außtreib. 
Da wil mich holen gleych sein weyb. 

Die Wirtin kumbt unnd spricht: 

Herr pfarrer, mein man schickt mich her, 
Ir soU mir geben den taler, 
10 Wie ir denn haht verheissen mir. 

Der pfarrer spricht: 
Ey, welchen täler saget ir? 

Die wirtin spricht: 
Ey, den taler för die drey blindeft. 

[A 3, 3, 76e] Der pfaff spricht: 

Ewrem mann thut sein hiren schwinden, 
Erst merck ich, das er ist besessen. 
Ich wil ietzundt vor suppen essen, 
Wil darnach kunmien in beschwern. 

20 Die wirtin spricht: 

Mein mann wirt euch wol zalen lern. 
Wie ir mir verheyst vor zwey tagen; 
Ietzundt thut ir ein anders sagen, 
Mein man sey unsinnig und bsessen. 
25 Habt ir ewr zusagung vergessen, 

Wölt ir ewr maul machn zu einr taschen? 

Der pfaff spricht: 

Du hast gar viel hosen zu waschen. 
Merck an deiner red und geber, 
30 Du lauffst also schlaff-truncken her, 

Es hat dir solchs heindt traumbt von mir. 

5 CK teuffl. A teuffeL 16 Tittm. hiren. ACE hirn. 22 BCK Ter- 
hiest. 30 BK lauffst. AO lanffts. 



301 

Die Wirtin spricht: 

Ich wil mein mann schicken zu dir, 
Der sol dich umb dein Unzucht straffen, 
Allers-losen, verlogen pfaffen. 

5 Sie laufft hin. Der pfaff spricht : 

Ich glaub, die wirtin sey auch winnig, 
Bsessen, zerrüt und gar unsinnig. 
Weil sie mich schmecht, umb schuldt anklagt 
Und mir von einem taler sagt * 
10 Und dreien blindn in einer sumb. 
So weyß ich je kein wort darumb. 

Der Wirt kumbt mit eim sohweinspieß unnd spricht: 

Pfaff, gieb den taler mir herauß. 
Warumb entbeutst mir in mein hauß, 
15 Ich sey bsessn, du wölst mich beschwem, 
[A 3, 3, 76d] Und schmechst mich unnd mein weyb an ern? 
Zal mich nur baldt, oder ich wil 
^it dir anheben ein anders spiel, 
Allers-heilossen, verlogen maus. 

20 Der pfaff spricht: 

%i sey gsegnet, mein nachtbawr Hans! 

Der wütig teuffei redt auß dir, 

Wil ein taler haben von mir. 

Leg hin dein spieß, ich wil dich bschwem. 

25 Der vfdrdt spricht: 

Gieb, was die blinden thetn verzem, 
Bhalt dir dein bschwerung und dein segen ; 
Solch gespöt treiben allewegen 
Die verlogen und bösen zaler. 
30 Pfaff, gieb mir nur baldt her den taler, 
Oder ich stoß mein spieß in dich. 

[E 3, 3, 151] Der pfafif schreidt : 

Zetter, waffen, helfft retten mich. 



« 



6 Titimann winnig. ACE wenig. 7 T. Bsossen. ACE Beseisen. 10 
T. blindn. ACE blinden. 21 T. gsegnet. AC geseget. E gesegnet. 24 
CK bflohwern. A besohwern. 26 CK tbetn. A theten. 32 AC sohreidt ynd tpriobt. 



302 

Ir lieben nachtbawrn, mein Heintz Bierdopff 
Und du mein gefatter Dolhopff! 

Die bawm kmnmen geloffen, Bierdopff spricht 

Was da, was ist das fftr ein stranß? 
5 Was machst dem pfarrer in'seim hauß? 

Der pfaff spricht: 

Ach, Hans Wirt ist besessen wom, 
Eombt in pfarrhoff und wil romom, 
Wil mir mir ein taler abnöten, 
10 Und troet, mich da gar zu tödten, 

Und bin im doch kein pfenning schuldig. 

Ulein Dolhopff spricht: 

Ach, Hans Wirt, sey nit ungeduldig, 
Ich sie fftrwar wol, was dir bricht, 
[A 3, 3, 77a] Der teuffl dir auß dein angen sieht. 
Ey, laß dich den nit also reitten, 
Und laß dks abhelffen bey zeyten, 
Eh der böß geyst bey dir ein-wurtz. 

Hans Wirt spreist sieh und spricht: 

so Ich wil mein taler haben kurtz, 
Es sag der pfaff gleych, was er wöl. 

HeintB Bierdopff spricht: 

Ey nachtbawr, wenn man dir helffen söl, 
So laß farn solche fantasey. 

25 Wir wöln mit dir heim gehn all drey. 
Das du nicht etwan thust ein schaden, 
Oder springst auß zum kammerladen, 
Oder falst etwan in ein brunnen. 
Ich merck, du bist gar unbesunnen, 

30 Das du so rumorst in der pfarr. 

Der wirdt spricht: 

Laß mich gehn, du bist selb ein narr. 
Ich wil mein thalr vom pfaffen han. 







14 B sUie. OK sih. 15 Tiitm. teaffl. ACE teaffel. 32 K p>^ 

AC gehen. 83 Tiitm. thah. ACK thaler. 



303 

Der pfaff sprioht: 

Geht, fürt in hin und legt in ahn, 
Kert euch nichts an sein wiederredt, 
Bindt in ein hachdrog ir all hedt 
5 Den hartselig, besessen thummen, 
Ich wil auff der fart nach-hin kummen 
Und im helffen des teuffels ab 
Durch mein beschwerung, die ich hab. 

zwen fiiren in mit gewalt dahin, lasen in zabeln unnd 
10 schreyen. Der pfaff spricht: 

Ich wil gehn die ruten einweichen. 

Dem wirt sein haudt gar wol durch-streichen 
3, 77b] Und mein beschwerung dazu sprechen. 

Im ist nit leychtlich ab-zu-brechen, 
15 Dieweil er den geitz-teuffel hat, 

Der schreidt nach talern frü und spadt. 

Der teuffei fert nicht geren auß. 

Wo er ein-wurtzelt in eim hauß, 

Ahn rue den menschen er steht übet, 
20 Auch ander leut teglich betrübet 

Und richtet ahn viel ungemachs 

An allen orten, spricht Hanä Sachs. 

Die person inn das spiel: 

1. Ewlenspiegel. 
25 2. Lörl, der erst blindt. 

3. Ludl, der ander blindt. 

4. Liendl, der drit blindt. 
3, 152] 5. Hans Wirdt. 

6. Die wirtin. 
50 7. Der pfarrherr. 

8. Heintz Bierdopff. 

9. üla Dolhoff. 

Anno 1553 jar, am 4 tag Septembris. 

* 
Tittmann hartselig. ACE hansieg. 22 402 verse. 33 Nach der 
lang des diohterii in seinem gesamtregister später, vielleicht 14 oder 24 
iber zu setzen, eine Wahrscheinlichkeit, die durch die reihenfolge im druck 
interstützt wird. 



304 



[A3,3,77oi Faßnacht-spiel mit 5 personen: I^ 

ketzermeister mit den yil kessel-snppen. 

Herxnan Fioh tridt ein unnd spricht: 

Ich weyß nicht, was ich an sol fangen, 
5 Ich bin ein weyl spaziren gangen. 
Ob ich ein vogel möcht erhaschen, 
Der mir ein weng füllet mein daschen, 
Die ist mir zwar schier worden 1er. 
Dort geht der einfeltg Simon her, 
10 Der ist reycher an gelt nnd gnt, 
Weder an vernnnfft, sinn nnd mnt, 
Hab in offt bey der nasn umbzogen, 
Umb manche Orten in betrogen, 
[C 3, 3, 56] Wenn ich hab zecht in seim wirtzhauß. 
15 Wo wil er heudt so frü hienauß? 

Ich wil im gleych freundtlich zu-sprechen. 
Wo nauß so frtl? wenn wöl wir zechen? 

Simon Wirt, der einfeltig, sprioht: 

Ich wil auffs dorff, bestellen hey, 
20 Habern nnd anch stro zn der strey 
Zu eim voraht den meinen gesten. 
0, wie hab ich ietzundt den besten 
Gefewerten Elsasser weyn! 

Und wenn in trincken solt allein 

« 

1 Hier wie in dem meistergesang vom 5 Deoember 1544 (in des DtJiherU^ 
hofton: die hundert Suppenkessel) hat Sachs aus Boooaooios Deoamerone I> ^ 
(EeUer s. 41 t) geschöpft. Vgl. Godeke, H. Sachs I, s. 160, wo A 198 in l««^" 
ist für A 1 95, ebenso grundriss s. 227 und 350. Gedruckt in GOe, Hans Sachs i^> 
s. 97 bis 117. 9 ? einfeltg. ACE einfeltig. 12 ? nasn. ACE nif^^' 

20 CK auch] fehlt A. 



305 

Gott und auch Johannes der tanffer, 
Welcher gewest ist sein vorlauffer, 
So weyß ich ye, der weyn wer gut 
Und würt erfrewen im den muht. 
, 77d] Ich weyß, du wirst im auch nit fluchen, 
Eumh nach mittag, thu in versuchen, 
Nimh ein gseln oder drey mit dir. 

Herman Floh spriclit: 

Ja, entlich wollen kummen wir. 
10 Schaw, das wir auch hahen darhey 
Ein frisch bar vögel oder drey, 
Ein bretspiel, wttrffel und auch karten. 

Simon Wirdt spricht: 

Ja, ich wil sicher auff euch warten. 
15 letz wil ich auff das landt hienauß, 
Umb mittag kum ich heim zu hauß. 

on Wirdt geht ab. Herman Pich spricht zu ihm selb: 

Ja freylich, so wil ich dir kummen, 

Ich hab ein wort von dir vernummen, 
20 Das muß mir wol bezaln das gloch; 

Ich wil dirs wol auffmutzen hoch 

Beim Inquisitor, dem ketzermeister. 

Der ist ein alter münch, ein feister, 

Der Wirt dich gar wol mores lern. 
25 Ich wil den nechsten zu im kern 

Ins kloster, im das ahn-sagen. 

Es wirt mir ein gut trinckgelt tragen. 

an Pich geht ab. [K 3, 8, 153] Doctor Remanua» der inqui- 
sitor, kumbt unnd spricht: 

30 Inquisitor so ist mein nam. 

Ich bin gesetzt vom stul zu Rom, 

Das ich fleyssig auff-mercken sey. 

Wo sich erhüb ein ketzerey. 

Es wer mit wercken oder worten 
85 Hie oder gleych an andern orten, 

18 Sachs. XIV. ^^ 



306 

[Ä 3, 3, 78a] Von reychen, armen, jung odr alt. 

So hab ich Lepstlichen gewalt, 

Demselben ein straff zu benennen, 

In zu würgen oder verbrennen, 
6 Oder in ein presaun zu schaffen, 

Odr umb ein summa gelts zu straffen, 

Darmit ich den gemeinen man 

In grosse forcht gesetzet ban, 

Das mir ein weil durch list und renck 
10 Sehr viel helkflchel, gab und schenck 

In meinen beutel hat getragen. 

Wiewol letzt her in jar und tagen 

Das ambt mir nit hat tragen vil, 

Mein kw mir gar verseyhen wil, 
15 Wiewol ich viel kundtschaffter hab 

In dieser stadt auff unde ab, 

Wo sie ein mit eim wort ergrieffen. 

Das er sich etwas thut vertieffen 

An dem heyligen stul zu Rom 
80 Oder gleych an dem gottes-nom, 

Das blassens mir denn heimlich zu. 

Als denn ich in ahn-blatzen thu 

Für ein ketzer, und thu in hucken 

Und im sein beutel uberzucken, 
»5 Das er mir lest ein gülden scheyß 

Und das er selb nit änderst weyß, 

Denn im sey grosse gnad geschehen. 

Dort thut sich Herman Pich her-nehen, 

Der hat mir viel ketzer zu-tragen; 
30 Was er halt ietzundt news thut sagen? 

Wann her? mein Herman Pich, wann her?^ 

Herman Pich nejgt aioh und spricht: 

Herr doctor, ich bring gute mehr, 
Ich hab ein feisten vogel gfangen. 

86 Inquisitor spricht: 

Sag, lieber, wie ist das zu-gangen? 

4t 

1 CK odr. Ä oder. 6 7 Odr. ACK Oder. 20 A Qotüs. 2% B< 
ieh ihn. in] fehlt A. 



307 



78b] Herrn an Floh spricht: 

kendt ir den Simon Wirdt, den reychen? 
Denselben hab ich than erschleychen. 

Inquisitor sprioht: 
5 leb kenn in nit; was hat er than? 

Herman Ficli spricht: 

Als ich heudt thet spaciren gähn, 
Da kam mir Simon Wirdt ohn gfer, 
Sagt, wie ein guten weyn het er, 
10 Der wer so gut, und gleych zu spott, 
Wenn in sant Johans und selb gott 
Des selben solten ein viertl trincken, 
Sie müsten unter den tisch sincken 
Und truncken werden wie die schwein. 

15 Inquisitor sprioht: 

0, das mag mir ein ketzer sein! 
Des wil ich per deum nit fein, 
Ich wil im seinen beutel streln! 
Sagst du mir nit, er sey fast reich? 

80 Herman Fioh spricht: 

Ja, in der Stadt ist nit sein gleich 
Unter den wirten uberal, * 
Er hat der reychtumb uberschwal, 
Ein sehr grossen vorraht an wein; 
154] Doch ist er an den «sinnen sein 

Gar einfeltig, grob und auch schlecht. 
Als ob er sey ein pawren-knecht. 
Darumb ist er sehr gut zu rupffen. 

Inquisitor spricht: 

30 Ich wil im sein schwingfedem außzupfen. 
Dein theil der sol auch sein darbey. 
Sag ahn, wo er zu hausse sey. 

Herman Fich spricht: 

78«] Er sitzet in der langen gassen, 

20* 



/ 



306 

Inquisitor spricht: - 

Ja, sein namen wil ich wol fassen, 
Mein pedeln ich im gleych zu-schick, 
Das er knmh her im augenblick. 
5 Denn wil ich im ein scheiß anßjagen. 
Das er selb möcht ahn gott verzagen. 

Sie gehn beidt ab. Simon Wirdt geht ein und spricht: 

Ey, ey, ey, ey, ach, ach und weh! 
Wie in grosser gefahr ich sthe! 
10 Botz leichnam-angst, was sol ich than? 

Naohtbawr Clas spricht: 

Ey sag mir, lieber nachtbawr Siman, 
Was ist dir, das du also wemmerst, 
Klagest, achtzest und also gemerst? 

15 Simon Wirdt spricht: 

Ach lieber nachtbawr, ich klag dir, 
Es hat ietznndt geschickt nach mir 
Der neqnamsiter sein pedeln, 
Ich sol baldt kummen in sein zeln. 

80 Nachtbawr Clas spricht: 

Du meinst leicht den Inquisitor, 
Hast in nit recht genennet vor. 

Simon, der wirdt, spricht: 

Ich mein halt unsern ketzermeister, 
25 Ein geitzig, grosser muncb, ein feister. 
Was meinst du wol, das er wöl mein? 

Nachtbar Clas spricht: 

Ach, es Wirt nichte änderst sein, 
Denn das du dich an dieser stedt 
30 Etwan mit Worten hast verredt. 
[A 3, 3, 78d] Er wirt dich für ein ketzer halten. 

* 

2 CK Nan. 5 CK schweiß. 8 CK aoh aoh. Ä fehlt ein aoh. ^^ 
? grosser. A grosse. OK grossr. 



^^^^^ Simon Wirdt spricht; 

Ach weh mir, das Bein gott mnÜ walten I 
Ich weiß ie nichtfi, das ich bab than. 
Der mllDch ist ein bofTertgor man. 
s Die lent er gar hart strafft und blogt, 
Wie alle menschen vod im sagt. 
Wie streng er sey gewest vor jarn. 
Wie Wirt er mir denn nur mit-farn? 
Er Wirt im anfang mich erschrecliun 

10 Und in mein Worten mich erstecken. 
lieber nachthar Clas, geh mit mir, 
Ich wil ein maß iveins scbendcen dir 
Des gfewrten Elsaasers, des newen, 
Und hilff mir du mit gantzen trowon 

15 Eey dem münch mich selber vertheidigen. 

Ifaohtbawr Claa apricbt: 

Dio<veil da niemandt tbcst beleidigen, 
Hast auch kein fleyscb am freytag gessun, 
Wirt dich der milnnich ie nit fressen, 
au Derhalb furcht nit su übel dich. 

Simon Wirdt eprleht: 
155JIch kan nit verantworten mich; 

Ich bin dem müucli gar zu einfeltig ; 
Er ist mit werten mir zu gweltig. 
i5 mein nachtbawr Clas, geh mit mir. 

Ncicbtbawr Clas apHcht; 
Nqd so wil ich gleich gehn mit dir 
In das kloster za den parfotten, 
Weil man dir hat darein gebotten. 
M Vielleicht wirt er dich etwas fragen 
Oder dich bittn umb roß and wagen, 
Daranff leicht wil außfaren er. 

5''] Simon Wirdt spricht : 

79a] Bolz mag, wenn es dasselbig wer, 

hoSertger. ACE hoSertlger. 14 CK mieb. \i 7 mic 
lünnieh. A möDch. 21 ? bittn. ACK bitten. '.H (JK 



310 

Das wolt ich im gar geren leyea. 
Nan wöl wir gehn, es ist nach dreyen, 
£h wan die mflnnich gehn gen chor. 
Mir gehn gleich all mein har gehn ' bohr. 

Sie gehen beide auß. Der Inquisitor tridt ein mit dem eus^ 

und spricht: 

Cnstor, ^eh, zflndt die kertzen ahn, 

Itzt werdt wir zum tagambt ein-gahn, 

Reit die brflder singen andechtig, 
10 Anff das uns alles volck eintrechtig 

Für heylig, friimb nnd geystlich halt, 

Darmit uns zntrag jang nnd alt, 

Darmit wir groß feist snppen essen. 

Dergleich thnt bey leib nit vergessen, 
15 Das man teglichen nach mittag 

Den armen fflr das kloster trag. 

Was dem convendt nbrblieben sey 

Ein kessl mit snppen oder drey, 

Krawt, erbes nnd mbn ontreinander, 
20 Sie fressen es wol allesander, 

Wie denn das alte Sprichwort wil: 

Hahn arm lent viel, so fressens vil. 

Der oustor spricht: 

Wirdiger vattr, sorgt nnr mit nichten, 

85 Ich thn es fein omlich anßrichten; 
Solch essen thnt den betlern wol. 
Das braten man anffheben sol, 
Dergleichen die grossen stflck visch, 
Die tregt man heindt wider zu tisch, 

30 Wenn wir halten colation. 

Darmit so meindt der gmeine man, 
Weyl wir den armn solch essen geben, 
Wir thnndt so schlecht nnd messig leben 
Mit snppen, brey nnd fastn all tag, 

« 

1 ? geren. ÄGK gem. 3 CK Eh wann. Ä Etwa. mOnniob. A 
münoh. 4 CK stehn. CK entbor. 17 ? ubrbUeben. ACE yberbUeben. 1' 
C yntreinander. AK yntereinander. 21 A spricht wort. 24 ? Tattr. AGK 
ratter. 32 ? amm. AGK armen. 34 7 fastn. ACE fasten. 



Darmit man uns dest mclir zutrag. 
Dort kumbt der Siman Wirdt daliL-r 
[A 3, 3, 79b] Und ein man, was wil liaben er¥ 



Inquisib 



spricht: 



6 Ich muß den dölpn examinirn 
Mit Worten acharpff und wo! vexirn, 
Er hat sich mit eim wort vereciinapt, 
Ich hab in be; eim ohr erdapt. 
Ich wil im einen rappen reissen, 



10 Er muß nns nnsE 
Weil wir den vis. 
Geh, beiß das ga 
Und die oi-gcl da 
Es muß uns wol 


jringen. 

?en, 
;en. 


15 CuBtor geht ab. Simo 
Wirdiger valter. 
Hie knnib ich na. 


bt utmd Bprlcht: 

lt. 


[K 3, 3, 156] Inqau 


■^; 


Bist du der Simo 
ia Den ich für mich 


an, 
IjauV 



Ja, ich biDs, herr wirdiger vatter. 

iDQuiBltor Bprioht: 
do gifftige, mördische atter, 

st Ean vor der kctzrischn zungen dein 
Gott im bymel nit sicher sein 
Und auch sant Jobannes der tauffer, 
Will auß in machen zwen weinsauffer, 
Das sie von dem weyn wenien wol 

30 Zwen truncken-boltz und sein stiidtvol, 
Wie du und deins geleicben bist? 
Solcbä alles gar ketzerisch ist, 
Darmit hast du verdient das fcwr, 
[A3, 3, 79c] Wie ein ketzer gar ungebewr. 

K td[p«I. 13 CK uucb darii 



312 ' 

Darzu so muß dein arme seel 
Nach dem leben auch in die heel 
Und darinnen ewiglichn brinnen. 

Naohtbawr Clas sprioht: 

5 Mein Simon Wirt, tba dich besinnen, 
Ob dn hast solche wort geredt! 

Simon Wirdt sprioht: 

Ja, bendt frtt ich ohn gfer sagn thet 
Zn eim, der heist der Herman Pich: 

10 Ein guten Elsasser hab ich. 
Wenn gott und sant Johans allein 
Halt trincken solt den selben weyn, 
So wer er doch gerecht und gut 
Und würdt sie machen wol-gemat. 

15 Solcbs hab ich geredt und nit mehr. 

Nachtbar Clas spricht: 

Ey, das ist nit schedlich so sehr. 
Er redt dem alten Sprichwort nach, 
Hat darmit gott thun gar kein schmach, 
20 Drumb weder seel noch leyb verlorn. 
Darumb, mein herr, last ewren zorn! 
Rechnets nicht zu dem ergsten anß 
Und last den guten mann zu hauß! 

Inquisitor sprioht: 

85 Ja, gleych wie du die sach verstehst. 
Wie das du mit dem ketzer gest? 
Du weist nicht, was ein ketzer ist. 

Nachtbawr Clas spricht: 

Mein herr, ich hab es langst gewist ; 
so Einer, der junge katzen macht, 
Den selbn ich für ein ketzer acht. . 

Inquisitor spricht: 
[A3, 3, 79d]Ich merck, du treibest dein spot drauß. 



* 



3 OK darinn ewigkliohen. 8 ? ugn. ÄCK sagen. 9 ? eim. ACK 
einem. 31 ? selbn. ACK selben. 



313 

Naohtbawr Clas spricht: 

Herr, reck ich doch kein zungen auß, 
Redt darvon wie ein ley, ein schlechter. 

Inquisitor spricht: 

5 Bist da des ketzers ein Verfechter, 
So must du in den schweren han. 

Nachtbawr Clas spricht: 

So wil ich in die erbes gähn, 
Anff das ich nit dürft honen essen ! 

10 Inquisitor spricht: 

Ich mein, seist mit'eim narren bsessen. 
Das du an eim heyligen ort 
Treibest so gar nerrische wort. 
Heb dich nnr baldt auß meiner pfärr! 

57] Nachtbawr Clas spricht: 

Mein herr, ich glaub, ir seidt ein narr. 
Ir seit ye selb kolbet bescborn 
Und habt den schalck hinter den orn 
Und tragt am halß die narren-kappen. 

20 Inquisitor spricht: 

Du grober esel, thu hin-sappen! 
Mit dir ich nichts zu schaffen hab. 

Nachtbawr Clas spricht: 

Ir seit selber ein esel grab. 
25 Die varb ir an der kutten tragt. 

Inquisitor spricht: 

Key auß dem klostr! laß mich unblagt, 
Du spey-vogel und ehren-dieb! 

Oa] Nachtbawr Clas spricht: 

30 Mit ehren ich wol bey euch bleib. 



314 

Seit selb ein dieb; das euch pock scheut! 
Den strick tragt ir schon amb die lent. 
Doch, lieber herr, verargt mir keinsl 
Ich bin fürwar vol brentes weins. 
6 Aide! nun seidt ein weila fmmb, 
Biß ich ein mal herwider kamb! 

Der naohtbawr geht ab. Der Inquisitor spricht: 

Wer ist der schalck, der dahin geht, 
Mir so schendtlich bat zu-geredt? 
10 Ich wil imbs cndtlich nit vertragen. 
Sonder in vor den berrn verklagen. 
Sag mir an! iß nit der ley-schmidt? 

Simon Wirdt spricht: 

Heyliger vattr, ich kenn in nit. 
1» Er tliut geleych sam sey er toi, 
Unsinnig oder gar stttdtvol. 
Er ist ohn gfer mit mir rein kämmen. 

Inquisitor spricht: 

Er wirt an mir finden kein stammen. 
80 Nun was sol ich halt mit dir than? 
Du bist ein ketzer und im bann, 
Und gehörst in das fewr hinein. 

Simon spricht: 

Begnad mich, wurdger herre mein, 
85 Und schonet mir doch meinem leben! 
Tbut doch dem Sünder gott vergeben, 
Wenn er von hertzen gnad begert! 

Inquisitor spricht: 

Dein sflndt dich also hart beschwerdt. 
80 Nnn du must da im kloster bleiben. 
[A 3, 3, 80b] Ich wil gen Rom dem bapst verschreiben 
Dein ketzerey und groß gottslestern, 
So du hast trieben heut und gestern. 
Vielleicht must gen Rom, mit den schwencken 

4 CK breiites. A brents. 12 OK an] fehlt A. B ists. 14 T rftttr. 
ACE vatter. 15 CK geleioh. A gleyoh. 20 CK halt] fehlt A. i^ ^ 
wirdger. ACK wirdiger. 




316 

Lest er dich in der Tieber trencken, 
Oder tnust zam iieyligcii grab, 
Solcli gottslGstrung zu ti]g<;n ab. 
Dn wirst so liederlicb nit ledig, 
i Geh nein int kircheii io die predig 
Und mir darnacli zu mitten tug 
Ein Stück anß dieser predig sag! 
Glob a!iD, das da wolst weiuhen niclit 
Änß dem closter bei aydea pflicht, 
[C 3, 3, 58] Biß du wirst absolvirdt von mir. 

Ich geh int prei*'"- ' — •• — ''"- scliier 



Der Inquisitor geht ab, [I 



bawr Claa kumbt und 



Mein lieber uac 


mirl 


15 Wie geht ea in 




Sag ahoi ist di 


1 batig? 


Simoi 




0, wie ist mir i 


aiig! 


Mai) tlict im cl 


ätriclicn, 


«II Trndt, mich gelii 


t zu schicken, 


Das man mich ' 


renck. 



Mein nachtbaur, solches nit gedenck ! 

DtiT geitzig mllnch gert nit deins hluts, 
25 Sonder dein geHes uude guts. 

Nimb zu dir ein drey dutzct taler! 

Die wem deiur ketzerey ein zaier, 

Damit da kurabst aaß dieser fech. 
Simon Wirdt epriclit : 
30 0, ich geb hundert taler eh, 

Denn das ich mich verbrennen luli 
[A 3, 3, 80c] Ich hab nit gemerckt warhafft gwiß, 

Das mich das gelt kilndt ledig maclitn 

Ich liet sonst lengst thon zu den sachtn. 
K Ich hab gemeindt, mich hflfF am btistcii 

Hart liegen, bitten, bettn und fasten 

SCKajdes. A aydtB. 27 ; daiiir. ACk deiuei dB f bett 



Nnn ich muß ietz int kirchen gähn. ^M 


Man zeucht gleych zu der predig ahn. ^ 


Ich muß hernach dem münoich sagen. 


NaohtbawT Clao Bprioht ; 


s So mercks und volg meiuem rabtschlagen ! 


Was gilts? du wirst hald ledig wern. 


Simon Wlidt epriobt: 


Ich wolta ie warIch von hertzen gem. ^B 


Man predigt viel von dem fegfewr. '^| 


1« Ich giauh, 


inghewr, -^^^^M 


Als das cl( 1 


•^^^^M 


N 


^^^^H 


Nun, ich \ 


^^^^^H 


ÜDd hörn , 


sagen ^^^^^H 


IS Vom opffen 


^^^^* 



Sie zwen gehen ab. Der Inqulflltor kwnmet mit d«m onotor, 
der spricht: 
Ach saget, andecbtiger vatter, 
Unsers conventa der höchst noltaterl 
m Wie helt sich noch der Simon Wirdt, 
Welchen ir habt examinirt? 
Hat die kw noch kein millicb geben? 

Der Inquisitor sprieht; 
Er thnt warlich geleych uod eben, 
15 Als oh er sey nit gar wol weyQ. 
Er hit umb gottswillen mit fleyß, 
Mail sol im diese sttnd vergeben, 
Zeigt ahn die heylig schrifft darneben, 
[A 3, 3, 80d] Hat doch in der zeyt nie gemeldt, 
30 Zu geben weder gut noch gelt. 
Ich muß im dsaiten besser spannen. 
Das er noch muß wainen und flaunen 
Und gelts gnng gebn, wil er sein ledig. . 
Dort kumbt der phantast gleich von predig. 

1 T int. A in die. CK in k. 3 OK maDnlch. A mCUoh. 8 T wkUl 
ACK warlicli. CK hertin. 9 CK tod dam. A Tom. 10 OK nghawr. i 
Tngsheirr. 31 B im daajten. A imb B^ten. 33 OK gtba. A («bw. 




Simon kumbt Inquisitor spric! 



Du ketzer, bist zu predig gwessen? 
Was liast liöm siogen oder lesen? 

Simon Wirdt Bpricht: 
[K3, 3, lö9]Her1iger vattcr, au dem ort 

Hab ich geliört ein schröcklieh «ort. 
Das selb bekümmert mir mein sinn. 

Inquisitor epricht : 

Was iß? hast du ein zwej^ct drin? 
10 Sag her! ich wil dich unterricbtc-n, 

Simon Wirdt aprlcht : 
Mein herr, ich zweiffei gar mit nichtr 
FUr mich selb GS mich gar nit blagt, 

Inquisitor apriobt: 

IS So sag her! was iiat er gesagt? 
Simon Wirdt spriobt: 
Mao bat predigt, was wir bic geben, 
Das Wirt uns dort in jenem leben 
Alles Wül htindcrfeltig linden. 

w Inquisitor spricbt: 

Das i.st war. gwiß obn ubentinden, 
Drnmb gieb auch riel ins eloxier r':ir 
So nembstns hnndertfeltii; ein. 
Was erschrickst denn ob dieser l'.lir'; 

■ti Simon Wirdt spricht : 

[.A3, 3,f-l.]Für micb küif.m-rr. es mich i.ii ■.■■:.■. 
>'.^AhT \'-h ':rMh.-i.;k an dt-n '::.:<. 
Für tach u:.i (-«er ^a;.tz ';0!jV'.:.';i, 



Simon Wirdt epricbt: 

Da Lab ich gaeiien alle tag, 

Das ir liJenanß trugt auÜ erliamieu 

Drey kessel mit suppen den armen, 

5 Und so ir das treibt das gantz ja,r, 
So wem der kessl mit suppen zwar 
Tausendt und fünf und neuntzig gmelt. 
Darfllr wirt euch in jener weit 
Wol hundert tausend t lies sei vo!, 

in Neun tausendt and fUnffhandert wol. 
Wo weit ir mit den auppn alln hin? 
Ich furcht ■- ' ■ '■ darinn 

Sambt dei t ertrincken, 

In der au ick«n, 

15 Vor aaß, an Bchwimmen, 

Die weite 'ol zimmen, 

Welche ii irdt haben, 

Weil Tnar begraben. 

DerJialbeu euch. 

io Der inqulsitor Bprlotat somic: 

Ach du dnrch-triebner lecker, fleQChl 
Du ertzketzer, Bchalck und bQQwichtl 
Wer hat dich also abgericht? 
Du most im bann dein lebtag bleiben t 

si Wolst du den Bpot auch au& uns treiben? 
Heb dich flnx aoQ dem closter nanß, 
An galgen heim bin in dein haußl 
Kumb mir nit mehr für mein angsicfat. 

Simon Wirdt spricht: 

30 Herr, ir dfkrfFt mirs verbieten nicht. 
[A3, 3, 81b] Ich wer vor liebr daheim gewesaen, 
Het darfür in der bibl gelessen. 
Ich mag es auff mein aydt wol jehen, 



6 ? keesl. ACK kessel. 7 1 gmalt. AOK gamett 11 t npfB $Jk. 
A nipp«n allap. CK snppen. 14 CK den. IS E wglta. T kntto; AOK 
knUen. Sl Uebr. AK Uebet. 32 C bibl. AE UbeL 



1 Wirdt aeiicht ab. [K 3, 3, 160) Der Inquisitor 1 
Schaw, mein cnstor, wie gar verrui'lit, 
Verstockt, verbannet und verflacht 
Ist ietz der lay nud gmeine man, 

to Fürclit weder uns uocli unsem lian, 
Wiewol wir uns liaben zu vil, 
Offt lassen sehen in das spieL 
Unser betmg ist worden laut, 
Derbalb der lay nns nicht mer iraudt 

La Und streioet stets nmb in der inbel. 
Unser bauß bat ein bösen gibel, 
Uds ist gewichen der gmn^tstein, 
Furcht nur, es fall ein mal gar ein, 
Wiewol wir es .stets unter-bültzen, 

SU Vorm garn visclien und förbültzen. 
Doch ist unser hauß gar vol sei i warb s, 
Es senckt sich zum fall, spricht ilans Sachs. 

Die person inn dasspiel: 
1. Simon Wirdt, der einfeltig. 
Sä 2. Nachtbawr Claa, der scbalckhaftlig, 
3. Inquiaitor, der tebieraie ister. 
i. Ouetor iiu parfosser-eloater. 
5. Herman Pich, der suppenfreaaer. 

Anno 15ää jar, am andern tag Octobris. 




8Ia. C3, 3, 5! 



Das weyb ^eb i und spricht: 

Mein liebe it 

i An dicli, 1 :! 

Du wölst ; nertzen, 

Wie lieb c hortzen, 

tch nolts anu „.^..^ „,^,> msseu gern. 

Der nuHtn Bpri^t: 
10 Der bitt kau ich dicIi nit gewera, 
Weil dein thnn zwifeltig erscheindt. 
Hab dicb ofiTt lieb, bin dir offt feindt 
Dnimb dir kein gwisse antwort gieb. 

Die fraw sprloht: 

li Mein lieber mann, wenn hast mich lieb, 
Sag mir den gnindt, das ichs auch neiß I 

Der mann apriobt; 

Wenn du thust als, was ich dich heyß, 

Unterthenig, ghorsam und willig, 
ao So hab ich dich lieb und das hillig, 

Theil dir mein sawrc arbeyt mit 

Und laß dir keinen mangel nit 

An kleidung, kleinat, tranck und speyD, 

Und alles, was ich kan und weyß, 
a.'i Das thu ich dir zu wol-gefallen. 

UDduhrlrtlliih Im S ipmofibnobs (Iieipngsr sUdtUbllathsk) bl. ' 
S bubst. U 6 tbnoD iwifalUg. 



321 

Wenn da dergleych auch thnst in allen, 
So geber ein liebe die ander 
3,3,81d. K 3, 3, 161] Und betten beyde lieb einander 
Und würt unser lieb teglich new 
5 In rechter warer gunst und trew. 
Das aber mein lieb offt wirt schel, 
Da ist allein an dir der fei, 
Wie das teglich an dir erscbeindt. 

Das weyb spricht: 

10 Mein mann, wenn wirst du mir den feindt? 
Sag mir des auch den rechten grundt. 
Ob ich mich darfür hüten kundt, 
Auff das du mich stets bettest lieb ! 

Der mann spricht: 

15 Des ich dir kurtze antwort gieb: 
Wenn du thust wider meinen willen, 
Öffentlich oder in der stillen, 
Schaw, so fecht sich mein feintschafft an. 

Das weyb spricht: 

20 Ach, so sag mir, hertzlieber man. 
Was thu ich denn, das dir nit gfelt? 

Der mann spricht: 

0, die ding sindt gar unerzelt 

Mit wort und wercken ubertag; 

25 Des leidt ich von dir harte blag. 

Das weyb spricht: 
Ach, lieber mann, sag ahn! wormit? 

Der mann spricht: 

Ey, kanst du das vernemen nit? 
80 Du bist in dem haußhalten treg 
Und heltst mich unehrlich und leg. 
Bist zornig, boßhafftiger art, 
Helst du mir alzeyt wiederbart 



* 



1 SOE thetst 10 S piBtw. 11 S des. ACE das. 24 SCE weroken. 
werok. 25 S ich Von dir leid. 31 S heltst ACE heltett. 
Hans Sachs. XIY. 21 



382 

UdcI wilt alzeyt der sacb recht han, 
[A 3, 3, 82a] Sam sey ich fraw, und du der man. 
Schau! solch dein grosser unverstandt 
Und unpildt thut mir auff dich andt. ^ 
5 Darmit thust du mein lieb zudrümmem. 

Baa weyb spricht: 

Mein mann, lest du dich denn bekümmern 
Solch schlechte ding, so hat dein lieb 
Gen mir gar einen schwachen trieb. 
10 Hest mich so lieb, als ich dich hab, 
Dein lieb nöm nit so leichtlich ab, 
Sonder blieb teglich starck und vest. 

Der mann spricht: 

Mein weyb, ich ye auch geren west, 
15 Ob du mir auch bey meinen tagen 
Etwan auch hetst ein lieb getragen. 

Das weyb spricht:' 
Ey, mein lieber mann, warumb nit? 

Der mann spricht: 

20 Mein liebes weyb, sag ahn, warmit! 
Ich hab ie deinr lieb nie entpfunden. 

Das weyb spricht: 

Mein mann, weist nit? zu allen stunden 
So heiß ich dich offt »lieber Hans«. 
25 Merckst denn mein lieb nit, allers-mans? 

Der mann spricht: 

Solch lieb geht nur in worten hin. 
Im werck ich ir nit brüffen bin, 
Sonder teglich das wiederspiel. 

so Das weyb spricht: 

Mein lieber mann, nun schaw! ich wil 
Dir mein heimlich lieb offenbarn. 

16 SB hetflt. A hets. CK hest. 21 S ie] foblt A. CK deiner. 



323 

;, 158 St. 162] Ich hab dich so lieb in den jarn, 

Und werst todt-kranck, so wolte ich 
, 82b] Gern für dich sterben wiliigiich. 

Und stürbest vor mir, so merck eben, 
5 So möcht ich nit mer ahn dich leben, 

Wolt auch kein andern mann mer haben, 

Wolt ehrlich lassen dich begraben 

In meinem rößlein-rotten rock 

Als meinen lieben holler-stock, 
10 Das iederman mir müst verjehen, 

Er het kein grösser lieb nie gsehen. 

Des hab dir auch mein trew zu pfandt ! 

Der mann spricht: 

Und wo dein lieb het ein bestandt, 
15 Wie du mir hie anzeigst allein, 
So ist sie grösser wann die mein. 
Erst thu ich deiner lieb mich frewen. 

Bas weib spricht: 

Ja, lieber mann, bey meinen trewen, 
20 Also ist mein lieb. Grlaub du mir! 

Habs doch nie offenwaret dir, 

Du möchst sunst drauff verlassen dich. 

Nun bleib du erheim! so wil ich 

Hiugehn und an der Pegnitz rösch 
25 Baldt außschlagen mein saiffen-wesch. 

Der mann spricht: 

Zeuch hin und wasch! so wil ich bleiben, 
Mein zeyt vor dem offen vertreiben, 
Opffel und pirn umb-kern vermessen; 
30 Und welche pfiffn, die wil ich essen. 

^as weyb gehet ab. Der mann spricht zu im selb: 

Es rümbt sich grosser lieb mein weyb. 
Der ich doch warlich an meim leyb 
Mein lebtag nit vil hab entpfunden. 

35 Ich glaub, ir lieb werdt sie zu stunden 

* 

S merok. ACK meroke. 8 S meinem. ACE meinen. 9 S holder. 
Sr het. ACK Sie hetten. 12 SGK hab dir. A hab loh dir. 19 

leinen. A mein. 30 8 pfiffn. AO pfiffen. 

21* 



324 

Erst nach meinem todt lassen sehen. 
[A 3, 3, 82o] Wer mir lieber im leben gschehen, 

So het ich etwas besser tag. 

Was hilft mich todt ir wein nnd klag? 
5 Doch wolt ich den grundt wissen gern. 

Mich dttnckt, ich wöl sie wol erfäm, 

Wenn ich mich da int Stuben legt, 

Nach aller leng mich dahin stregt, 

In maß sam wer gestorben ich, 
10 Und züg den atem hart an mich, 

Wens köm, das sie meindt, ich wer todt, 

Was sie für klagen, angst und nobt 

Darnach ob meinem todt würt haben, 

Wie herrlich sie mich ließ begraben, 
15 Obs mich in im rotn rock würt neben. 

Wies mir bey ihr trew hat verjehen. 

Nun ich wil ie versuchen das. 

Mich samb todt stellen aller-mas. 

Der mann legt sich nach aller leng in die stuben. Das "s^t^ey 
20 knmmet von der wasch und spricht: 

Sich, narr! legst dich nider int stuben 
Nach leng samb einem roßbuben? 
Ach, Hans, was machst du? steh doch auf 
Und hilff mir die wesch hencken nauff! 

25 Sie sohawet zu im, rüttelt ihn und spricht : 

Ey kumb! steh doch auff, lieber Hans! 

Du solt wol todt sein, allers-mans. 
[E3, 3, 163] Ey, ey, er ist todt, merck ich wol. 

Weiß ich ye nit, was ich thon sol, 
30 Sol ich vor weyn oder vor essen. 

0, ich kan bey mir wol ermessen, 

Wo ich weindt nnd macht ein geschrey, 

So kommen all nachtbawrn berbey, 

So müst ich denn viel weinens treyben 
35 Und müst den abndt uhngessen bleiben. 
[A 3, 3, 82d] Bin auch von der wesch aller-naß. 

Ich wil mich truckn anlegen baß, 

4 SK hilfft. AG httlff. 6 8GK dttnokt. A dOnoket. 15 SCK ir»- 
A iren. S rotn. ACE roten. 35 8 abn. ACE abendt. 37 8 druokn. ACE truekea. 



' 'WS um fimff bvt in oin BclimattK üchlipiui. 
Sc mg 'n± dest hal^ wein aaä kis^ii 
ünfl yS üamuch iii Unlier nnin 
Wir ranff Kageu du ctn maC wein. 
^ Mich in dum ^[»stm taerUileyd) Ikbcn. 
Wanc wir eiii abes spnubworl Ititbou: 
2i*clrcerE tamaei aoä nüchleru weinen 
isi wnlbetinnineii cur nie keinen. 

'ej-t f«bet 6.ni' annä suifeK. i^C S. 3, flü] a>er nuHin Picüi 
III aiBir, rodi mit im m^ osnd Q>riatit: 

O liiL dif ist «c k&hc bell. 
BUTOD meiü fra« liel rtmens trieb. 
Sie bträbt sieb d- n^m toii in allen. 
Üs ob ir «ey t-is ](rfi] enTpianen. 
li. Xna icb vi] mich düAkci] bebeoih, 
Ir grffisdi lieb tcanezi eis esdi,. 

legt si^ wider nidar. I>ie fraw koiD'bt oad Bprieht; 
Sbd hab kb an «eng gelabrt mich. 
Nbd mae deß besser wettteu iei. 
» WMm die )ent kämmen, omb meia man. 
B»tz ver der men., «er klopffet ahn? 

dhlbewrin kombt, Mopffei. Die fraw thui ir auff, sprich' 

Secht ahn. mein liebe Tiachlbe^n-in! 
«5 An der wesch icb gewesen bin, 

Die we;l ist mir mein mann gestorben. 
0, nun bin ich in gmndt verdorben. 
Er hat mich ie ernehret trewlich. 
Ich hab in lieb gewuiinen cewlich, 
83>]Oh web meinr grossen angst und nolit! 

Die nachtbewriii spricht : 

Ach, liebe nachtbewrn, ist er todt? 

Wail. S 8CK kÜDen. A keinem. '.I S .<icit. AIK'K «i.'lx. II 
A h«. 13 ! betrübt. SACK potrilebt. M s li.iTl. .\i'U 

IT DiB fraw bia 21 fahleo S. IK Cü woiin. A «mu^. '■'' ' 

A Werder. CK weder, 30 S meinr. ACK meiner. ;12 S .moli 





Ey, war er je ein fruramer man, 
Der keim mensctiGii kein leidt bat than, 
Ein gater nachthawr bey mein trewen! 
Nun thut er mich im hertzen rewen! 
5 Ey, lieb nachtbewrn, was hat im brochen? 

Das weyb eprloht: 
Er hat sicli geatr in eia finger gstochen, 
Er war ahr snnst ein weycbci- man, 
An dem ich stets gepnWert han. 
10 Er hat minh Irnat.pt mnnfihpn pfenning, 
Hab nichl 1 noch wenig. 

Ich hab a kUrtz 

Wol fünft und würtz, 

Die nutze ßbad. 

lü I prioht: 

Ist er todt, nv uia luiuwr Bchad. 
Nun weil es kan nit änderst sein, 
Mein nacbtbewrio, so gebt each dreini 
Was gott thut, das ist wol gethan. 

20 Das weyb qirioht; 

Ir sagt wol, weyl ich hab keyn man. 
[K 3, 3, 164] Wer wil mich aber nun ernebrn? 

Die nBctatbevrrin aprloht: 
Ey, so greilffet wider zu ehrn 
16 Und nembt euch einen andern man! 
Der selb wirt anch das beste than, 
Euch nehren wie der nachtbawr mein. 

Das weyb spricht: 
Ja, das kan aber ietzt nit sein. 

l^A 3, 3, 83b] Wann morgen 8o ist die faßnacht. 

Nnn habns die lanssing pfiiffen gmacht, 

3 SCK meiD. A meiDea. b 8 lisb naeh^)atb. ACK lisba BMhUnvik 
8 1 abi. SACK aber. 10 and II fehlni S. la 8 MUgabn. AOK mI- 

gobon. 19 S das iat w, A iit tüts w. CK ist ala w. . SJ B nenn. 10 
nehm. 29 S »br so pili 30 CK >o] fehU SA. ' 31 8 hkbni. AtX 
haben!. CK pfafFn. SCK gmMht. A gemuht. 



327 

Das man letzt nicht wie bey den alten , 
Darff in der fasten hochzeyt halten. 
liebe nachtpewrin, wie maß ich than? 
Ich hab nit dacht, das ohn ein man 
6 So schwerlich sey zu halten hanß. 

Die naohtbewrin spricht: 

£y, ir müst das leidt schlagen auß. 
Sncht ewren rotten rock da her, 
Das die leych eingeneet wer, 
10 Das ench der todt knmb aüß den äugen! 

Bas weyb würfft die sewhaudt dar und spricht: 

nachtpewrin, das wirt nit taugen; 
In meinem roten rock, dem alten, 
So muß ich wider hochzeyt halten. 
15 Ich het sunst nichts zu legen ahn. 
Seht! nedt in die sewhaudt mein man! 
Die saw ist mir am schelm gestorben 
Und ist zu liedern doch verdorben, 
Ich muß sunst werfen auff den mist. 

20 Bi^ naqhtbQwrin spricht: 

Ach, YÜ zu kurtz die sewhaudt ist, \ 
Sie möcht die leych nit gar bedecken, 
Der kopff wirt oben herauß recken. 
Ey, wolt ir nit den rock hergeben, 
25 Wie ir im offt verhiest im leben, 
So thut ein alts leylach hertragen ! 

Ba^ weyb spricht: 

Wenn schon die f&ß auch herauß r«gen, 
Mein nachtpewrin, es ligt nichts dran. 
so Es nimbts vergut mein lieber qaan. 
Neht in nur drein! das ist mein bit. 
Ich hab kein schlechtes leylach nit; 
L 3, 3, 83o] Das aller-scblechtest, das ich h^. 
Mein mutter mir zu sjipßstewr gab, 

« 

8 CK eweren. S daher. AG her. 13 S dem. AGK den. 17 S gf- 
nhfo^ ACK g9^r)^jBn. H ^ ^o^^* ^^ ^ nempi. AO^ nimbt 34 6 hau9((9fir. 



328 

Das ist anffii weogst fftnff creutzer wert. 

Naohtbewrin spricht: 

Ach, bstet in ehrlich zu der erdt! 
Das leilach ist ie sein heimstewr 
5 In dieser weit; achtz nit so thewr! 
Er ist sein werdt, der frnmme man. . 
Geht! schaut! wer klopffet dansen ahn? 

Die fraw thut auff die thür, der naohtbawr gehet ein unnd 

spricht: 

10 Mein lieb nachtbewrin, sagt mir nfier, 
Wie das ir znschliest die haaßthfier? 
Ich forcht, euch wer etwas geschehen. 
Dmmb komb ich rein, das za besehen. 

Das weyb spricht: 

15 Ach lieber naditbawr, kumbt doch rein! 
Ach weh des hertzenleides mein! 
Mein mann ist todt, ich bin verdorben. 
Mir wer liebr all mein yiech gestorben. 

Der naohtbawr spricht: 

so Mein naditbewrin, das ist mir leidt. 
Ir habt in lieb ghabt auff mein aydt, 
[K 3, 3, 165] Weil ir all ewr yiech dmmb wolt geben. 
Das ewer mann noch wer bey leben. 
Mein nachtbewrin, was habt ir für viech? 

S5 Das weyb spricht: 

Mein nachtbawr, wist, da hab ich 
Im hanß ein vogel, hundt and katzen, 
Zwey dutzet meuß, ein dntzet ratzen, 
Ohn ander viech in meim gehenß, 
80 Als ohn zal wantzen, flöch und leuß. 
Das wolt ich alles dammb geben, 
[A 3, 3, 83d] Das mein lieber Hans noch thet leben. 

4 S leÜMh Wirt sein sein. 5 S aohti nit so. A aehten nit. CK acht 
ins Bit. 10 S lieb. ACE Uebe. 18 S Uebr. ACE Ueber. 21 S pey 
mehB. %Z ? «wer. SACK eur. 81 8 Die wolt ieh «He daramb. A drnmb. 



329 

Der naohtbawr spriolit: 

Ich merck, die lieb ist grawsam groß 

Zwischen euch gwest, ohn nnterloß. 

Wenn im gern wider lebendt het, 
5 Wie wenn ir ein verheissen thet 

Ins grüne thal mit drey i)fandt wachs 

Und etwan mit eim kloben flachs 

Und eim silbern opffer darzu? 

Vielleicht möcht er wider in rhu 
10 Vom todt wider knmmen znm leben; 

Wann fert iß auch geschehen eben, 

Das ein pawr wiedr lebendig wur. 

Das weyb spricht: 

lieber nachtbawr, schweyget nur! 
15 Den unkost wil ich wol ersparn. 

Mein mann ist auff gen hymel gfam. 

Es wer ye schadt und gar unrecht, 

Das ich in widr auff erden brecht 

Zu vorger mtth und arbeyt gar. 
80 Mein lieber nachtbawr, ists nit war? 

Der nachtbawr spricht: 

So wil ich gehn holen ein par, 
Das man drauff leg und trag in dar 
In die kirchen mit der proceß, 
25 Auch das man der kertzn nit vergeß 
Und alle glocken leuten thw. 

Das weyb spricht: 

Ach mein nachtbawr, last mich mit rw! 
Mein Hans, der het das brenck nie gern, 
so Tragt in gen kirchn auff einr mistpärn, | 

Zu abendt heindt in einer keim! 
Last pfaffen und schuler daheim! 
Darzu dürff wir der kertzen nicht, 

* 

3 SOE gwest. A gewest. 5 S Id. 11 SCE Wan. A Wenn. B ists. 
12 ? wiedr. SACK wider. 17 S gar] fehlt A. OK aaeh. 18 8 widr. 
AGK wider. 19 ? Torger. SACK Toriger. 28 S mein. ACK lieber. 30 
80K ainr. A einer. 



330 

Weil er todt ist und nichts gesicht. 
Yil wenger darff man leuten than, 
[A 3, 3, 84»] Weil er nichts mehr gehören kan. 

Was wolt wir denn vil gelts vernarren? 

5 Der naohtbawr spricht: 

Nachtbewrin, wenn wim heindt einscharren, 
So muß wir im morgn ein opffer halten, 
Beide mit jungen und mit alten, 
Auff das seiner seel geh dest baß. 

10 Das weyb spricht: 

Weil mein mann noch in leben was, 
Ist er nit gern gebn opffer gangen. 
Was wolt wir nach seim todt anfangen 
Und ander leut zum opffer dringen 
15 Und iedes umb ein häller bringen? 

Sie geht aum mann weinet, spricht: 

mein man, wie sol mir geschehen? 
Sol ich dich nimmer lebent sehen? 
Hans, mein hertzenlieber man, 
20 Was sol ich doch nur ietzundt than? 

Der mann sitat auff und spricht: 

Hör, weyb! das wil ich dir wol sagen. 

Du hast fünff ayr ins schmälte geschlagen, 
[03,3,61. K 3, 3, 166] Bist in der ituchen drüber gsessen 
25 Und hast sie alle rauß gefressen, 

Hast darnach ein maß wein rauff tragen. 

Die hast gesuffii in deinen kragen. 

So ge hin und leg dich drauff nider, 

Das du ein weng werst nüchtern mder! 
so Ist das dein grosse lieb und trew. 

Der du dich rümbst ahn alle schew? 

Du unverstandtner, grober holtzbock. 

Du sprachst, in deinem rotten rock 

4 SCK yeniarren. A vor narren. 7 ßCK morgn. A mom. 18 ^CK 
lebent. A lebendig. 19 SCK henen. A hert». 27 ß gsafiEh. AC g«' 
suffen. GE dein. 29 SCK weng. A wenig. 33 S Dw. AC Da. 



331 

Wolst neen mich, darinn begraben. 
Mocht letzt von dir kein leylach baben, 
Wolst mich in die sewhaut lassn neben. 
Weng trew hab ich ghört noch gesehen 
5 Von dir ietzundt an diesen orten, 
, 3, 84b] Weder mit wercken, noch mit Worten. 
Dein lieb und trew ist gehn mir eben 
Im todt, wie sie vor war im leben. 
Dein lieb die reicht nit weiter mehr, 
10 Denn so weit ich dich kleidt nnd nehr. 
Sunst sechst mich durch ein zäun nit an. 

Bas weyb sprioht: 

Botz leichnam-angst, mein lieber man! 

Ich hab nur also dein gespodt. 
15 Ich west wol, das da nit warst todt, 

Sonder stellest so tödtlich dich, 

Zu schawen, wie ich stellet mich, 

Wenn du stürbest. Drum, solt du wissen, 

Hab ich dir diesen bossen ghrissen. 
80 Starbst, ich würt mich wol änderst stein. 

Versuchs! frag darnach dein gut gseln, 

Wie kleglich ich mich stellen wil! 

Der naohtbawr spricht: 

Nain, nain, mein nachtbawr! laß das spiel! 
25 Dein weyb steckt gar vol hinterlist, 

Das sie nit auß zu lernen ist; 

Wann baldt sie auff die erden sieht, 

So hats schon ein außredt erdicht. 

Mein weib braucht gleich solch hinterlist. 
80 Ein weyb gleich wie das ander ist. 

Drumb wöl wir weiber weibr lasn sein 

Und mit einander gehn zum wein, 

Der weibslieb uns nit lassn anfechten, 

Sie lassen bleibn beim alten rechten, 
35 Das uns kein grab har darauß wachs 

i SGK lasn. A lassen. 4 SCK geseen. A gsehen. 17 S steUet. 
wolt steUen. 24 8 mein] fehlt ACE. 34 S lasn pleibn. ACK 
i bleiben. 35 CK drauß erwaohß. 




Diese &ßncicht, das wfinscht Haue SashB. 
Die person in das spiel: 

1. Hans, der mann. 

2. Die fraw. 
i 3, Die nachtbß' 

4. Der nacbtbawr, 

Anco idälnÜB 1554, am 11 tag Januari. 



I 336 vene. i B Eis, asin Inw, T Datoni csob B, fghlt A. OK 
Anna I&53, am Mztea tag Ootobiis. S B Ende. CK Ende dsa drittea bucbi 
Uaoi Saehssen gedieht. C Qedraokt sa Nürnberg dumb Leonhftrdt HsuDIm. 
M. D. LXXXVIU. K bat, dann lat beeoDdaram, nioht DtHDerisrtein bintt du J 
isgiatn. ■ 



333 



Anmerkimgen. 

Zum 5 bände. 

18 Nach der handsohrift veröffentlicht in den sämmtlichen fast- 
nachtspielen von H. Sachs nr. 15. 

Zorn 6 bände. 

112 bis 136 = 6 spruchbuch (Dresden) bl. 265' bis 277'. Vgl. b. 
1, 243: das weyse urteyl künig Salomonis. 

112, 1 S Ein comedi mit 8 personen zu spiln Das gericht Salomonis 
mit angehenckten schwencken. 4 S Gelüeck. 

113, 3 S Auf in dein himelische trön Den suesn geruech ynd laut 
gedön Der dawsent. 6 S geopfert. 9 S pegeren. HS Des. 

114, 1 8 künglich. 

1 1:5 Vom zweiten actus an tritt Nathan, der prophet, nicht wieder 
auf. Anstatt Nathan ist also überall von zeile 7 an zu lesen Mathan. 
8 beten] S than. 25 S nichs. 28 S regirt. 32 der] fehlt S. 

116, 2 S fint. 4 S Was nüezt das er sich vnterwint. 21 S 
welcher fuerst helt also. 29 S gar listig pratic. 33 S Da habt ir 
financzer. 

117, 2 S Schandendeckel. 19 S er gancz weisb'ch. 

118, 1 Vgl. b. 11, 11, 11 und b. 12, 248, 8. 8 S küng. 13 S 
Tolfaeret. 20 S tanczn. 27 S Wolstw den künig selb verfüren Auf 
wolüst das nit thuet gepüren Weil leibswolüest auf seinem rück. 29 
8 Drumb las pleiben sein. 32 S drewe. 

119, 6 S von heidenischem. 9 S küng. 13 S vnterthan. 21 
S Schwancksweis. 33 S Darüeber thut mir. 

120 3 S On arglistig aufzueg vnd renck. 4 S On als ansehen. 
7 S feilen das vrtail sentencz. 10 Thamar bis 27 fehlen S. 

121, 9 S laids. 10 S Det. HS Dacht sein orn stünden almal 
offen Zw hören die eilenden armen. 14 S Hüelff. 22 S Der last 
mich lieber herr geniesen. 30 S vnd schaw. 

122, 7. 31 S küng. 21 S wirt er dir zwsprechen. . 22 Mathan 
bb 26 fehlen S. 



884 

123, 2 S wart. 22 S ewgen. 27 S küng. 

124, 1 S Ertruckt hast oder sonst ymbracht. 10 S küng. U 
S jener. 13 S diese fraw. 15 thu] S kan ich. 16 S Das dast— a\. 
18 that] S sach. 20 S jener gnumen habn. 30 S deim. 32^:^ S 
wirstw. 

125, 4 S mir. 17 S gleich e dieser. 34 S Marcolfo. 

126, 8 noch] S dar. 14 S Mit seufzen. 19 S küng. 21 i S 

So pald wilt glauben vnd. 27 irem] S dem. . 30 Vgl. b. 14, 131 f. 

frümbkeit doch] S freuntlikeit. 

127, 3 S vnd darzw vol. 13 S Ein frume fraw ist e. I f^ > S 
weng. 2^ und 24 fehlen S. 

128, 2 8 Vnd der jungen ein süesikeit. 3 in der] S dise. B 
S Wes das. 13 S e sich. 23 S Den thu. 

129, 17 S das. 25 könig bock] S küng got. 26 und 27 fehlen ■ S. 
30 S Ja solchs wer als noch wol zy. 32 S küng. 

130, 1 S eweiber. 8 S siczn. 9 S hausmaid. 10 S spül — Aen. 
HS der e all. 13 S Die ain wirt nur sein fraw im haus Wie ^H^^virt 
sich heben mancher straus Ein zancken reissen schlagn. 15 S "V 'er- 
küncz. 8 der stat. 30 S kan ich das. 32 S schwieg. 

131, 14 S Das schlos dauitis auf zw pawen. 15 S E sich. IB 
S geprümel. 

132, 2 S ynsinig. 22 S edl. 27 S Wilt. 29 S e man< 

133, 5 doch] fehlt S. 7 nur] fehlt ^. 10 S esachen. 2\ 
woltn dich wol. 28 S Salomon. 32 Vgl. b. 14, 264. 

134 , 2 S angsicht. 10 S her der sünd. 14 S packt. 1""^ S 
das dein mund hie. 

135, 5 S Odr. 6 S Man stost in aus nach 17. 21 S WeLi^chs 
als M. 25 S frumen sint allr eren. 34 S ewr allr in. 

136, 11 8 vnd in g. 16 S Daraus im laut yolgt nit yiL 

Zum 7 bände. 

169 Das fastnachtspiel ist in den neudrucken unter nr. 14 gei^^Änaü 
VOLch der handschrift veröfPentlicht worden. 

Zorn 9 bände. 

12 Vgl. nr. 13 in den neudrucken. 
47 Vgl. nr. 21 in ^den neudrucken. 

120 Wird in den neudrucken unter 62 nach der handschrift g^ 

geben werden. 

Zum 13 bände. 
547 Das vierzehnte spruchbuch besitzt Graf Ludwig Paar, "^^g^- 




336 

<3en aufsatz im Archiv für Litteraturgeschichte 11, 51 bis 63: Neue 
Xüttheiliiiigen über die Schicksale der von H. Sachs eigenhändig ge- 
schriebenen Sammlnng seiner Werke. Wir lassen die lesarten der hand- 
sdirifb folgen, nicht nur soweit sie im Verhältnis zu dem von uns ge- 
gebenen texte besserungen sind, sondern auch insofern sie mit unseren 
Änderungen von A übereinstimmen. Das stück steht von bl. 54' bis 72' 
und hat nach dem datum, das übereinstimmt, die verszahl 1001. 

547, 5 S gelueck. 7 S Welichen. 12 S warhafb gschiecht pe- 
Bohreiben. 

548, 3 S Ptholomeus. 5 S Antigonum. 6 S gewalt. 13 S 
eingnumen. 20 S Doch iren willen darzv gab. 24 S gwaltig. 
26 S küngin. 33 S Der thirann aber nach den tagen Wurt von 
!küng Belgio erschlagen. Durch gotes räch auch schentlich stuerb An 
leib vnd sei ewig verdurb. 

549, 1. 33 S Lisimachus. 16 S pesiczn. 20 S menschlichen. 
24 S gmahel. 28 S Noch wenigers. 

550, 5 S Was von ewikeit. 6 S Von den göttem, das mus ge- 
schehen. 10. 11 S küng. 18 S Der sol den mit sighafter hant 
Einemn des andren künigs laut. 20. 29 S Lisimachus. 33 S feinde. 

551, 4 S Des. 23 S Den. 27 S Lerman. 36 S Antigonum. 

552, 1 S iczunder. 3 S Vnd wir wollen in Asia Baisen, das 
gwaltig künigreich. 20 S fünfze deiner süen. 22 8 ligt. 

553, 8 S eylent. 16 S mit seinem füersten Arras. 20 S Anti- 
gonus. 21 S Hernach eingnumen gwalticleich. 29 S recztw. 31 
S frolich. 

554, 25 S Antigono. Anmerkung lies: 28. 

555, 15 S Aigner sipschaft verschonet nit. 21 S mich. 

556, 4 S Witwe. 13 S Vertrieben in mit all seim beer. 14 
S seine. 28 S heres. 31 S gehilffen. 

557, 9 S Ich sez ob wir die. 16 S Hetstw. ' 18 S dich. 27 
S Sander ich müest mich stecz pesorgen Das mein vetem hewt oder 
morgen Mich in dem land mit volcke allen. 32 S ain ranck. 

558, HS allen. 16 S glingen. 22 S glueckes. 

• 559, 2 S Von dem künig ptholomeo Hat ein Werbung zv thun also. 
9 S entpewt. 16 S yzen. 27 S Seins künigreichs. 28 S Solchs 
zv halten. 29 S schwern. 

560, 4 S Bün aus aremut. 6 S Des. 7 S Wil auch solche sein 
pit gewern Mit aim aid den göttem im tron. 12 S pschliessen. 28 
S eur herr prueder allezeit. 

561, 1 S göttem. 

662, 5 S hairat. 6 S Dw pist. 30 S hoft von mir zv. 

563, 4 S höchsten. 12 S Die künigin seczt sich, da seczt ir der 
künig die krön auf. Der ernhplt drit herfuer spricht. 18 S paiden- 
sant. 22 S sie vnd ir sün woln hon. 24 S breutgam. 

564, US Vnser herr vater werd sein aid halten. 25 S kumbt 



mit Dion dem fuersten. 3 

565, 2 S als. 5 S So geben glaecklicheD.' US gniSi 
31 S auf tünoklicb hochzeit Welche aufs köstlichit wirt pereit 

566, 1 S iienczlicli kein. 11 S fremden. 18 S Geiirt mit ma- 
nigen aJtar. 24 S Vnd pachuet die pJecz Eiim thumier stechen. 

567, 6 S Sunder sicii iw dem etator nahen. 7 S Beim. 18 S 
Nun, lieben Bün. 32 S Hin fiier Casandria. 

568, 8 S stecht zt dot, achont nymant mer, II und 12 fehlen S. 
18 S fueren. 21 S Liaimachus peut im. 24 S AU götter, 35 8 
Erlich so wert veraehen ir Älpaid eur fraw mater der gleich. 

569, 6 S la kumet. 8 S meine sün. 9 S wnn. 23 8 Würgt 
mich, ich wil für sie paid sterhen. 

57Ü, 5 S Ist, dies inort durch aein pefelch gachehen. 7 8 Äraa 
der fütst ynd niitferwar der küngin krön vnd allen 

geachmück legen Ir ain ^ken vad er apricht: Gib von 

dir küucklichen ornat V sin aeiden wat. 2G S iaa 

laut Traciam. 28 S i 

571, 1 S Meim. 1 

572, 25 S Weil m glüeck Pey wonet gar in 
allem stüeck. 34 S '\ 

573, 20 S Wünacht vnd hail. 25 8 War im 
vor Zeiten hoch pehaft uea wii. 'Si S wurt. S5 S müeaten 
pachüeczen. 

574, 5 8 Mit küng Älexandro gedget.Vaat eingnnmen die ganoen 
weit. 24 S sol pegeren. 25 S kQnig. 31 S Die kem. In die 
aumerkung setze; 25 C kSnig. Ä kSng. 

575, 6 8 Im Md vnd pleib gancz vnEwstSrt. 7 S kting. 10 
S Den. 23 S Ein herre der. 

576, 13 S Sunder den frid genumen on. 29 8 Lerman. 

577, 18 S Adel, purger, pawer alaant. 38 8 drewer, riterEcher. 

578, 9 S Darinen zaigen zwo peraon Yna auch zwayerley menechen 
on. 14 S wo er. 20 S lenten. 

579, 5 8 Ain creucz atecz dem andern. 10 S vnd wolSesten. 

Zum 14 bände. 

18, 27 lies: im mit CK, entgegen A und vergl. 64, 11. 

37 In der anmerkung 10 lies: ? geren. 

109, 29 lies: mich ie niemandt. In der anmerknng Ijea: 29 ? 
ie] fehlt ACK, 

Zu 131 und 132 vgl. b. 6, 126 bis 128 nnd die b. 334 g^ebenen 
anmerkungen. 

135 In die anmerkung aetze: 5 CK achwecbst. A Bchwedmt. 

139, 1 zu leaen : agim zwischen. 

163 In die anmerkung aetze: 6 ? unde. ACE vnd. 



337 

196, 13 ? kumh hie herein. 

209 ? Tunstellung von 13 und 14, so dass es heissen würde : Ja, der 
hat euch geleicher art Bey uns hinterlistig versagt, Von euch beiden 
viel unbilB klagt: 20 ? wirn. 

230 In der anmerkung zu lesen: C dürst. E dürfft. 

233, 24 lies: 216. 

264, 4 Vgl. Sirach 25, 18 bis 23. 

268 In der anmerkung lies : 7 ? ie] fehlt ACE. CK lauß. A leuß. 

294, 21 ? in. ' 

300, 22 lies : verhiest. In der anmerkung : 22 BCE verhiest. A 
'V'erheyst. 

304, 2 lies: kessel suppen, ohne bindestrich. 

320, 1 Zu vergleichen ist der meistergesang im, schwinden Frauen- 
lob: Der pawer' mit der sewhawt vom 26 Mai 1545, abgedruckt bei 
O-^eke, dichtungen des H. Sachs I, 177. 

324 In der anmerkung lies: 34 SB weinens. A weines. 



Hans Sachs. XIV. 22 



338 



Zeittafel. 



1517 Februar 21 Fastnaohtspiel: Das hoffgsindt Veneris s. 3. 

1518 Januar 8 Fastnaohtspiel : Von der eygenscbafft der lieb 8. 12. 
1536 December 28 Fastnachtspiel: Die roekenstnben s. 26. 

1544 December 10 Fastnachtspiel: Die laster-artsney s. 35. 

1549 November 27 Fastnachtspiel: Der teuffei mit dem kanffman und denlu^Sten 
weibem s. 47. 

1550 Februar 4 Fastnaohtspiel : Der nasen-tants s. 60. 

1550 October 8 Fastnachtspiel: Der farendt schuler im paradeifi s. 72. 
1550 October 1 Fastnachtspiel : Der jung kauffman Nicola mit seiner Sophia s. ^^* 

1550 November 10 Fastnachtspiel: Fraw Warhejt will niemandt herbergen s. ^^• 

1550 November 25 Fastnachtspiel: Der pawr mit dem kuedieb s. 111. 

1550 November 29 Fastnachtspiel: Von Joseph und Melisse, auch.könig S -^^^ 
mon s. 124 

1551 September 2 Fastnachtspiel: Apollo und Fabius s. 139. 

1551 September 5 Fastnachtspiel: Der unersetlich geitshunger s. 154. 
1551 October 7 Fastnachtspiel: Das kelberbrüten s. 170. 

1551 October 20 Fastnachtspiel: Die späch bulerey s. 184.* 

1552 August 9 Fastnachtspiel: Von der unglUckhaften , versch wateten ^^' 
Schaft s. 198. 

1552 December 6 Fastnaohtspiel: Der gestolen pachen s. 220. 

1552 December 9 Fastnaohtspiel: Der pawr im fegfewer s. 233. 

1553 Januar 28 Fastnachtspiel: Der tyrann Dionisius mit Damone seiner gV£z — ^^^' 
seligkeyt halber s. 251. 

1553 September 4 Fastnachtspiel: Das böß weyb mit den werten, würtsen — °°^ 

stein gut su machen s. 262. 
1553 September 4 (? 14. 24.) Fastnachtspiel: Der Ewlenspiegel mit ^ '^®° 

blinden s. 288. 
1553 September 9 Fastnacht spiel : Der verdorben edelman mit dem weic^ '^eB 

bet, das keyser Augustus wolt kauffen s. 276. 

1 553 October 2 Fastnachtspiel : Der ketiermeister mit den vil kessel suppen s. ^ ^^' 

1554 Januar 11 Fastnachtspiel: Der todt man s. 320. 



339 



Register. 



Abentewr 242, 3. 

Abenthewrer 160, 29. 

Aber 145, 8. 220, 6. 269, 5. 272, 7. 

(= oder) 130, 7. 177, 26. 
Aberweiß 225, 17. 
abfallen den hals 54, 2. 
Abknmmen 38, 9. 
Abnöten 802, 9. 
Abschaidt 190, 1. 
Abscheiden, Sich, 155, 5. 
Absohwetzen 211, 12. 
Absolviren 315, 10. 
Abwesen 207, 22. 
Ach 190, 31. 192, 22. 
Ach gott, was soll ich fahen an 

124. 
Ach, ich armer, eilender man 262. 
Ach, was sol ich arme nur than 

170. 
Ach, wie manchen seu£Ptzen ich 

senck 72. 
Ach, wie wol wil mir hie das 

glück 84. 
Achen 242, 11. 
Achill 16, 3. ' 
Achtzen 308, 14. 
Aekerdroll 103, 2. 
Ackergaul 181, 29. 
Adam, ein burgersson 201. 
Adelstein 185. 
Affecfc 139, 8. 
Affenspiel 241, 32. 
Agen abschütten 27, 2. 11. 32. 
Aide 157, 14. 166, 28. 193, 35 u. ö. 
Alfantz 148, 26. 



Allermas 324, 18. 

Allernaß 324, 36. 

Allersalt 293, 13. 

Allersheilos 301, 19. 

Allerslaurn 129, 22 

Allers] aussing 182, 18. 

AUerslos 301, 4. 

AUersmans 322, 25. 324, 27. 

AUerstets 191, 31. 

Allewegen 301, 28. 

Almusen 74, 8. 

Alsam 231, 20. 

Alta 290, 22. 

Alweg 186, 23. 226, 30. 

Ammechtig 272, 23. 

Amschel 32, 11. 

An sein 55, 20. 

An werden 50, 35. 116, 34. 165, 

24. 195, 27. 
Anbiatzen 306, 22. 
Andt 15, 8. 233, 17. 262, 18. 282, 

20. 322, 4. 
Anetzen 87, 8. 
Anfechten 41, 26. 107, 21. 
Angewinnen 23, 29. 
Angemüten 24, 18. 
Anheimb 89, 12. 
Anhencken s. küemaul. 
Ankeren 174, 3. 179, 17. 
Anlangen 154, 20. 
Anlegen 52, 28. 
Anlegen, Sich, 115, 13. 
Anligen 39, 4. 59, 10. 
Anpfeuffen 177, 11. 
Anreden 134, 17. 

22* 



AnMdilag 46, 10. 148, 27. 
AnBchmitzen 159, 19. 
Anaclinarreii 272, 11. 
Anaclmurren 273, 8. 
Anspeaen 176. 23. 
Ansprechen 57, 8. 
AnapiUen, Sich, 240. 23. 
Ansthen 101, 3. 
Antworte» 160, 1. 162, 8. 
Aiplo 139. 
ArmntseUg 145, 30. 
An 70, 1. 
Aten 195, 16. 
Atter 17, 8. 311, 24. 
Anffdrehea, Sich, 42, T. 
Auffgieuen 170, 23. 
Aafihawen 48, 1. 
AnffkUaben 273, 36. 
Ausnutzen 37, 8. 305, 21. 
Anfnehmeii 51, 11. 
Aaffpaumen, Sieb, 165, 2. 
Ä-uffsatü 145, 25. 146, 14. 258, 27. 
Auflschnüppicli 136, 28. 
Aufiannen 6t, 16. 
Augen Bchein, Im, 258, 17. 
ÄuguatuB 276. 
Außbaden 91, 16. 
Außbruten 179, 33. 
AuQHauben 181, 3. 
Außmeaaen 31. 26. 
AuBBatE 195, 6. 
Außachlagen b. öl. 
Auasetzig 193, 8. 28. 195, 4. 
Außstewer 327, 34. 
AnßsMbern 100, 9. 
AuDanndein 84, 19. 
AuOwerden 243, 17. 
AvarnB 278. 
B a. auch F. 



Banck&tieren 280, 1. 
Bang sein 55, 2. 
Bar 84, 17. 94, 26. 
Bargelt 85, 4. 
Baucken 55, 33. 
Banfelder 102, 28. 



Backen 56, 6. 
Baden und acbwimmeii 
Balg 30, 30. 33, 30. 
Banckart 30, 27. 32, 2 



c. gen. 94, 7. 

71, 17. 
Begirdig 152, 6. 
Beginne 179, 15. 
Begnaden 10, 17. 
Behangen 21, 31. 
Behendt 325, 15. 
Behiimich 162, 2. 
Behmerwalt 179, 18. 
Behmisch 76, 3: 
BeifaUen 70, 9. 
Beileifftig 116, 17. 
Beiatandt 161, 21. 
Beiwoner 109, 26. 
Beiwonnng 133, 17. 218, 16. 
Bekennen, Sich 24, 16. 
Bekleben 4«, :J3. ' 
Bekrenken 23, 9. 40, 29. 
Beleiten 157, 16. 166, 26. 30. 
Benaaet 65, 25. 67, 9. 71, 14. 
Bendtlein 238, 31. 
Bentig 210, 29. 
Benigna 204. 

Benügen 119, 15. ISO, 23. 
Her 57, 15. 269, 7. 
Beren 78, 16. 174, 2. 182, 26. 
Berentreibei 280, 11. 
Bericht thun 177, 21. 
Bernhaut 54, 12. 
Berupfen 88, 33. 
Bescheiden 13, 20. 
Beachmitzen 51, 27. 
ßeaciiweren 178, 16. 17 u. ö. 
Beschwerung 146, 14. 178, 13. 17d 

300, 3. 301, 27. 
Besichten 61, 23. 
Beateten 328, 3. 



Betlionien 26P, 30. 

Betlerablag 179, 5. 

BetBchier 167, 16. 

Beulen und drüD 53, 22. 

Beweren 61, 2. 

Bidmen 43, 27. 230, 8. 

Bierdopff, Hemtz 302. 

Bieten (pitten) 56, 7, 

Birgisch 33, U. 

BiBsam 285, 25. 

BitterböB 263, 12. 16. 

Blag 79, I. 

Blagen 905, 28. 

Blatner 377, 14. 

Blatten aohern 178, 19, 

ßlatzea 178, 23. 

Blatz (platz) 121, 21. 30. 2i 
228, 25. 

Blenden 121, 11. 179, 26. 21 

Bier 52, 21. 160, 23. 

Bleache 71, 2. 

Bleuen56, 19. 58,17. 7'J,30. 1 

Blietachplob 74, 3. 

Bloch (block) .'i5, 32. 136, 3l. 

BlCtzeu 33, 20. 

Blotien 230, 21. 

Bluittscb 64, 14. 

Blutristig 105, 17. 

Bocken 276, 20. 

Bohr 310, 4. 

Boaaen reisaen 93, 34. 331, 19. 

Bottenbrodt 92, 16. 

Bota mag 309, 34. 

Boihoden 121, 11. 

Bracbt 204, 29. 258, 1. 

Brangen 67, 30. 91, 34. 

Branger 56, 18. 

Brecben 326, 5. 

Brechhaft 39, 8. 

Breckin 244, 6. 

Brenck 329, 29. 

Brennen 53, 26. 290, 23. 314, 4. 

Breßla 206, 2. 30. 

Breyßlich 283, 22. 



ßrodthemel 33, 10. 

Brodtwurat 223, 10. 231, 26. 30. 

Bruch 60, U. 65, 7. 9. 12. 74, : 

n- ö. 
Brügel 134, 13. 275, 2. 
Brut 174, 18. 179, 28 u. ö. 
ßrutgans 176, 23. 
Bucklet 50, 23. 52 f. 63, 13. 
Büchßlein 97, Ifi. 
" " ,21. 

!, 10. 

11. 20, 3. 246, 8. 

39, 4. 265, 30. 

i. 

ch, 51, 22. 54, 25. 



,59, 22. 

"ovella 17, 33. 

50, 2. 

.Dua 84. 

i, Itf. 241, Vi. 310, 3. 

(3, 
._„, iiachtbawr 30B. 
Colation 276, 23. 310, 30. 
Confeck 276, 24. 
Convendt 241, 16. 310, 17. 31G, 19 

Cramantz 60, 24, 

CrasBUB 147. 

Creutzer 328, 1. 

Creutzgang 248, 17. 

Cunradt von A.delatdn 18:., 

Cuntz Drol 220. 

Cuntz Roland 24H, «. 

Cuplerin 2i:i, 23, 2S0, IT. 

Curs 277, 1- 

Custor 310. 

D s, auch T. 

Daler 122, 6. 12. 

Dämon 251, 

Duppeu 117, 18. 

Das glück hat inirgewiilli;! ivul 151, 

Dassart 61, 3. 



mechtig 



DanQ 202, I. 
Danßen 205, 10. S', 
Demandt 270, 25. 
Demtnen 280, 1. 
Bemnt I6T 33. 
Beppbch 83, 6. 
Der kopff thut u 

weh 220. 
Deum, Per 307. 17. 
Diensthafft 151, 27. 
Diensttaumb 251, 9> 
Dieren, Sich, 65, 7. 
Dies, Bona 296, 24. 
Dildap 78, 5. 

Dillen 174, 15. 33. 175, 1. 176, 20. 
Dinglich 79, 2. 81, 15. 
Dion 253, 8. 
Dionisios 251. 
Doctor BomanoB 305, 28. 
Delp 311, 5. 
DOlpisch 235, 7. 
Dörst B. tüiren. 
DCtochen 170, 21. 
Dol, Hennan 223. 
Dolhopff, Ülein 302, 2. 
Doliairen 290, 29. 
Dreciweich 239, 6, 
Dreuten 103, 7. 
Drieddach 65, 4. 
Dringen 330, 14. 
Drol, Contz 220. 
DtoU 103, 2. 

DroUen, Sidi, 176, 2. 182, 16. 
Drollet 62, 30. 
Dromo 276, 18. 

Dropff 115, 8. 134, 14. 181, 11. 
Brüjnlein ■G5, 3. s. tnunb. 
Drüpffe 299, 25, 
Drüachel 181, 12. 
Draß 53, 22. 224, 13. 270, 6. 
Drumel 55, 33 anmkg. 
Dügen 239, 2. 
Doppel, Heintz 235. 
Durchieyaer 142, 3. 
Dorckel 150, 32. 



Dutiet 328, 28. 

Eben Bein 54, 7. 27. 

Eberlein QrSlzenbrey 240. 

Uberlein Hieffendont 62. . 

Eckart 3. 158, 33. 

Edern 52, 20. 

Elfen 94, 4. 287, 8. 

Egel 176, 21. 

Egelßheim 288. 

Ehrenfromb 147, 2S. 

Eiffer 236, 32. 237, 28. 

EifFem 235, 8. 24. 236 a. 0. 

Eifferaucht 236, 6 u. ö. 

Eigentlich 96, 32. 

Ein guten abndt, ir biderleut 2a£ 

Einfeit 161, 13. 

Einfeltig 237, 25. 

Eintrechtig 310, 10. 

Eiutritig 87, 14. 

EiniogeD 3S, 17. 

Eitel 271, 21. 

EU 242, 27. 

ElsasBer vein 304, 23. 309, IS J 

312, 10. 
Emaiglich 166, 12. 260, 11. 
EsgerUng 63, 14^ 
Entberen 42, 33. 
Estbieten 301, 14. 
Entladen 234, 19, 
Entlehen 95, 27. 
Entr^ren 46, 13. 117, 34. 
Entachlupffen 83, 12. 
Entsetsnng 141, 2. 
EnUpriesen 144, 2S. 
Entwicht 54, 17. 108. 16. 216, IV J 
Erarnen 193, 1. 
Erbeißen 248, 19. 
Erbel 175, 20. 
Erben 75, 5. 
Erbea 310, 19. 313, 8. 
Erbet (arbeiten) 269, 8. 
Erbieten 277, 2. 
Erblinden 280, 27. 286, 33. 



Erferen 211, 8. 



ms 



Ergetzen, Sich, 172, 7. 

Erheim 180, 25. 203, 27. 278, 24. 

328, 23. 
Erholen 215, 10. 
Erkriegen 155, 11. 
Erkrummen 292, 27. 
Erleiden 108, 29. 109, 18. 211, 2. 
Ermören 148, 4. 272, 19. 
Eniider 96, 26. 
Ernstlich 188, 19. 191, 16. 206, 29. 

228, 10. 
Ersam 148, 22. 
Erschleychen 307, 3. 
Erschnappen 224, 24. 
Ertantzen 96, 34. 
Erung 166, 9. 
Erwüten 27, 10. 34. 
Esch 86, 11. 
Eschenweckrin 66, 12. 
Essen 273, 26. 

Etdenspiegel bin ich genant 288. 
Euriolus 20, 26. 
Euter 116, 12. 
Eva die erst 207. 
Eva die ander 207. 
P s. auch V. 
Fabius 139. 283. 
FacUet 212, 30. 

Fast 13, 28. 67, 24. 73, 29. 307, 19. 
Fasten 223, 21. 327, 2. 
Faßnacht 58, 35. 326, 30. 332, 1. 
Faßnacht -spiel mit 3 personen: 

Das böß weyb mit den werten, 

würtzen und stein gut zu machen 

262. 
Faßnacht - spiel : Das hoffgsindt 

Veneris, unnd hat 13 person 3. 
Faßnacht -spiel mit 3 personen: 

Das kelberbruten 170. 
Faßnacht -spiel mit 9 personen: 

Der Ewlenspiegel mit den blin- 
den 288. 
Faßnacht -spiel mit 3 personen: 

Der farendt schuler im paradeiß 

72. 



Faßnacht -spiel mit 4 personen: 

Der gestolen pachen 220.' 
Faßnacht-spiel, mit 4 personen zu 

agirn : Der jung kauffman Nicola 

mit seiner Sophia 84. 
Faßnacht-spiel mit 5 personen: 

Der ketzermeister mit den yil 

kessel suppen 304. 
Faßnacht-spiel mit 9 personen: 

Der nasen-tantz 60. 
Faßnacht-spiel mit .6 pwsonen: 

Der pawr inn dem fegfewer 233. 
Faßnacht-spiel, mit 4 personen zu 

agirn: Der pawr mit dem kue- 

dieb 111. 
Faßnacht-spiel mit 5 personen: 

Der teufPel mit dem kauffman 

und den alten weibem 47. 
Faßnacht-spiel mit 4 personen: 

Der todt mann 320. 
Faßnacht-spiel mit 4 personen: 

Der tyränn Dionisius mit Da- 

mone seiner gl ilckseligkeyt halber 

251. 
Faßnacht-spiel mit 5 personen, der 

unersetlich geitzhunger genandt 

154. 
Faßnacht-spiel mit 7 personen: 

Der verdorben edelman mit dem 

weichen bebt, das keyser Augu* 

stus wolt kauften 276. 
Faßnacht-spiel mit 5 personen: 

Die laster-artzney 35. 
Faßnacht-spiel mit 5 personen, die 

rockenstuben genandt 26. 
Faßnacht-spiel mit 4 personen, die 

späch bulerey genandt 184. 
Faßnacht-spiel mit 3 personen: 

Fraw Warhey t will niemandt 

herbergen 99. 
Faßnacht-spiel mit 4 personen: 

Von der ey genschafft der lieb 12. 
Faßnacht-spiel, mit 17 personen zu 

agirn: Von der unglückhafften, 

verschwatzten bulschaffb 198. 



Faßnach t-Bpiel, mit 4 personen zu 
agirn: Von Joseph unnd MbHbbo, 
auch könig Salomon 124. 

Faßn acht- spiel, mit 4 peraonen zu 
agirn: Zwischen dem gott Apo- 
line und dem Römer Fabio 139. 

Pech 315, 28. 

Federn lassen 83, lä. 

Fehl 173, 35. 202. 14. 321, 7, 

Fehrligkejt 258, 10. 

Feist 32, 21.. 

Feistikeit 247, 20. 

Feldtglocke 117, 21. 

Fenchel 268, 30. 

Fenstern 27, 12. 

Ferr 165, 13. 

Fert 137, 13. : 



6. 27 



15. 



> n. 



Fetschen. Sich, 100, 4, U 

Fewerck 285, 24. 

Feyrent 155, 10. 

Ficht 39, 27. 

Filtz 221, 21. 

Filtdg 221, 27. 222, 28. 232, G, 

Finantz 143, 28. 

Finantzen 55, 1. 159, 9, 

Finster 174, 16, 

Fischkalter 167, 26. 

Fladen 136, 15. 221, 22. 

Flader 285, 23. 

Flaidern '^l 20 

FUnnen 316 32 

Flegel Heintz 61 

Flegeln 69 32 

FleilJen Sich 59 11 254, 17. 

Fbssen 276 20 

Fluchs 173 1 

Fldck 46 5 51 10 

Forthin 205 19 

Frantz von bternberg 185. 

Frantzen 56, 16. 07, 2 (Schmeller I' 

sp. 825). 
Prat 61, 32, 
Freißlich 45, 11. 
Frest 43, 12. 



Freten 29, 24. 270, 1. 

Freiindtachal't 50, 4. 215, 27. 

Freyen 229, 23. 

Fridtsam 265, 1. 

Friodel Zettemcliäß 64. 

Friedling 146, 20. 

Fcüamht 247, 32. 

Friimkeit 140. 179, 11. 229, 28 

Früncklieh 151, 3. 

Frmnme 76, 24. 84, 8. 

Fügen 150, 24. 223, 22. 286, li 

p.i.ffKDgerkraut 137, 24. 

: 311, 17, 

m, Sich, 75, 20. 227, 20. 

1 45, 19. 105, 6. 

Itzen 319, 20. 

ren 66, 12. 

ich 164, 19. ' 

gen 37, 14. 
Fürwitzig 209, 15. 
Fuß entachlupfen 83, 12. 
Galgensoliwengel 33, 23. 
Gamillen 268, 31. 
Garaußzeit 173, 3. 
GardolejB 18, 7. 
Garn 77, 16. 95, 20. 319, 17. 
Garthaffen 268, 32. 
Gatter 29, 8. 
Gauch 88, 32, 368, 6. 
Gandiamaß 311, 12. 
Geber 177, 27. 191, 17. 24. 193, H. 
Gebern i35, 25. 821, 2. 
Gebrechen 233, 7. 
Gedena 180, 32. 
Gedulden 83, 10, 
Gefehr 47, 35. 166, 3. 
Gefellig 135, 32. 
Geferen 116, 3. 
Gefert 165, 16. 256, 21. 
Gefreyen 131, 2. 
Gefflrst 233, 12. 
Geh 187, 13. 283, 24. 
Gehaim 89, 14. 137, 29. 160, 7. 3S 
Gehenß 328, 29. 
Gehling 284, 17. 



Gehören 330, 3. 
Gehren 53, 8. 
Gehürn 116, 12. 
Geitzbimger 154. 
Geitzteuffel 297, 25. 303. 15. 
Gelimpff 133, 9. 
Geltlieh 92, 6. 93, 2S. 
Geltrfld 978, 22. 
Gemach 115, 16. 208, U. 
Gemercken 21, 32. 
Gemern 308, U. 
Genaden 283, 8. 
Genennen 73, 27. 
Geneech 86, 12. 
Genesen 5, 17. 
Genglein tiiun 56, 17. 
GeniesBen 20, U. 22ö, 33. 232, 17. 
Genosen 10, 6. 
Gentzlichen 233. 20. 247, 12. 
Cepflegen 15, 25. 
Geriten 70. 22. 224, 6. 277, 8. 
■ Gerawen, Sich, 34, 4. 
Geregen, Sich, 52, 27. 
Geren 132, 30. 143, 32. 25«, 30. 
Gerichten, Sich 134, 3. 
Gerte 300, 2. 
Gernet 38 anm. 124, 13. 
Geruch 168, 19. 
Geriigaitm 151, 31, 
Gemmpffen 50, 24. 
Getuntzelt 50, 24. 
Geschel 262, 20. 
Geschlacht 54. 5. 135, 1. 137, 26. 



280, 10. 
(.iewandtaehneiiler 278, 4. 
Geweichte 2'27, 23. 
Geweichter 70, :.U. 
Gewern 88. 20. 2.^i7, 2. 
Gicht S3, 6, 260, 33. 
Gienen 115, 11. 
Giänmaul 54, Iß. 
üifft 162, 22. 
Giamiinda 18, 24. 
Giat (eben) 263, 34. 289, 4. 
Glaubich 8:i, G. 
Glauff 203, ß. 
Gleidt zusagen 1^1, lä. 
Gleiesen 178, 22. 203, 18. 334, 16. 
Glenstern 27, 13. 
Glinster 240, 17. 
Glitzen 159, 17. 
Gloch 1G4, 2i. 305, 20. 
Gna,dt. Ewer 237, 22. 239, 22. 
Gnato, naiiü in die kiichen laiifl' 

276. 
Golter 172, 3. 230, 29. 
Gosi^he 97, 13. 

Gott grüü cnch, all ir biederleut 3. 
Gott grüß oiicb alle in tjeTuein 198. 
Gramft 80, 26. 
Granen 57, 20. 
örawsam 329, 2. 
Gredt 178, 10. 
Cremen, Sich, 115, 21 u. ii. 
Grentig 210. 28. 
Greschel, hast zam geordnet du 



Gnckug 91, 33. 198, 34. 

aaitkorn 240, 9. 

aatigkdt 254, 17. 

Gürtel 32, 9. 

Gatmaiui 204. 

Gatwillig 134, 36. 137, 2. 

Gutwilliglich 298, 29. 

Gntzen 37, 9. 

Haben, Es ^r 53, 2. 

Haben, jmdm. du gicbt 53, 6. 

Haberwddt 55, 8. 91, 19: 

Habichanaae 68, 21. 

Hader 69, 20. 71, 5. 

Haderleuß 249, 11. 289, 18. 

Hadenuan 182, 22. 

Hadern 68, 30. 

HAller 326, 13. 330, 15. 

Hafen 30, 5. 31, 1. 156, 21. 174, 

26. 237, S. 
Hain 83, 28. 
^alßscbeiaseii 71, I. 
HaUterrig 137 13. 
Handeln 239, 13. 240, 3. 
Handtfüllig 03, 19. 
Handtzwehel 297, 3. 
Eanenschrej 111, 18. 
Hangen 257 12. 
Hannenkrat 221, 2. 
Hana 202. 

Haue, der pawer 177, 20. 
Hana TS^rdt 290. 
Hartael 89, 33. 109, 3. 139, 11. 
Hartselig 90, 5. 100, 7. 124, 6 u, 5. 
Hartz 53, 26, 
Hauen im achalcksperg 158, 15. 

298, 33. 
Hay 164, 3. 167, 21. 
Hebrenbrey 269, 15. 
Hefftlein 167, 14. 
Hebn 178, 31. 

Heiloß 134, 14. 172, 25. 177. 1. 
Heimstewer 323, 4. 
Heint 237, 13. 20 u. 6. 
Heinta Bierdo^ff 302. 
Heintis Düppel 235. 5. 



HeintE Flegel 61. 
Heintz Knol 220. 
Heiratgut 267, 13. 
Helena 21, 6. 

HelkücbelSOe, 10, Vgl. B. ESUe^^CU 
Vier Dialoge von H. 8. s. 105 .^35 
Hellig 105, 23. 
Hemiach 178, 21. 
HenfFen 117, 20. 
Hengen 106, 28, 
HentzBcbucb 122, 25. 

HerWg 100, 20. 101, 17. 19 u. , 

Herbergen 99, 2. 100, 21. 101, ^^ a 

Herbrig 100, ä. 101, 10. 29. 

Herbrigen 100, 8. 101, 12. 

Herdtmewlicb 124, 15. 

Heriag (b. 6, 134, 3 Leren) 264, If 12 

Henuan Dol 223. * 

Hennan HirnloQ 63. 

Hennan Kch 304. 

Hertiglich 235. 33. 

HertzGnger 271, 15. 

Hetze 211, 11. 

Henen 6. 18. 

Heuer 137, 18. 

Heuniacb 178, 20. 

Heaßlicb 171, 18. 26. 

Eieffendorn, Eberlein 62. 

Hingeben 54, 25. 

Binlesüg 170, 6. 

Eirnloß, Herman 63. 

Hocken 61, 31. 

Hocket 68, 21. 

HCgredt SO, 23. 63, 13. 

HCgrioht 62, 17. 

HöffUch 283, 21. 26. 

HOllern 28, 14. 

Hoffertig 309, 4. 

HofSren 68, 10. 

Hoffirer 255, 11. 

Uo&tatt 148, 7. 

Holdertrßaohel 29, 2. 

HollcrBtoct 323, 9. 

HoIt«bück 330, 32. 

Boras beten 296, 20. 




Hortfrfimkeyt 151, lü. 




Keil stecken 204, 4. 


Hortfrnm 140, 9. 141. 31. 


147, 10. 


Keim a. gehaim. 


152, 8. 




Kelbetbruten, Das 170. 


Hoscha 115, S. 291, 18. 




Kelberkröß 132, 16. 


HoBcheu 240, 7. 




Kellerin 298, 31. 






Kerben 249, 13. 292, 30. 


Hurtig 92, 4. 




Keren 182, 10. 270, 4. 295, 23. 


Hnt 164, 6. 




Kewen 228, 34. 229, 13. 


lason 16, 31. 




Khey 181, 11, 270, 4. 5. 7. 


Ich alter kiimb zu euuh heran 12. 


Elfen 57, W. 68, 29. 234, 11. 263, 2 


Ich, Äpolo, steig ftlj TO 


tu himel 


Kifferbea 125, 9. 172, 17. 


139. 




Kiff«.hi(i 123, 8. 


Ich hab Sieiliam, das rey 




, 15. 21. 32, 7. 


Ich weiß nicht, was ich 




iS, 15. 


fangen 304. 




8, 4. 21. 


Ingwer 226, 29 u. ä. 




i73, 2. 


infiiiiflitor 305. 




20, 11. 280, 19. 


Ir erbern frawn und züehti 




;9, 13. 


99. 




.z 04. 


Ir herren, seit mir all wil 




164, 4. 


85. 




65, 9. 


Irena 199. 




^ 232, 7, 


Irsal 179, 13. 




88, 31. 329, 7. 


Isalt 17, 12. 18, 5. 




in 232, 16. 


Jach 11, 20. 




t 61, 30. 


Jacob, ein burgersson 201 




t m. 14. 


Jacobabrüder 120. 15. 




Jeintz 220. 


Jacobswirt 119, 18. 295, 2 


4. 


iLnollet 62, 29. 


Jarkuche 119, 23. 29. 




Knorre 70, 23. 


Jarrit 55, 18. 271, 18. 29 


. 9. 


Knorret Gl, 30, 


Jehen 318, .^3 u. 6. 




Kiitzen 33, 19. 


Johannes der tauffer 305, 1 


311,27.- 


Kohr 105, 5. 


Joseph 124. 




Kolben 64, J. 89, 10. 


JuUus Cäsar 141. 




Kolbet 62, 29. 313, 17. 


Jnpiter 102, 17. 




Kostfrey 120, 10. 283, 11. 


Känffel 58, 12. 




Kotzen 230, 20. 


Kalb ins äuge schlagen 7 


6, 21. 


Kotzen, Sich 230, 14. 


Kalter 238, 22. 239, lU. 




Kreben 238, 26. 30. 


Kandel 118, 26. 119, 21. 


292, 35. 


Kreide 117, 32. 


297, 23. 




Kreisten 192, 28. 


Karten 30, 22. 




KrölS 263, li. 


Kauffmanachatz 91, 31. 




Krom (krsim) 27.^. 11. 


Kauta 89, 25. 91, 29. 




Kucbe 97, 15. 26'J, II. 


Kegel 201, 6. 




Küchel 234, W. 


Keiohen 240, 4. 




Küfenater 232, 1. 



Kiiemanl aubencken 28, ID, 

Kuntzel KleifinfurtB 64. 

Kugeln 30, 21. 

Kummen (c. gen.) 130, 31. 

KuÄipfet 64, 2. 

Kunder 57, 17. 

JÜundt 255, 20. 

Kupeln 53, 20. 55, 1. 

Kupffer, adj. 64, 2. 298, 16. 

Kurcheln 192, 28. 

Landtbfltel 112, 25. 

Landtfarer 120, 16. 123, 10. 167, 34. 

Langen lasaen 185, 9. 

Lantzpacheiaser 81, II 

Lantzwening 64, 29. 

Lap 89, 11. 21. 26. 

Laperdein (^latein) 1 

Läppet 247, 17. ■ 

Laubfrosch 182, 10. 

Lauffet 80, 5. 

Laug 133, 10. 

Lauge 52, 23. 167, 6. 

Laugen 121, 15. lÖO, 26, 216, 5. 

231, 2. 
Laugnen 161, 19. 162. 11. 164, 15. 

Laur 115, 32. 129, 22. 

Lausen 89, 10. 230, 29. 

Lauasig 115. 31. 182, 18, 326, 3L 

Laute 118, 1. 270, 18. 

Lauter 191, 35. 281, 2. 

Lautraiseig 262, 20. 

Lavendel 268, 33. 

Lebtag 69, 23 u. ö. 

Lecker 97, 3. 121, 5. 2111, 23. 318, 21. 

Ledig zelen 231, 30, 

Leg 321. 31. 

Leibßhiiter 259, 8. 

Leichnam-angst 294, 8. 308, 10. 

331, 13, 
l.eichaam-gonau 247, 8. 
Leicbnam-gern 295, 4. 
Leiclinam-grim-kalt 289, 1. 
Leiuhnam-hieren-nbel 249, 15. 
Leicbnam-los 118, 4. 



I 



Leichnam-Bauer 262, 14. ] 

Leichnam- tbeaer 290, 28. i 

Leiohnaro-ubel 174, 2. 

Leicht 308, 21. 309, 82. 

Leiehtlich 303. 14. 322, 11, 

Leickaufi' 273, 27. 

Leiden 195, 22. 

Leidenlos 272, 13. 

Leidlich 124, 9. 

Leilach 73, 29. 74, 4. 76, 30. 32? 

20. 32. 328, 4. 331, 2. 
Leinen, Sich, 79, 11. 
Leinwadt 94, 27. 

it 173, II. 175, 17. 

1 156, 26. 162, 10. 

hhorn 62, 10. 67, 19. 

an 84, 15. 

et 154, 10. 

len 163, 1. 

aelig 37, 5. 136, 36. 

313, 3. 319, 9. 14. 
Ley-achmidt 314, 12. 
Liebung 166, 22. 
Liecht 294, 28. 
Liederlich 315, 4, 
Liedern 327, 18. 

Lindt 137, 1. 
Lissabetft 17, 35. 
Loch 161, 8. 
Lochhaim 117, 19. 
Löaer 63, 18. 
Lörl 289. 
Lorentzo 17, 34. 
Loröl 271, 21. 
Loa 268, 20. 270, 

Lnerecia 20, 25. 

Lüdl 289. 

Lützel 155, 20. 

Lurtzen 158, 26 anm. 

Lux 210. 

Lux B«icheiiburger 154. 

Maden 174, 11. 18. 



Mal 116, 30. 


Miiäaig gen 184, 27. 203, 17. 


Mang 199. 


Multer 267, 3. 


Marciten 176. 16. 


Munck 64, 14. 


Marcolfua 123. 


Mnncket 133, 14. 


Marta, Botz 279, 24. 


Munter und rundt 51, 22. 


Maseran 268, 32. 


Murret 50, 25. 


Maß, In, sam 324, 9. 


Nacb 71, la. 


Maul 134, 8. 14. 18. 20. 


Naoher 315, 11. 


MaRltreiber 134, 8. 


Nagen 89, 23. 234, 11. 


Medea 16, 32. 


Nahet 172, 23. 


Mehr und pöltElein 52, 12. 


ich, 187, 17. 


Mehr 241, 2. 291, 11. 


00. 


Mal 131, 1. 


Den 268, 28. 305. 25. 


Mciatem 45, 3. 


10,10.183,7. 201, 14 u. 


Melcken 106, 18- 


, u. 


MeliMo 124. 


278. 22. 


Menig 140, 34. 


.et 308, 18, 


Merbelstdn 241, 14. 


22. 


Merdre 289, 2. 


, 34. 165, 10. 


Merben 31, 33. 


.^rt 303. 


Meßner 136, 13. 


84. 


Meuchler baben 32, 22. 


165, 14. 168, 22. 


Metz 86. 


»enigers 279, 4. 


Metzenknecht 202, 10. 


Rubendunst 24n, 


MetEker 223, 9. 


.auchen 175, 19, 


Meulen, Sich, 53, 24. 


Niemandtnütz 121, 34. 


Milt 255, 7. 


Niesen 226, 33. 


Minat 254, 36. 


Nieten 50, 9. 


MiBBana 88, 2. 


Nisiua 253, 35. 


Mifltfan! 170, 8. 


Nissa 85. 6, 


Mistfinck, üla 63. 


Nobis 242, 29. 


Mistpat 329, 30. 


Not 13, 32. 


Mit 67, 18. 188, 6. 


Nöten 226, 15, 281, 1. 


Mitfaren 181, 30. 300, H. 


Nöter 245, 29, 


Mitsam 137, 2, 151, 28. 26£ 


1, 32. Nun schweigt, ir pawrn. lunl Ii-iü 


Mittentag 173, 25. 


herzu 60. 


Mocken 28, 8. 


dw feindtsclig neidiscij ::liitk 1 


Mördiacb 311, 24. 


glück, -wie birft rfu xu.n.liTli.i 


Molckendremel 33, 8. 61. 


233. 


Mores leren 305, 24. 


Obgesiegen 6'J, 10. 


Morgenstern 208, 16. 


Obtach 113, 6- 


Morgicb 252, 17. 


Öber 107, 7. 


Mortes 32, 8. 




Mofl 78, 1. 79, 6. 21. 29. 80 


,29. Ülgiitzen, Den, tnig.iu i:;ij, :;:;. 



360 



Orte 304, 13. 8. nrte. 

Opflel 323, 29. 

P 8. auch B. 

Fachen, Der gestolen 220. 

Packt 95, 32. 

Pal 202, 3. 

Palermo 84, 6. 

Par 329, 22. 

Parfotten 309, 28. 

Paris 21, 5. 73, 10. 

Partisan 254, 9. 255, 34. 256, 18. 

PasiUen 268, 31. 

Pedel 308, 3. 18. 

Pegnitz 323, 24. 

Pendig 271, 4. 

Pettelstock 117, 35. 

Peulen 224, 18. 

Pfeler 285, 25. 

Pfenwart 53, 9. 54, 5. 107, 17. 

247, 7. 
Pfleger 69, 5. 71, 4. 222, 22. 28. 

290, 26. 
Phantast 316, 34. 
Reh, Herman 304. 
Pübitzen 64, 22 (Hlmitzen). 
Piramus 17, 19. 

Plangina Planckensteinerin 197. 
Pock 126, 14. 175, 9. 179, 25 u. ö. 
Pöckisch 136, 29. 
Pöltzlein 52, 12. 
PolixeQa 16, 5. 
Poner 109, 25. 
Popitzen 55, 1. 
Poses 283, 1. 
Pox leber 245, 28. 
Pratick 164, 28. 

Presaun 241, 25. 242, 17. 306, 5. 
Pcesentz 296, 21. 
Prewsen 62, 16. 
Proceß 241, 16. 329, 24. 
Prudeln 172, 19. 

Pürlein 75, 6. 24. 77, 17. 78, 27 u. ö. 
Pulvern 326, 9. 
Purgatorium 242, 3. 
Purlauter 149, 12. 



Pursieren 279, 36. 

Quardi 255, 8. 

Quel 243, 21. 

Quidt 293, 26. 

Quintieren 207, 19. 

Quitlos 227, 2. 

Quirins büß 278, 20. 

Quißgardus 18, 22. 

Rank 148, 25. 184, 25. 306, 9 

Rappen, Einen, reißen 311, 9. 

Rat, Mit, verkauffen 94, 3a 

Ratschlag 51, 8. 

Ratze 328, 28. 

Rauchloch 269, 29. 

Rauten 54, 13. 268, 33. 

Rebenstein 60, 7. 

Rechen 113, 32. 

Rechten 39, 27. 46, 15. 

Reichenburger 154. 

Retersche 130, 2. 

Reusen 62, 15. 95, 19. 311, 11 

Reuten 102, 29. 

Rhörich 179, 18. 

Rieb (rippe) 211, 24. 

Riedtnam 56, 22. 

Ringern 150, 29. 

Rippet 63, 14. 

Rösch 112, 12. 187, 13. 323, 

Röselwurst 32, 5. 

Rößleinrot 323, 8. 

Rößlen 211, 26. 

Rohtsack 132, 17. 220, 10. 29^ ^ 

Roland, Guntz 248, 8. 

Rom 305, 31. 306, 19. 314,31—: 

315, 20. 
Roma 259, 22. 
Romanus, Doctor 305, 28. 
Roßbub 64, 19. 324, 22. 
Roßhar 256, 24. 
Roßhoden 179, 26. 
Rotz 211, 28. 
Rubendunst, Nickdl 240. 
Rubenhöllern 28, 14. 
Rubin 270, 25. 
Rümstem, Sieh 242, 19. 



4. 



16. 

34. 



, 20. 134, 33. 146, 8. 



Scheren dem beutet 50, 34. 85, 18. 

92, 28. 
Scheren.ein blatten 178, 19. 
Scherge 117, 18. 
SchergeuBtube 121, 33. 



. tmd munter 51, 22. 




Scheuen 258, 2g. 


bI 51, 21. 




Scheuch 39, 7. 20», 29. 292, 6. 


114. 16. 




297, 17. 


Feiffe 99, 15. 




Scheaehen 138, 17. 


12,1. 




Scheuen 132, 28. 


241, 14. 






iwench 323, 25. 




Scheißkübel 249, 14. 






Schejß 306, 25. 308, 5. 


on 124. 




Schieben einen kuitsen 158, 26. 


ou (Siracb 25, 18 bis 


23) 


Schiech re4, 13. 


4. 




Schier 235, 25. 291, 32. 304, 8. 


1 268, 82. 




315, n. 


n 16, 16. 




Schimpf 33, 11. 173, 27. 243, 17. 


■ 270, 25. 




246, 26. 261, 7. 283, 20. 


■a 161. 




Schitter 150, 32. 


a 117, 19. 




Schlafen Usaea den hund 55. 25. 


Ji 268, ■38. 




Schlaff truncken 300, 30. 


. Immer 74, 14. 




Schiappergredt 211. 


222, 13. 




Sohiaunen 28, 11. 


■k 106, 17. 120, 32. 121 


,, 4. 




26. 294, 6. 299, 22. 




Sohlepsack 203, 15. 206, 9. 235, 32. 


^haudt 168, 1. 




271, 22. 


kBperg 8. hauen. 




Schleutten 28, 23. 






Schünden 230, 5. 


ts 63, 25. 70, 27. 97, 


26. 


SchlÜehtiach 32, 20. 


10. 168, 27. 232, 9. 




Schlöffel 123, 12. 267, 1. 


aützel 155, 19. 




Schmaltz 825, 1. 330, 23. 


■en 173, 37. 




Scbmeckrin 66, 11. 


«rn 176, 24. 




Schmehen 162, 14. 


be 289. 2. 




Schmerleib 223, 6. 


321, 6. 




Schmiegen, Sich, 7, 15. 


twort 182, I. 




Schmibien 61, 19. 80, 27. 174, 14. 


rant 268, 31. 




Schnauden 79, 24. 176, J8. 


ig 125, 25. 274, 1. 




Schnödt 114, 16. 


1 172, 32. 327, 17. 




Schnur 179, 7. 


A 86, 11. 91, 22. 127, 


15. 


Schock 117, 36. 


14 n. 0. 




Schön 127, 1, 


Ien31, 4. 121, 11. 17», 


25. 


Schöplein 112, 9. 128, 26. 


13. 314, 1. 




Schotten 32. 6. 



352 



SchopfP 176, 33. 

Schreg 47, 11. 

Schreien waffen 172, 14. . 

Schreinlein 164, 2 u. ö. 

SchroUe 102, 33. 

Schuchen 232, 5. 

Schütler 33, 18. 

Schulden, Zu, kommen 83, 11. 

Schuler, Der farendt, im paradeiß 72. 

Schwach 319, 21. 

Schwang 148, 30. 222, 21. 24. 228, 

12 u. ö. 
Schwarten 171, 5. 
Schweinen 222, 2. 223, 8. 294, 10. 
Schweinspieß 301, 12. ' 
Schwengel 117, 21. 
Schwere 6, 6. 12, 9. 
Schweren 89, 8. 179, 16. 
Schwerlich 327, 5. 
Schwermen 292, 1. 
Schwetzen 32, 25. 
Schweyßbad 326, 14. 
Schwiger 52, 4. 179, 7. 217, 15. 
Schwimmen und baden 178, 25. 
Schwinden 298, 12. 300, 16. 
Schwintsucht 235, 25. 
Schwirmen 32, 1. 
Schwitzen am narren 269, 25. 
Seelmeß 241, 17. 245, 12. 26. 298, 16. 
Seidt 189, 27. 
Seidther 193, 8. 
Seitz auf der Weinstraß 62. 
Seligleych 139, 27. 
Semel 136, 14. 245, 8. 10. 
SendigHch 13, 30. 
Seusack 221, 24. 223, 12. 
Sewhaudt 327, 11. 16. 21. 331, 3. 
SiciHa 251, 5. 

Sider 134, 1. 135, 9. 166, 1. 
Sidtsam 137, 1. 151, 29. 265, 2. 
Silla 148, 3. 
Simon Wirt 304. ' 
Simplidus 154. 
Siracus 251, 15. 
SitUch 208, 7. 



Sitz 280, 7. 

Sophia 84. 

Sophronia, nimb eben war 184. 

Sparer 232, 20. 

Späch bulerey. Die 184. 

Spech 164, 9. 

Speckuchen 136, 15. 

Sper 284, 33. 

Speyvogel 313, 28. 

Spielen 26, 10. 181, 25. 

Spinting 221, 22. 

Spintling 221, 22 anm. 

Spitzmaus 235, 17. 

Spitalblumen 57, 14. 

Sprachhaus 62, 18. 

Spreisen, Sich, 302, 19. 

Sprewsen 95, 18. 

Stadel 113, 27. 114, 30. 

Stadt, Von, bringen 134, 10. 

Stadthafft 154, 19. 

Stalbub 156, 14. 

StandthafiPt 165, 12. 188, 22. 

Stauch 22, 11. 

Staude 79, 23. 

Stecklein 214, 2. 

Steinen 213, 24. 

Steiner 242, 24. 

Sternberg, Frantz von 185. 

Stets 191, 31. 

Stetig 134, 9. 

Stickfinster 245, 23. 249, 16. 

Stieffson 204, 18. 

Stieffvater 204, 3. 

Stock 35, 5. 136, 34. 289, 30. 

Stockfisch 78, 5. 

Stol 179, 22. 300, 2. 

StopfPen 291, 16. 

Stral 254, 8. 

Strang 248, 18. 

Strauß 235, 29. 302, 4. 

Strelen 54, 24. 85, 25. 307, 18. 

Strenlein 79, 16. 

Strenverwirt 104, 7. 

Strigel-Christa 230, 28. 231, 12. 

Strudeln 172, 19. 



Stüdtfaul 80, 17. 26(i, 28. 
Stüdtfol 30, 20. .55, 2.2. 221, fi. 311, 

30. 314, IB. 
Stütrig 134, 9. 
StumpfGeren 69, 9. 108, 22. 
Sturtzel 265, 24. 
Süd 111, 13. 

Süßholtz 125, 24, 266. yO, 
Saust, Ein 156, 32. 
Sanflt 57. 4. 73, 31 ii. V.. 
Superbaa Lotns 276. 
BuBt 7, 4. 
T B, auch D. 
Tatfern 99, 5. 122. 17. 
Tagambt 310, P. 
Taugen 147, 5, 
Teglichen 310, 15. 
Ttaler 119, 2. 5 u. ö. 
Thar 8. tünen. 
ThiQwes 17, 20. 
Thitus 282. 
Thötlich 162, 31.^ 
Thörat b. türreu, ' 
ThorhafFt 149, 20. 
Thüm 116, 13. 
Thüratig 145, 31. 
Tbanen 155, 14. 
Thunna 291, 31. 
fhnren 281, 80. 
lieber 315, I. 
Tödtlich 331, 16, 
Tolm 238, 14. 239, 19. 241, 27. 
Tolmtranck 246, 25. 
Tracht 283, 10. 
Tranck 238, 21. 
Trang 281, 4. 
Tratz 213, 31. 
Trau(enj 158, 16. 160, 16. 235. 13. 

236, 11. 
Trayraa 58, 11. 
Trencken 315, 1. 21. 
Trewe 203, 21. 323. lö. 
Trewer, Zu, hant 154, 21. 
Trewes, Zu, banden Urö, m 160, 
11. 162, G. 165, 35. 

Haas Sacba. XIV. 



Triangel 61, 3. 
Triegen 67, 33. 
Triegerey 131, 10. 
Tristrant 17, 11. 18, .'>, 
Tro 163, U, 
Trollen 173, 4- 
Trullea, Sich, 117. 23. 
Tropff 89, 3. 177, 1. 
TruchaeÜ 255, 10. 
TrüBchel 29. 3. 
TrriU 30, 20. 
Tmnib 82, Ut. 
Triinckenboltii 311, 30. 
10, 205, 24. 

r8. 21. 

, 23. 



1, 14. 230, 21. 231, 32. 



;. 217, 4. 257, 10 u. ■ 



It 89, 4. 

amen 298, 1. 

men 297, 21. 

nellen 184, 23. 
_...nAval 307, 23. 
überBummen 38, 11. 
Ubertag 231, 13. 234. 14, :;0. . 

321, 24. 
Uberwigen 238. 15. 
Uberzucken 3iXl, 24. 
Ula Miatfinck 63. 
Ulein Dolhoptf 302. 
Ulrich 233. 

UmbscliantzKn 270, -U. 
Urabstreinen :Sl;i. Ki. 
Unischlt-utten 2UG, lli. 
Unachtsam 127, T. 
Unlietindt 121, 9 
Unbezalt -94. 2-'. 
Ußbil 200, 13. 
Unbillig 134, 3.j. 
Unbrant 177, 2. 
Unohr 217, 10. 234. ^ 



UnehrUch 321, 31. 

unendlich 55. 19. 268, 20. 270, 1 

Unergetit 218, 24. 

Unenett 331, 23. 

TJnfal 161, 2Ö. 179, 12. 235, 

295, 10. 
Unfexirt 45, 7. 

Unflat 38, 32. 52, 26. 97, 14 u. 
ünflatshalß 38, 8 
Unfahr 258, 32. 
Ungehewer 247, 25. 297, 26. 
üngefel 201, 9. 208, 23. 
Ungefragt 101, 21. 
üngefredt 54, 3. 
Ungeheit (unkheit) 53, 6. 268, 1 

269. 33. 
üngemüt 23, 19. 
Ungeniet 158, 5. 217, 21. 
Ungeraten 184, 26. 234, 15. 
Ungescheiden 108. 7. 
Ungeschaffen 50, 24. 55, 15. 
TJugeschlieffen 108, 7. 
UngeBchmaltzen 199, 33. 
Ungeächmecht 133, 20. 
Ungeesen 324, 35. 
Ungütig 254, 27. 
Ungunst 136, 3. 
Unhilfflich 181, 19. 
Unhuldt 29, 28. 52, 18. ■ 
Unkoflt 280, 26. 329, 15. 
Unmehr 209, 25. 
Unnwit 69, 14. 172, 7. 231, 27. 
Unnoht 64, 28. 
Unpildt 322, 4. 
Unrat 234, 29. 
Unreohtlich 253, 29. 
Unsinn 270, 2. 
Unter 107, 7. 
ünterbültzen 3]9, 19. 
Untergeben 96, 2. 
Unsteht- ISI, 16. 
TJnterkeuffcl 96, 2. 
UnterkummiiH 19! 
Unterlofj 320, 3. 
Unterrede 186, 17 



', 9. 214, 21. 



Unterrichtung 140, 28. 
ünterBchießen (rigel) 198, 23. 
Untersetüt 62, 29. 
Unteratebu, Sich, 191, 8. 210, 2S. 
Untertban 135, 1. 
Unterthenig 320, 19. 
Unterwinden, Sich 63, 20. 
Untreglich 254. 33. 
Unverhawen 58, 31. 
Unverporgen 82, 2. 
Uuverätanden 136, 34. 
Unwert 91, 6. 109, 2. 127, 7 u. ö. 
Unwirs 286, 7, 289, 16. 
Unziffer 57, 18. 
Unzucht 801, 3. 
ürbans blag 78, 22. 
Urdrütz 106, 11. 
Urkundt 226, 23. 
Urte 75, 27. 293, 30. 295, 18. 
V 8. auch F. 
Venedig 165, 13. 
Venus 3. 
Venusberg 78, 6. 
Vprarzen 193, 9. 
Verbetachieren 157, 12. 166, 15. 
Terbrinnen 245, 25. 
, Verbrunnen 148, 2. 
Verdingen 278, 5. 
Verehren 223, 15. 297, 7. 
Verehrung 128, 13. 178, 14. 200,9. 

300, 4. 
Verfechten 158, 25. 
Vergantten 279, 13. 
Vergut 24, 35. 71, 18. 166, 19. 327, 

30. 
Vergwiat sein 260, 9. 
V'erheit 2S0, 6. 
Verheissen 329, 5. 
Verheissnng 253, 12. 
Verheugen 13, 24. 
Verholn 231, 36. 

Verjehen 14, 23. 323, 10. 324, 16. 
Verkeren, Sich, 34, 13. 
Vferlengen 13, 25. 125, 15. 267,32. 
Verliegen 17, 9. 41, 27. 



355 



Verlieesen 145, 20. 
Yermercken 81, 33. 
Vermeesen 178, 10. 323, 29. 
Vemarren 330, 4. 
Vernetsch 277, 1. 
Verpaffelt 58, 2. 
Versagen 17, 12. 209, 14. 
Versohewen 92, 32. 
Verschlinden 228, 34. 229, 13. 
Verschmachen 69, 12. 
Verschmechen 55, 9. 
Verschmitzt 167, 22. 
Versehen, Sich 258, 19. 
Versehren 9, 28. 
Verseyhen 306, 14. 
Versetzt 218, 23. 
Vosichen 192, 9. 
Versotten 173, 14. 
Versprechen 58, 29. 
Verstechen 57, 7. 
Verstecken 33, 27. 
Verstehn 3, 13. 
Versünden, Sich, 246, 12. 
Vert 50, 33. * 
Vertieff'en, Sich, 306, 18. 
Vertrogen 81, 10. 
Verwar 29, 27. 147, 31. 
Verwaren 201, 20. 
Verwaschen 198, 28. 
Verwegen, Sich, 68, 24. 164, 33. 193, 

30. 
Vest, Ewer 195, 17. 26. 
Veriren 210, 30. 228, 4. 
Viereckisch 65, 4. 
Vorab 185, 33. 
Vorhen 86, 11. 
Vorhin 206, 22. 223, 18. 
Vorkauf 148, 27. 
Vorthin 193, 30. 
Wacken 272, 3. 273, 1. 
Waht 289, 5. 
Wanunes 156, 15. 
Wampen 163, 29. 
Wanckel 47, 5. 
Wann her 306, 31. 



Warheyt 99. 

Wartzet 61, 30. 

Was c gen. 161, 29. 

Waschen 28, 29. 

Waschmanl 209, 16. 

Weck 53, 19. 132, 18. 

Wegen, Zn, bringen 21, 1. 51, 5. 
238, 2. 

Weibslieb 331, 33. 

Weidlich 99, 9. 112, 11. 211, 13. 
241, 30. 

Weil 325, 26. 

Weüa 217, 25. 314, 5. 

Weilen 227, 18. 

Weißlichen 168, 8. 

Wemmern 308, 18. 

Wenden den rat 136, 5. 

Wenger 63, 33. 

Wenglein 245, 15. 

Wentenschimpff 133, 8. » 

Weren 51, 25. 

Wermut 268, 30. 

Wesch 324, 20. 24. 325, 25. 

Wetterleunisch 178, 21. 

Widerfart 20, 7. 

Widern, Sich, 66, 15. 

Widerzalen 55, 14. 

Wiederbart 134, 27. 321, 33. 

Wiederspiel 322, 29. 

Wüdtbadt 269, 25. 
Wildtgans 268, 5. 
Wimmer 232, 7. 8. 
Wimredt 61, 30. 
Windelwascher 130, 34. 
Winnig 301, 6. 
Wirden 165, 24. 
Wirdt, Hans 290. 
Wirt, Simon 304. 
Witzung 168, 16. 
Wolgemut 21, 10. 
Wolgethan 184, 13. 
Würtz 262. 326, 13. 
Wunden 4, 28. 
Wurm 129, 30. 
Wurst w. w. 221, 28. 



Zadel HS, 28. 

Zaum, Im, liegen 83, 7. 

Zaum 137, 15. 

Zausen den golter 172. 2. 

Zecke 69, 33. 

Zehen 226, 32, 

Zeihen 229,. 6. 9. 21. 230, 19. 

Zerer 232, 20. 

ZerSammen 103, SO. 

Zeikloben 150, 32, 

ZerscUeißen 103, 29. 

Zernng 199, 36. 200, 7. 

Zettel 51, 13. 

Zettenscheiß, Friedel 64. 

Ziegeiner 29. 211, 25. 

Zilen 181, 24. 280. 31. 

Zimmen 163, la 318, IG. 

Zinblat 119, 21. 




Zincke 63, 30. 

ZinBt 90, 19. 

Zinetmaun 167. 2L 

Zinutleut 156, 9. 

Zipfel 221, 26. 

ZSbel 285, 24. 

ZSpffen 54, 24. 

Zucken die faust 182, 1.^. 

Zadramniern 126, 25. 

ZuflucM 165, 18, 

Zumal 214, 15. 

Zupehren 58, 17. 

Zwar 318, 6. 

Zwäntzig 231, 26. 

Zwelfferweck 138, 18. 

Zwifach 117, 32. 

Zwifeltig 320, 11. 

Zwir 90, 17. 115, 3. 297, 23. 



ftlicationen des IJtterarischen Vereins in Stuttgai 



1 venvaltiiDg^jalir f lfl39 bis 1842). 

1. Closenei's siraUburBisdhe ohrnnik. Le- 



I 3 Fsbrla eTOgSiKirliini, buni] I. TT. 
* (lin vierten Terwullung^nliTB naolnje- 

i Di« Weinsnclncr lioderhnndachrUt. 
RaliSDisehe Hedei dpa bohenauua sehen 

8. Briefe der prlniceiin Elianbetli Chsr- 

t«a« »»■ Orli&tnii, orste gamnilnng. 
2TerKaItuiigsjahr(1843 und 1844). 

7 Laos von BoEmlUl reise. DiellTlSii- 

illsilie relmclironik. 
B. Chronic des Bamon Mnnlaimr 
B Brnehslöck über den kreiiMUßFriea- 

Holia I Ein buch von K^lor «pelse. 

DI« Heidelberger lledorliand«ohrirt 
loiDrknnilenzareeiuliichleMuimillangl. 
ll'. 9taatsii»piero aber kalBoc Karl V. 

3verwaltangsjaIir(lS45undl846). 

IS Uas Ambriwcr llederhiioii. 

15. LI romana d'ÄlUuiidra. 

14. Uikitn'lcn «ur Keachioblo deä scIiwS- 
hiichen bundeB, bnnd I. 

16. RBsendca caneionairo, band I. 

4TerwaImngsjat.r (1847 nnd 1848). 

15, Carmln« bnMn». Albe« von Befaam 
und legeaten Innocenw IV- 

17. RefBndes cancione .0, b»nd II. 

4 «rrthOniUeli »u-^'' "'? '^ bezeichnol). 
Fftbri« BVSfffltoriam, band III. 

överwaltungsjahrClSiSintllSöO). 

IS. Konrad» von Welasberff einnahmBn- 

Ädta«vo..I.»>^-J»«". 
Sl. Maietffr Altawcrt. 
". Melnaner nnWlebre- 

6 vei-«altiingsj»>"' ''*"'■ 
*B- Luflolf, du Itlne""" .'"ytinnd^lrt 

». a...... »»ci°"';:'„'"™ Sil,. 

äe". bnnd 1. 
EÜSr'" "HindM. fta"^ 



si. K.Stal1eilbUriiislicli-crrtiriiBchetl 
Dik. I 

8 TerwaUniigsjalir (1854)^ 

a». 91, (Irlmmelaliauavni Simpllcluta 

band I. It. 
3G. EriSliliineVD ans allilenla 

sub einen. 

9 verwaitungsgahr (1855). 

ae. Oio lebnuipicle det heruigs Heinrieb 

Julius Ton Uriuinifihwci^. 
ST. Johanna van Monhelni apiegel du 

ri'gimanis. 
3S. Hugiis Vuii I.Bngenstein Martlntkl 

10 verwaltungajalir (185G)i 

99. Denkmäler der pcOTenEnllacheJ 

40. AmndTs, ersten buch. 

41. V. PrisoblinB deulacha di 
it. Zellbuirh Elkes lon Bepg 

11 Tei-Kaltungsjahr (1857)31 

«g. F. Zorns Wornner cbronik. 

W. QeF troJflnt9i;he krlfe von Konrad 

von WtlribnrK. 
4S. EarlMoibVI. 

12Terwaltangyalir(1858undl859). 

MaoUese lu den faaliiu,i<liliplelen, 
FedemiHnna und Sladens reisen !□ 



Rebbuns dramen. 

Wilwollä von Scbnamburff Iahen. 

Stolnhen-els Oooameron. 

13 verwaltungsjahr (1860), 
Dielcicbs erale ausfahrt 
Mittel den lache gredlebte. 
Die godiehle Jubiina von Coaddj 
HuyBB van Bonnlent. 
Dm baeh der balsplole i 

TranslalJonen von N. v. Wjle. 1 

14 verwaltangsjalir (186l)j| 

Sebonsedicbta von Lanrombafff.* 
TaBBhoch d( ----- . . 

Krafta mlsei 



I gralbnW.T.WaldeBk, 

g^iCangODsahan. 
ttpansonuerga maslca. 
Nürnberger poIiielordnungeD. 

15 vBrwaltnngsjahr (1862). 

Tnchers baumolaterbnch von MUrn- 
B8. erinimetsh Busens SlmpIlolslIinuB, 



ia der Kolmarer band 



publicationen des litterarischen Vereins in Sluttgai 

rwaltungsjalir (_18i;3). 



. SiiiiM MvinrnÜK 1 



a äta fiilU«ii, iiOrJui 



28 verwaltiiHt'sjahc IIB76). 
tu. TUuit«ri rictitw. 
11», DlrlilauicOi) dM t* Jh. 



17 vci-waltuiig^übr (.ISIU). 

i, Durlouni nni) Jviwv''^ *<«> ')'>> "^ 
Oanilicnl. 
i. 17. Ayinnt drnmr.n, liuml I. II' 

18 verwiLlliingBjalir (l?lifi). 
i.T;r.w, Arra-silmnDii,b*ninri.lV.V. 

19 vcrwalt.ntigsjalir (IfillH), 

I. I]au1i<!ii1)iii.'hii svndnngn'ii'hlCBKliinai 
I. i». Sieiaings liauunlTo e^au'bti^. 
I. ObulniB ohronik von a«l«li«iiBii. 
i. Paulis Bnliimiir und enuii. 
2ü vor«raltmi|!sjftlir (1907). 



i< ' ' ■innmliiiis. 

21 v.TrtülhiiiL'SJuhi- (166**)- 
w, Leben der h. lliiimIfelJi. 

III. 9t. ZlmiiiN iseliD .'lii'ODtk, linnd I. IL 

22 verwnltujii^sjalir (1869). 

es. ut. Z)iuiiierlicha"lironIh,banaitI.IT. 
86, Klrobhoft Weniinnmutll, Unna 1. 

23 verwaltnngsjahr (1870). 

M ST. SS. BV. Klrchiiäft WenOUDmutb, 
IMD<J II. tu. IV. V. 

54 verwultnngsjaliv (1671). 
wo. ini. DfliiUeiie ]i]BioHBalilba1n,bniid 



"IT). 



110, SIUIOO UkBh, 

31 verwaltutigäjahr (1878) 



ä2 ' 



25 vorwalliingsjalir (1872). 
W. Biisfe der U«i'ioeiii EliMbelli Clur- 

lutto Yuu Orienn«, di-i»« »«niinUiiiR. 
1U8. Dor QuiiBD »on EiKtelUiul liUchlala 

vDii der HciiadBii utierlMl. 
lUW. BdiufriJ v,iu Brsufisubwelg. 

26 vcrwalttinasjahv (lä78), 

HO. Btassaahm, baod Vi. 
III- I>lBBr»ien dealscIieD »elimigea. 
">■ HiSlaiJH del raiMlIeio Clflir. 
iia. Liigius Binngudirbte. 

27 verwttlUingyahr (1874). 
"*• ^«'■''"""llui.gen illter Thom»a 



iituinisj;ilir (IStfl) 

ISB. IlHns 8«ch«, liMf» XI. 
isf. HemiBiHi ""> aMb"eBiMil"U 
18». OryiiUins ln»M|)1«l"-, . . 
IS». QuBllün tat atttUiian ia» taa 
krles« In ÄoMnI.iire. 

33 venvaltiingaJBlir (1880; 

148. B«w8ii«l". 'w"'*-^ 
UI. MiWirtiUmaa" •"» Mxa 
tu. KH.elun«en"*'*;,_^ 

US. Blel.Uuus tedBi- 

3i vei-wun"''g*->'^''' ^>®^^ 



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iha. Lutwlns A' 

154. Bor BmI«' 

155. Asphbuiise"- 



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^7. Urieft<lP>- li8'-*''SlnE,U.T.( 
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